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06 | 2018

Special Wasser Das Bild

Special Wasser Das Bild links dokumentiert den alten Bauzustand, Bild rechts zeigt die neue Anlage von Homa. Das sind die Projekt-beteiligten Firmen Die beiden neuen Propellerpumpen der Baureihe P424/17-G126/C. Die Desmi Denmark A/S ist ein bereits 1834 in Aalborg, Dänemark, gegründeter Pumpenhersteller mit derzeitigem Hauptsitz in Nørresundby. Das Unternehmen hat sich im Laufe der Firmenhistorie immer mehr auf Pumpenlösungen spezialisiert und deckt von der Schifffahrt bis zu Industrie und Militär, von der Bekämpfung von Ölverschmutzungen bis zu Kraftstoff- und Versorgungsunternehmen ein großes Spektrum ab. Die Produkte werden heute über ein Netz von Tochtergesellschaften und Händlern in mehr als 100 Ländern und auf sechs Kontinenten vertrieben. Derzeit sind 679 Mitarbeiter weltweit beschäftigt. Im Jahr 1946 wurde die Homa Pumpenfabrik GmbH von Hans Hoffmann sen. als Handwerksbetrieb zur Reparatur von Elektromotoren gegründet. Daraus entwickelte sich im Laufe von über 70 Jahren ein global agierendes, mittelständisches Industrieunternehmen. Die Firma befindet sich noch immer in Familienbesitz und wird mittlerweile in der zweiten Generation von Dr. Klaus Hoffmann und Frank Schröder geleitet. Der Hauptsitz ist in Neunkirchen-Seelscheid bei Köln. Von dort erfolgt der Vertrieb über rund 60 Niederlassungen und Vertretungen weltweit. Homa ist auf die Konstruktion und Fertigung von Pumpen und Anlagen der Tauchmotortechnik spezialisiert. Die Aggregate werden schwerpunktmäßig in der Gebäudeentwässerung, der Baustellen- und Oberflächenentwässerung sowie der kommunalen und industriellen Wasserentsorgung und -behandlung eingesetzt. Pumpenschaufen sind justierbar Bei den beiden von Homa gelieferten Propellerpumpen handelt es sich um die Baureihe P424/17-G126/C mit je einer Nennweite von DN700, einem Durchmesser von 670 mm sowie einer Länge von etwa 1.900 mm. Dank des speziellen Dreiphasen-Elektromotors, der mit einer Leistung von 28,9 kW aufwartet, arbeiten die strömungstechnisch optimierten Edelstahl-Propellerschaufeln gleichmäßig und besonders zuverlässig. So kann eine Förderleistung von 2438 m3/h ohne Probleme gewährleistet werden. Die Schaufeln können auch noch nachträglich verstellt beziehungsweise neu eingestellt werden – somit kann auf akut veränderte Betriebsanforderungen zeitnah reagiert werden. „Für die entsprechende Dichtung sorgen jeweils zwei voneinannet sind“, so Kleu. „Der Ölstand im Dichtungsraum kann bequem mittels Inspektionsschraube kontrolliert werden.“ Besondere Einlaufkammern Zusätzlich zu den Pumpen wurden zwei gebrauchsmustergeschützte, 700 mm große Einlaufkammern des Typs EK700 installiert. Diese, gepaart mit Strömungskegel, Strömungsleitblechen sowie einer sich oberhalb befindenden Strömungsleitplatte, sorgen für eine optimierte Wasserzuführung und Anströmung der gesamten Pumpenhydraulik. „Auf eine aufwendige Umbaumaßnahme des Bauwerks mit Profilbeton konnte vollständig verzichtet werden“, führt Ralf Motz weiter aus. „Das bedeutete auch einen Wegfall von damit einhergehenden, komplizierten Profilierungsmaßnahmen und einen eindeutigen Volumengewinn.“ Die beiden Einlaufkammern EK 700 zeichnen sich zudem durch ihre spezielle Einbauweise aus: Anders als bei herkömmlichen Konstruktionen mit Decken- beziehungsweise Tragplatten, wurden hier Tauchrohre vertikal auf die Einlaufkammern angeflanscht, in die die Pumpen eingebracht werden konnten. Somit werden die Gewichtskräfte in den Betonboden und ebenso etwaige Schwingungen direkt in das Fundament der Bodenplatte abgeleitet. „Auch Knotenbleche, die normalerweise die Kräfte der Pumpe vom Rohrschacht auf die Decke des Raumes übertragen, waren hier nicht notwendig, wodurch die Baukosten erheblich gesenkt wurden“, so Ralf Motz. Um die Pumpen von Homa effizient steuern zu können, entschied sich der Auftraggeber gemeinsam mit DESMI für 32 UmweltMagazin Juni 2018

