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07-08 | 2018

Medienpartnerschaft Der

Medienpartnerschaft Der Umweltauditor fragt nach Ein Umweltauditor prüft, wie Unternehmen die Umwelt in Wechselwirkung mit den eigenen Tätigkeiten und Auswirkungen managen. Als Hilfsmittel, um die Aktivitäten des Unternehmens zu spiegeln, kann er Standards wie ISO 14001 oder EMAS nutzen. Kontakt Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) Claudia Nauta August-Schanz-Str. 21A 60433 Frankfurt am Main Tel.: 069/95424-209 Fax: 069/95424-133 claudia.nauta@dgq.de www.dgq.de Dabei geben Standards für Umweltmanagementsysteme viele Hilfestellungen, wie ein Unternehmen seine Abläufe organisieren kann, um die Umwelt zu schützen. Einige Aspekte, nach denen Umweltauditoren fragen, seien hier genannt. Die Umweltleistung Der Begriff Leistung suggeriert immer etwas Positives. Auf die Umwelt bezogen ist das auch so, aber man muss das Positive als Negativ sehen. Es geht darum, Verbräuche und Gefahren zu reduzieren oder weniger zu emittieren. Ein Umweltauditor wird immer hinterfragen, inwieweit Ziele gesetzt und eingehalten wurden, um Umweltbelastungen zu reduzieren und die Umweltleistung zu erhöhen. Je nach Art und Umfang von Umweltbelastungen, hinterfragt der Auditor die Eignung von Umweltzielen und Messmethoden, die Auswahlmethode und den Umsetzungserfolg von Maßnahmen. Die Umweltrechtskonformität Wirken sich Tätigkeiten des Unternehmens in größerem Maße auf die Umwelt aus oder bestehen solche Risiken, sind – zumindest in Deutschland und anderen EU-Ländern – rechtliche Schutzstandards zu befolgen. Diese einzuhalten, ist von Beginn an eine der wichtigsten Anforderungen von Umweltmanagementsystemstandards. Deswegen ist es ein Klassiker, nach dem Prozess zu fragen, wie zutreffende Vorschriften und Handlungspflichten ermittelt, bewertet, umgesetzt, kontrolliert und wieder aktualisiert werden. Die Umwelt in der Lieferkette Auch die Fragen nach den Umweltaspekten im Beschaffungsprozess und in den Vereinbarungen mit Lieferanten, sind bewährt. Dennoch blieb der Fokus häufig auf dem direkten Lieferanten beschränkt. Nun geht es immer mehr darum, den Umweltauswirkungen von Unterlieferanten und auch denen von Bild: DGQ Kunden in Verbindung mit dem eigenen Produkt auf der Spur zu sein. Der umsichtige Umweltauditor lenkt dabei die Aufmerksamkeit des Unternehmens auf diejenigen Aspekte, die relevant und beeinflussbar sind. Die Berücksichtigung des Lebenswegs bringt Fragen auf, ob Umweltauswirkungen durch die Lieferkette bis hin zum Endkunden ausreichend bekannt und untersucht sind. Sie weckt gegebenenfalls Begehrlichkeiten, mehr Einfluss auf die Lieferkette auszuüben. Umweltbedingter Einfluss von außen Welche umweltbedingten Rahmenbedingungen und Veränderungen können Einfluss auf das eigene Unternehmen ausüben? Ein Gastronomiebetrieb, der von der Badesaison einer Talsperre abhängt, kann unter einer langen Sanierungsphase der Wasseranlage oder ausbleibenden Niederschlägen leiden. Rohstoffabhängigkeiten können das Produktdesign beeinflussen, der gesicherte Zugang zu Wasser und Strom die Standortwahl, die saubere Luft oder sichere Umweltbedingungen vor Ort die Bereitschaft zur Mitarbeit. Potenziell verfügbare neue Umwelttechnologien oder -techniken können zum Standard für die eigenen Tätigkeiten werden und Investitionen benötigen. Die Umwelt kann die Rahmenbedingungen für Unternehmen entscheidend beeinflussen. Der Blick darauf empfiehlt sich auch außerhalb jedes ISO-Umweltmanagementsystems und stellt für Umweltauditoren eine neue Herausforderung dar. 50 UmweltMagazin Juli - August 2018

