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07-08 | 2017

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Management Bild: Christian Krinninger Neue Konzepte für Büroräume behalten sowohl Nachhaltigkeit als auch das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Blick. Nachhaltigkeit beim Bürobau gewinnt an Bedeutung Funktionale Architektur, recycelte Materialien, intelligente Tempe - raturregler: Unternehmen entdecken das Thema Nachhaltigkeit im Büro für sich. Bei der Konzeption müssen Planer jedoch auf mehr als den Materialeinsatz achten. Die Herausforderung liegt darin, das Thema über den gesamten Gebäudezyklus hinweg zu definieren. Dr. Dewi Schönbeck, Director Business Development und DGNB- Consultant bei der conceptsued gmbh und der Modal M GmbH, mit Stammsitz in München, weiß, worauf es dabei ankommt. Laut Dr. Dewi Schönbeck assoziieren die meisten Unternehmen mit Nachhaltigkeit im Büro ökologische Aspekte. Hier stehen Planer gegenüber Vermietern und Nutzern in einer großen Verantwortung. Denn rund 40 % des weltweiten Energiebedarfs sind auf die Baubranche zurückzuführen. Ressourcenschonend zu planen, ist ihrer Ansicht nach die Basis für nachhaltiges Bauen. Wichtig bei der Auswahl von Bauteilen und Materialien sei jedoch eine fundierte Betrachtung. Denn nicht immer ist ein nachwachsender Dämmstoff aus Baumwolle nachhaltig, wenn er in Monokulturen angebaut oder über lange Transportwege importiert wird. Seriöse Planer betrachten daher die gesamte Lebensdauer von Baustoffen. Lokale Materialien und Hersteller Speziell beim Innenausbau und der Einrichtung ihrer Gewerbeimmobilie setzen viele Mieter auf Nachhaltigkeit. „Nachhaltig Bauen heißt, Bauprodukte zu verwenden, deren Gewinnung und Verarbeitung anerkannten ökologischen und sozialen Standards entsprechen. Umweltdeklarationen erleichtern die Materialauswahl, indem sie wichtige Informationen zu Produkten und ihrer Anwendung bereitstellen“, so Schönbeck. Bei zertifizierten Bauprodukten kann der Nutzer den kompletten ökologischen Fußabdruck des Materials einsehen: Inhaltsstoffangaben ebenso wie umwelt- und gesundheitsbezogene Informationen aus dem gesamten Produktlebensweg von der Gewinnungsstätte bis zur Fertigstellung. Der Einsatz natürlicher Rohstoffe, lokaler Materialien und Hersteller ist ein wichtiger Aspekt in der Nachhaltigkeit. „Holz für den Innenausbau sollte möglichst im Umkreis des Bauvorhabens geschlagen und verarbeitet werden. Der Markt bietet mittlerweile interessante 40 UmweltMagazin Juli - August 2017

Management Produktalternativen – wie beispielsweise holzanmutende Werkstoffe aus Reishülsen“, so Schönbeck. Das faserverstärkte Hybridmaterial besteht zu rund 60 % aus Reishülsen. Es ist umweltverträglich sowie widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse und Salzwasser. Zudem ist es pflegeleicht und sowohl optisch als auch haptisch Tropenholz nachempfunden. Ein anderes Beispiel für interessante und ästhetisch anspruchsvolle Produkte sind Teppiche, die aus alten philippinischen Fischernetzen gewonnen werden. Deren Neuverwendung bietet Fischerdörfern zum einen eine zusätzliche Einnahmequelle. Zum anderen befreit ihre Weiterverwertung die Strände vom Müll und das Meer von Treibgut. Darüber hinaus gewinnt die zukunftsgerichtete Planung zunehmend an Bedeutung. Das heißt, Berater und Architekten spielen verschiedene Entwicklungsszenarien eines Unternehmens durch. Dabei gehen sie Fragen nach, wie sich dessen Größe verändern wird und wie Kommunikationswege sowie Arbeitsabläufe darauf reagieren und wie der Raum