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06 | 2019

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Energie gyTechnology

Energie gyTechnology jedoch besser genutzt. Bei diesem Energieversorgungssystem handelt es sich um einen geschlossenen Kreislauf. Die Abwärme aus Elektrolyse und Methanisierung wird ebenfalls im Gebäude genutzt. Das freiwerdende CO 2 aus der Verbrennung im Blockheizkraftwerk und den Brennwertthermen wird als Wertstoff ständig wieder für die Produktion von synthetischem Erdgas aus Wasserstoff eingesetzt. Über 90 Prozent Nutzungsgrad Durch die vorzugsweise direkte Nutzung des Stroms aus der PV-Anlage sowie ein intelligentes, vorausschauendes Energiemanagementsystem zur Steuerung der Produktion, der Speicherung und des Verbrauchs von Strom und Wärme ergibt sich ein bisher unerreichter Gesamtnutzungsgrad von mehr als 90 Prozent der selbst erzeugten Energie. Dieser von Exytron patentierte hocheffiziente Wirkungskreislauf senkt den CO 2 -Fußabdruck des sanierten Gebäudeblocks deutlich unterhalb eines für Bestandsbauten bisher noch nicht erreichten Passivhaus- Plus-Standards für Neubauten ab. Die hocheffiziente Anlage für Strom- und Wärmeerzeugung schafft eine Voraussetzung für wirksamen Klimaschutz im Gebäudebereich und kann helfen, die Klimaschutzvorgaben der Zukunft einzuhalten, die sonst nur durch Sanierungen mit unverhältnismäßig großem Aufwand zu erreichen wären. Besonders für ältere oder denkmalgeschützte Gebäude ist Exytrons Powerto-Gas-Anlage eine bezahlbare Lösung zur Emissionsvermeidung. „Die innovative SmartEnergyTechnology ist ein enormer Gewinn für den Klimaschutz und die Luftreinhaltung in Augsburg“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Alfred Müllner. Sie senkt den Ausstoß an CO 2 , Stickoxiden (NO x ) und Feinstaub für die Stromund Wärmeversorgung des Hauses um bis zu 100 Prozent. Hierfür erhielt die Technologie unter anderem den Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft 2018 in der Kategorie „Effiziente Energiekonzepte“. In solchen Tanks werden regneratives Erdgas - also Methan (CH 4 ) -, Kohlendioxid (CO 2 ) und Sauerstoff (O 2 ) gespeichert. Die erste dezentrale Power-to-Gas-Anlage in einem Bestandsgebäude haben in Betrieb genommen (v. li.): Alfred Müllner (Geschäftsführer Stadtwerke Augsburg), Mark Dominik Hoppe (Geschäftsführer Wohnbaugruppe Augsburg), Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Albrecht Meier (Projektleiter Exytron). In solchen Tanks werden regeneratives Erdgas (CH 4 ), Kohlendioxid (CO 2 ) oder Sauerstoff (O 2 ) gelagert. In dieser Anlage wird aus CO 2 und Wasser Erdgas - also Methan (CH 4 ) - hergestellt. Bild: Exytron GmbH Bild: Exytron GmbH Bild: Exytron GmbH Bild: Exytron GmbH Unkomplizierter Einbau Ein weiteres Plus der Power-to-Gas- Anlagen ist, dass ihr Einbau in bestehende Wohngebäude sich ohne großen Aufwand verwirklichen lässt. Zudem bleiben die Mieten und Energiekosten für die Mieter in den 70 Wohnungen in Augsburg trotz erfolgter energetischer Sanierung und die neue, nachhaltige Energieversorgung stabil. Diese besondere sozialverträgliche Umstellung von älterem Wohnungsbestand auf klimaschonende Energieversorgungssysteme ist Grund für das Umweltbundesamt, das Projekt mit dem Forschungsprogramm TRAFIS zu begleiten. Dieses Forschungsprojekt untersucht die Entwicklung von klimaresilienten und ressourcenschonenden Infrastrukturen unter Nutzung von Erkenntnissen der Transformationsforschung. Im Fokus stehen gekoppelte Infrastrukturen. Garantiert wirtschaftlich „Power-to-Gas besitzt aus unserer Sicht derzeit als einzige Technologie die Kapazitäten, Überschussstrom aus der volatilen Erzeugung von Photovoltaik- und Windkraftanlagen effizient in großem Maßstab zu speichern“, so Klaus Schirmer. Der Exytron-Vertriebsleiter betont, die dezentrale Nutzung dieser Technologie mit Methanisierung garantiert durch den hohen Nutzungsgrad die wirtschaftliche Anwendung. Durch Rückführung und Wiederverwendung des CO 2 kann eine emissionsfreie Energieversorgung die dringend notwendige Dekarbonisierung voranbringen. Die alternativlose Anlage beweist, dass die für das neue Klimaschutzgesetz der Bundesregierung vorgeschlagene Reduzierung des Klimakillers CO 2 in der Höhe von rund 67 Prozent bis zum Jahr 2030 gegenwärtig nur so wirtschaftlich und sozialverträglich erreicht werden kann. „Ein alleiniger Betrieb von BHKWs oder ähnlichem ist hierfür völlig unzureichend“, ergänzt Schirmer. Wiebke Peters, Exytron GmbH, wpeters@exytron.com 30 UmweltMagazin Juni 2019

