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07-08 | 2017

Umweltmarkt Produkte

Umweltmarkt Produkte Dosiertechnik Vakuum-System für Chlorgas Die Chlorgasdesinfektion ist eine Möglichkeit der Wasseraufbereitung. Mit Dulcovaq entwickelte die ProMinent GmbH aus Heidelberg ein Vakuum-Dosiersystem, das für die Desinfektion von Trink-, Schwimmbad-, Ab- und Kühlwasser konzipiert ist. Komplette Lösungen in den Leistungsklassen 0 bis 200 kg/h werden aus Standardkomponenten zusammengestellt. Dies erhöht die Langlebigkeit der Anlage und senkt gleichzeitig Betriebs- und Wartungskosten. Durch den im Injektor erzeugten Unterdruck wird der am Chlorgasbehälter montierte Vakuumdosierregler geöffnet, und das Chlorgas gelangt in das zu behandelnde Wasser. Einstellventile steuern die Dosiermenge, und Durchflussmesser zeigen den Chlorgasstrom an. Eine Vielzahl individueller Konstellationen wird durch zusätzliche Komponenten wie Motorregelventile, Injektoren oder Vakuum-Umschalter ermöglicht. Die aufeinander abgestimmten Geräteteile gewährleisten die Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit des Systems. Die Hauptkomponenten werden durch das passende Sicherheitsequipment ergänzt. Spezialisten des Unternehmens legen das System individuell auf kundenspezifische Bedürfnisse aus und berücksichtigen dabei die geltenden technischen Regeln für Gefahrstoffe sowie lokale Vorschriften. Dulcovaq erfüllt Sicherheitsnormen, wie DIN 19606, BGV D5/DGUV-V 50 oder BGR/ GUV-R 108. Sowohl bei manuellem als auch bei automatischem Betrieb sorgen Steuerelektronik und Messtechnik für eine effiziente Chlorgasdosierung. Durch Behälter-Leermeldung und automatische Umschaltung ist jederzeit eine unterbrechungsfreie Entkeimung sichergestellt. www.prominent.de Vakuumdosierregler mit Injektor für Chlorgas und Vakuum-Umschalter. Bild: ProMinent Management Energie- und Umwelt management per App In mittelständischen Unternehmen gewinnen Energie- und Umweltmanagement zunehmend an Bedeutung. Implementierung und Umsetzung müssen jedoch unkompliziert und kostengünstig sein. Speziell für den Mittelstand bietet die thinkstep AG aus Leinfelden-Echterdingen mit der SoFi- App-Familie eine Lösung. Durch das modulare Prinzip können Unternehmen die App auswählen, die für sie am sinnvollsten ist und somit Kosten sparen. Jede App bietet Lösungen für eine bestimmte Aufgabe: Etwa für das Energiemanagement nach ISO 50001, das Umweltmanagement gemäß ISO 14001 oder die EMAS- Verordnung. So lässt sich ein vollständiges Energie- oder Umweltmanagement aufbauen und betreiben. Mit Zusatzmodulen, wie etwa dem Audit-Manager, können alle Apps flexibel erweitert werden. Die Datenstrukturen für alle maßgeblichen Themen wie Energie, Wasser, Materialien sowie für Basisinformationen über das Unternehmen zur Berechnung von Standardindikatoren sind vordefiniert. Ebenso sind Auswertungen und Berichte zu diesen Themen ent- Mit der App-Familie lässt sich das Energie- und Umweltmanagement des eigenen Unternehmens verwalten. halten und Organisationsabläufe vorbereitet. Die Apps geben alle relevanten Daten, etwa Kennzahlen zum Energieverbrauch und zu C0 2 -Emissionen, aus. Auf Knopfdruck erstellen sie beispielsweise einen Auditreport oder liefern Vergleichszahlen Bild: thinkstep im Rahmen eines Benchmarking. Die So- Fi-Apps sollen Optimierungspotenziale freilegen, und der Erfolg von Verbesserungsmaßnahmen soll sich kontinuierlich und genau verfolgen lassen. www.thinkstep.com 34 UmweltMagazin Juli - August 2017

