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06 | 2018

Luft Die Elemente sind

Luft Die Elemente sind aus Recyclingkunststoff und extrem robust. zersetzt und brüchig “, bestätigt Ulrich Hering, Leiter des technischen Vertriebs bei der Hahn Kunststoffe GmbH. „Wird Stahl verwendet, ist eine teure Verzinkung notwendig. Nach einiger Zeit bildet sich aber Weißrost und der Korrosionsschutz lässt nach.“ Thermoplastische Kunststoffe eignen sich hingegen durch ihre Materialbeständigkeit besonders gut als Trägerkomponente. Systeme aus Neukunststoff sind aufgrund ihrer Kostenstruktur meist sehr dünnwandig und daher nicht immer stabil genug, um über längere Zeit in solchen Anlagen zum Einsatz zu kommen. Hahn Kunststoffe hat deshalb mit hanit ein extrem widerstandsfähiges Recyclingmaterial aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) entwickelt, das als ökologischer Werkstoff für die Gitterrostböden dient. „Bei gängigen Produkten sind die Wandstärken um einiges dünner – oft nur 2 mm. Wir erreichen mit hanit bis zu 20 mm, was den Hintergrund: Hahn Kunststoffe Kunststoff besonders stabil und alterungsresistent macht und ein Temperaturfenster von –20 Grad bis +50 Grad Celsius ermöglicht“, erklärt Hering die Vorteile dieses Materials. Die Geometrie des Bodensystems lässt große Anströmfläche zu In der Herstellung der Böden wird besonders darauf geachtet, keine Imprägnierungen zu verwenden und eine schadstofffreie Produktion zu gewährleisten. Die einzelnen Gittersegmente sind mit 1 m Länge und 50 cm Breite so bemessen, dass sie mit geringem Aufwand zusammengesetzt werden können. Durch die offene Bauweise ist zudem eine Durchströmfläche von 32 Prozent realisierbar, womit sich der Gitterrost für die Filterung großer Abluftmengen eignet. Da das Material chemisch gesättigte Verbindungen enthält, reagiert der hanit-Recyclingkunststoff wasserabweisend, sodass es nicht zur 1993 wurde die Hahn Kunststoffe GmbH im Hunsrück gegründet. Nach ersten Erfolgen und der Einrichtung konstanter Rohwarenströme konnte sich der Aufbereiter und werkstoffliche Verwerter von Sekundärkunststoffen zum Marktführer von Recycling-Fertigteilen entwickeln. 1998 kam es dann zur Anmeldung des Markennamens hanit, unter dem das über 2000 Produkte umfassende Sortiment weltweit vertrieben wird – dazu zählen etwa Bänke, Zäune und Bodenbeläge, aber auch industrielle Fertigteile, wie Kabelkanalabdeckplatten und Belüftungsrinnen. Das Portfolio zeichnet sich durch eine hohe ökologische Verträglichkeit aus, weshalb dem Unternehmen 2005 der „Blaue Engel“ verliehen wurde. Bei der Aufbereitung werden jährlich etwa 44.000 t Altplastik zu recycelbaren Pellets und Fertigteilen verarbeitet. In der Herstellung wird besonders darauf geachtet, keine Imprägnierungen zu verwenden und eine schadstofffreie Anfertigung zu gewährleisten. Derzeit beschäftigt das Unternehmen mehr als 250 Mitarbeiter. Hahn Kunststoffe unterhält zudem Niederlassungen in Frankreich,Großbritannien und Kanada. Bilder: Hahn Aufnahme aggressiver Stoffe kommen kann. Mit dieser witterungsbeständigen Materialvariante lässt sich ein permanenter Einsatz der Böden ohne Einschränkungen garantieren – ein Austauschen ist nicht notwendig. Zudem verhindert der spezielle Zuschnitt der Lüftungslöcher das Durchfallen von Filtermaterial. Problemlose Anpassung an alle Filterarten durch einfaches Montagesystem Jedes Segment lässt sich bei einer Höhe von 8 cm ohne Werkzeug zu Revisionszwecken entnehmen, da die Elemente mit 15 kg vergleichsweise leicht sind. Die benötigte Tragkraft wird durch die Wabenstruktur an der Unterseite gewährleistet, da so die aufliegende Belastung gleichmäßig verteilt wird. Die Böden sind daher bis zu 3 t befahrbar. „Die Füße sind variabel in den Maßen 200 mm bis 1000 mm realisierbar, sodass jede beliebige Höhe abgebildet werden kann. Durch einen passgenauen Kopf mit Krone können sie an jeder Stelle arretiert werden. Das war uns wichtig, weil andere Gitterrostböden in der Regel fest vorgesehene Stellen haben, an denen die Füße eingehängt werden müssen“, erläutert Hering. Da hanit in der Beschaffenheit Holz sehr ähnlich ist, lässt es sich zudem leicht durch Bohren, Sägen, Schrauben und Nageln bearbeiten. Dies ermöglicht auch die Realisierung von Halb-, Rund- sowie Viertelplatten. Somit können die hanit-Böden an alle bestehenden Biofilteranlagen – selbst Rundfilter – angepasst und eingebaut werden. Sollte ein hanit-Boden materialunabhängig doch einmal ausgetauscht werden müssen, wird der Kunststoff einfach wiederverwendet: „Weil unser hanit mehrfach recycel- beziehungsweise schmelzbar ist, können Deponien entlastet werden. So sind die Produkte nachhaltig umweltschonend“, resümiert Hering. Nicki Teumer, freier Redakteur, München, Ansprechpartner bei der Hahn Kunststoffe GmbH: Herr Ulrich Hering, Leiter des technischen Vertriebs, info@hahnkunststoffe. de 42 UmweltMagazin Juni 2018

