Aufrufe
vor 1 Jahr

06 | 2018

Nachrichten Alba

Nachrichten Alba Größter Auftrag in der Unternehmensgeschichte In Hongkong fand kürzlich die offizielle Eröffnung des „Hong Kong WEEE PARK“ zur Behandlung und Verwertung von Elektro- und Elektronikschrott (WEEE) statt. Bei der Anlage handelt es sich um die modernste in ganz Südostasien. Sie gilt zudem als weltweit größter zusammenhängender Betrieb für das bearbeitete Gerätespektrum. Die Alba Group hatte diesen größten Einzelauftrag in der Geschichte des Unternehmens im Jahr 2015 gewonnen. Er umfasst neben dem Bau und Betrieb der Anlage auch den Aufbau und Betrieb eines flächendeckenden Sammelsystems mit fünf dezentralen Sammelzentren und eigener Lkw-Flotte für die Dauer von zehn Jahren. Insgesamt hat der Auftrag über die gesamte Laufzeit einen Wert von rund 318 Mio. €. Die Stadt Hongkong hatte zum ersten Mal die Sammlung und Verwertung von Elektro- und Elektronikschrott in einer Ausschreibung kombiniert, um eine umweltschonende Verwertung der Geräte sicherzustellen. In der Recyclinganlage, die im Eigentum der Stadt Hongkong steht, soll künftig der Großteil des regulierten Elektronikschrotts der Millionenmetropole Hongkong aufbereitet werden. Darunter fallen vor allem Haushaltsgroßgeräte wie Klimageräte, Kühlschränke, Fernseher, Waschmaschinen und Computer. Die Anlage befindet sich auf dem Industriegelände EcoPark, das die Stadt Honkong errichtet hat und das ausschließlich GreenTech-Unternehmen vorbehalten ist. Geografisch liegt dieses Gelände nördlich vom Flughafen. Die Jahreskapazität beträgt 30 000 t im 1,5 Schicht-Betrieb mit Erweiterungsoption auf bis zu 56 000 t/a durch Mehrschichtbetrieb. www.albagroup.de Bild: Alba EcoIntense Ausgezeichnet mit ISO/IEC 27001-Zertifikat Die EcoIntense GmbH hat sich als einer der ersten HSE-Softwarehersteller in Deutschland nach ISO/IEC 27001 zertifizieren lassen. Die DQS GmbH erteilte dem Unternehmen das Zertifikat aufgrund der Einführung und Anwendung eines Informationssicherheits-Managementsystems für seine IT-Services, Consulting sowie die Online-Bereitstellung seiner Software EcoWebDesk. Der ganzheitliche Ansatz der ISO/IEC 27001 sorgt dafür, dass das Managementsystem über alle Hierarchieebenen der Leistungserbringung hinweg gelebt wird. Die konsequente Berücksichtigung von Informationssicherheit in sämtlichen Unternehmensprozessen reduziert Risiken, verbessert das Sicherheitsniveau und unterstützt die Einhaltung von Compliance-Forderungen. Unternehmen, die die Online-Lösung für Arbeitssicherheit, Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement nutzen, profitieren von dem zertifizierten Managementsystem in mehrfacher Hinsicht: Die Software- Nutzung erleichtert eines ebenfalls nach DIN ISO/IEC 27001 zertifizierten Unternehmens die eigene Zertifizierung. Der hohe Standard in Sachen Informationssicherheit unterstreicht außerdem, dass EcoIntense nach Prozessen arbeitet, die die Ausspähung, Manipulation sowie den Missbrauch von Kundendaten verhindern. Des Weiteren umfasst das Software-as-a-Service-Paket das Hosting durch ein zertifiziertes High-Security Rechenzentrum. Zutritts- und Zugriffskontrollen, Klimatisierung, redundante Strom- und Netzwerkanbindung sowie verschlüsselte Datenübertragung sorgen für optimalen Datenschutz und -sicherheit. Ständige Überwachung der Systemleistung und tägliche Backups sollen die Hochverfügbarkeit der Daten garantieren. Die hohe Zuverlässigkeit und Datensicherheit der Software bestätigt auch der Bundesverband IT-Mittelstand. So erhielt Eco- WebDesk unter anderem die Gütesiegel „Software Made in Germany“ und „Software Hosted in Germany“. www.ecoin tense.de EnviroChemie Tochterfirma Clearfleau Group in Großbritannien gegründet Die EnviroChemie GmbH hat Anfang des Jahres die Tochterfirma Clearfleau Group Limited in Großbritannien gegründet. Dadurch erweitert sich für das Unternehmen aus Rosdorf die Referenzsituation in der anaeroben Technologie für sehr hoch belastete Abwässer beziehungsweise Abfälle, was die Chancen in den Märkten zusätzlich erhöht. Gleichzeitig können die Referenzen der EnviroChemie von den neuen Kollegen in Großbritannien genutzt werden. Mittelfristig soll die Angebotspalette der Clearfleau-Group im Land erweitert werden und die Tochterfirma ähnlich breit aufgestellt sein wie die EnviroChemie mit Technologie, Betriebsführung, Service und Wasserchemie. Stefan Letschert, kaufmännischer Geschäftsführer der EnviroChemie, wird in die Geschäftsführung der Clearfleau Group Limited eintreten. www.envirochemie.com 6 UmweltMagazin Juni 2018