unkompliziert auf neue Anforderungen eingestellt werden kann. Hier bieten offene Raumstrukturen und der Einsatz modularer Systeme sowie recycelbarer Materialien, die in die Immobilie eingebracht werden, Flexibilität für Veränderung. Zertifikate werden wichtiger Viele Eigentümer und Mieter haben heute bereits vor der Beauftragung eines Planungsbüros ein großes Verantwortungsbewusstsein und damit hohe Ansprüche an ihre neue Gewerbeimmobilie. Auch, weil das Thema Nachhaltigkeit zur Imagebildung und Mitarbeitergewinnung genutzt werden kann. Unternehmen fragen daher bewusst nach Zertifizierungen wie den US-amerikanischen Punktesystemen LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) oder dem WELL Building Standard. Während ersteres vor allem ökologische und ökonomische Aspekte einbezieht, ist das WELL-Zertifikat auf die Beurteilung von Gebäuden mit Blick auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen fokussiert. Hier gewinnt, laut Schönbeck, das Zertifizierungssystem der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e. V. international an Bedeutung. Denn es verbindet Umweltschutzaspekte mit sozialen Faktoren. Deshalb werden auch Kriterien zum Wohlergehen der Mitarbeiter wie Raumluft, Belichtung, Akustik oder Kommunikationsmöglichkeiten einbezogen. Außerdem wird die Qualität nicht nur bis zur Fertigstellung des Gebäudes bewertet, sondern über seinen kompletten Gebäudelebenszyklus hinweg – mit Blick auf Ökologie, Ökonomie und soziokulturelle Aspekte. Ansprüche der Mitarbeiter Ein weiterer Grund für das Investment vieler Unternehmen in nachhaltige Büros sind die Ansprüche der Angestellten. Arbeiten, Leben und Wohnen verschmelzen zunehmend. Der Arbeitnehmer von heute stellt daher andere Anforderungen an seinen Arbeitsplatz als noch vor zehn Jahren. Er möchte sich wohl fühlen, seine Gesundheit schonen, flexibel arbeiten, den Arbeitsplatz selbst gestalten – und er ist freizeitorientierter. Höhenverstellbare Tische, Loungemöbel oder Freizeitangebote sind daher für viele Unternehmen ein Muss, wenn sie ihr Büro neu gestalten. „Im Ringen um qualifizierte Mitarbeiter sind Unternehmen zunehmend dazu bereit, mehr für den nachhaltigen Bau und die Einrichtung ihrer Immobilie zu investieren. Zumal sich diese über die Einsparung von Energie sowie den Bild: Eva Jünger Dr. Dewi Schönbeck: „Im Ringen um qualifizierte Mitarbeiter sind Unternehmen zunehmend dazu bereit, mehr für den nachhaltigen Bau und die Einrichtung ihrer Immobilie zu investieren.“ Wohlfühlfaktor und die Gesundheit der Angestellten mittelfristig amortisieren“, sagt Schönbeck. Um solche Bürowelten zu realisieren, berät und begleitet Modal M Eigentümer, Projektentwickler und Investoren beim Neu-, Umoder Ausbau von Immobilien; conceptsued wiederum unterstützt Unternehmen bei der Anmietung der passenden Liegenschaft sowie der Entwicklung eines maßgeschneiderten Bürokonzepts. Dr. Dewi Schönbeck, Modal M GmbH und conceptsued gmbh, München, dewi.schoenbeck@cs-mm.com Sonderdrucke – ein werbewirksames Marketing- und PR-Instrument Ist in einer unserer Fachzeitschriften ein Beitrag von Ihrem Unternehmen erschienen? Dann nutzen Sie doch die Möglichkeit, von diesem Beitrag einen attraktiven Sonderdruck erstellen zu lassen. Sonderdruck aus UmweltMagazin 4/5-2012 • Sonderdrucke werden individuell nach Ihren Wünschen gestaltet • Ihr Logo und Ihre Kontaktdaten können eingefügt werden • Fremdanzeigen und Fremdtexte werden entfernt • Sonderdrucke sind kostengünstig und lassen sich vielseitig einsetzen (z. B. auf Ihrem Messestand, für Kunden und Mitarbeiter