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07-08 | 2018

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Nachrichten Industriepark Höchst Stabiles Investitionsniveau 2017 Die Infraserv Höchst-Gruppe wächst – in Bezug auf den Umsatz, der für das Geschäftsjahr 2017 konsolidiert rund 975 Millionen Euro beträgt und somit um 3,1 Prozent über dem Vorjahr liegt, aber auch hinsichtlich ihrer Aktivitäten. Vor einigen Monaten ist die neue Tochtergesellschaft Infraserv Höchst Prozesstechnik GmbH an den Start gegangen, die das Dienstleistungsportfolio von Infraserv Höchst in einem für produzierende Unternehmen sehr wichtigen Teilbereich abrundet. Der Industriepark Höchst ist weiterhin einer der erfolgreichsten Forschungs- und Produktionsstandorte für Chemie und Pharma in Europa. Seine ungebrochene Dynamik belegt die Gesamtsumme der Investitionen, die im vergangenen Jahr von allen Standortgesellschaften getätigt wurden: 328 Millionen Euro. Trotz der Rahmenbedingungen, die in einigen Marktsegmenten sehr schwierig sind, verzeichnet er ein wieder sehr stabiles Investitionsniveau. Auch Infraserv Höchst will weiter investieren, um die Infrastruktur des Industrieparks weiterzuentwickeln und dafür zu sorgen, dass der Standort auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt. Im Fokus steht dabei die Energieerzeugung. Eine der Gasturbinenanlagen, die Infraserv Höchst betreibt, soll modernisiert werden, und mit dem Bau zweier weiterer Anlagen könnte die Energieversorgung am Standort noch effizienter werden – und umweltfreundlicher. Bis zu Stefan Pfitzner, Mitarbeiter der Infraserv Höchst Prozesstechnik GmbH und die Infraserv-Geschäftsführer Jürgen Vormann (Zweiter von rechts) und Dr. Joachim Kreysing (Zweiter von links) im Beisein von Frank Unger, Geschäftsführer Infraserv Höchst Prozesstechnik, an einem Pumpenaggregat. 950.000 Jahrestonnen CO 2 -Emissionen könnten künftig vermieden werden, wenn Infraserv Höchst wie geplant in neue Gasturbinenanlagen investiert und künftig auf Kohle als Energieträger verzichtet. www.infraserv.com Bild: Infraserv Studie Innovationsfonds im Emissionshandel Der „EU-Innovationsfonds“ ist ab 2019 ein zentrales Werkzeug des Europäischen Emissionshandels zur Förderung von CO 2 -armen Innovationen. Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) „The Innovation Fund: how can it support low-carbon industry in Europe“ hat untersucht, mit welchen Förderungen der Fonds das Beste für den Klimaschutz herausholen kann. Der Fonds sollte bewusst solche Techniken fördern, die derzeit noch weiter von der Marktreife entfernt sind. Damit kann er dazu beitragen, eine bestehende Lücke zu schließen und so wichtige Impulse zur Dekarbonisierung setzen. Zudem sollte sich der Innovationsfonds auf Breakthrough- Techniken konzentrieren. Darunter werden Klimaschutztechniken verstanden, die ein hohes Emissionsminderungspotenzial besitzen. Der EU-Innovationsfonds wird ab 2019 Versteigerungserlöse aus dem EU-Emissionshandel nutzen, um EU-weit die erstmalige Erprobung innovativer Klimaschutztechniken in der Industrie und der Stromerzeugung zu fördern. Die Europäische Kommission wird die Detailregeln in den kommenden Monaten mit den EU-Mitgliedstaaten beschließen. Die vorliegende Studie macht dafür Vorschläge. Der Fonds speist sich aus den Erlösen der Versteigerung von 450 Millionen Emissionszertifikaten und wird im kommenden Jahrzehnt – je nach Zertifikatspreis – über voraussichtlich etwa 3 bis 10 Mrd. € verfügen. Daraus soll er Innovationen in mehreren Sektoren fördern. Gleichzeitig werden für manche Techniken, die eine deutliche Dekarbonisierung zum Beispiel in der Stahloder Chemieindustrie versprechen, Investitionskosten von 0,5 bis 1 Mrd. € geschätzt. Daher ist eine Konzentration bei der Projektauswahl unerlässlich. Es sollten nur Techniken gefördert werden, die eine erhebliche Emissionsminderung gegenüber den derzeit eingesetzten Techniken aufweisen. Des Weiteren sollten nicht nur Techniken, die bereits nahe an der Marktreife sind, gefördert werden sondern auch solche, die in frühen Entwicklungsstadien bereits im Einsatz sind aber deren großtechnische Umsetzung noch nicht erfolgt ist. Denn vor allem solche Techniken können substanzielle Änderungen und auch Durchbrüche bewirken, die eine Branche transformieren. Viele derzeit verfügbare Techniken haben nur noch begrenztes Minderungspotenzial. Für eine weitgehende Dekarbonisierung sind neben der Förderung innovativer Techniken auch Produktinnovationen und Produktsubstitution von CO 2 -intensiven Produkten notwendig. Der Fonds wäre eine von nur wenigen bekannten Finanzquellen für solche Projekte. Falls auch marktnahe Techniken mit potenzieller Marktreife bis 2030 gefördert werden sollten, kommt für diese eine Förderung mit stärkerer Risikobeteiligung der Investoren in Betracht. Dies können beispielsweise Kredite oder Bürgschaften sein. Förderungsfähig aus dem Innovationsfonds sind Projekte aus den Bereichen Prozessinnovationen bei energieintensiven Industrien, Erneuerbare Energien, Carbon Capture and Storage/ Usage, Energiespeicherung sowie Produkte, die CO 2 -intensive Produkte des Emissionshandels ersetzen. Die Studie wurde vom Ecologic Institut im Auftrag des UBA durchgeführt. Dabei wurden Erfahrungen aus dem Vorgängerfonds „NER300“, der seit 2012 Demonstrationsanlagen im Energiesektor fördert, berücksichtigt. www.uba.de 10 UmweltMagazin Juli - August 2018

