Aufrufe
vor 1 Jahr

06 | 2018

Special Wasser Um die

Special Wasser Um die Flockung zu überwachen, kommt bei Currenta ein von Aquachem selbstentwickeltes Messgerät zum Einsatz, der iFloc. etwa an zehn Tagen im Jahr anfallen. Das wird durch unsere sich selbst anpassende Programmierung möglich: Die Automaten verfügen über drei Modi, die sich in ihrer Verarbeitungsgeschwindigkeit unterscheiden. Werden vordefinierte Grenzniveaus erreicht, wechselt das Programm automatisch in den nächsthöheren“, beschreibt Babbé das Vorgehen. Fallen die Werte wieder, kommen die langsameren Modi zum Einsatz, durch die die Maschinen bei gleichzeitig geringerem Energieaufwand geschont werden und so langlebiger sind. Die Anlage ist seit Oktober 2017 in Betrieb. Da die Membranfilterpressen von Aquachem komplett eingehaust und mit abgedichteten Filterplatten ausgestattet sind, wird das Austreten von Suspension vermieden und es kann nicht zu Schäden an Mensch und Maschine kommen. Als weitere Sicherheitsmaßnahme wird vor jedem Zyklus eine Dichtheitsprüfung durchgeführt. Überall Einsparungen Viele der Arbeitsschritte, die an den alten Pressen manuell durchzuführen waren, sind nun nicht mehr nötig. So werden nicht nur Personalkosten eingespart, sondern auch die mechanische Belastung auf die Filtertücher reduziert, sodass die Beteiligte Firmen Die Anlage lässt sich selbstverständlich fernüberwachen. Tücher seltener ersetzt werden müssen. Bei den Aquachem-Pressen erfolgt der Austausch in der Regel präventiv, und zwar sobald das erste Tuch defekt ist, da alle gleichmäßig belastet wurden und ungefähr zur selben Zeit verschlissen sind. Dadurch muss die Maschine nur einmal stillstehen statt jedes Mal wieder, wenn ein einzelnes Tuch zerreißt. Durch einen höheren Trockensubstanzgehalt des Filterkuchens von bis zu 55 Prozent fällt auch weniger abzulagernde Filterkuchenmenge an, womit die Kosten für Transport und Deponierung sinken. Weiterer Vorteil: Die Kuchen enthalten mithilfe einer Kuchenwäsche weniger lösliche Stoffe, womit die vorgeschriebenen Eluatwerte weit unterschritten werden. Aufgrund der flexiblen Anpassung der Filtermaschinen an den Bedarf und die zyklische Arbeitsweise können zudem die Transportmulden besser ausgelastet werden, sodass auch hier weniger Ausgaben für die Abfuhr der Kuchen anfallen. Flockungszustand überwacht Eine angemessene Dosierung von Flockungsmitteln ist essentiell: „Wenn zu wenig Flockungsmittel beigefügt wird, steigt die hydraulische Belastung an den Entwässerungsgeräten, so dass die Leistung abnimmt“, weiß Babbé. Wird aber Currenta managt und betreibt eines der größten Chemie-Areale in Europa – den Chempark mit seinen Standorten in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen. Als modernes Serviceunternehmen mit rund 3.400 Mitarbeitern sorgt der Betrieb für optimale Forschungs- und Produktionsbedingungen für seine Kunden. Das Dienstleistungsspektrum: Stoff- und Energieversorgung vor Ort, Analytikleistungen, modernes Umweltmanagement, Infrastrukturleistungen (Abfallentsorgung, Sicherheitskonzepte). Die Aquachem GmbH ist ein Entwickler und Hersteller von Filterpressen mit Standort in Senden. Das Unternehmen wurde 1995 von James Babbé gegründet und beschäftigt derzeit 15 Mitarbeiter. Das Portfolio reicht von kleinen manuellen bis hin zu großen vollautomatisierten Filterpressen für Anlagenbauer und Industriebetriebe. Alle Aquachem-Pressen bieten abgedichteten Filterelementen (sauberer und sicherer Betrieb) sowie automatische Steuerung. Bilder: Aquachem zu viel hinzugegeben, können die Filtertücher „verkleistern“, die Feststoffe schwimmen bei der vorgeschalteten Sedimentation auf und gelangen so in das Klarwasser. Zudem fällt durch die schlechtere Filtration eine mehr Filterkuchen an, was sich in hohen Transportund Entsorgungskosten niederschlägt. Um die Flockung zu überwachen, kommt deshalb bei Currenta ein von Aquachem selbstentwickeltes Messgerät zum Einsatz: der iFloc. Dessen Hauptelement ist eine Messzelle, in die in regelmäßigen Abständen geflockte Suspension gepumpt wird. Oberhalb dieses Behälters ist der Laser angebracht, der senkrecht in das Medium leuchtet. Über das definierte Niveau der Zelle kann mittels Abstandsmessung durch einen Laser sowohl die Sinkgeschwindigkeit als auch das Schlammvolumen nach Imhoff bestimmt werden. Außerdem werden die Dichte – mithilfe einer Druckmessung am Boden –, die Leitfähigkeit und die Temperatur ermittelt. Dank dieser fünf Parameter lassen sich eindeutige Aussagen über die Flockung treffen, sodass die Zugabe des Flockungsmittels bedarfsabhängig reguliert werden kann. „Dadurch konnten wir bisher etwa 50 Prozent Reinigungskosten einsparen. Auch der Verbrauch von Flockungsmittel konnte um ungefähr ein Drittel reduziert werden“, fügt Schulte hinzu. Remote-Überwachung Da die Rauchgaswäsche mit 24 Stunden am Tag und 365 Tagen im Jahr im Schichtbetrieb nie unterbrochen wird, war die Verfügbarkeit von großer Bedeutung. Um dies zu gewährleisten, spielen nicht nur der selbsttätige Betrieb der Pressen und das Abfangen unterschiedlicher Arten und Mengen von Suspension eine Rolle, sondern auch die Überwachung von einem Kontrollraum aus, um wichtige Kennwerte und Einstellungen aus der Ferne anpassen zu können. Zusätzlich kann sich jederzeit über einen nicht mit dem zentralen Netzwerk verbundenen Online-Zugang ein Mitarbeiter von Aquachem zuschalten. „Wir hatten von Anfang an das Gefühl, dass es nicht nur darum geht, Pressen zu verkaufen, sondern eine verfahrenstechnische Aufgabe im Interesse des Kunden zu lösen“, bewertet Schulte die Zusammenarbeit abschließend. James Babbé, Geschäftsführer der Aquachem GmbH, Senden, info@aquachem.de 28 UmweltMagazin Juni 2018

