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07-08 | 2018

Umweltmarkt Produkte

Umweltmarkt Produkte Gimat Toxizitätsmessung in der Kläranlage Im Falle einer Einleitung von toxischen Wässern in eine Kläranlage können diese die Kläranlagenbiologie hemmen oder töten, so dass die Reinigungsleistung stark vermindert wird. Ein Fischund Pflanzensterben kann die Folge sein. Für Kläranlagen ist es daher wichtig, ihr Abwasser im Zulauf auf toxische Stoffe hin zu untersuchen. Standardisierte Labormethoden sind hier jedoch sehr personal- und zeitaufwendig. Ein rechtzeitiges Reagieren ist nicht möglich. Abhilfe schaffen automatische, speziell für Kläranlagen konzipierte Online-Messungen aus dem Hause Gimat GmbH Liquid Monitoring, bei denen das Ergebnis innerhalb weniger Minuten zur Verfügung steht. Die Verwendung der Original-Biomasse unter denselben Bedingungen wie denen im Klärbecken stellt hierbei einen Vorteil dar. Das Unternehmen aus Polling bietet dazu zwei Geräte an. BIO-ZAW überwacht die Atmung der Biomasse, in der sich Vergiftungen rasch bemerkbar machen. Der Dima-CenoTOX 2.0 erlaubt die differenzierte Betrachtung der besonders empfindlichen Nitrifikanten. Durch die Mehrstromtechnik lassen sich mit diesem Gerät zusätzliche Probenströme analysieren. www.gimat.de BIO-ZAW überwacht die Atmung der Biomasse, in der sich Vergiftungen rasch bemerkbar machen. Bild: Gimat Esders Risikogebiete für Leckagen online überwachen Leckagen frühzeitig erkennen, Wasserverluste und Schäden durch Unterspülungen vermeiden: Mit Phocus3m stellt die Esders GmbH ihre neue Generation Geräuschlogger vor. Mittels Mobilfunkund Cloud-Verknüpfung ermöglicht das Gerät, leckagegefährdete Netzabschnitte von jedem internetfähigem Rechner aus zu überwachen. Das System eignet sich daher besonders zum dauerhaften Einsatz in Risikogebieten mit hoher Rohrbruchgefahr oder in solchen wo große Folgeschäden drohen. Es gibt Netzbetreibern über alle gängigen Webbrowser zu Arbeitsbeginn ein umfassendes Lagebild des kontrollierten Netzabschnittes. Wasserversorger gewinnen damit Zeit und Handlungsfähigkeit im Kampf gegen Leckagen. Bei herkömmlichen Übermittlungsarten, die mit Infrarot oder Nahbereichsfunk arbeiten, muss das Auslesegerät zunächst physisch in die Nähe der Geräuschlogger kommen, was einen entsprechenden Zeit- und Personalaufwand erfordert. Die Geräuschlogger lassen sich, nach Unternehmensangaben, schnell installieren und benötigen keine oberirdische Hardware. Sie werden vor Ort einmalig mit dem Smart Recorder programmiert und in die Hydranten- und Schieberkappen eingesetzt. Dabei wird automatisch die GPS-Position der einzelnen Logger gespeichert. So Bild: Esders Datenfernübertragung aus Schieberoder Hydrantenkappen. kann später am PC ohne zusätzliche Eingaben eine Übersicht des Netzabschnittes mit den Standorten sämtlicher Logger in Google-Maps erzeugt werden. Über Nacht werden die Kontaktschallmikrofone der Logger in zuvor definierten Intervallen aktiviert und analysieren auftretende Leckgeräusche. Die aufbereiteten Messdaten und bei Bedarf auch die Audiodaten werden an eine Cloud übertragen. Hinweise auf neu entstandene Leckagen lassen sich so schon frühmorgens per Webbrowser abrufen. Alle autorisierten Arbeitsgruppen können auf die Daten zugreifen. Bei hoher Leckwahrscheinlichkeit schließt sich dieser Vorortung dann die exakte Ortung mit dem Eureka3 Korrelator an. Zusätzlich kann der Nutzer beim Überschreiten bestimmter Schwellenwerte einen E-Mail-Alert einrichten, um unmittelbar darauf zu reagieren. Die Anwender benötigen neben der Logger- Technik lediglich einen zeitgemäßen internetfähigem PC; Cloudservice, Support und Datentransfer für alle Mobilfunknetze sind im Phocus3m-Paket inkludiert. www.esders.de 32 UmweltMagazin Juli - August 2018

