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06 | 2019

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Organschaften

Organschaften Innerbetriebliches Meldewesen gewinnt an Bedeutung Kontakt Verband der Betriebsbeauftragten (VBU) e.V. Jörg ten Eicken Alfredstraße 77-79 45130 Essen Tel.: 0201/95971-15 Fax: 0201/95971-29 info@vbu-ev.de www.vbu-ev.de Die Optimierung von Betriebsabläufen spielt in der Praxis eine wachsende Bedeutung. Der Nutzen von Berichts- und Meldewesen wird in diesem Zusammenhang immer mehr erkannt und geschätzt und darüber hinaus auch im Rahmen des EU-Verfahrens einer „Directive for the protection of persons reporting on breaches of Union law“ Eingang in die innerstaatliche Gesetzgebung finden. Nach den Vorstellungen der bisherigen Justizministerin Katarina Barley soll dabei zunächst ein innerbetriebliches Verfahren zur Meldung von Rechtsverstößen erfolgen, um Unternehmen die Möglichkeit zum Abstellen zu geben. Nach bisher bekannter Planung sollen alle Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten oder einem Jahresumsatz von mehr als 10 Mio. Euro ein internes Verfahren für den Umgang mit Meldungen von Hinweisgebern einführen. Klare Meldekanäle sollen innerhalb und außerhalb der Organisation geschaffen werden, um Vertraulichkeit zu wahren. Implementiert ist ein solches Verfahren seit Jahrzehnten im Bereich des Beauftragtenwesens nach den Umweltgesetzen. Zu den gesetzlichen Aufgaben der Abfall-, Gewässerschutz- und Immissionsschutzbeauftragten gehört es seit jeher, die Einhaltung von Vorschriften im Rahmen innerbetrieblicher Eigenüberwachung zu kontrollieren und Verstöße mit einem unmittelbaren Zugangsrecht zu einem Ansprechpartner in der Geschäftsleitung zu melden, wenn der verantwortliche Ansprechpartner in der betrieblichen Hierarchie nicht tätig wird. Ein gesetzliches Benachteiligungsverbot und der Sonderkündigungsschutz für angestellte Beauftragte schützt sie vor Repressalien und Sanktionen und stärkt ihre Unabhängigkeit. Ein entsprechendes Verfahren befürwortet der Betriebsbeauftragtenverband VBU auch im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben für den Schutz von Hinweisgebern nach den kommenden Vorschriften der Europäischen Union, die in innerstaatliches Recht zu übertragen sein werden. Wie Betriebsbeauftragte nach den Umweltgesetzen können Hinweisgeber dabei helfen, Rechtsverstöße aufzudecken, zu untersuchen und zu ahnden. Darum sollten auch sie außerhalb des Umweltrechtes vor Einschüchterung geschützt werden und nicht Gefahr laufen, ihren Einsatz mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, ihrem Ruf oder sogar ihrer Gesundheit zu bezahlen. Nach einer Untersuchung von Global Ehtics Survey aus dem Jahr 2016 sollen 36 % der Arbeitnehmer, die Verstöße gemeldet haben, von Vergeltungsmaßnahmen berichtet haben. Katarina Barley begrüßt die kommende Verpflichtung zur Einrichtung eines innerbetrieblichen Meldewesens und sieht darin die Idee, „eine Kultur zu etablieren, dass Beschwerden auch als etwas Positives, etwas Konstruktives wahrgenommen werden, was ein Unternehmen am Ende weiterbringt.“ Schutz bei der Meldung von Verstößen gegen das EU-Recht Neben dem Umweltschutz wird die EU-Initiative unter anderem den Schutz bei der Meldung von Verstößen gegen das EU-Recht auch in den Bereichen öffentliche Auftragsvergabe, produktund kerntechnische Sicherheit, sowie öffentliche Gesundheit, Verbraucherund Datenschutz und die Sicherheit von Netz- und Informationssystemen betreffen. Es handelt sich dabei um Gebiete, die übergreifend auch den Tätigkeitbereich der Betriebsbeauftragten tangieren. Zwar sollen jegliche Vergeltungsmaßnahmen untersagt sein und geahndet werden, jedoch hält der VBU den bislang vorgesehenen Schutz, wie Zugang zu kostenloser Beratung und angemessene Abhilfemaßnahmen gegen Belästigung am Arbeitsplatz oder zur Vermeidung einer Entlassung, nicht für ausreichend. Da die Kommission den Mitgliedstaaten regelmäßig empfiehlt, über Mindeststandards hinauszugehen und darauf aufbauend umfassende Rahmenbedingungen bei der Umsetzung von EU-Recht zu schaffen, fordert der VBU für innerbetriebliche Hinweisgeber generelle Schutzmaßnahmen, wie Benachteiligungsverbot und Sonderkündigungsschutz, die auch für sie geeignete Maßnahmen wären, wenn sie nicht ohnehin von der Europäischen Union als Schutzmaßnahmen vorgesehen werden sollten. Bild: Harald Krichel/https://commons.wikimedia.org 56 UmweltMagazin Juni 2019

