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07-08 | 2017

Organschaften Ressort

Organschaften Ressort Nachhaltigkeitsreporting Anwendung von Normen und Standards Mit der neuen EU-Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung stehen die betroffenen Unternehmen vor der Herausforderung, zu ermitteln, welche Daten und Informationen für das Verständnis der Nachhaltigkeitsleitung erforderlich und welche wesentlichen Aspekte der unternehmerischen Tätigkeit im Hinblick auf Nachhaltigkeit offenzulegen sind. Da dieser Wesentlichkeitsansatz fester Bestandteil der G4-Richtlinie der Global Reporting Initiative GRI und des Deutschen Nachhaltigkeitskodex DNK ist, entsprechen Nachhaltigkeitsberichte, die nach diesen Standards aufgesetzt sind, der gesetzlichen Vorgabe. Im Ressort „Nachhaltigkeitsreporting“ stehen Normen und Standards sowie deren Anwendungspraxis im Mittelpunkt. Ressortleiter ist Dr. Michael Schink, der langjährige Industrieerfahrung in den Bereichen Nachhaltigkeitsmanagement Bild: DQS Dr. Michael Schink, Ressortleiter Nachhaltigkeitsreporting. und Nachhaltigkeitsreporting mitbringt. Derzeit ist er bei der DQS GmbH, Frankfurt am Main, im Bereich Auditoren & Akkreditierungen/Nachhaltigkeit tätig und steht als Ansprechpartner für Fragen und Anregungen zum Aufbau eines Netzwerkes zur Verfügung. Zudem sind Vorträge bei VNU-Veranstaltungen und Veröffentlichungen zum Thema geplant. Kontakt Verband für Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement (VNU) e.V. Geschäftsstelle c/o Christina Geiger Am Hangelstein 8 65812 Bad Soden Tel.: 0700/86811-223 Fax: 0700/86811-224 vnu@vnu-ev.de www.vnu-ev.de Umweltgutachter-Tag 2017 Umweltmanagementsysteme im Wandel Unter dem Motto „Umweltmanagementsysteme im Wandel“ lädt der VNU am 26. September zum Umweltgutachtertag 2017 in die IHK Rhein-Neckar, Mannheim, ein. Die ISO 14001 wurde überarbeitet, und die Anpassungen der Anhänge der EMAS-Verordnung an die neue Version sind weitgehend abgeschlossen. Innerhalb der EU wurde jedoch das Projekt REFIT gestartet. Ziel dieses breit angelegten Programms ist die Verbesserung und Vereinfachung der EU-Regelungen durch Stakeholder- Dialoge und eine Bewertung in den Kategorien Wirksamkeit, Effizienz, Relevanz, Kohärenz sowie EU-Mehrwert. In einer Arbeitsgruppe wurden somit auch das Umweltmanagementsystem EMAS und das ECO-Label bewertet. Am 30. Juni 2017 hat die EU-Kommission einen Bericht zu den Ergebnissen des EMAS Fitness Check, einer Evaluierung der Bedeutung, Effektivität, Effizienz und des Mehrwerts von EMAS, vorgelegt. Als eine wichtige Schlussfolgerung ergab sich hieraus die Notwendigkeit, die Implementierung von EMAS zu verbessern, damit das Potenzial zur Förderung der Kreislaufwirtschaft vollständig genutzt werden kann. Mit Unterstützung durch die Mitgliedsstaaten plant die EU-Kommission Maßnahmen zur Reduzierung des Verwaltungsaufwands und zur besseren Integration von EMAS in den Green Action Plan für KMU. Die Ergebnisse der Evaluierung sowie deren Auswirkungen auf EMAS werden damit ein Hauptthema des Umweltgutachtertags sein, zu dem ein Vertreter der EU- Kommission eingeladen wurde. EMAS eignet sich in besonderer Weise zur Etablierung einer zeitgemäßen Unternehmensstrategie. Dr. Marianne Schönnenbeck wird als Vorsitzende des Umweltgutachterausschusses über den Mehrwert von EMAS berichten und dazu anregen, mehr Nachhaltigkeit zu wagen. Esther Zippel stellt dazu die Angebote zur Unterstützung durch den Umweltgutachterausschuss vor. Dr. Joachim Nibbe, Mitglied der deutschen Delegation im ISO/TC 207 EMS, gibt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen auf ISO-Ebene in der Normenfamilie der ISO 14001. Jochen Buser, Ressortleitung Energiemanagement, Mitglied im Normenausschuss EnMS des DIN und im Sektor Komitee EnMS der DAkks, informiert über das Thema Energiemanagement und die Normenfamilie ISO 50001. Eine weitere Form der EMAS-Validierung ist das Multi- Site-Verfahren, worauf eine moderierte Diskussion zwischen der DAU GmbH, einem Umweltgutachter und einem betrieblichen Anwender eingehen wird. Das detaillierte Programm und die Anmeldung können über die Homepage des VNU abgerufen werden. Termine 2017/18 7 26. September 2017: Umweltgutachtertag, IHK Rhein-Neckar, Mannheim 7 28. September 2017: Arbeitskreis Nachhaltigkeit, Scholz & friends Reputation, Berlin 7 23. November 2017: EMAS Club Europe Regionalgruppe Südwest, LUBW, Karlsruhe 7 20. März 2018: Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanager-Tag, IHK Frankfurt am Main 48 UmweltMagazin Juli - August 2017