Standards Service Regeln & Normen Bild: Rainer Sturm / pixelio.de VDI 4801 Vorgehensweisen für schonenden Rohstoff-Einsatz Herstellkosten senken, Produkt- und Prozessinnovationen schaffen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten: Die neue Richtlinie VDI 4801 „Ressourceneffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) – Strategien und Vorgehensweisen zum effizienten Einsatz natürlicher Ressourcen“ unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei, die Ressourceneffizienz ihrer Produkte und Prozesse zu steigern. Damit können KMU Material und Energie sowie Produktionskosten einsparen. Sie beinhaltet Strategien und Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz von Produkten und Prozessen. Je nach betrieblicher Ausgangslage und Produktspektrum gibt es in Unternehmen verschiedene Ansatzpunkte im gesamten Lebensweg von der Rohstoffherstellung über die Produktion und Nutzung bis hin zur Entsorgung. Der Mehrwert der neuen Richtlinie liegt insbesondere in der Bereitstellung eines konkreten Leitfadens: Mit Hilfe einer Schritt-für- Schritt-Vorgehensweise können Unternehmen ihre Produkte und Prozesse ressourceneffizienter gestalten. Häufig lassen sich damit systematisch Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens steigern. Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz veranstaltet auf der Grundlage der VDI 4801 Qualifizierungskurse. Mitarbeiter aus verarbeitenden Unternehmen und Berater bilden sich mit den Seminaren gezielt zum Thema Material- und Energieeffizienz weiter. Kursinhalt ist praxisnahes Know-how zur Umsetzung geeigneter Maßnahmen. Gemeinsam mit anderen Fachexperten aus Industrie und Wissenschaft sowie Behörden war das VDI ZRE an der Erarbeitung der Richtlinie beteiligt. Herausgeber der Richtlinie ist die VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (GEU). Die Richtlinie ist im Mai 2018 als Weißdruck erschienen und ersetzt den Entwurf von Februar 2016. durch elektrische Energie. Die Richtlinie basiert auf Praxiserfahrungen und berücksichtigt die durch den Betreiber zu gewährleistende Sicherheitskette. Die Sicherheit von Arbeitsmitteln hängt sehr oft maßgeblich vom Anschlusspunkt der versorgenden Anlage ab. Aus vorgenannten Gründen wird die Anwendung der VDI-Richtlinie bei der Ausbildung von Elektrofachkräften zur Prüfung von Niederspannungsanlagen gemäß ArbStättV, DGUV Vorschrift 3 sowie VDE 0105–100 empfohlen. Herausgeber der Richtlinie VDI 4068 Blatt 4 „Anforderungen an die externe Ausbildung für die Prüfung handgeführter elektrisch betriebener Arbeitsmittel“ ist die VDI-GEU. Richtlinie VDI 4084 Instandsetzung und Aufarbeitung von Verbrennungsmotoren Bisher ist eine präzise Leistungsbeschreibung im Bereich von Instandsetzung und Aufarbeitung von Verbrennungsmotoren nur schwer möglich, da Begrifflichkeiten nicht eindeutig definiert sind. Aktuell verwendete Begriffe wie Austauschmotor, Instandgesetzter Motor, Generalüberholtes Aggregat und andere zeigen die bisher vorhandene begriffliche Unsicherheit. Die Richtlinie VDI 4084 „Instandsetzung und Aufarbeitung von Verbrennungsmotoren – Begriffe und Prozesse“ soll hier für Abhilfe sorgen. Die Richtlinie VDI 4084 spezifiziert Begriffe und legt Kriterien zur Beschreibung des Instandsetzungs- und Aufarbeitungsumfangs von Verbrennungsmotoren fest. Es wird dargestellt, wie der Arbeitsumfang beschrieben wird und welche Leistungen der Kunde erwarten kann. Herausgeber ist die VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (GEU). Die Richtlinie ist im Juli 2018 als Weißdruck erschienen und ersetzt den Entwurf von September 2017. VDI 4068 Blatt 4 Prüfung handgeführter elektrisch betriebener Arbeitsmittel Diese Richtlinie gibt Anforderungen an die Qualifikation sowie Qualifizierung einer zur Prüfung befähigten Person, die mit Prüfungen beauftragt wird. Sie betrachtet im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung Prüfaufgaben an Geräten, Maschinen und Anlagen, die bei der Arbeit verwendet werden, und bezieht sich ausschließlich auf die Gefährdungen Beuth Verlag – Normen und Fachliteratur Beuth Verlag GmbH Am DIN-Platz Burggrafenstraße 6 10787 Berlin Telefon: +49 30 2601–0 Telefax: +49 30 2601–1260 kundenservice@beuth.de www.beuth.de UmweltMagazin Juli - August 2018 51

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