Organschaften Anwendertreffen Wirtschaftsethik – Orientierung und Umsetzung Am 14. März dieses Jahres traf sich das Ressort Wirtschaftsethik im Rahmen eines VNU-Anwendertreffens zum Thema „Wirtschaftsethik – Orientierung und Umsetzung“ im Weltethos-Institut (WEIT) in Tübingen. Zunächst gab Klaus Schuler, Leiter des Ressorts Wirtschaftsethik und Geschäftsführer von Tripl3Leader, einleitende Impulse zu Definitionen der Wirtschaftsethik, dem Konflikt zwischen individueller Freiheit und gesellschaftlichem Zusammenleben sowie der Frage nach der Existenz von universellen globalen Werten. Daraufhin stellte sich das WEIT – eine Forschungs- und Lehreinrichtung an der Universität Tübingen mit dem Ziel, Werteorientierung und Vertrauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu fördern – als Gastgeber vor. Prof. Ulrich Hemel, Direktor des WEIT, vermittelte den Teilnehmern im Diskurs verschiedene Moraltheorien und Konzepte der Wirtschafts- und Unternehmensethik. Anschließend beleuchtete Klaus J. Schuler gab einleitende Impulse zu Definitionen der Wirtschaftsethik. Klaus Schuler Umsetzungsmöglichkeiten von Wirtschaftsethik in der Praxis. Eine Schlüsselrolle übernimmt, seiner Ansicht nach, dabei der Bereich Human Resources, da dieser durch die Personalauswahl Bild: Tripl3Leader GmbH Kontakt Verband für Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement (VNU) e.V. Geschäftsstelle c/o Christina Geiger Am Hangelstein 8 65812 Bad Soden Tel.: 0700/86811-223 Fax: 0700/86811-224 vnu@vnu-ev.de www.vnu-ev.de und -förderung besonders großen Einfluss auf die Unternehmenskultur habe. Als Lösungsansatz biete sich ein bewusst normatives Kompetenzmodell, welches die Grundlage für HR-Prozesse bildet, an. Insbesondere stellte er zwei HR-Tools vor, die wertebasiertes Handeln in einem Unternehmen fördern: Das True Leadership 360° und das Trainingskonzept „True Leadership Journey“. Abschließend diskutierten die Anwesenden mit den Referenten über die Reichweite und Grenzen unternehmerischer Verantwortung. Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagertag Tools und Trends für die nachhaltige Unternehmensentwicklung Am 27. März begrüßten die IHK Frankfurt am Main und der VNU zum diesjährigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagertag in Frankfurt. Unter dem Motto „Tools und Trends für die nachhaltige Unternehmensentwicklung“ präsentierte die Alfred Ritter GmbH & Co. KG ihren Beitrag zu den Sustainable Development Goals, unter anderem beim nachhaltigen Anbau sowie der Aufbereitung des Rohstoffs Kakao. Evi Weichenrieder, als Vertreterin der Hipp- Werk Georg Hipp OHG, gab einen Einblick, wie der langjährige EMAS-Anwender das Managementsystem mit dem DNK-Reporting verknüpft. Auf einem Podium, bestehend aus Unternehmensvertretern, Wirtschaftsprüfern, Umweltgutachtern, Auditoren sowie Vertretern von Aufsichtsstellen wurde im Anschluss über die Entwicklung und Bedeutung von Audits im Laufe der vergangenen 30 Jahre diskutiert und ein Ausblick auf die Zukunft des Auditierens gewagt. Fazit war, dass die fachliche und methodische Kompetenz der Auditierenden unerlässlich und das physische Audit auch in der Zukunft nur begrenzt durch Videokonferenzen zu ersetzen Prof. Niko Paech von der Universität Siegen referierte über die Postwachstumsökonomie. Bild: VNU sei. Martina Prox rundete den Nachmittag mit einem Beitrag zu den Auswirkungen und Chancen des Megatrends „Digitalisierung“ auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung ab. Ihr Tenor war die Werbung für die sinnvolle Vernetzung vorhandener Daten ohne Wissens- oder Kontrollverlust. Mit dem Abendvortrag von Prof. Niko Paech, Universität Siegen, zur Postwachstumsökonomie wurde den Teilneh- mern vor Augen geführt, dass das wirtschaftliche Wachstum durch neue technische Entwicklungen nicht zwingend Nachhaltigkeit und Klimaschutz beinhaltet und eine stetige ökonomische Expansion nicht zwangsläufig soziale Stabilität mit sich bringt. Der Abend endete nach einer Diskussion mit Prof. Paech, Matthias Friebel und den Gästen in einem Get-Together. Termine 2019/2020 - 17. Juli 2019: EMAS Club Regionalgruppe Südwest, WALA Heilmittel GmbH, Bad Boll - 24. September 2019: Umweltgutachtertag, Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn - 21. Oktober 2019: EMAS Club Regionalgruppe Rhein-Main, Odenwald-Chemie GmbH, Neckarsteinach - 26. März 2020: Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagertag, IHK Frankfurt am Main UmweltMagazin Juni 2019 57

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