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06 | 2018

Management Aufwände

Management Aufwände für Änderungen im Projektlebenszyklus. müssen PLM als Anforderung im Entwicklungsprozess verstehen. Dabei spielen die Faktoren Reliability, Availability, Maintainability und Safety (RAMS) eine wichtige Rolle. Das RAMS-Management unterstützt bei der Fehlervermeidung und der Durchführung zielführender Analysen im Produktentwicklungsprozess. Stakeholder-Analyse ist elementar Im Vorfeld des eigentlichen Entwicklungsprozesses sollte eine Stakeholder-Analyse nach den RAMS-Kriterien erfolgen. Dabei zu beachten sind beispielsweise Instandhaltungskosten und Verfügbarkeiten. Eine hohe Nutzbarkeit bedeutet geringere Wartungszeiten und dementsprechend einen effizienten Ressourceneinsatz. Weniger Pflegeaufwand führt außerdem zu einer Ressourcenschonung bezüglich Material-, Platz- und Personalbedarf. Die gezielte Überwachung der Prozesse hilft bei der Einschätzung des zu erwartenden Ausfalls, so werden die noch funktionierenden Bestandteile seltener einfach präventiv ausgetauscht und die Komponenten stattdessen bis zu ihrem letztendlichen Verschleiß genutzt. Ressourcenschonung erfolgt durch geminderte Komponentenentsorgung und einen allgemein geringeren Energie- und Ressourcenverbrauch. Die Anforderungen der einzelnen Stakeholder einzukalkulieren und diese während des Entwicklungsprozesses zu überwachen, gehört ebenfalls dazu. Jedoch gilt es die Überwachung nur auf das Nötigste zu begrenzen – dies zählt sowohl für die manuelle als auch für die automatische Kontrolle. Nicht jeder Schritt muss aufgezeichnet werden, denn hier entsteht ein hoher Ressourcenverbrauch aufgrund der Energienutzung für Datentransfer und -speicherung. Es gilt: Nur aufzeichnen, was eine Zukunftsaussage bringt, und jederzeit melden, was aufgefallen ist. Praxisbeispiel: Wartungsaufwand vermeiden, Kosten sparen In der Praxis sind die Vorteile des Product Lifecycle Managements schnell erkennbar, beispielsweise bei der Wartung von Eisenbahnfahrzeugen. Regelmäßige Inspektionen verursachen nicht nur einen hohen Aufwand durch Stillstandzeiten, sondern auch Kosten, und erfordern den Einsatz von Ersatzfahrzeugen – es zeigt sich auch, dass der durchgeführte Service in der Praxis nur wenige Fehler vermeiden kann. Ein Strategiewechsel von der ursprünglichen Fehlerfeststellung zu einer Fehlervermeidung ist daher notwendig. Dabei können zwar unerwartete Ausfälle der Eisenbahnfahrzeuge nicht ausgeschlossen werden, alterungsbedingte jedoch schon. Hier gilt es, die Parameter an das Produktdesign und die Ursachen für die Alterung messbar zu machen. Um die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit durchgehend zu gewährleisten, muss das Design einen Fehler toleranten Betrieb ermöglichen und so unerwartete Defekte ausgleichen. Durch die Analysen im Vorfeld, die genau bestimmen, Grafik: Hünnemeyer Consulting welche Ausfälle zu billigen sind und welche schwerwiegende kommerzielle Folgen haben, ergibt sich eine erste Kostenminderung. Die Reduktion der Wartungsaufwände führt dazu, dass sich die Stillstandzeiten insgesamt um bis zu 30 Prozent verringern. Außerdem ergeben sich weitere Vorteile: eine bessere Nutzungsrate des Produkts, geringerer Energieaufwand und Platzbedarf in der Wartungsinfrastruktur, somit auch minimale Instandhaltungskosten, geminderte Entsorgungsaufwände für umweltbelastende Stoffe wie Öle, Kunststoffe und Chemikalien sowie komprimierte Aufwände für die Rechnerinfrastruktur und den Datentransfer bei der Fernüberwachung der Eisenbahnfahrzeuge. Imageaufwertung inklusive Ressourcenschonung unterstützt bei der Kosteneinsparung und bietet gleichzeitig die Chance für Innovationen. Des Weiteren bedeuten die Berücksichtigung aller Stakeholder inklusive des Einhaltens der Compliance-Richtlinien und die entsprechend nachhaltige Arbeit für das Unternehmen auch eine entscheidende Aufwertung des eigenen Images. IT-Systeme helfen dabei, den Überblick über alle laufenden Geschäftsprozesse zu behalten. Ein gelungenes Product Lifecycle Management als Standardlösung des Systems Engineering ist damit nicht nur nachhaltig im Sinne der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens, sondern auch notwendig bezüglich der ökologischen Zukunft. Die Methode hilft dabei, die wachsende digitale Herausforderung hin zu mehr Umweltbewusstsein zu meistern. Nur wer schnell und auch effizient auf die Neuerungen im Zuge der Industrie 4.0 reagieren kann, hat am Ende langfristig Erfolg. Georg Hünnemeyer, Hünnemeyer Consulting GmbH, Ottobrunn, info@huennemeyer.eu 40 UmweltMagazin Juni 2018

