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06 | 2018

Management

Management Ressourcenschonung mit System Bild: Pixabay Beim Product Lifecycle Management (PLM) handelt es sich um einen Ansatz zur ganzheitlichen, unternehmensweiten Verwaltung und Steuerung aller Produktdaten und Prozesse. PLM betrifft dabei den gesamten Produktlebenszyklus entlang der erweiterten Logistikkette – von der Entwicklung und Produktion über den Vertrieb bis hin zur Wartung und Demontage – und bewirkt Nachhaltigkeit auf ganzer Linie. Vor über 200 Jahren begann die industrielle Revolution und damit ein entscheidender Eingriff des Menschen in die Umwelt. In der gegenwärtigen vierten industriellen Revolution gilt es nun, die Einflüsse der Vergangenheit abzumildern und dem Trend der umweltschädigenden Verhaltensweisen entgegenzuwirken. Dabei ist es wichtig, nicht nur den Verbrauchern auf die Finger zu schauen, sondern insbesondere auch der Wirtschaft. Unternehmen werden von Seiten des Gesetzes dazu aufgefordert, Compliance-Richtlinien zum Klimaschutz sowie zur Emissionsminderung und Ressourcenschonung einzuhalten. Dies erfordert ein Umdenken und stellt viele Betriebe vor eine große Herausforderung. Ein strukturiertes und von Beginn an integriertes PLM als Standardlösung des Systems Engineering hilft Unternehmern dabei, Ressourcen zu schonen und umweltbewusster zu agieren. Wie können Unternehmen die Methode zielführend etablieren? Wo gilt es anzusetzen, wenn nachhaltiger produziert werden soll? Immer im Zentrum: der Produktlebenszyklus In Zeiten der Industrie 4.0 geht es darum, feststehende Abläufe in den Arbeitsalltag zu integrieren, denn das Product Lifecycle Management beinhaltet eine strukturierte Betriebsorganisation und festgelegte Geschäftsprozesse. Dafür werden in der Regel IT-Systeme zur Verwaltung und Steuerung der Produktdaten eingesetzt. Ziel dabei ist es, sich einen guten Überblick über alle Prozesse im gesamten Lebenszyklus eines Produktes zu verschaffen: von der Entwicklung über die Logistik bis hin zum Verkauf oder sogar zur Entsorgung. Damit lassen sich alle möglichen Aufwände, Risiken und Maßnahmen planbar sowie transparent machen. Zunächst gilt es jedoch zu überlegen, wie sich das Unternehmen anpassen muss, damit ein zukunftsträchtiges Produkt überhaupt entstehen kann, und welche Veränderungen dafür notwendig sind, auch hinsichtlich der Geschäftsprozesse. Die Umsetzung des PLM erfordert sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen, die in das Geschäftsmodell integriert werden müssen. 38 UmweltMagazin Juni 2018

Management Innovationen auf dem Programm Die Methode des Systems Engineering hilft Standards in der Projektarbeit zu etablieren. Sie berücksichtigt alle Faktoren des Entwicklungsprozesses, wie beispielsweise Zeit-, Budgetund Qualitätsplanung, und ermöglicht so einen Überblick über die immer komplexer werdenden und technologisch fortschrittlichen Abläufe. Zunehmende Systemvernetzungen infolge der digitalen Transformation drängen auf Innovationen und steigern gleichzeitig die Komplexität der Produktpalette sowie des Arbeitsaufwands. Somit fordert die Digitalisierung eine fachübergreifende Zusammenarbeit im Sinne des Systems Engineering, das insbesondere den technischen Aspekt komplexer Systeme in der Projektentwicklung betrachtet. Mit der Strategie des Systems Engineering werden interne Strukturen, Kompetenzen und Verantwortungen festgelegt. Im Fokus steht dabei gemäß des PLM das Ziel des erfolgreichen Datenmanagements sowie der Produktivitätssteigerung und infolgedessen die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Ein gelungenes Product Lifecycle Management zeichnet sich auch dadurch aus, dass alle Prozesse im gesamten Produktlebenszyklus im Blick behalten werden. Instandhaltungsaufwände im Lebenszyklus. Einfluss der Stakeholder Ein gelungenes Product Lifecycle Management umfasst – neben der Etablierung von Standards und der Eindämmung von Komplexität – auch die Berücksichtigung der Stakeholdergruppen bei allen Maßnahmen. Die Interessen aller vom Entwicklungsprozess Betroffenen, wie beispielsweise Anwender oder Mitarbeiter, nehmen so potenziell Einfluss auf das Endergebnis der Projektarbeit. Zu den Stakeholdern in einem Entwicklungsprozess gehören jedoch nicht nur Personengruppen, sondern auch Gesetze und Richtlinien auf nationaler und internationaler Ebene sowie die bestehende Infrastruktur. An dieser Stelle sind die Vernetzung der Abteilungen ebenso wie die Dokumentation beziehungsweise stringente Nachvollziehbarkeit aller Prozesse und auch Änderungsmaßnahmen elementar. In einem gut strukturierten und konsequent integrierten PLM sollten alle Informationen und Interessen der am Entwicklungsprozess Beteiligten zusammenlaufen. PLM in der Praxis Energieverbrauch, Instandhaltung und Infrastrukturkosten: Wenn die Betriebsausgaben die Anschaffungskosten um ein Vielfaches übersteigen, besteht Handlungsbedarf. Total Costs of Ownership zählen häufig als Entscheidungskriterium bei der Beschaffung, aber auch versteckte Umwelteinflüsse kommen zum Tragen. Wie können Unternehmen darauf reagieren? Wie gelangen sie zu mehr Kosteneffizienz? Zum einen werden die Lebenshaltungskosten durch das Produktdesign bestimmt, zum anderen legt das Design selbst die Wartungskosten fest. Bei der Produktentwicklung Ressourcen zu schonen, bedeutet für Unternehmen mehr Kosteneffizienz und infolgedessen eine Gewinnerhöhung. Dieses positive Ergebnis, der Return on Invest, kann jedoch nur mit einer anfänglichen Investition in ein strukturiertes Managementsystem erreicht werden. Im Vergleich fallen die Mehrausgaben bei den Erstellungskosten aber kaum ins Gewicht. Unternehmer Grafik: Hünnemeyer Consulting GmbH Grafik: Hünnemeyer Consulting GmbH UmweltMagazin Juni 2018 39

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