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06 | 2019

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Nachrichten innogy

Nachrichten innogy Elektromobilitäts-Offensive in Polen gestartet innogy geht beim Thema Elektromobilität jetzt auch in Polen in die Offensive. Anfang April startet innogy Polska das größte eCarSharing-Angebot in Polen – und wahrscheinlich auch eines der größten in Europa. Innerhalb weniger Wochen werden Warschauer Bürger dann 500 elektrisch betriebene BMW i3 nutzen können. Schon heute betreibt innogy Polska mehr als 30 Ladepunkte in der polnischen Hauptstadt, bereits Anfang April sollen 30 weitere Schnellladestationen aus dem innogy eCarSharing-Service dazu kommen. In Kooperation mit einer internationalen Bank und in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Warschau und weiteren Partnern sollen in den nächsten zwei Jahren mehrere hundert zusätzliche öffentliche Ladestationen gebaut werden. Im Rahmen eines Pilotprojekts haben hat das Unternehmen CarSharing mit Mitarbeitern und Kunden bereits erfolgreich getestet. www.innogy.com Bild: innogy SE ecoprog-Untersuchung Förderung von Biomassestrom Die Kölner ecoprog GmbH hat die Untersuchung „Biomass to Power“ herausgegeben. Dabei handelt es sich um die umfangreichste ihrer Art, da sie als einzige auf einer Auswertung des weltweiten Anlagenbestandes – und nicht nur der öffentlichen Statistiken – basiert. Als wichtigster Marktfaktor ist die Förderung von Stromerzeugung maßgeblich für die Entwicklung des Biomassekraftwerks-Segment verantwortlich. Während in Europa zuletzt auch positive Entwicklungen zur Biomasseförderung festzustellen sind, sinkt die Förderung in asiatischen Ländern derzeit zum ersten Mal. Das ist eins der Ergebnisse der Marktuntersuchung. 2018 ist der Bestand von Biomassekraftwerken (BMKW) erneut um etwa 300 Anlagen gestiegen. Aktuell sind etwa 3.800 BMKW mit einer installierten Kapazität von rund 60 GWel in Betrieb. Besonders in Europa ist der Markt für BMKW im Wesentlichen von der Förderung erneuerbarer Energien getrieben. In Nord- und Südamerika sowie in vielen Ländern Asiens folgt der Markt stärker der Brennstoffverfügbarkeit. Dennoch ist die Förderung der Stromerzeugung auch hier ein wesentlicher Marktfaktor für die Entwicklung neuer Kapazitäten. Die teils bereits seit über 20 Jahren stattfindende Subventionierung der Stromerzeugung aus Biomasse führte in Europa dazu, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Fördersysteme aufgrund zu hoher Kosten reduziert und vermehrt auf den Wettbewerb ausgerichtet wurden. Im Jahr 2018 hat sich dieser Trend zumindest in Teilen abgeschwächt. Nach langjähriger Wartezeit wurden in Polen 2018 erstmals Auktionen für Biomassekraftwerke durchgeführt, wenn auch mit nur mäßigem Erfolg – nur ein Projekt erhielt eine Förderung. Die geringe Beteiligung von Projektentwicklern wird durch eine abwartende Haltung von Investoren begründet. Auch in Finnland ist zum Ende 2018 ein Auktionssystem eingeführt worden, von denen die Stromerzeugung aus Biomasse profitieren kann. In Irland wurde ebenfalls ein Auktionssystem verabschiedet, das bis 2025 die weitere Etablierung von erneuerbaren Energien (auch Biomasse) steigern soll. In den Regionen außerhalb Europas waren 2018 erstmals vermehrt Förderkürzungen zu verzeichnen. In Thailand wurde zum Beispiel die Einspeisevergütung für Biomassestrom drastisch von umgerechnet etwa 14,20 €ct/kWh auf 6,30 €ct/kWh reduziert. Auch in Japan wurden die Förderkonditionen für Biomasseprojekte mit einer Leistung von mehr als 10 MWel reduziert und der Ausbau auf 200 MWel pro Jahr gedeckelt. In Argentinien wurde das Ausschreibungsvolumen für erneuerbare Energien in den jährlich stattfindenden Auktionen von 1.200 MWel in 2017 auf 400 MWel in 2018 gesenkt. In den Ländern mit dem höchsten Wachstumspotenzial, China und Indien, sind die Förderkonditionen jedoch weiterhin attraktiv. In Indien wurde 2018 zusätzlich ein landesweites Fördersystem für den Bau von Biomasseheizkraftwerken etabliert, das auf Zuschüssen zum Anlagenbau beruht. Insgesamt begünstigt daher die Förderung von Biomassestrom auf globaler Ebene weiterhin die Marktentwicklung für den Bau von Biomassekraftwerken. Bis 2027 wird sich der weltweite Markt für BMKW daher weiterhin dynamisch entwickeln. Erwartet wird die Errichtung von etwa 1.900 zusätzlichen BMKW mit einer installierten Kapazität von ungefähr 25 GWel. Etwa zur Hälfte entfällt dieser Zuwachs auf Asien, allen voran auf die beiden Leitmärkte China und Indien. Auch Nord- und Südamerika bleiben weiterhin, vor allem in den Leitmärkten Brasilien, Kanada und den USA, attraktive Märkte für die Stromerzeugung aus fester Biomasse. In Europa wird das Gesamtniveau der Förderung aufgrund hoher Kosten und ökologischer Gesichtspunkte weiterhin sinken. Die 2018 verzeichneten positiven Entwicklungen in der Förderstruktur können diese Entwicklung nicht in Gänze kompensieren. Insgesamt wird der europäische Markt daher an Dynamik verlieren. www.ecoprog.de 8 UmweltMagazin Juni 2019