Projekte Umweltmarkt Kunststoffproduktion Nutzung pflanzlicher Rohstoffe Der Covestro AG, Leverkusen, ist ein Forschungserfolg bei der Nutzung pflanzlicher Rohstoffe in der Kunststoffproduktion gelungen: Die wichtige Grundchemikalie Anilin lässt sich aus Biomasse gewinnen. Der Werkstoffhersteller hat dafür zusammen mit Partnern zunächst im Labor ein neues Verfahren entwickelt. Bisher wird die Chemikalie weltweit ausschließlich aus fossilen Rohstoffen wie Erdöl hergestellt. Sie spielt in der chemischen Industrie eine wichtige Rolle und wird als Ausgangsstoff für zahlreiche Produkte gebraucht. Nach dem Erfolg im Labor will das Unternehmen das neue Verfahren nun zusammen mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft weiterentwickeln. Zunächst soll es in einer Versuchsanlage in größere technische Dimensionen überführt werden. Endgültiges Ziel ist es, die Herstellung von biobasiertem Anilin im Industriemaßstab zu ermöglichen. Derzeit werden weltweit rund 5 Mio. t Anilin produziert, wobei das Volumen im Schnitt um rund 5 %/a wächst. Covestro zählt mit einer Produktionskapazität von etwa 1 Mio. t zu den führenden Herstellern. Das Unternehmen benötigt den Rohstoff als Vorstufe für Polyurethan-Hartschaum, einen Dämmstoff für Gebäude und Kühlgeräte. Heutzutage gewinnt die Branche das Herstellung von Bio-Anilin: Im kleinen Maßstab funktioniert der Prozess. Projektleiter Dr. Gernot Jäger (Mitte) arbeitet mit seinen Teamkollegen Dr. Swantje Behnken (links) und Dr. Wolf Kloeckner (rechts) daran, ihn auch in größeren Anlagen zu testen. Anilin aus Benzol, einem Rohstoff auf Basis von Erdöl. Stattdessen lassen sich aber auch industrielle Zucker verwenden, die heute als nachwachsende Rohstoffe im großtechnischen Maßstab etwa aus Futtermais, Stroh oder Holz gewonnen werden. In dem neu entwickelten Verfahren wird ein industrieller Zucker zunächst mit Hilfe eines Mikroorganismus als Katalysator in ein Zwischenprodukt umgewandelt. Daraus wird dann in einem zweiten Schritt durch chemische Katalyse das Anilin gewonnen. Die Chemikalie aus Biomasse zu erzeugen, ist laut Covestro ein wichtiger Schritt, um die Chemie- und Kunststoffindustrie unabhängiger von den knappen fossilen Rohstoffen und den Marktschwankungen zu ma- Bild: Covestro chen. Die Nutzung nachwachsender Stoffe führt im Vergleich zu konventioneller Technik zu einem verbesserten CO 2 -Fußabdruck. Die ökologischen Aspekte des Verfahrens werden ganzheitlich auch durch externe Institute bewertet. Um das Verfahren weiterzuentwickeln, arbeitet das Unternehmen mit der Universität Stuttgart, dem CAT Catalytic Center an der RWTH Aachen University sowie der Bayer AG zusammen. Das langfristige Forschungsprojekt wird über zweieinhalb Jahre vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. als Projektträger unter dem Förderkennzeichen 22010215 finanziell unterstützt. www.covestro.com Biogas Optimierung von Hochlastreaktor Tobias Weide ist mit den ersten Ergebnissen seines Bioreaktors zufrieden. Alles deute auf eine deutlich gesteigerte Effizienz hin. Nach dem Willen der EU-Kommission müssen die Nitratwerte im Boden reduziert werden. Deshalb sieht die neue Düngeverordnung, die am 31. März diesen Jahres im Bundesrat beschlossen wurde, Bild: FH Münster strengere Regeln vor, wie zum Beispiel eingeschränkte Düngeperioden. Tobias Weide, Projektingenieur des Forschungsteams von Prof. Dr. Christof Wetter am Fachbereich „Energie – Gebäude – Umwelt“ der FH Münster, arbeitet an einer Lösung, die Gülle auf den Ackerflächen reduziert und mehr Energie bringt. Der zur Energieerzeugung genutzte Anteil der Gülle soll zukünftig erhöht werden. Damit biogene Reststoffe effizienter vergoren werden können, ist unter anderem eine Anreicherung von Mikroorganismen in der Anlage erforderlich. Da mit der Novellierung des Erneuerbare- Energien-Gesetzes in diesem Jahr auch noch die Subventionierungen für Biogasanlagen-Betreiber sinken, wird eine Lösung des Problems nun dringlicher. Deshalb entwickelt Weide im Projekt „Grüne Kaskade“, unterstützt durch das Interreg V-Programm, an der Fachhochschule derzeit einen Biogasreaktor, der erstmals im landwirtschaftlichen Kontext für die Bearbeitung von Gülle eingesetzt werden kann. Er wird dabei von den Projektpartnern Bioenergiecluster Oost Nederland und PlanET Biogastechnik GmbH, Vreden, unterstützt. Bei dem Reaktor handelt es sich um einen Hochlast-Reaktor, der sich besonders für dünnflüssige biogene Reststoffe, wie zum Beispiel Presswässer und Wirtschaftsdünger, eignet. Bei dem Verfahren wird die Mikroorganismendichte gesteigert und dadurch die Abbaugeschwindigkeit erhöht. Derzeit experimentiert Weide mit Keramik- Füllkörpern, an denen die Organismen haften. Erste Ergebnisse deuten auf eine deutlich gesteigerte Effizienz hin. Nicht abgebaute Nährstoffe können im Anschluss effektiv genutzt werden. Noch befindet sich die Anlage im Versuchsmaßstab, aber am Ende des Projekts im Jahr 2019 soll der Plan für eine Pilotanlage stehen. www.fh-muenster.de UmweltMagazin Juli - August 2017 35

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