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07-08 | 2017

Luft Produktportfolio

Luft Produktportfolio nach VDI 2440 prüfen und zertifizieren Die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) dient dem Schutz der Umwelt vor gesundheitsschädlichen Emissionen und gilt für insgesamt etwa 50 000 genehmigungspflichtige Anlagen in Deutschland. Für das Jahr 2017 hat das Bundesumweltministerium die Novellierung dieser Verwaltungsvorschrift geplant. Die Armaturenwerk Hötensleben GmbH (AWH), Hötensleben, nimmt dies zum Anlass, das eigene Produktportfolio sukzessive an die Anforderungen der TA Luft anzupassen. Zunächst wurden Verbindungen aus dem Bereich Food and Beverage sowie Produkte für Steril- Anwendungen entsprechend der Vorgaben der VDI-Richtlinie 2440 geprüft sowie zertifiziert. Dafür nahm der Hersteller im Vorfeld eigens Änderungen bei Dichtungswerkstoffen und -geometrien vor. Theo Meyer, Produktmanager Ventiltechnik und Standardkomponenten im AWH, erklärt: „Die TA Luft ist eine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz, die es seit dem Jahr 1974 gibt und die bereits zwei Mal novelliert wurde.“ Bei Anlagen, die laut Verordnung genehmigungspflichtig sind, müssen ihre Anforderungen zwingend eingehalten werden. Die Kernaussage der Vorschrift verpflichtet letztlich jedoch jeden Betreiber, dafür Sorge zu tragen, dass von seiner Anlage keine Gefahr für die Umwelt ausgeht. „Obwohl die TA Luft also schon eine ganze Weile gilt, war die Nachfrage nach konformen Produkten lange Zeit verhalten“, so Meyer. Seit einiger Zeit registriert der Armaturenbauer ein verstärktes Interesse selbst bei Betreibern nicht zulassungspflichtiger Anlagen. „Da wir das gesteigerte Umwelt- und Qualitätsbewusstsein, das unserer Ansicht nach hinter dieser Entwicklung steht, fördern wollen, haben wir uns anlässlich der erneuten Novellierung 2017 entschlossen, unser Produktportfolio gemäß den Vorgaben der TA Luft umzustellen“, sagt Meyer. Engere Fertigungstoleranzen festgelegt Das Unternehmen ließ ab August 2015 eine ganze Reihe von Produkten für Steril-Anwendungen und für den Foodand-Beverage-Bereich zertifizieren. Darunter fallen zum Beispiel Edelstahlarmaturen, die neben der Lebensmittel- und Getränkeherstellung auch bei Kosmetikproduzenten, in der Biopharmazie sowie in der Chemie zum Einsatz kommen. Dort dienen sie etwa als Absperrorgan oder Verbindungselement in den Anlagen der Betreiber. Scheibenventile in unterschiedlichen Dichtungsqualitäten wurden einer Überprüfung unterzogen. Um die Vorgaben der TA Luft zu erfüllen, nahm AWH Veränderungen an den Dichtungswerkstoffen sowie marginale konstruktive Anpassungen der Dichtungsgeometrien vor. Auf diese Weise wurde das Zusammenspiel von Edelstahlkomponenten und Dichtungen optimiert. Für die Zukunft wurden zudem engere Fertigungstoleranzen festgelegt. „Mit den Prüfungen haben wir ein unabhängiges Institut beauftragt“, so Meyer. „Es wurde entsprechend den Vorgaben getestet, bestätigt und zertifiziert.“ Die TA Luft und die VDI 2440 sehen dafür ein Szenario vor, in dem das zu prüfende Objekt mit Helium unter Druck befüllt und über einen gewissen Zeitraum überwacht wird. Das Edelgas weist eine geringe Dichte auf und zeigt daher eine Leckage am besten an. Wird die in der Prüfvorschrift festgelegte Leckagerate nicht überschritten, gilt der Test als bestanden. Da bei den AWH-Produkten jede Nennweite mit drei unterschiedlichen Dichtungsqualitäten einzeln geprüft und bewertet wurde, zogen sich die Anpassungen und Tests über zwölf Monate hin. Bilder: Armaturenwerk Hötensleben Zunächst wurden Verbindungen aus dem Bereich Food and Beverage sowie Produkte für Steril-Anwendungen entsprechend der Vorgaben der VDI-Richtlinie 2440 geprüft und zertifiziert. Zielsetzung: TA-Luft-Konformität als Standard Durch die Optimierung der Dichtungssitze und den Nachweis auf Dichtheit gemäß der VDI-Richtlinie konnte das Unternehmen die Qualität der eigenen Produkte nachweisen. Seit August 2016 sind die getesteten Verbindungen und Ventile nun gemäß der TA Luft zertifiziert und dürfen in allen Bereichen eingesetzt werden, in denen diese Vorschrift gilt. „Qualität und Umweltschutz sind uns wichtig“, so Meyer. „Deshalb haben wir uns das Ziel gesetzt, die Anforderungen der TA Luft als Standard im Markt zu etablieren.“ Theo Meyer, Armaturenwerk Hötensleben GmbH, Hötensleben, theo.meyer@awh.eu 46 UmweltMagazin Juli - August 2017

