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07-08 | 2019

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Special Abfall,

Special Abfall, Recycling und Kreislauf oder Wiederverwertung von CO 2 wurden zuvor ausgeschöpft. Die nun anstehende neuerliche Debatte um den Einsatz von CCS muss bei den fehlgeschürten Ängsten und gemeinhin vermuteten Risiken dieser Technologie ansetzen. Sie muss Tatsachen und Gründe aufzeigen, warum eine geologische Speicherung von CO 2 gefahrlos ist und durch Bergbehörden nur genehmigt werden darf, wenn praktisch jeglicher Schadensfall nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen ist. Sie muss in Erinnerung rufen, dass CO 2 kein Gift ist. 2012 haben Tanklaster noch flüssiges CO 2 angeliefert. Es stammte von der Oxy-Fuel-Pilotanlage am Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe. Das CO 2 wurde in Vorratstanks gelagert. Zu sehen sind auch die Verdampfer zur CO 2 -Erwärmung mit Umgebungswärme. der Erdgasproduktion gefördert wird) zurück in den marinen Untergrund und ist dabei, seine CCS-Anwendungen für den Industriesektor zu erweitern. Und Deutschland? Hier setzt das 2012 verabschiedete Kohlendioxidspeicherungsgesetz (KSpG) keine Anreize für CCS, sondern wirkt prohibitiv. Ausstiegsklauseln erlauben es Bundesländern, eine CO 2 -Speicherung selbst bei Einhaltung höchster Sicherheitsvorgaben in ihren Landesgrenzen auszuschließen. Derzeit ist daher bei uns keine CCS-Maßnahme in Planung. Klimarat setzt auf CCS Andererseits hält der letzte Bericht des Weltklimarates IPCC den großskaligen Einsatz von CCS für unvermeidbar, um die gebotenen Klimaschutzziele zu erreichen. Als Option für die zweite Jahrhunderthälfte werden überdies negative Emissionen mithilfe von CCS für notwendig erachtet, durch Speicherung von CO 2 , das aus der Verbrennung von Biomasse abgeschieden oder energieaufwändig direkt aus der Atmosphäre ausgefiltert wird. Ein weiteres kategorisches Festhalten Deutschlands am Verzicht auf CCS kann sich als Pyrrhussieg für den Klimaschutz erweisen. Es bleibt die Frage, warum CCS in Deutschland bisher nicht angewandt wird und was hierzulande die eigentlichen Barrieren für diese auch international schwer verstandene Verweigerung sind. Als Kernproblem erweist sich die Akzeptanzfrage in breiten Teilen der Bevölkerung. Hier lohnt sich ein näherer Blick, wie es dazu gekommen ist. Im Zuge der teils kampagnenartig geführten Anti-CCS-Aktionen von Umweltverbänden zwischen 2008 und 2012 wurden neben ernsthaft vorgetragenen Sorgen auch weit überzogene bis geradezu absurde Assoziationen geweckt. So wurden etwa Parallelen zur Endlagerung von Atommüll hergestellt und auf die Tragödie am Nyos-See verwiesen, wo 1986 im Nordwesten Kameruns durch explosionsartig freigesetztes CO 2 vulkanischen Ursprungs 1700 Menschen ums Leben kamen. Umweltverbände differenzieren Andere Verbände wie WWF Deutschland und Germanwatch, Greenpeace Niederlande und Greenpeace Norwegen sehen die CO 2 -Speicherung differenzierter. Sie erkennen dessen Bedeutung an, vorausgesetzt, Möglichkeiten zur Vermeidung von CO 2 -Freisetzung Bilder: BGR Rohstoff CO 2 Die Diskussion sollte auch aufzeigen, warum im Untergrund gespeichertes CO 2 eine Ressource ist, die im Bedarfsfall als Rohstoff wieder rückgefördert werden kann, etwa um Pflanzen- und Algenwachstum zu unterstützen. Ein solches Vorhaben ist in den Niederlanden bereits realisiert. Eine erneute Debatte um CCS wird auch zu klären haben, ob eine CO 2 -Speicherung vorrangig untermeerisch erfolgen soll, selbst wenn es sicherheitstechnisch keinen Grund dafür gibt und die Kosten hierdurch höher sein würden als eine Speicherung an Land. Last but not least geht es auch noch um etwas Menschliches: den damaligen Gegnern von CCS, Aktivisten wie politisch Verantwortlichen, zu erleichtern, eine Neubewertung vorzunehmen, was nicht immer einfach sein mag. Frühere Fehl- und Falschaussagen sind vielfach dokumentiert, ihre Revision könnte die Glaubwürdigkeit der Autoren infrage stellen. Die Sprecherder Bewegung „Fridays for Future“ sollten zudem nicht ausblenden, dass nicht nur der menschlich gemachte Anteil am Klimawandel seitens der Wissenschaft einhellig bewertet wird, sondern auch die Option, CCS als sichere und notwendige Brückentechnologie einzusetzen, um seine Auswirkungen zu dämpfen. Nicht auszuschließen, dass erst eine Stellungnahme von Greta ein Umdenken bewirkt. Hans-Joachim Kümpel, Prof. Dr., Präsident der BGR a.D., Mitglied von acatech, hjkl@mail.de 30 UmweltMagazin Juli - August 2019

