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07-08 | 2018

Special Recycling

Special Recycling material, als Recyclatkern zu finden. Der Einsatz der PVC-Recyclingprofile ist mittlerweile Standard. Anwendbar ist dieses Prinzip auch für PVC-Böden und -Rohre, bei denen das Regranulat auf der Unterseite bzw. in der Mittelschicht eingesetzt werden kann. Etablierte, langlebige Produkte werden schließlich – zum Teil als Mischfraktion – auch aus alten PVC-Kabelummantelungen hergestellt. Hier reicht die Palette vom Bakenfuß, über Schächte und Bretter bis zum widerstandsfähigen Industriebodenbelag. Ressourcen schonen und Energie sparen Innovative, sichere und langlebige Bauprodukte aus PVC leisten einen wichtigen Beitrag zur Ressourceneffizienz und tragen so zum Gelingen einer „low corbon“ Kreislaufwirtschaft bei. Besonders deutlich wird dies bei modernen Energiesparfenstern aus Kunststoff. Durch ihren Einbau kann der Wärmebedarf eines Gebäudes um bis zu 15 Prozent gesenkt werden. Laut einer aktuellen Studie vom Verband Fenster + Fassade (VFF) und des Bundesverbandes Flachglas gibt es allein in Deutschland im Gebäudebestand noch 17 Millionen Fenstereinheiten mit Einfachglas. Würden diese gegen moderne Kunststofffenster ausgetauscht, könnten allein dadurch rund 1,9 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Besonders hoch ist die Energieeffizienz bei Fenstersystemen nach dem Passivhaus-Standard mit einem Uw-Wert von 0,8 W/m2K oder weniger. Moderne Lüftungssysteme mit integrierter Wärmerückgewinnung sorgen für frische Luft und reduzieren die Raumfeuchtigkeit, ohne dass dabei wertvolle Energie verloren geht. PVC-Produkte, wie beispielsweise aus dem Baubereich (Fenster, Bodenbeläge, etc.) werden recycelt. Bei energetischer Gebäudesanierung spielen Fenster aus PVC eine beträchtliche Rolle. Weiterentwicklungen und Innovationen Viele moderne PVC-Produkte sind heutzutage wahre Hightech-Wunder, die dank ihrer Vielzahl an Eigenschaften und Funktionen immer mehr Menschen begeistern. Der Werkstoff erlaubt es, mit seinen Additiven die Produkte zielgenau auf ihre Anforderungen zu „programmieren“. Seien es hocheffiziente Fenster- und Fassadensysteme aus Kunststoff, besonders hygienische und pflegeleichte Bodenbeläge aus Vinyl mit naturgetreuer Holz- oder Steinoptik, sehr widerstandsfähige Dachund Dichtungsbahnen zum Beispiel in Schwimmbädern und auf Bürodächern sowie beschichtete Gewebe für moderne Sportstadien oder äußerst langlebige PVC-Rohrleitungssysteme über und unter der Erde. Die Unternehmen der PVC-Branche investieren seit Jahren massiv in die nachhaltige Weiterentwicklung ihrer Prozesse und Produkte. Dabei ist das Thema Innovation in vielen Unternehmen fester Bestandteil der Zukunftsstrategie. Für solch vorausschauendes Denken und Handeln ist es heute unerlässlich, das Lebensende und die Möglichkeiten von Rezyklateinsatz bereits am Anfang der Entwicklungen mit zu berücksichtigen. Michael Friedrichs, Michael.Friedrichs@agpu.com, Thomas Hülsmann, Thomas.Huelsmann@agpu.com Bild: VinylPlus® Bild: AGPU 28 UmweltMagazin Juli - August 2018

Recycling Special Logistikvorgänge bei Elektroaltgeräten Mit Hilfe von Datenloggern lassen die Bewegungen von Recycling-Gut innerhalb der Logistikkette exakt erfassen. In der Logistikkette ist der Umgang mit Altgeräten rau – mit der Gefahr, das gefährliche Stoffe austreten. Mini-Datenlogger erfassen mechanische Belastungen und helfen, Umweltschäden zu verhindern. Umweltaspekte gewinnen in allen Bereichen der Güterverarbeitung, Logistik und auch der Entsorgung und des Recycling immer größeres Gewicht. Mechanische Schäden müssen dabei erkannt, registriert und analysiert werden, denn in Elektro(nik)altgeräten (EAG) können vielfältige gefährliche Stoffe enthalten sein, wie z.B. Quecksilber, Schwermetalle, Tonerstaub, Batterien etc. Gleichzeitig sind die Logistikvorgänge im Recyclingbereich nicht mit denen bei Neuware zu vergleichen. D.h. guter Witterungsschutz, Verpackungen der Güter, vorsichtige Umschlagvorgänge sind im Recyclingbereich nicht die Regel. Beispielsweise ist das Abkippen von Geräten aus einem Container auf Betonboden aus 1–2 m Höhe alltägliche Praxis (Fall, Bild nächste Seite). Dabei sind die Geräte nicht verpackt. Ein Witterungsschutz wäre zwar gesetzlich vorgeschrieben, in der Praxis allerdings selten angewendet. Gefährliche Stoffe können austreten Wenn bei solchen Abkippvorgängen die Altgeräte beschädigt werden, können Schadstoffe, wie z.B. Quecksilber aus Flachbildschirmen freigesetzt werden. Ein Beispiel sind die empfindlichen, quecksilberhaltigen Röhrchen der Hintergrundbeleuchtung eines Flachbildschirms. Diese befinden sich hinter dem Display und dürfen bei Logistikvorgängen nicht beschädigt werden. Durch den Austritt von Schadstoffen wie Quecksilber oder von Schwermetallen in der Leuchtschicht etc. würden nicht nur die Umwelt in grossem Masse geschädigt sondern eventuell auch Mitarbeiter gefährdet. Obwohl dies alles natürlich vermieden werden muss, werden EAG in der Praxis immer wieder durch Logistikvorgänge zerstört. Abkipp-Versuche zur Ermittlung mechanischer Belastungen Da in der Praxis immer wieder Schadstoffe aus EAG durch die sehr hohen mechanischen Belastungen freigesetzt werden, sollte in einem Forschungsprojekt durch den Einsatz von Miniatur-Datenloggern des Typs MSR165 des Schweizer Technologieunterneh- UmweltMagazin Juli - August 2018 29

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