Luft Abluftreinigung in Industrie und Landwirtschaft Belüftungs- bzw. Anströmboden mit Kunststoffelementen von Hahn. Anströmböden aus chemikalienbeständigem Recyclingkunststoff erhöhen die Lebensdauer von Biofilteranlagen. Hahn Kunststoffe hat ein ökologisches Gitterrostbodensystem entwickelt. Biofilteranlagen ermöglichen eine kostengünstige und effiziente Geruchs- und Schadstoffbeseitigung. Durch ihre einfache und natürliche Funktionsweise werden sie immer wichtiger für die Industrie, denn vor allem in großen Betrieben müssen Gerüche oder enorme Mengen schädlicher Luft umweltschonend gereinigt werden. Dabei wird die kontaminierte Abluft in den Filter geleitet und durchströmt dann das biologisch aktive Trägermaterial. Bei der folgenden bakteriellen Reinigung bildet sich eine chemisch stark belastete Umgebung im Filter. Herkömmliche Materialien nicht beständig Deshalb sind resistente Materialen nicht nur bei den Anlagen selbst, sondern auch beim Filterboden erforderlich. Bisher verwendete Systeme bestehen zumeist aus Holz oder einem korrosiven Material, wie Metall und Beton. Die Folge hierbei, der Boden zersetzt sich schnell beziehungsweise wird porös. Dies führt zu Problemen bei der Instandhaltung und schlimmstenfalls ist ein Austausch des Filterbodens die Folge. Um dies zu vermeiden, hat die Hahn Kunststoffe GmbH ein ökologisches Gitterrostbodensystem entwickelt, das dem Mikroklima des Biofilters standhält. Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften ist es besonders widerstandsfähig und langlebig. Die modulare Struktur ermöglicht es, den Boden aus dem patentierten Recyclingkunststoff hanit in jedes bestehende Biofiltersystem einzupassen. Recyclingkunststoff günstig und stabil Aufgrund des geringen Wartungsaufwands und der Kosteneffizienz in Bezug auf Energiebedarf und Wasserverbrauch bieten Biofilter industriellen und landwirtschaftlichen Betrieben eine günstige Methode zur Abluftreinigung. Beim Durchströmen der Schüttung werden die Abluftinhaltsstoffe durch Sorptionsprozesse gelöst. Die nun freien Komponenten diffundieren in die Zellen der Bakterien und werden von diesen zu Verbindungen abgebaut, welche die Atmosphäre nicht belasten. Dabei entsteht im Filter aber ein anspruchsvolles Mikroklima. Die vorherrschende Temperatur von 35°C und die Luftfeuchtigkeit von nahezu 100 Prozent führen in Kombination mit den Bakterien immer zu Reaktionen mit dem Material, aus dem der Filter und sein Anströmboden bestehen. „Ist der Belüftungsboden aus Holz, wird dieses binnen kürzester Zeit UmweltMagazin Juni 2018 41

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