Aufrufe
vor 2 Jahren

07-08 | 2017

Nachrichten Messe IFAT

Nachrichten Messe IFAT India 2017 Fünfte IFAT India von 26. bis 28. September 2017 in Mumbai Die IFAT India, Indiens führende Umwelttechnologiemesse für die Segmente Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling, findet in diesem Jahr vom 26. bis zum 28. September statt. An der letzten Veranstaltung nahmen auf rund 6 100 m 2 Ausstellungsfläche 143 Aussteller aus 16 Ländern sowie 5 187 Fachbesucher aus 44 Ländern teil. Die Messe findet jährlich im Bombay Exhibition Centre in Mumbai statt. Für die diesjährige Ausgabe hat die Fachmesse erstmalig The Energy and Resources Institute (TE- RI) als Partner gewonnen. Um den Umweltschutz in Indien weiter voranzutreiben, organisieren das indische Think Tank und die IFAT India gemeinsam die erste Environmental Technologies Conference by TERI – powered by IFAT India. Die Environmental Technologies Conference wird die Fachmesse am 26. und 27. September in Mumbai begleiten. Das Programm deckt die Themen Wasser, Abwasser, Abfall sowie Recycling ab und berücksichtigt insbesondere den Aspekt der Nachhaltigkeit. Das Active Learning Mit einem Wachstum von 23 % hat die vergangene IFAT India neue Rekordwerte erreicht. Centre bleibt dabei weiterhin Bestandteil der Veranstaltung und dient als Plattform für Nachwuchsförderung und fachliche Ausbildung. www.ifat-india.com Bild: Messe München Elektrogeräte Verstöße gegen Rücknahmepflichten können teuer werden Am 24. Oktober 2015 ist das Elektro- und Elektronikgerätegesetz in Kraft getreten. Für Händler mit einer Verkaufsbeziehungsweise Versand- und Lagerfläche für Elektro- und Elektronikgeräte von mindestens 400 m 2 gilt eine Rücknahmepflicht. Sofern der Kunde ein Neugerät erwirbt, kann er ein gleichartiges Altgerät kostenlos zurückgeben. Kleine Elektro- und Elektronikaltgeräte – keine Kantenlänge größer als 25 cm – können ohne Neukauf eines entsprechenden Gerätes zurückgegeben werden. Nun muss der Handel zukünftig bei einem Verstoß gegen seine Rücknahmepflichten für Elektro- und Elektronikaltgeräte mit einem Bußgeld von bis zu 100 000 € rechnen. Eine entsprechende Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes ist am 1. Juni 2017 in Kraft getreten. Damit wird ein effektiverer Vollzug durch die Länder möglich. Der Bußgeldtatbestand ermöglicht es den zuständigen Länderbehörden, zukünftig ef- Der Elektroeinzelhandel ist verpflichtet, ausgediente Geräte zurückzunehmen. fektiver gegen Händler vorzugehen, die Verbrauchern und die Rücknahme ausgedienter Elektrogeräte erschweren oder verweigern – sowohl im Einzelhandel vor Ort als auch im Onlinehandel. www.bmub.bund.de Bild: Karl-Heinz Laube / Pixelio BMBF Fast jede dritte verbrauchte Kilowattstunde Strom aus Erneuerbaren Wind, Wasser, Sonne, Biomasse decken fast 15 % unseres Bruttoendenergieverbrauchs. Beinahe jede dritte verbrauchte Kilowattstunde Strom stammt aus erneuerbaren Energiequellen – im Jahr 2015 waren es insgesamt 187,3 Terawattstunden. Das ist genug, um die Stadt Hamburg 15 Jahre lang mit Strom zu versorgen. Aber auch im Wärme- und Verkehrssektor müssen die Erneuerbaren Fuß fassen. Dies ist eine der großen Herausforderungen der Energiewende – genauso wie die Anpassung von energieintensiven Produktionsanlagen etwa in der Stahl- oder der Chemiebranche an das schwankende Energieangebot der Erneuerbaren oder die Speicherung und Übertragung großer Mengen an Energie. Wie das gelingt – darauf sollen die Kopernikus-Projekte des BMBF eine Antwort geben. In der größten Forschungsinitiative zur Energiewende sollen vier auf zehn Jahre angelegte Projekte mit über 260 Partnern Lösungen in den Bereichen Netze, energieflexible Industrie, Powerto-X und Systemforschung in einem klima- und industrierelevanten Maßstab Wirklichkeit werden lassen. Mehr Informationen unter www.kopernikusprojekte.de. www.bmbf.de 6 UmweltMagazin Juli - August 2017