Organschaften Umweltrecht Kaum Aussicht auf Zusammenfassung Kontakt Verband der Betriebsbeauftragten (VBU) e.V. Jörg ten Eicken Alfredstraße 77-79 45130 Essen Tel.: 0201/95971-15 Fax: 0201/95971-29 info@vbu-ev.de www.vbu-ev.de Ein Vergleich der Wahlprogramme der aussichtsreichsten Parteien für den Einzug in den Bundestag hat ergeben, dass auch für die kommende Legislaturperiode nicht mit einer einheitlichen Kodifizierung des Umweltrechtes in einem Umweltgesetzbuch (UGB) zu rechnen sein wird. Dies hätte eine deutliche Erleichterung bei der Planung und Durchführung umweltrelevanter Projekte bedeutet. Wie schon in den Wahlprogrammen von CDU/CSU und SPD für die aktuelle Legislaturperiode fehlt das UGB jedoch wieder in den Absichtserklärungen dieser Parteien für die kommenden vier Jahre. Damit wird es wohl auch nicht Gegenstand des nächsten Koalitionsvertrages sein. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsi- Bild: succo, pixabay.com cherheit wird der Zusammenfassung der Vorschriften dieses Rechtsgebietes in einem Umweltgesetzbuch „vor dem Hintergrund einer Vielzahl von anderen Herausforderungen für Umweltpolitik“ nicht die „erste Priorität“ einräumen. Wann das UGB-Vorhaben wieder aufgegriffen wird, ist also nicht absehbar, zumal dies auch von anderen Parteien wie Bündnis 90/Die Grünen oder der FDP als mögliche Koalitionspartner einer künftigen Bundesregierung nicht gefordert wird. Der Betriebsbeauftragtenverband VBU hatte seit seiner Gründung die Vorbereitungen für ein Umweltgesetzbuch unterstützt und war mit seinem Vorsitzenden in der Sachverständigenkommission zur Erarbeitung des Entwurfstextes vertreten. Nach den aktuellen Absichtserklärungen der großen Parteien wird deshalb zu akzeptieren sein, dass das Projekt eines UGB mangels ausreichender politischer Unterstützung wohl nicht in den nächsten Jahren verwirklicht werden wird. Der VBU äußert aber die Erwartung, dass die Zusammenfassung des gesamten Umweltrechtes in einem UGB mit einheitlichen Verfahrensvorschriften und gegebenenfalls mit einer integrierten Vorhabengenehmigung auf Dauer nicht aufgehalten werden kann. Die Vorteile einer solchen Kodifikation für die Anwendung der Vorschriften und Umsetzung im betrieblichen Umweltschutz sind naheliegend. In dem Sozialrecht als einem anderen Bereich des öffentlichen Rechtes, so der Verband, seien die maßgeblichen Vorschriften dieses Rechtsgebietes zusammengefasst und erfolgreich umgesetzt. Es gebe keinen Grund dafür, dass dies nicht auch im Umweltrecht gelingen könnte. Verpackungsgesetz Neue Zielsetzungen für Recycling und Mehrweg Der Bundestag hat im Frühjahr dieses Jahres dem Verpackungsgesetz zugestimmt. Hauptziel soll sein, wesentlich mehr Abfälle aus privaten Haushalten zu recyceln und Hersteller stärker dazu anzuhalten, ökologisch vorteilhafte und recyclingfähige Verpackungen zu verwenden. Die von Industrie und Handel finanzierten Dualen Systeme sollen danach, ab dem Jahr 2019, deutlich höhere Recycling-Quoten für alle Verpackungen erfüllen, die bei solchen Systemen lizenziert sind. Erreicht werden soll eine Steigerung der Recycling-Quote für Kunststoffverpackungen bis zum Jahr 2022 von heute 36 auf 63 % sowie bei Metallen von 60, bei Papier von 70 und bei Glas von 75 auf jeweils 90 %. Die Lizenzentgelte der Dualen Systeme, die für die Entsorgung einer Verpackung zu zahlen sind, sollen sich zudem stärker an ökologischen Aspekten orientieren. Damit werden Hersteller belohnt, die eine gute Recyclingfähigkeit bei der Gestaltung von Verpackungen berücksichtigen. Um einen fairen Wettbewerb und einen konsequenten Vollzug zu gewährleisten, soll eine zentrale Stelle zur Registrierung und Standardisierung eingerichtet werden, die von den Produktverantwortlichen finanziert wird. Erleichtert wird zudem die gemeinsame Erfassung von Verpackungsabfällen und von anderen Abfällen aus Kunststoff und Metall in Wertstofftonnen. Inwieweit diese eingeführt werden, kann jeweils die Kommune mit den Dualen Systemen entscheiden. Sowohl von der zentralen Stelle für Registrierung und Standards als auch von den für die Sammlung zuständigen Kommunen fordert der Betriebsbeauftragtenverband VBU für alle Beteiligten in den Unternehmen handhabbare Vorgaben zur praktischen Umsetzung in Handel und Industrie sowie insbesondere einen kooperativen Umgang mit den dort zuständigen Ansprechpartnern in den Unternehmen. Bild: mauriceangres, pixabay.com UmweltMagazin Juli - August 2017 49

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