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07-08 | 2018

Special Recycling Der

Special Recycling Der Balastikseparator nutzt zur Trennung die verschiedenen Flugkurven. Nahinfrarot-Spektrometer unterscheiden Materialien entsprechend ihrer Lichtreflexion. scheider, die ein elektrisches Feld erzeugen, aus dem Sortierstrom heraus. Anschließend ausgefeilte Infrarot-Technik Kern der Meilo – und vom Bund mit 2,67 Millionen Euro aus dem Umwelt Innovationsprogramm gefördert – ist die besonders aufwändig ausgeführte KI und die Zukunft der Mülltrennung Nahinfrarot-Scannertechnik. Das Anlagenkonzept setzt auf eine hohe Zahl dieser Sortierstationen: Nahinfrarotspektrometer können unterscheiden, ob gerade eine Shampooflasche aus Polyethylen (PE), ein Flasche aus Polyethylenterephthalat (PET) oder ein Joghurtbecher aus Polystyrol (PS) die Anlage durchläuft. Rund 30 Zentimeter hinter dem Lichtstrahl ist eine Batterie aus Druckluftdüsen montiert, die per Acht-Bar- Druckimpuls gezielt das zuvor detektierte Sortiergut aus dem Strom schießt. In der Meilo arbeiten gleich 22 dieser sensorbasierten Sortiermaschinen (Nahinfrarotspektrometer). Weitere Fortschritte in der Recyclingtiefe sind künftig vor allem an dieser Wer KI hört, denkt unwillkürlich an Roboter, die Autoteile montieren, schachspielende Computer oder Navigationssysteme für Chirurgen. Aber Abfall? Wertstoffe? Die Entsorgungsbranche, eine der wachstumsstärksten Branchen in Deutschland, nutzt schon heute KI. So profitiert die Wertstoffaufbereitungsanlage von Lobbe in Iserlohn, eine der modernsten in diesem Land, von der dort vorhandenen KI. „Die Anforderungen an solche automatischen Erkennungs- und Sortierprozesse entwickeln sich weiter. So ändern sich Produktspezifikationen von Kunststoffarten“, sagt Michael Wieczorek, Geschäftsführer Lobbe Entsorgung West GmbH & Co KG. Unter KI werden Verfahren verstanden, bei denen nicht maschinell ein Prozess stets wiederholt wird, sondern bei dem es um Differenzierung, Entscheidung und Veränderung geht – kurzum, um Mitdenken. KI zeichnet sich durch Lernfähigkeit aus, sodass derartige Systeme auf neue Anforderungen „intelligent“ reagieren können. Entsprechend sollten KI-Systeme menschenähnliche Entscheidungsstrukturen besitzen. Lobbe-Geschäftsführer Micheal Wieczorek. Eine dieser dynamischen Herausforderungen ist die starke Veränderung der Verpackungsmaterialien und -zusammensetzungen. Polystyrol, früher die Standardverpackung von Joghurt, stirbt langsam aus. Stattdessen sind gerußte, kristalline oder geschäumte Verpackungen auf dem Vormarsch. Und diese muss eine hochmoderne, leistungsfähige Wertstoffsortieranlage unterscheiden können, damit Anlagen weiterhin hohe Sortierquoten erzielen können. Zugleich muss die Technik erkennen, welche Fehlwürfe – beispielsweise Altkleider oder Windeln – nicht ins Recycling kommen. Hier muss KI mitdenken und sich verändernden Rahmenbedingungen anpassen. Denn zum einen schreibt das anstehende Verpackungsgesetz eine höhere Güte des sortierten Materials vor, zum anderen aber kommen immer wieder neue Materialien hinzu, die sortenrein getrennt werden müssen. 22 UmweltMagazin Juli - August 2018

Recycling Special Bei der manuellen Trennung werden Fehlwürfe aussortiert. Stelle zu erwarten. Meilo erlaubt, neu für die Branche, bereits die Trennung von PP und OPP. Manuelle Nachsortierung ist immer noch nötig „Ein großes Problem für das Recycling sind gerußte, schwarze Verpackungen. Da sie das Licht des Scanners nicht reflektieren, können wir diese auch nicht sortieren“, erläutert Nach der Sortierung verlassen sortenreine, gepresste Ballen die Anlage Bertmann. So braucht auch die modernste Sortieranlage zuverlässige Hände: Über eine ganze Reihe von parallelen Bändern ist der Kunststoff- Sortierstrom anschließend aufgeteilt – und auf jedem wird händisch nachgearbeitet, alleine auf drei Bändern laufen Folien. Die getrennten Ströme landen in Materialbunkern, aus denen sich Paktier- und Ballenpresse bedienen und Bilder: Lobbe (7), Vogt (2) Meilo kann sogar drei verschiedene Sorten Folie unterscheiden. die getrennten Materialien zu hochkompakten Würfeln verpressen. Diese lagern schließlich draußen auf dem Freigelände der Meilo. Nahe am theoretisch möglichen Maximum Seit 21. Februar 2018 lief die Anlage im Probebetrieb, um die einzelnen Anlagenteile aufeinander einzuspielen. Seitdem leitet Manuel Götz, Betriebsleiter Meilo, die Anlage mit ihren 60 Angestellten. Die offizielle Einweihung der Anlage erfolgte am 22. Juni 2018. Zunächst noch im Zwei- Schicht-Betrieb, wollen die Betreiber auf drei Schichten aufstocken, um die Anlage im zweiten Halbjahr 2018 auf volle Auslastung hochzufahren. Mit den angepeilten 53 Prozent Recyclingquote, die jetzt bereits fast erreicht werden, übertrifft die Meilo nicht nur die gesetzlichen Anforderungen, sondern liegt sehr nahe am theoretischen Optimum. Denn nach den Erfahrungen der bisherigen Betriebsmonate enthält die Anlieferung rund 30 Prozent Fehlwürfe - kuriosester Fehwurf war eine tote Katze - und 16 Prozent nicht recycelbare Kunststoffe. Somit bleiben maximal 54 Prozent recycelbares Material übrig. Sabine Günther, Sabine.Guenther@lobbe.de, Martin Vogt, vogt@springer-vdi-verlag.de UmweltMagazin Juli - August 2018 23

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