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06 | 2019

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Energie rungswerte: Die

Energie rungswerte: Die Ausgaben für die Errichtung der sicheren Stromversorgung lassen sich durch das E-House-Konzept um bis zu einem Fünftel senken, weil Bau und Planung weniger aufwendig sind, der Bauablauf effizienter ist und weniger Personal bezahlt und untergebracht werden muss. Bei Projektlaufzeiten sind die Einsparpotenziale sogar noch größer: Dank der parallelen Planung und Fertigung der Stromverteilungsanlagen und Container, die nicht benötigte Baugenehmigungsphase, die standardisierte Planung, die Just-in-time-Installation der Komponenten und Gebäudeausrüstung sowie die kürzere Inbetriebsetzungsphase erlauben es, den Terminplan um bis zu 50 Prozent zu straffen. E-Houses ermöglichen zudem einen geringeren Energieverbrauch durch Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen auf Grund eines optimierten Gebäudevolumens und Systemdesigns. E-Houses sind kundenspezifisch vorgefertigte und vorgeprüfte modulare Netzstationen. Sieben davon werden die Stromversorgung des neuen Chemiekomplexes im Norden Ungarns sicherstellen Bild: Siemens Multi-modulare E-Houses enthalten etwa Mittelund Niederspannungssysteme, Systeme zur Überwachung und Steuerung der Stromversorgung, Frequenzumrichter, Geräte zum Sichern einer unterbrechungsfreien Stromversorgung sowie Automatisierungssteuerschränke Das Internet der Dinge Die Überwachung und Steuerung der Stromversorgung durch E-Houses erfolgt meist über SCADA-Systeme (Supervisory Control and Data Acquisition). E-Houses können damit zu „Smart E-Houses“ ausgebaut werden, mit denen sich die vielfältigen Möglichkeiten und Potenziale der Digitalisierung nutzen lassen. Zudem lassen sich Daten etwa zum Strom und der Spannung stetig erfassen. Diese können für ein systematisches Prozessmanagement in der Fertigungsautomatisierung im Kontrollraum verwendet oder bereits auf Stationsebene visualisiert und für „Smart Services“ ausgewertet werden – etwa für vorausschauende Instandhaltung, um Betriebsausfälle zu vermeiden. Diese Daten können auch für detaillierte Auswertungen mit MindSphere, dem Cloud-basierten IoT-Betriebssystem von Siemens, verbunden werden. Die Abkürzung IoT steht für „Internet of Things“. Dieses „Internet der Dinge“ erlaubt es mit dem Internet verbundenen Maschinen und Systemen sich ständig miteinander auszutauschen. Dadurch können zum Beispiel verschiedene Vorgänge automatisiert werden, ohne dass der Mensch vermitteln oder eingreifen muss. Ein aktuelles Projekt von Siemens für einen Chemiekomplex in Ungarn zeigt, dass E-Houses auch unter anspruchsvollen Projektanforderungen bezüglich Lieferzeiten und Umgebungsbedingungen wie frostige Außentemperaturen bis zu –28 Grad Celsius, die An- Bild: Siemens forderungen von Kunden an die elektrische Energieverteilung erfüllen. E-Houses für die Chemie Vor diesem Hintergrund hat Siemens vom Technologiekonzern thyssenkrupp Industrial Solutions (tkIS) einen seiner größten Einzelaufträge für E-House Lösungen im Bereich der Mittelspannung erhalten. E-Houses sollen die Stromversorgung eines neuen petrochemischen Komplexes der MOL Group, ein großes Öl- und Gasunternehmen aus Ungarn, sicherstellen. Der Lieferumfang von Siemens umfasst sieben multi-modulare E-Houses, die aus insgesamt 90 Einzelmodulen zusammengesetzt werden. Die E-Houses werden nordöstlich von Budapest, in der abgelegenen Stadt Tiszaújváros, installiert. Hier errichtet tkIS in der Nähe von bereits bestehenden Industrieanlagen einen petrochemischen Komplex auf einer Fläche von rund 0,4 Quadratkilometern. Ein Argument, Siemens als Technologie-Partner zu beauftragen, war, dass das Unternehmen die vorgegebenen kurzen Lieferfristen gewährleisten konnte: Die Anlage soll 2021 in Betrieb gehen und wichtige Zwischenprodukte für verschiedene Industriebranchen in Mittel- und Osteuropa produzieren. Damit der Endkunde mög- 32 UmweltMagazin Juni 2019