Produkte/Projekte Umweltmarkt GWU Durchfluss flüssiger Medien messen Der Durchfluss von flüssigen Medien lässt sich in vollgefüllten Rohrleitungen mithilfe der externen Clamp-On-Sensoren der GWU-Umwelttechnik GmbH aus Erftstadt bestimmen. Das Verfahren basiert auf der Messung von Laufzeitdifferenzen von Ultraschallsignalen und ist für unterschiedlichste Rohrmaterialien, wie zum Beispiel Stahl, Kunststoff oder Beton, einsetzbar. Es lassen sich unterschiedliche Medien wie Trink- und Abwasser und andere in einem Nennweitenbereich von DN10 bis DN3000 messen. Der Temperaturbereich reicht bis 200 °C. Durch die Installation ohne Prozessunterbrechung eignet sich Stationäres Durchflussmessgerät für vollgefüllte Leitungen mit Ultraschall- Laufzeitdifferenz-Verfahren. IFX-F100 auch zur Trinkwasserüberwachung. Unterschiedlichen Schnittstellen wie etwa Analog, Impuls oder RS485 ermöglichen die Anbindung des Geräts an jedes Leitsystem. Das Display unterstützt mit intuitiver Dialogführung die Positionierung der Sensoren und zeigt unmittelbar momentane Durchflusswerte und Gesamtsummen. www.wasser.gwu-group.de Bild: GWU DBU Verfahren zur Düngergewinnung unterstützt Neues Verfahren zur Herstellung von einsatzbereitem Standarddünger. Phosphor fördert in Form von Phosphat das Pflanzenwachstum und ist oft die Basis für Dünger. Doch der Abbau des Mineralstoffs birgt viele Probleme. Das macht die rund zwei Millionen Tonnen Klärschlamm, die in Deutschland pro Jahr anfallen und recyclingfähiges Phosphor enthalten, zu einer wichtigen Quelle. Mit der Firma Seraplant aus Haldensleben und der Materialforschungs- und Prüfanstalt an der Bauhaus-Universität Weimar hat die die Glatt Ingenieurtechnik, Weimar, eine Möglichkeit gefunden, phosphorhaltigen Dünger aus der Asche verbrannten Klärschlamms zu erzeugen. Dabei wird in einem zweistufigen Verfahren aus der Asche ein pflanzenverfügbares Düngergranulat gefertigt. So lässt sich der Kreislauf des Phosphors schließen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt unterstützt das Projekt fachlich und finanziell mit rund 119 000 Euro. Würde der in Deutschland anfallende Klärschlamm getrocknet, läge sein Gewicht bei rund zwei Millionen Tonnen pro Jahr – rund 60 000 Tonnen davon seien Phosphor, der lebensnotwendige Stoff für alle Organismen. Bisher wird jedoch weniger als die Hälfte des Klärschlamms und damit seiner wertvollen Inhaltsstoffe genutzt. Das soll mit dem Verfahren geändert werden. In zwei Hauptverfahrensschritten wird aus der Asche des verbrannten Klärschlamms einsatzbereiter Standarddünger. Zunächst wird der Asche Phosphorsäure hinzugefügt, um die Phosphatumwandlung anzustoßen. Ohne diesen Schritt könnten die in der Asche enthaltenen Nährstoffe nicht von den Pflanzen aufgenommen werden. Indem die Minerale mit der Säure reagieren, entstehen für die Düngemittelindustrie interessante Phosphate. Der Mischung aus Feststoff und Flüssigkeit können bei Bedarf weitere Nährstoffe in flüssiger sowie fester Form oder zusätzliche Phosphatquellen zugesetzt werden. Zudem ist das Verfahren für unterschiedliche Aschen geeignet. Anschließend wird die Suspension granuliert, sodass am Ende phosphorhaltiger Dünger entsteht. Dieser entspricht den gesetzlichen Anforderungen und kann direkt in der Landwirtschaft verwendet werden. Ein wichtiger Vorteil des Verfahrens ist die einfache technische Umsetzbarkeit. Zudem wird kein Rohphosphat sowie weniger Energie benötigt, und es entstehen keine Abfälle. Die Grundidee des Verfahrens wird schon länger getestet. Doch bisher verhinderten technische Probleme, dass es auch eingesetzt wird. Unkontrollierte Reaktionen der einzelnen Bestandteile, die schwankende Qualität des Düngers und schneller verschleißende Anlagen konnten aufgrund des zweistufigen Aufbaus im Rahmen des Projektes aber beseitigt werden. Darüber hinaus können Schwankungen in der Zusammensetzung der Klärschlammaschen einfach ausgeglichen werden, indem die Rezeptur angepasst wird. Das sichert eine gleichbleibend hohe Qualität. Nun sind die Projektpartner dabei, das Verfahren in die industrielle Anwendung zu überführen. Zudem soll getestet werden, ob beispielsweise auch Gülle oder andere Stoffe mithilfe des Verfahrens in Dünger umgewandelt werden können. www.dbu.de Bild: Klaas Hartz / Pixelio UmweltMagazin Juli - August 2018 33

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