Organschaften Statusreport Regenerative Energien In seinem aktuellen Statusreport „Regenerative Energien“ zeigt der VDI den Stand der Technik und die sich abzeichnenden Tendenzen der regenerativen Energien. Die abgegebenen Empfehlungen helfen, die politischen Diskussionen über das regenerative Energieangebot in Deutschland zu versachlichen. Aus ingenieurtechnischer Sicht weist der Statusreport sowohl auf begrüßenswerte Entwicklungen als auch auf Tendenzen hin, denen gegengesteuert werden muss. Erstmals wagt die Publikation auch einen Blick über Deutschland hinaus und betrachtet den Stand und Entwicklungstrends der Nutzung der regenerativen Energien weltweit. Die Transformation des Energiesystems in Deutschland erfordert Fortschritte in den drei Verbrauchssektoren Strom, Wärme/Kälte und Mobilität. Bislang liegt der Fokus der öffentlichen Diskussion und der politischen Maßnahmen vor allem auf dem Stromsektor. Zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende und zur Erreichung der Klimagasminderungsziele müssen jedoch die Maßnahmen im Wärme-/Kälte- sowie im Mobilitätssektor künftig deutlich verstärkt werden. Das schließt auch eine stärkere Beachtung der Wechselwirkungen zwischen den Sektoren (zum Beispiel Kraft- Kontakt VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU) Dr.-Ing. Jochen Theloke Postfach 101139 40002 Düsseldorf Tel.: 0211/6214-369 Fax: 0211/6214-97369 geu@vdi.de www.vdi.de/geu Wärme-Kopplung oder Elektromobilität) und Nutzung von Synergien ein. Die Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien auf 80 bis 95 Prozent bis zum Jahr 2050 wird mit den in Deutschland vorhandenen und potenziell erschließbaren Stromerzeugungspotenzialen zum größten Teil von Windkraft und Fotovoltaik getragen werden müssen. Beide Stromerzeugungsoptionen ergänzen sich gut, sodass zusätzliche Maßnahmen zur Dämpfung der fluktuierenden Erzeugung und die Installation von zusätzlichen Speicherkapazitäten in Grenzen gehalten werden können. Eine Verbesserung der Versorgungssicherheit und ein Ausbau von erneuerbaren Energien muss aber in ein europäisches Gesamtkonzept integriert werden, um die Gesamtsystemkosten zu minimieren und eine europaweit harmonisierte Entwicklung zu ermöglichen. Der künftige Wärmemarkt ist mit unterschiedlichen Infrastrukturen denkbar. Infrage kommen dezentrale Beheizung mit Biogas (Gasnetz), Wärmepumpen (Stromnetz) oder Holz kombiniert mit Solarwärme sowie zentrale Wärmeversorgung mit Kraft-Wärme-Kopplung (Nahwärmenetze). Biokraftstoffe stellen – zumindest für eine Übergangszeit – eine wichtige Klimaschutzoption dar und können zur Versorgungssicherheit im Mobilitätssektor beitragen. In einigen Bereichen wie dem Flugverkehr sind sie bisher auch praktisch alternativlos. Biokraftstoffe können zudem helfen, die globale Ernährungssicherheit zu verbessern, die Volatilität auf den globalen Agrarmärkten zu reduzieren und Perspektiven für ländliche Gebiete zu entwickeln. Der Statusreport „Regenerative Energien“ steht kostenfrei zum Download unter www.vdi.de/publikationen verfügbar. VDI-Mitglieder finden alle Publikationen auch im geschlossenen Mitgliederbereich „Mein VDI“. Die gedruckte Version ist zum Preis von 59 Euro über den Beuth Verlag, Berlin, erhältlich. VDI-Expertenforum Energieeffizienz und Energiemanagement 2018 Das VDI-Expertenforum „Energieeffizienz und Energiemanagement 2018“ findet am 12. Juni 2018 in Hamburg statt. Energiekosten unterliegen politischem Einfluss, Entwicklungen in Krisenregionen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten. Eine Veränderung der Energiekosten hat we- Bild: Siemens sentlichen Einfluss auf Industrie wie Kommunen. Technisches Know-how und Methodenkompetenz sind gefordert, um die richtige Strategie zu definieren, den Energiebedarf planungstechnisch sicher im Griff zu haben und steigenden Energiekosten frühzeitig entgegenzuwirken. Im Fokus der Veranstaltung stehen dabei Energieeffizienznetzwerke, Anlagenplanung und -betrieb, die Effizienzbewertung und das energie- und kosteneffiziente Dämmen von betriebstechnischen Anlagen. Am 12. Juni 2018 findet in Hamburg das Expertenforum „Energieeffizienz und Energiemanagement 2018“ statt. Die Veranstaltung richtet sich an Fachleute von Industrie- und Energieberatungsunternehmen sowie an auf diesem Gebiet tätige Wissenschaftler. Der Kostendeckungsbeitrag für die Teilnahme beträgt 95 Euro. Das Programm ist unter www.vdi.de/ef-energieeffi zienz-062018 verfügbar. UmweltMagazin Juni 2018 43

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