WassernSpecial Zusätzlich zu den Pumpen wurden zwei gebrauchsmustergeschützte, 700 mm große Einlaufkammern des Typs EK700 installiert. der komplett unabhängig wirkende Gleitringdichtungen, die bei den Propellerpumpen tandemförmig angeord- Bilder: Homa eine spezielle Antriebstechnik sowie Steuerungseinheit: Der Frequenzumrichter-Antrieb von Schneider zeichnet sich durch seine hohe Energieeffizienz aus. Steuerung vom Tablet aus möglich Außerdem ist es nun möglich, die gesamte Anlage manuell zu steuern und den aktuellen Pumpenstatus bequem auch vom Tablet oder vom Smartphone aus zu kontrollieren. So können auch der gegenwärtige Energieverbrauch sowie sämtliche Betriebsstati, zum Beispiel die Temperatur, aktuelle Wasserstände, Energieverbrauch, Wirkungsgrade und Betriebsstunden einfach und schnell überprüft werden. „Obwohl Kreativität bei der Entwicklung einer möglichst kostengünstigen Umbaumethodik gefragt war und Zeitdruck herrschte, da das Hinterland auf Lolland landwirtschaftlich genutzt wird und ständig überflutungsgefährdet war, verlief die Zusammenarbeit aller Beteiligter reibungslos“, zeigt sich John Wedde zufrieden. Die gesamte Pumpenanlage wurde nach Finalisierung des Projekts im Juli 2017 in Betrieb genommen und läuft seither problemlos. Holger Göttmann, freier Redakteur, Ansprechpartner bei Homa: Thilo Kauffmann, thilo.kauffmann@homa-pum pen.de Smartlogging von Wasserlecks Das System sendet seine Daten aus dem Leitungsnetz hinaus über eigene Stationen. Ein automatisiertes Monitoringsystem lokalisiert Rohrbrüche mit einer Genauigkeit von einem Meter. Das System entwickelt Anbieter Gutermann kontinuierlich weiter. Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim versorgen mehr als 130.000 Einwohner über ein Leitungsnetz von fast 460 km mit Trinkwasser. Nach den Regeln des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) soll dieses Netz kontinuierlich überwacht und bei Bedarf repariert werden, was einen hohen Personal- und Zeitaufwand bedeutet. Bis vor einigen Jahren wurden in Ludwigsburg für dieses Monitoring ausschließlich die Überwachung der Wasserlaufmengen in Messzonen und herkömmliche Korrelatoren verwendet, mit denen die Mitarbeiter nach Wasserlecks suchten. Dabei mussten sie aber vor Ort nochmals manuell korrelieren und erhielten dadurch ungenaue Ergebnisse. Um den Aufwand zu reduzieren und eine präzisere Ortung zu garantieren, bestücken die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim seit einigen Jahren ihr Netz mit dem automatischen und vollständig korrelierenden System Zonescan Alpha der Firma Gutermann. Es zeichnet nicht nur den Geräuschpegel auf, sondern nimmt nachts mehrere Geräuschsequenzen auf, die von zentralen Rechnern in der Cloud auf die Millisekunde genau zeitsynchronisiert ver- UmweltMagazin Juni 2018 33

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