Energie lichst schnell Umsatz in seinem Kerngeschäft, dem Verkauf von Derivaten organischer Polyole etwa für die Kunststoffindustrie, generieren kann, ist die schrittweise Auslieferung und Inbetriebnahme der E-Houses bis Ende 2020 geplant. Hohe Zuverlässigkeit Den Kern der Stromverteilungsstationen bilden Schaltanlagen für mittlere und niedrige Spannung. Die luftisolierte Mittelspannungsschaltanlage NXAir steht für maximale Betriebs- und Personensicherheit, höchste Zuverlässigkeit sowie Bedienerfreundlichkeit für Spannungen bis 24 Kilovolt und für Kurzzeitströme bis 40 Kiloampere. Die Niederspannungs-Schaltanlage SIVACON S8 gewährleistet eine hohe Personensicherheit und Betriebszuverlässigkeit. Viele durchdachte Details wie ein reduzierter Einsatz von Kunststoffteilen oder die isolierte Hauptsammelschiene prädestinieren die Niederspannungs- Schaltanlage besonders auch als Energieverteiler oder Motor Control Center für industrielle Anwendungen. Hohes Energievolumen, zahlreiche Verbraucher, große Distanzen, geringe Brandlast und hohe Flexibilität: Die Gründe, bei der elektrischen Energieverteilung in industriellen Anlagen und Infrastrukturen auf Schienenverteiler- Systeme statt auf herkömmliche Kabel zu setzen, sind vielfältig. Denn Schienenverteiler-Systeme aus massivem Aluminium sind eine Alternative zu klassischen Kupferkabeln: Sie eignen sich insbesondere für die effiziente elektrische Energieverteilung bei großen Energievolumina und Stromstärken. Mit einer geringeren Emission von elektromagnetischen Feldern punkten sie dabei auch in Bezug auf eine höhere elektromagnetische Verträglichkeit. Im Fall der E-Houses für den petrochemischen Komplex in Tiszaújváros will Siemens das Schienenverteiler-System SI- VACON 8PS zwischen Transformator und Schaltanlage einsetzen. Die technische Ausstattung der E-Houses umfasst neben den Systemen zur elektrischen Energieverteilung auch weitere bewährte Gebäudetechnologien. Dazu zählt eine moderne Brandlöschanlage von Siemens mit dem chemischen Löschmittel Novec 1230. Dies fluorierte Keton ist unbedenklich für Gesundheit und Umwelt und soll etwa die Sicherheit von Personen und der elektrischen Anlagen gewährleisten. Und zur technischen Gebäudeausstattung der E-Houses zählen neben der Licht- und Stromversorgung für das Bedienpersonal auch Klima- und Lüftungssysteme, die auch bei frostigen Außenlufttemperaturen operieren können und einen Überdruck von 25 Pascal im Innenraum erzeugen. Fazit Kurze Lieferzeiten, hohe Kosteneffizienz und eine E-House-spezifische Lösungskompetenz waren wesentliche Argumente für thyssenkrupp Industrial Solutions, bei der Stromversorgung eines neuen Chemiekomplexes der MOL Group auf E-Houses von Siemens zu setzen. Auch für ein breites Spektrum vergleichbarer Anwendungen lassen sich die spezifischen Vorteile solcher kostenund zeitsparenden Plug-and-Play-Lösungen bei der elektrischen Energieversorgung nutzen. Oliver Watermann, Technischer Experte für E-Houses bei Siemens Smart Infrastructure, anna.korb@siemens.com EFFIZIENT GEMACHT RESSOURCEN SCHONEN, KOSTEN SENKEN, UMWELT SCHÜTZEN Ihr unternehmerischer Erfolg ist unser Ziel. Als Landesagentur vernetzen wir Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Wir initiieren zukunftsweisende Projekte, horchen weltweit in die Märkte, ebnen neuen grünen www.umwelttechnik-bw.de Technologien den Weg und leisten Wissenstransfer. Ressourcen zu schonen, Material im Kreislauf zu führen, Energie effizient zu nutzen sind unsere Themen. Wir unterstützen Sie dabei, ressourceneffiziente Wege zu gehen. UTBW_Anzeige_UmweltMagazin_185x87_20190116.indd 1 14.01.19 11:53

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