Organschaften Messen von niedrigen Asbestgehalten VDI-Expertenforum Kontakt VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU) Dr.-Ing. Jochen Theloke Postfach 101139 40002 Düsseldorf Tel.: 0211/6214-369 Fax: 0211/6214-97369 geu@vdi.de www.vdi.de/geu Bei Sanierungsarbeiten können auch geringe Asbestmengen freigesetzt werden. Gemeinsam mit dem Umweltbundesamt und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau, und Reaktorsicherheit (BMUB) veranstaltet der VDI ein Expertenforum zum Thema „Messen von niedrigen Asbestgehalten in Materialien und Bauschutt und von Asbestbelastungen beim Bauen im Bestand“ am 21. September 2017 im BMUB in Bonn. In der Vergangenheit stand bei asbestbedingten Gebäudesanierungen die Beseitigung von Spritz- Bild: Dr. Bernd Sedat asbest und anderen schwach gebundenen Asbestprodukten im Vordergrund. Konsequenterweise ist es erforderlich, auch die zum Gebäudebetrieb gehörenden Wartungen, Instandhaltungen oder Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen für die am Bau tätigen Handwerker sicher zu gestalten. Dabei geraten Produkte in den Fokus, bei denen der Asbestgehalt auch kleiner als 1 % sein kann. Dies betrifft zum Beispiel Putze, Spachtelmassen, Fliesenkleber und Estriche. Angepasste Untersuchungs- und Analysemethoden ermöglichen es heute, derartige Baumaterialien trotz ihrer zum Teil unregelmäßigen und unsystematischen Verteilung in Gebäuden, Bau- und Abbruchabfällen sowie daraus gewonnenen Recyclingmaterialien zu identifizieren. Auch die Messungen der Asbest - faserbelastungen in der Luft sind weiterentwickelt worden. Schwierig waren bisher auch die Probenahme und Analytik zur Bestimmung der Asbestfaserexposition bei staubenden Tätigkeiten. Hier werden neue Methoden entwickelt und ermöglichen es, beispielsweise bei Abbrucharbeiten trotz der hohen sonstigen Staubbelastungen die Asbestfaserbelastung zu erkennen. Aktuelle Erfahrungen und Untersuchungen zu dieser breit gefächerten Thematik stehen im Mittelpunkt des VDI-Expertenforums. Mehr Informationen können unter www.vdi.de/asbest2017 abgerufen werden. VDI-Expertenforum Messen und Bewerten von Bioaerosolen Das gemeinsam von der VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) – Normenausschuss und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) initiierte Expertenforum am 26. und 27. September 2017 in Berlin hat das Ziel, die aktuellen Mess- und Bewertungsverfahren aus den genannten Bereichen vorzustellen sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Arbeitsplatz- und Umweltmessungen aufzuzeigen. Die Bedeutung von Bioaerosolen und deren mögliche gesundheitliche Wirkungen auf Beschäftigte und Anwohner von Bioaerosol emittierenden Anlagen werden sowohl national als auch international kontrovers diskutiert. In diesem Zusammenhang werden neueste Forschungsergebnisse aus beiden Bereichen präsentiert und Fragen zur Wirkung und Bewertung aufgegriffen. Die Präsentation von Postern bietet weiterhin die Möglichkeit, eigene Ergebnisse und Bioaerosole unter dem Mikroskop. Erfahrungen mit den anwesenden Experten sowie interessierten Gästen zu diskutieren und auszutauschen. Mit „Bioaerosole – Von der Messung zur Bewertung“ wollen BAuA und KRdL gemeinsam eine neu- Bild: Marcus Clauß trale und unabhängige Plattform zur Diskussion bieten und einen Beitrag zur Versachlichung dieser Thematik leisten. Weitere Informationen unter: www.vdi.de/bioaerosole2017 UmweltMagazin Juli - August 2017 47

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