Nachrichten Europa-Nachrichten Bild: Linnart Unger Plastikstrategie der EU-Kommission Steuer auf nicht-recycelte Plastikabfälle Im Rahmen ihrer Plastikstrategie hat die EU-Kommission kürzlich einen Plan für die Eindämmung von Einmalplastik vorgestellt. Umweltschützer bewerten den Vorschlag als einen Schritt in die richtige Richtung. 85 Prozent der Abfälle im Meer bestehen aus Plastik. Mit ihrem Gesetzesvorschlag will die Kommission die zehn Einwegprodukte aus Plastik bekämpfen, die am häufigsten an Stränden gefunden wurden. Wenn bereits umweltfreundliche Alternativen bestehen, sollen die Produkte EU-weit verboten werden. Dazu zählen beispielsweise Wattestäbchen, Besteck, Teller und Strohhalme aus Kunststoff. Für andere Produktgruppen wie Getränkebecher sollen Mitgliedstaaten nationale Reduktionsziele erstellen, um den Verbrauch einzudämmen. Darüber hinaus werden Hersteller von Fischfanggeräten, Behältern, Chipstüten, Getränkeflaschen und weiteren Produkten sich laut dem Plan der Kommission an den Kosten für das Sammeln und Weiterverwerten ihrer weggeworfenen Produkte beteiligen müssen. Auch Kosten für Sensibilierungsmaßnahmen sollen Produzenten übernehmen. Auf Produkten wie Hygieneeinlagen oder Luftballons sollen außerdem Informationen zu Umweltauswirkungen und sachgerechter Entsorgung enthalten sein. In Bezug auf Einweg-Getränkeflaschen wünscht die Kommission sich eine verbindliche Sammelquote von 90 Prozent, die durch Pfandsysteme erreicht werden könnte. Die Kommission rechnet damit, dass die Maßnahmen bis 2030 zu einer Einsparung von 3,4 Millionen Tonnen CO 2 führen könnten. Viele Umweltverbände und Politiker bewerten den Entwurf grundlegend positiv, fordern aber auch weitergehende Maßnahmen. Der Verordnungsentwurf ist Teil der im Januar vorgestellten Plastikstrategie der Kommission, die das Plastikmüllaufkommen in der EU verringern und Plastikprodukte bis 2050 komplett recycelbar machen soll. In den nächsten Monaten werden das Europäische Parlament und der EU-Ministerrat ihre Positionen zum Vorschlag der Kommission erarbeiten. Die EU-Kommission hofft darauf, bis zur Europawahl Mitte 2019 Ergebnisse vorweisen zu können. Mit einer Steuer auf nicht-recycelte Plastikabfälle will die EU-Kommission die Kreislaufwirtschaft ankurbeln und den neuen EU-Haushalt finanzieren. Das kündigte Haushaltskommissar Günther Oettinger kürzlich in Brüssel an. Künftig sollen die Mitgliedstaaten für jedes Kilogramm Verpackungsmüll aus Plastik, das nicht wiederverwertet wird, 80 Cent an die EU zahlen. Bei der derzeitigen Recyclingquote von 40 Prozent würden das etwa sieben Milliarden Euro neue Einnahmen pro Jahr für die Kommission ergeben. Die Steuer wird als neue eigene Einnahmequelle der EU im mehrjährigen Finanzrahmen (2021 bis 2027) vorgeschlagen. Gleichzeitig soll das Finanzinstrument einen Anreiz für Mitgliedstaaten schaffen, mehr Verpackungsmüll zu recyceln und damit den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft und die Umsetzung der Plastikstrategie fördern. Obwohl sie also erwartet, dass die Recyclingquote in den nächsten Jahren steigt, rechnet die Kommission bis 2027 mit gleichbleibend hohen Einnahmen aus der neuen Steuer. Das liegt daran, dass sie auch von einem Anstieg der Abfallmenge ausgeht. Der Vorschlag für den mehrjährigen Finanzrahmen wird nun im Ministerrat und dem Europäischen Parlament diskutiert. Die Kommission hofft auf eine Einigung bis zur Europawahl im Mai 2019. www.dnr.de UmweltMagazin-Newsletter Das Wichtigste immer im Blick – mit unserem kostenlosen Newsletter halten wir Sie einmal wöchentlich auf dem Laufenden. Hier finden Sie die täglich erscheinenden News aus dem Bereich der Umwelttechnik kompakt zusammengefasst im Nachrichtenüberblick. Melden Sie sich jederzeit an unter www.umweltmagazin.de/Newsletter. UmweltMagazin Juli - August 2018 11

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