Energie Kosten- und zeitsparende Plug-and- Play-Lösung für die Stromversorgung Bild: thyssenkrupp Sieben E-Houses wird Siemens in einem neuen petrochemischen Komplex auf rund 0,4 km² installieren, den thyssenkrupp Industrial Solutions in der Nähe bereits bestehender Industrieanlagen zurzeit errichtet. Zeit- und Kosteneinsparungen sind wichtige Argumente dafür, Stromverteilungsstationen für Industrie- und Infrastruktureinrichtungen als vorgefertigte E-Houses zu liefern und zu installieren anstatt sie vor Ort auf der Baustelle zu errichten. Die Idee der E-Houses ist einfach: Statt konventionelle Stromverteilungsstationen zu errichten und auszubauen, werden Stromverteilungsanlagen und komplementäre Systeme wie unterbrechungsfreie Stromversorgung inklusive aller erforderlichen Gebäudetechnologien in vorgefertigten Containern so weit möglich vorinstalliert und zum Einsatzort geliefert. Dort müssen sie nur aufgebaut, final angeschlossen und in Betrieb genommen werden. Entstanden ist dieses Konzept einer kosten- und zeitsparenden „Plug-and- Play“-Lösung im Kraftwerksbau und in Märkten mit großen geografischen Distanzen wie den USA. Seitdem hat es sich in einem breiten Spektrum von Anwendungen etabliert: besonders in rauen Umgebungen, als Lösung zur permanenten Energieverteilung im Mittelspannungsbereich (< 52 kV) sowie als mobile Stromversorgung im Hochspannungsbereich (< 51 kV bis 420 kV) für die schnelle Wiederherstellung der Stromversorgung nach Ausfall eines Umspannwerkes oder zum schnellen Netzanschluss von zeitkritischen Infrastrukturprojekten. Einsatzbereiche finden sich vor allem im Öl- und Gas-Sektor, im Bergbau und in Industrieanlagen. Allein Siemens hat bis heute weltweit bereits mehr als 300 E-Houses nur für die Energieverteilung im Mittelspannungsbereich geliefert. Spezifische Vorteile Durch den hohen Vorfertigungsgrad kann Zeit und Geld gespart werden. Im Vergleich zu konventionellen Baumaßnahmen brauchen solche Plug-and- Play-Lösungen weniger Arbeiten vor Ort, senken das Risiko von Bauverzögerungen und minimieren etwaige Koordinierungsprobleme mit anderen Aktivitäten. Da der Raum im Container optimal ausgenutzt wird, um Transportvolumen zu verringern, besteht in der Regel auch weniger Baulandbedarf. Außerdem bedeutet der reduzierte Installationsaufwand auch minimiertes Risiko in Bezug auf den Arbeits-, Brand- und Umweltschutz – aus zwei Gründen: weil insgesamt weniger Personal auf der Baustelle arbeiten muss und weil Hochbauaktivitäten mit hohem Maschineneinsatz auf ein Minimum gesenkt werden können. Beispielsweise kann so in Raffinerien Funkenbildung durch Schweißarbeiten vermieden werden. Welche Einsparungen bei Kosten und Zeit sich durch den Einsatz von E-Houses tatsächlich realisieren lassen, kann im konkreten Fall zwar nur durch eine projektspezifische Evaluierung exakt beziffert werden. Doch gibt es Erfah- UmweltMagazin Juni 2019 31

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