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07-08 | 2019

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Special Abfall,

Special Abfall, Recycling und Kreislauf Metallspäne sind wertvoller Rohstoff Zahlreiche Betriebe sammeln anfallende Metallspäne in großen Containern und verkaufen sie für sehr wenig Geld als Schrott. Dabei ließe sich mit relativ geringem Aufwand der Wert loser Späne deutlich erhöhen. In gepresstem Zustand können sie als Briketts im eigenen Werk eingeschmolzen oder mit höherem Erlös verkauft werden. Als Nebeneffekt vereinfachen sich Lagerhaltung und Logistik. Messingbriketts in einem Container vor dem Schmelzofen, in dem diese eingeschmolzen werden. Ob Stahl, Eisen, Aluminium oder Kupferlegierungen – auf dem Weg vom Gussteil zum fertigen Produkt fallen meist irgendwann Späne an. Schade nur, wenn diese nicht optimal verwertet werden. Beim Verkauf in loser Form werden geringe Preise erzielt. Das Einschmelzen loser Späne bringt zudem, sofern überhaupt möglich, nicht immer die höchste Metallausbeute, sondern schafft vielmehr zusätzliche Probleme. Eines davon: Die oft anhaftende Restfeuchte aus einer spanenden Bearbeitung wie dem Fräsen. Laut Andreas Jessberger, Vertriebsleiter bei Ruf Maschinenbau GmbH & Co. KG im bayrischen Zaisertshofen, liegt diese häufig bei bis zu 15 Prozent, im Einzelfall auch darüber. Er erklärt: „Kommt das flüssige Metall mit Kühlschmierstoffen in Kontakt, findet eine explosionsartige Reaktion statt. Entsprechend wichtig ist das Thema Restfeuchte.“ Deutlich weniger feucht Mit leistungsfähigen Brikettierpressen lässt sich der Feuchtewert auf unter drei Prozent bei Aluminium und unter zwei Prozent bei Gusseisen senken. Die Metallausbeute beim Einschmelzen von Briketts steigt und deren Wert ist höher. Zylinderförmige Gußeisenbriketts. Würfelförmige Kupferbriketts umgeben von Kupferspänen. Als weiteren Vorteil nennt Jessberger den geringeren Energieverbrauch der Öfen und kürzere Schmelzzeiten – beides sind wichtige Faktoren für die Effizienzsteigerung von Schmelzbetrieben. Dies wird mit hochfesten Briketts aus Pressen erreicht, die das Unternehmen RUF Maschinenbau herstellt: Je nach Material und gewählter Presskraft werden für Aluminium Brikettdichten bis zu 2,5 kg/l, für Guss bis 5,9 kg/l im Dauerbetrieb erreicht. Damit kommt die Dichte der Aluminiumbriketts nahe an die von festem Aluminium (von ca. 2,7 kg/l) und von Gusseisen (7,2 kg/l) heran. Dies sorgt für beste Schmelzausbeuten, denn verdichtete Briketts tauchen tief in die Schmelze ein oder sogar unter. Somit werden Abbrandverluste minimiert bzw. komplett vermieden, da Kontakt zur Außenluft und damit Oxidation verhindert wird. Briketts gut einschmelzbar Rufs stellt werden in verschiedenen Baugrößen her. Die kleinste Maschine schafft mit einer Motorleistung von 4 kW einen stündlichen Durchsatz von 20 bis zu 150 kg je nach Material und Spanart. Die mit 90 kW größte Anlage (RUF 90) erreicht stündlich bis zu 2.500 kg für Aluminium, bis 3.000 kg für Gusseisen und bis zu 4.800 kg für Kupferwerkstoffe. Gießereien schätzen an gepressten Spänen auch, dass sie metallurgisch be- 24 UmweltMagazin Juli - August 2019

Abfall, Recycling und Kreislauf Special kanntes Material in Brikettform wieder einschmelzen können. Werden andere Einsatzstoffe wie Masseln – also kleine Metallbarren – oder andere stückige Schrotte im Handel eingekauft, sind meist Legierungszusätze nötig, um die gewünschte Qualität herzustellen. Nicht zu unterschätzen ist darüber hinaus der Aufwand, der beim Umgang mit Spänen entsteht. Insbesondere raumgreifende Band- oder Wirrspäne kosten in punkto Lagerhaltung und Logistik viel Geld. Durch die extreme Volumenreduzierung beim Brikettieren verringern sich die Flächen- und Personalkosten für Betriebe, und auch das Chargieren wird viel einfacher. Zylinderförmige Aluminiumbriketts mit Spänen. Mangelndes Wissen Warum trotz solcher Vorteile noch immer lose Späne in so manchen, ungeeigneten Schmelzofen wandern, lässt sich selbst für Insider schwer erklären. Andreas Jessberger vermutet, dass mancher Betrieb bislang nicht oder einseitig beraten wurde. Denn die Vorteile erzielen Gießereien letztlich nur dann, kommt hochwertige Brikettiertechnologie zum Einsatz. Das Unternehmen Ruf Maschinenbau verfügt über mehr als 50 Jahre Erfahrung und entwickelt seine Anlagen stets weiter. So haben jüngste Neuerungen speziell bei der Verarbeitung von Aluminium dafür gesorgt, dass mit speziellen Brikettformaten eine höhere Dichte und beispielsweise beim Spitzenmodell RUF 90 ein um 20 Prozent höherer Durchsatz erzielt wird. Außerdem haben die Ingenieure und Techniker des Unternehmens diverse Peripherien wie Trichtervarianten und Scharnierbandförderer entwickelt, die neben der Rückgewinnung von Emulsionen auch den vollautomatischen 24-Stunden-Betrieb ermöglichen. Dazu trägt unter anderem eine automatische Brikettverteilung bei. Bilder: Ruf Maschinenbau Ein aufgebaute Brikettpresse von Ruf Maschinenbau. Peter Klingauf, Fachjournalist, Augsburg, info@kk-pr.de Recycling kann so einfach sein! Zerkleinerer & individuelle Recyclinganlagen Besuchen Sie uns auf der EMO! Halle 007 | D43 www.erdwich.com

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