etc.) Der nac haltige Umgang mit Re sourcen gewi nt in a len Wirtschaftszweigen immer mehr an Bedeutung. In Bund und Ländern gibt es zunehmend Aktivitäten rund um das Thema ressourceneffizientes, also material- und energiesparendes Wirtschaften, dessen Kern der Produktionsintegrierte Umweltschutz (PIUS) ist. Um a len Beteiligten den gleichen Wissensstand zum Themenbereich zu vermitteln, Doppelungen zu vermeiden und Synergien zu nutzen, ist der kontinuierliche Austausch über die Ländergrenzen hinweg eine Grundvoraussetzung. Henning H. Si tel I PIUS: Wissen über Ressourceneffizienz PIUS-Länderkonferenzen: Austausch zum Erfolg das Thema mi tlerweile geworden ist. mi tlung über das Internet werden über Einzelaktivitäten wie beispielsweise das das Angebot der PIUS-Länderkonferenzen, des PIUS-Internet-Portals und der durch das BMU initiierte Netzwerk Ressourcene fizienz sowie die steigende PIUS-Netzwerke unterstützt. Anzahl von Unterstützungsangeboten in diesem Bereich sind ein weiterer Ausdruck dafür, da s dieses Thema ganz oben auf der politischen Agend angekommen ist. und Re sourcene fizienz“ – das ist das „Gemeinsam zu mehr Innovation Mo to der vierten PIUS-Länderkonferenz, die am 15. und 16. Ma in Mainz sta tfinden wird. Mit der Veranstaltung wird der kontinuierliche Dialog über die Ländergrenzen hinweg fortgesetzt, der mit der ersten Konferenz im Dezember 2002 in Duisburg gestartet und 2006 sowie 2009 in Bonn erfolgreich fortgesetzt Ziel a ler Aktivitäten ist die Wirtschaft. Die produzierenden Unterneh- wurde. Der Kreis der Veranstalter hat n Politik und Wirtschaft sowie in Wissenschaft und Forschung wir dem men in Deutschland, insbesondere die sich seit 2002 kontinuierlich vergrößert. In Mainz wird eine Pla tform ge- Thema Re sourcene fizienz ein immer kleinen und mi tleren, mü sen kontinuierlich für das Thema Re sourcenscha fen, auf der Unternehmen, Berater größerer Ste lenwert eingeräumt. Die Gründung der Deutschen Materiale fizienzagentur (demea; 2006) durch das möglichst schne l und aktue fizienz sensibilisiert und Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) e l mit Infos und Unterstützungsangeboten versorgt un der VDI-Zentrum für Re sourcene fizienz GmbH (VDI ZRE; 2009) durch werden, damit in der Praxis das Bundesumweltministerium (BMU) die Chancen für eine gesteigerte We tbewerbsfähigkeit genutzt und Vertreter von Ministerien aus Bund sowie die vielfältigen Aktivitäten auf EU-Ebene zum „Re sourcenschonenden Europa“ sind auf politischer Seite eine Kombination aus der Internet-Nut- von Institutionen die Chance zum per- werden können. Dabei zeigt sich, da s und Ländern, aus der Verwaltung und Beispiele für die große Bedeutung des zung un dem regelmäßigen persönlichen Austausch die besten Chancen cene fizientes Wirtschaften mit Blick sönlichen Austausch haben. Re sour- Themas. Auch die Gründung der „Deutschen Rohsto fagentur“ im Oktober bietet. Sowohl der persönliche Austausch als auch die Informationsver- sende Themenfelder steht dabe im auf Innovationen und zukunftswei- 2010 durch das BMWi zeigt, wie sensibel Mit- Profitieren Sie vom Imagetransfer und dem hohen Renommee unserer Fachzeitschriften. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein unverbindliches Angebot. Informieren Sie sich jetzt: Kornelia Grund Telefon: 0211/6103-369, Fax: 0211/6103-300 E-Mail: grund@springer-vdi-verlag.de UmweltMagazin Juli - August 2017 41 Springer-VDI-Verlag GmbH & Co. KG, VDI-Platz 1, 40468 Düsseldorf, Internet: www.springer-vdi-verlag.de

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