Nachrichten Aus dem Umweltbundesamt Bild: Linnart Unger Belastung des Grundwassers mit Nitrat Trinkwasser könnte in etlichen Regionen Deutschlands in Zukunft spürbar teurer werden. Grund ist die hohe Belastung des Grundwassers mit Nitrat. Über 27 % der Grundwasserkörper überschreiten derzeit den Grenzwert von 50 mg/l. Wenn die Nitrateinträge dort nicht bald sinken, müssen betroffene Wasserversorger zu teuren Aufbereitungsmethoden greifen, um das Rohwasser von Nitrat zu reinigen. Einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge kann dies die Trinkwasserkosten um 55 bis 76 c/m 3 erhöhen. Das entspricht einer Preissteigerung von 32 bis 45 %. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA , betont, dass mit den Neuregelungen in der Düngeverordnung lange überfällige Schritte eingeleitet wurden, die im besten Fall aber die Belastungen so weit senken können, dass den Trinkwasserkunden die teure Aufbereitung erspart bleibt. Wichtig seien eine konsequente Umsetzung und verstärkte Kontrollen in den betroffenen Regionen. Falls sich diese Belastungen nicht verringern, müssten weitere und strengere Auflagen für die Landwirtschaft erfolgen. Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen ist das Grundwasser häufig durch zu viel Stickstoff belastet. Wasserversorger versuchen bereits, das Wasser zu schützen, indem sie die darüber liegenden Flächen selbst pachten, Brunnen verlagern oder belastetes mit unbelastetem Wasser mischen. Auch diese Kosten fließen in den Trinkwasserpreis mit ein. Doch solche Maßnahmen werden in Zukunft in hochbelasteten Regionen nicht ausreichen, um den Nitratwert im Trinkwasser niedrig zu halten. Die Studie hat dies mit Daten von und in Kooperation mit den drei großen Wasserversorgern, dem Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband, der Rheinenergie und der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft untersucht. Ergebnis ist, dass in einigen Gebieten bald der Fall eintreten könnte, dass das Wasser zusätzlich gereinigt werden muss. Dazu gibt es unterschiedliche Verfahren: Elektrodialyse, Umkehrosmose, biologische Denitrifikation oder das Carix-Verfahren. Welches zur Anwendung kommen kann, wird durch lokale Faktoren wie der Wasserhärte oder der notwendigen Vor- oder Nachbehandlung des Wassers bestimmt. Die Gesamtkosten für die Reinigung hängen neben der Art des Verfahrens auch von der Belastungssituation vor Ort, dem zu erreichenden Nitratwert, bis zu dem die Verunreinigungen gemindert werden sollen, und der Menge des aufzubereitenden Wassers ab. Die Studie rechnet zudem aus, wie viel die Reinigung des belasteten Grundwassers in Deutschland insgesamt kosten kann: zwischen 580 und 767 Mio. €/a. Maßnahmen der novellierten Düngeverordnung kosten laut Bundeslandwirtschaftsministerium die Landwirtschaft bis zu 111,7 Mio. €/a, also nur einen Bruchteil dessen. Daten zur Umwelt 2017 Mit seinem Indikatorenbericht „Daten zur Umwelt 2017“ gibt das Umweltbundesamt (UBA) einen umfassenden Überblick über den Zustand und die Entwicklung der Umwelt in Deutschland. Die Daten zeigen, wo wir auf dem Weg zur Erreichung unserer umweltpolitischen Ziele stehen. Damit stellt das System der Umweltindikatoren gleichzeitig eine Bilanz der Umweltpolitik dar. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA, betont, dass der Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen keine gute Nachricht sei. Mehr denn je bräuchten wir eine gemeinsame Aufbruchsstimmung für den Klimaschutz, Deutschland müsse und könne weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen. In allen Sektoren müssen die Emissionen sinken. Dazu gehört, schrittweise aus der Kohleverstromung auszusteigen und den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzubringen. Neben der Energiewende bedarf es auch einer Verkehrswende. Zwischen 1990 und 2016 sanken die Gesamtemissionen zwar um rund 28 %. Das nationale Ziel, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 40 % zu senken, wird so jedoch nicht erreicht. Dies liegt auch am Verkehr, dem einzigen Sektor, in dem die Treibhausgasemissionen seit 1990 nicht gemindert wurden. Er liegt nach neuesten Berechnungen sogar leicht über dem Niveau von 1990. Die Effizienzsteigerungen sind durch den Trend zu größeren Fahrzeugen und das Verkehrswachstum auf der Straße verpufft. Auch in punkto Luftschadstoffe muss der Sektor nachziehen: Die Daten zeigen zwar, dass der Ausstoß insgesamt seit dem Jahr 2000 sinkt – gemessen als Index von fünf Luftschadstoffen. Problematisch ist aber nach wie vor der hohe Ausstoß von Stickoxiden in den Städten. 2016 wurde der Grenzwert für die mittlere jährliche NO 2 -Konzentration an 57 % der verkehrsnahen Messstationen überschritten. Schuld sind hier vor allem Dieselfahrzeuge. Besser sieht es beim Wasser aus: 98 % der deutschen Badegewässer erfüllten auch 2016 die Anforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie. Außerdem hat das Trinkwasser nahezu überall eine sehr gute Qualität. Dagegen ist der ökologische Zustand vieler Gewässer in Deutschland weniger gut: Nur rund 26 % der deutschen Seen erreichten 2015 das Prädikat „gut“ oder „sehr gut“ nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie; bei den Flüssen und Bächen waren es nur 7 % – kein einziges der Übergangs- und Küstengewässer an Nordund Ostsee war 2015 in gutem oder sehr gutem ökologischen Zustand. Auch ist an 18 % der Grundwasser-Messstellen der Grenzwert für Nitrat überschritten. Zum Problem wird hier vor allem der Stickstoff, der durch zu viel Dünger aus der Landwirtschaft in die Gewässer gelangt. Der Stickstoffüberschuss aus der Landwirtschaft ist ein Umweltproblem großen Ausmaßes. Maßnahmen wie die Vorschriften der Düngeverordnung greifen noch nicht in erforderlichem Maße. www.uba.de UmweltMagazin Juli - August 2017 7

Ausgabenübersicht