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07-08 | 2018

Wasser Das modulare

Wasser Das modulare System ermöglicht die freie Positionierung benötigter Schächte ohne statische Einschränkungen. Bilder: Graf sungen lassen sich die Module, dank ihres quadratischen Grundmaßes von 80 x 80 cm, individuell an die örtlichen Gegebenheiten anpassen. Die einfache Handhabung spart beim Rigolensystem EcoBloc Inspect 420 entscheidend Montagezeit und Kosten. Durch die vormontierten Module wird nur wenig Zubehör und kein Werkzeug benötigt. Dank der integrierten Zentrierung sind die montagefreundlichen Module lediglich horizontal zu verbinden. So werden sie zu einem hochstabilen Blockverbund zusammengefügt, obwohl bis zu 60 % weniger Verbindungspunkte gegenüber herkömmlichen Rigolensystemen benötigt werden. Spezialisten von Graf montierten 1.142 Module schlüsselfertig vor Ort zu einem Blockverbund mit einem Speichervolumen von 479.640 l. Der Rigolenkörper hat eine Kubatur von 38,40 m x 9,60 m x 1,32 m. Dazu wurden die Graf EcoBloc Inspect 420 Module in zwei Lagen installiert. Nach der Montage des Blockverbundes wurden die Rohre für den Zu- und Ablauf sowie die sechs Entlüftungsausgänge montiert. Der Blockverbund wurde anschließend mit Geotextil eingeschlagen. Diese innere Schicht wurde in einem zweiten Arbeitsschritt mit einer wasserundurchlässigen 2-mm-HDPE-Folie verschweißt. In einem dritten Arbeitsschritt wurde die Rigole nochmals mit Geotextil umschlossen. Der dreilagige Aufbau verhindert den unkontrollierten Wasseraustritt aus den Modulen. Die innere Geotextilschicht schützt dabei die HDPE-Folie vor möglichen Beschädigungen durch Kanten. Das äußere Geotextil dient als Schutzschicht für das System. Die EcoBloc Inspect 420 Module werden zu 100 % aus recyceltem Kunststoff hergestellt. Sie sind konstruktiv auf eine Nutzungsdauer von mindestens 50 Jahren ausgelegt. Zur Sicherstellung einer dauerhaft hohen Versickerungsleistung trägt der integrierte Inspektionskanal bei. Der Graf Eco- Bloc Inspect 420 ist mit gängigen Inspektionskameras DN 200 inspizierbar und kann zudem bei Bedarf mit Hochdruck gespült werden. Das Regenrückhaltesystem wurde von einem Sachverständigen der Baubehörde des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt abgenommen und freigegeben. Vario 800 Schachtsystem passgenau integriert In den EcoBloc-Verbund sind vier Vario 800 Schachtsysteme von Graf passgenau integriert. Dadurch war kein zusätzlicher Aushub notwendig und das Schachtvolumen wird in das Fassungsvermögen des Regenrückhaltesystems einbezogen. Das modulare System ermöglicht die freie Positionierung benötigter Schächte ohne statische Einschränkungen. Das Schachtsystem bietet die Möglichkeit zum Anschluss großer Rohrdurchmesser bis DN 400. Mit dem um 360° drehbaren VS-Zulaufmodul können Anschlüsse bis DN 300 ohne zusätzliche Anschlussbögen realisiert werden. Eine lichte Weite des Schachtes von 600 mm erleichtert bei späteren Revisionen den Zugang. Der Teleskop-Domschacht ermöglicht die stufenlose Anpassung an die Erdüberdeckung bis zur Geländeoberkante. In Verbindung mit dem Teleskop-Domschacht LKW ist das System bis SLW 60 überfahrbar. Die Schachtsysteme wurden bei Graf bereits projektspezifisch vormontiert und anschlussfertig angeliefert. Dies sparte Zeit beim Einbau und erleichterte die Inbetriebnahme vor Ort. Neben den Produktvorteilen haben die umfassenden Serviceleistungen von Graf das Planungsbüro und die ausführenden Unternehmen überzeugt. Das Graf Projektteam unterstützte das Bauvorhaben bei der Planung und Bemessung des Systems. Außerdem bietet das Unternehmen nicht nur die termingerechte Lieferung der Module direkt an den Einbauort, sondern auch die komplette, anschlussfertige Montage des Rigolenkörpers durch erfahrene Spezialisten an. Dies reduziert in einem eng getakteten Bauablauf die Schnittstellen und schafft Planungs- und Kalkulationssicherheit. Andreas Steigert, Leiter Marketing Otto Graf GmbH, steigert@graf.info 40 UmweltMagazin Juli - August 2018

Energie Brennstoffzelle für die Schiene Äußerlich sieht der Alstom Coradia iLint aus wie ein konventioneller Nahverkehrszug. Bei alternativen Antrieben steht zumeist der Straßenverkehr im Fokus – aber auch Schienenfahrzeuge fahren heute vielfach mit Diesel, der langfristig ersetzt werden muss. In Niedersachsen wird in Kürze der weltweit erste Personenzug mit Brennstoffzelle (Wasserstoff) fahren. Genauer gesagt basiert das „Coradia iLint“ genannte Model auf dem seit Jahren etablierten Nahverkehrszug mit Dieselantrieb (vorgestellt 1999), den Alstom auf die lokal emissionsfreie Technik umgestellt hat: Komprimierter Wasserstoff reagiert in Brennstoffzellen zu Strom, der Elektromotoren antreibt. Zur Pufferung kommen größere Batterien zum Einsatz. Rückblick: Alstom hatte am 24. September 2014 auf der Innotrans in Berlin verkündet, ab 2018 Brennstoffzellen- Züge im regulären Fahrplan einsetzen zu wollen. Zunächst in Niedersachsen, dann auch in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Aktuell, knapp vier Jahre später, befindet sich der Coradia iLint befindet sich seit Monaten in der Erprobung. Die Zulassung für den Passagierverkehr im öffentlichen Netz in Deutschland seitens des Eisenbahn-Bundesamt (EBA) erfolgte am 11. Juli. Somit kann demnächst der Personenverkehr mit beiden Coradia iLint-Prototypen im EVB-Netz aufgenommen werden. Serienstart im Spätsommer Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) wird, das sieht der im November 2017 von ihr, Alstom (Züge) sowie Linde (Wasserstoff) unterzeichnete Vertrag vor, insgesamt 14 Züge abnehmen. Das niedersächsische Verkehrsministerium unterstützt die Anschaffung mit 81,3 Millionen Euro. Die ersten beiden der 14 Züge werden dann bei der evb ihren regulären Fahrbetrieb aufnehmen und bedienen die Strecke Buxtehude–Bremervörde–Bremerhaven–Cuxhaven. Sie werden ab Bremervörde fahren. In Bremervörde befindet sich erstens die evb-eigene Werkstatt, in der die Züge von Hersteller Alstom gewartet werden, sowie zweitens die von Air Products betriebene Wasserstoff-Tankstelle. Später wird Linde übenehmen. Für die weltweit erste Wasserstoff-Tankstelle für Züge beteiligt sich der Bund mit einem Förder-Zuschuss an den rund zehn Millionen Euro Investitionskosten.. Warum Wasserstoff? Zum grundsätzlichen Hintergrund: Die Fakten sind klar - Erdöl ist endlich, und seine Verbrennung entlässt Koh- UmweltMagazin Juli - August 2018 41

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