Nachrichten Aus dem Umweltbundesamt Bild: Linnart Unger Emissionshandel: Deutsche Anlagen mindern 2017 um 3,4 % Empfehlungen gegen Mikroverunreinigungen in Gewässern Im Jahr 2017 emittierten die rund 1 830 stationären Anlagen in Deutschland im Emissionshandel (ETS) rund 438 Mio. t Kohlendioxidäquivalente und damit 3,4 % weniger als 2016. Damit fällt der Rückgang der Emissionen im Emissionshandelssektor stärker aus als der bei den gesamten deutschen Treibhausgasemissionen, welche auch andere Sektoren wie zum Beispiel Verkehr oder Haushalte umfassen. Die Nahzeitschätzung des UBA hatte für diese eine Minderung von 0,5 % ermittelt. Die deutschen ETS-Emissionen entwickelten sich damit gegenläufig zum EU-weiten Durchschnitt. Den Emissionsanstieg des gesamten EU-ETS schätzen unabhängige Marktanalysten auf Basis der von der EU Kommission freigegebenen vorläufigen Daten mit 0,6 bis 1,0 %. Der Preis für Emissionsberechtigungen von durchschnittlich 5,88 € im Jahr 2017 war zu gering, um Anreize für emissionsmindernde Investitionen im Industriebereich zu setzen. Seit Anfang des Jahres hat er sich allerdings mehr als verdoppelt und liegt nun auf einem Niveau wie zuletzt im Jahre 2011. Das UBA ist der Ansicht, dass auch die Industrie ihren Teil dazu beitragen muss, die deutschen Emissionen zu mindern. Um dies zu erreichen brauche es ambitionierte Minderungsziele und ein daraus resultierendes sichtbares Preissignal. Die Preisentwicklung verdeutlicht, dass die Zeiten der vernachlässigbaren CO 2 -Kosten für viele in der Industrie schneller vorbei sein können, als mancher erwartet haben mag. Die Emissionen der energieintensiven Industrie in Deutschland stiegen gegenüber dem Vorjahr um 2,1 % auf 126 Mio. t Kohlendioxidäquivalente. Damit erfolgt erstmals seit 2013, dem Beginn der aktuellen Handelsperiode, ein Anstieg der Emissionen in der Summe aller Industrieanlagen. Im Bereich der Industrieanlagen ist dieser insbesondere auf die Eisen- und Stahlindustrie und Zementklinkerherstellung zurückzuführen, die im Vergleich zum Jahr 2016 starke Emissionszuwächse um 4,0 und 5,8 % zu verzeichnen hatten. Auch die Emissionen in der Papier- und Nichteisenmetallindustrie nahmen zu, wenngleich mit 1,0 und 0,6 % etwas moderater. Leichte Rückgänge verzeichneten die Anlagen der Chemischen Industrie und die Raffinerien mit minus 1,0 und minus 0,5 %. Die Emissionen aus der Energieversorgung sanken um 5,4 % auf 312 Mio. t Kohlendioxidäquivalente. Dieser relativ starke Rückgang ist auf abnehmende Stein- und Braunkohleemissionen zurückzuführen. Die Steinkohleemissionen nahmen um 17 % ab, die Braunkohlemissionen um 0,7 %. Die Zunahme der Erdgasemissionen um 2,4 % fällt demgegenüber in absoluten Emissionen gemessen kaum ins Gewicht. Der Anteil des Emissionshandels an den für das Jahr 2017 vom UBA geschätzten deutschen