Nachrichten BASF Neue Maßstäbe für die Brennstoffzelle In enger Zusammenarbeit mit Joma-Polytec und der Daimler AG-Tochter Mercedes-Benz Fuel Cell ist es gelungen, einige Komponenten des Brennstoffzellensystems aus dem technischen Kunststoff Ultramid herzustellen. Neben der Weiterentwicklung von Autos mit effizienteren Verbrennungsmotoren leistet die Chemie einen wesentlichen Beitrag für unterschiedlichste elektrifizierte Antriebskonzepte. Auch rund um das Thema Brennstoffzelle schreitet die Entwicklung weiter voran. In enger Zusammenarbeit mit Joma-Polytec und der Daimler AG-Tochter Mercedes-Benz Fuel Cell ist es BASF gelungen, einige Komponenten des Brennstoffzellensystems aus dem technischen Kunststoff Ultramid herzustellen. Eingesetzt wird diese Lösung serienmäßig im neuen Mercedes GLC F-CELL. Die hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen in der Automobilindustrie stellen große Herausforderungen an die Materialien. Mit Polyamiden, Polybutylenterephthalaten, Polyphthalamiden und den Kunststoffen Polyoximethylen sowie Polyethersulfon begleitet BASF Neuentwicklungen der Automobilhersteller. Für den Einsatz beim Mercedes GLC F-Cell hat sich das Polyamid Ultramid geeignet. Es verfügt über gute thermische und chemische Beständigkeit, dynamische Festigkeit, Zähigkeit und gute Dauergebrauchseigenschaften. Da sich bei vorherigen Tests mit anderen Materialien mechanische Auffälligkeiten gezeigt haben, hatte Daimler konkrete Anforderungen an das Material. Gemeinsam mit der Joma-Polytec GmbH und der Daimler AG-Tochter Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH wurde ein Entwicklungsprojekt ins Leben gerufen, um die Anforderungen optimal erfüllen zu können: Temperaturbeständigkeit, Medienresistenz, Langlebigkeit. Aufgrund der Materialbasis sowie intensiven Werkstoffanalysen hinsichtlich der chemischen und mechanischen Beständigkeit wählten die beteiligten Unternehmen die Ultramid-Typen A3WG10 CR und A3EG7 EQ aus. Nach erfolgreicher Erprobung aller Komponenten werden die beiden glasfaserverstärkten Utramide nun serienmäßig zur Herstellung der Anodenund Kathodenendplatte in der Brennstoffzelle eingesetzt. Mit Ultramid A3EG7 EQ steht ein Material zur Verfügung, welches aufgrund besonderer Reinheitsanforderungen für sensible Anwendungen in der Elektroindustrie bestens geeignet ist. Bei der Medienverteilerplatte und der Wasserabscheidereinheit, die mit dem Kühlwasser-, Luft- und Wasserstoffkanal unterschiedlichsten Medien ausgesetzt sind, beweist es seine sehr gute Beständigkeit und erfüllt gleichzeitig alle Anforderungen an die Reinheit des Materials. www.basf.com Bild: BASF SE Fraunhofer Neue Einrichtung zur Ressourcensicherung Die Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS treibt seit acht Jahren erfolgreich die Sicherung der Rohstoffversorgung in Deutschland maßgeblich voran. Die unter dem Dach des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC gegründete und seither kontinuierlich wachsende Forschungsgruppe wird seit dem 8. April 2019 an ihren Standorten in Alzenau und Hanau als eigenständige Fraunhofer- Einrichtung unter dem Namen Fraunhofer IWKS fortgeführt. Aufbauend auf seinem etablierten Know-how wird das IWKS in Zukunft unter eigener Flagge sein Renommee als Forschungsdienstleister auf dem Gebiet der Ressourcensicherung weiter fortentwickeln. Forschungsschwerpunkte sind die Bereiche Kreislaufmanagement, Urban Mining, biogene Rohstoffe, Magnetwerkstoffe, Energiematerialien und Rezyklatanalytik. Heute beschäftigt das Fraunhofer IWKS rund 90 Mitarbeitende in zwei Bundesländern und ist mit seiner Expertise ein wichtiger Teil des Technologie- und Wissenschaftsstandorts der Region Rhein- Main und Deutschlands geworden. Prof. Dr. Anke Weidenkaff wird das Fraunhofer IWKS als selbstständige Einrichtung führen. Thematisch soll das Portfolio des Fraunhofer IWKS weiterentwickelt werden. Am Standort Alzenau wird sich die Forschungsarbeit auf die Themenschwerpunkte Digitalisierung und Ressourcen, darunter Ökonomie und Ökologie in der Kreislaufwirtschaft, konzentrieren. In Hanau wird das Themengebiet Rezyklate für Anwendungen aus der Elektromobilität mit den Bereichen Batterien und Brennstoffzellen, Leichtbau, Elektromotoren sowie Hochleistungselektronik mit Industriepartnern aus der Region weiter ausgebaut werden. www.fraunhofer.de UmweltMagazin Juni 2019 9

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