Special Wasser Wasser Special Geeignete Gewebe können Mikroplastik zurückhalten. Feine Filter gegen Mikroplastik im Wasser Mikroplastik belastet Gewässer und den gesamten Nahrungskreislauf. Neue Materialien können helfen, das Abwasser in den Kläranlagen besser von Mikoplastik zu reinigen. Dafür werden vom Spezialisten GKD im Rahmen eines Modellversuchs Filter getestet. Auch wenn ein Großteil des mit Mikroplastik belasteten Wassers in Kläranlagen behandelt wird, schaffen es kleinste Partikel, die Kläranlage zu passieren und in Oberflächengewässer wie Seen und Flüsse zu gelangen. Genau hier setzt die GKD – Gebr. Kufferath AG mit dem Projekt OEMP – Optimierte Materialien und Verfahren zur Entfernung von Mikroplastik aus dem Wasserkreislauf an. Projekt OEMP Ein Ziel des Projekts ist es, geeignete Analyseverfahren zu entwickeln, um verschiedene Kunststoffe im geklärten Abwasser aufspüren und charakterisieren zu können. Hauptziel ist allerdings, wie dem Projektnamen zu entnehmen ist, die Entwicklung neuer Materialien, um Mikroplastik zuverlässig zurückzuhalten und so den Eintrag in die Umwelt zu vermeiden. Das Projekt OEMP wird im Rahmen der Initiative Materialien für eine nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ein breitgefächertes Projektkonsortium hat sich zusammengefunden, um sich den zahlreichen Herausforderungen aus unterschiedlichsten Fachgebieten im Projekt gemeinsam zu stellen. GKD ist Projektleiter GKD ist hierbei nicht nur Technologiepartner, sondern auch Projektleiter des Projekts OEMP. Zusammen mit der Technischen Universität Berlin, der Invent Umwelt- und Verfahrenstechnik GmbH, dem Umweltbundesamt, dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin, der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, der MeierGuss Limburg GmbH, den Berliner Wasserbetrieben, der Funke Kunststoffe GmbH und der Mecana Umwelttechnik GmbH werden wegweisende Untersuchungen und Lösungen rund um das Thema Mikroplastik erarbeitet. Filterung des bereits geklärten Abwassers Für GKD steht die Behandlung des Abwassers in der Kläranlage im Fokus des Projekts. Trotz der bereits hochtechnisierten und durchdachten Aufbereitung von Abwasser gelingt es kleinsten Kunststoffpartikeln immer noch, die Kläranlage zu passieren und über ihren Ablauf in Flüsse, Seen und letztendlich im Meer zu landen. Um herauszufinden, wie viel Mikroplastik eine Kläranlage überhaupt passieren kann, wurde im Dezember 2016 auf der leistungsfähigsten Kläranlage Berlins, dem Klärwerk Ruhleben, eine von der Firma Invent Umwelt- und Verfahrenstechnik konstruierte Scheibenfilteranlage aufgestellt. Die Filterscheiben sind dabei mit Optimierten Tressengeweben von GKD bespannt. Gefiltert wird hiermit das Wasser aus dem Kläranlagenablauf, also Wasser, das bereits alle Reinigungsstufen des Klärwerks durchlaufen hat. Guter Durchfluss trotz feinem Gewebe Die Wasserfiltration in Klärwerken stellt eine besondere Herausforderung dar, da in einer Kläranlage hohe Abwasser-Durchflüsse bewältigt werden. Zum UmweltMagazin Juni 2018 29

Ausgabenübersicht