Treibhausgasemissionen entspricht etwa 50 %. Rückstände von Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln, Bioziden und anderen Chemikalien können schon in geringen Konzentrationen nachteilige Wirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit haben. Daher schlägt das UBA ein Maßnahmenpaket vor, um Stoffeinträge in die Gewässer zu minimieren. Gegenwärtig werden in Gewässern zunehmend Arzneimittelwirkstoffe wie Diclofenac und Ibuprofen gemessen. Diese können auf verschiedenen Wegen in das Grundwasser, die Flüsse, Seen und Meere gelangen: Durch Abwässer aus Kläranlagen, Abschwemmung aus Böden, Auswaschung über Niederschläge, Versickerung oder Direktanwendung im Gewässer. Das UBA hat die Eintragspfade analysiert, kritische Stoffeigenschaften benannt und Handlungsempfehlungen abgeleitet. Es zeigt sich – nur eine Kombination von Maßnahmen bei der Herstellung, bei den Verwendungen und der Abwasserbehandlung kann einen umfassenden Schutz bewirken. Für eine wirksame Kontrolle bei der Zulassung von Arzneimitteln müssen die herstellenden Unternehmen alle Umweltdaten für eine Stoffbewertung offenlegen. Dies gilt auch für Arzneimittelwirkstoffe, die bereits lange auf dem Markt sind. Zudem sollte die Forschung zu umweltverträglichen Wirkstoffen verstärkt werden. Tierarzneimittelwirkstoffe mit schädlichen Umwelteigenschaften sollten generell nicht zugelassen werden. Ärzte sowie Apotheker müssen besser über die Umweltaspekte von Arzneimitteln informiert werden, und auch Patienten sollten aufgeklärt werden. Insgesamt sollten auch deutlich weniger chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Dafür müssen der Ökolandbau ausgebaut und vorsorgende Maßnahmen im konventionellen Anbau umgesetzt werden. Um Einträge in Gewässer bei und nach der Ausbringung zu minimieren, sollten dauerhaft bewachsene Gewässerrandstreifen entlang der Flüsse und Bäche angelegt werden, auf denen der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verboten ist. Generell sollte zudem der Einsatz von Bioziden auf das notwendige Maß minimiert werden. Einzelne Anwendungsbeschränkungen und Auflagen bei der Zulassung von Bioziden reichen nicht aus. Zusätzlich müssen belastbare Daten zu den Verkaufs- und Verwendungsmengen erhoben, Umweltbelastungen systematisch überwacht sowie übergreifende Vorgaben für den umwelt- und sachgerechten Gebrauch von Bioziden erlassen werden. Da viele der vorgeschlagenen Maßnahmen einen längeren Vorlauf brauchen und nicht alle Einträge von Mikroverunreinigungen verhindern können, muss auch bei der Abwasseraufbereitung angesetzt werden. Chemikalien aus verschiedenen Anwendungen gelangen in die kommunalen Kläranlagen. Mit einer vierten Reinigungsstufe könnte deren Eintrag in die Gewässer effizient reduziert werden. www.uba.de UmweltMagazin Juni 2018 7

Ausgabenübersicht