Produkte Markt Resourcify Digitaler Entsorgungs-Assistent mit neuen Funktionen und neuem Look Die „Mein Recycling App“ der Resourcify GmbH unterstützt Kunden dabei, ihr Abfallund Wertstoffmanagement vollständig digital zu organisieren, analysieren und zu dokumentieren. Die Online-Plattform PRX ermöglicht es dabei den Entsorgungsunternehmen, ihre Kundenaufträge digital zu verwalten. Seit kurzem ist eine neue Version verfügbar. Im Mittelpunkt der Aktualisierung steht mit einem einfacheren Zugriff auf Funktionen und dem optimierten Design eine noch bessere Benutzerfreundlichkeit. Abfallerzeuger sollen die App damit im Arbeitsalltag noch leichter bedienen können. Das Update soll es vereinfachen, neue Container zu bestellen: Das vergrößerte Plus auf dem Home-Screen führt direkt in den Containershop des Entsorgers in der App. Der aktuelle Stand der Abholungs-Aufträge wird übersichtlicher dargestellt und Nutzer können bei Bedarf einen Account mit ihren Kollegen teilen. Zusätzlich sind Abfallerzeuger bei eventuellen Fragen per Klick auf einen Button direkt telefonisch mit ihrem Entsorger verbunden. Die neue Nutzeroberfläche erhöht dabei nicht nur die Anwenderfreundlichkeit. Entsorgungsunternehmen können mit dem neuen Design jetzt ihre eigene Marke noch besser in der App präsentieren und die Anwendung als ihr Alleinstellungsmerkmal gegenüber ihren Kunden herausstellen. Für die neue Version 3.0 hat das Hamburger Technologieunternehmen das Feedback von hunderten Nutzern ausgewertet und in die Weiterentwicklung einfließen lassen. www.resourcify.de Mein Recycling App Version 3.0. Bild: Resourcify Wagner Magnete Präzisions-Rotoren für Altholz-Recycling Ein Nichteisenscheider (NE-Scheider) mit besonderen technischen Neuerungen ist die Antwort von Wagner Magnete auf die immer größeren Produktströme in der Altholz- und Sperrmüllaufbereitung. Der Wirbelstromscheider mit exzentrisch gelagertem Rotorsystem kann mithilfe neuer Auswuchttechniken jetzt auch mit einer Arbeitsbreite von 3 Metern gebaut werden und läuft ebenfalls mit einer Rotordrehzahl von 3.000 Umdrehungen in der Minute. Mit der sehr hohen Polwechselfrequenz ist es dem 5 Tonnen schweren NE-Scheider möglich, bis zu 50 Tonnen Recycling- Altholz pro Stunde zu verarbeiten, ohne den Stoffstrom teuer und aufwändig auf zwei Linien verteilen zu müssen. Bei dieser Technologie der Baureihe 0429 handelt es sich um den bislang größtenNE- Scheider, den der Maschinenbauer aus Heimertingen im Allgäu auf den Markt gebracht hat. Die Präzisionsrotoren sollen den Durchsatz um 50 Prozent gegenüber den bisherigen Standardmaschinen mit 2000 mm Arbeitsbreite steigern. Dank der großen Arbeitsbreite ist es nun nicht mehr notwendig, den Massestrom zwischen den Aggregaten aufzuteilen – Engstellen, Einschnürungen und kritische Störkonturen in der Materialführung lassen sich somit vermeiden. Zunächst ziehen die Magnetabscheider das grobe Ei- Ein Nichteisenscheider mit besonderen technischen Neuerungen ist die Antwort des Heimertinger Maschinenenbauers Wagner Magnete auf die immer größeren Produktströme in der Altholz- und Sperrmüllaufbereitung. sen aus dem Materialstrom, damit Mühlen das Holz zu Hackschnitzeln zerkleinern können. Starke Magnettrommeln mit Selten-Erden-Magnetmaterial entfernen anschließend alle beim Zerkleinern frei werdenden Nägel und Schrauben, danach werden die Hackschnitzel einer NE-Metallabscheidung zugeführt. Der Wirbelstromscheider wirft alle störenden Nicht- eisenmetalle aus – beim Altholz sind das insbesondere Möbelbeschläge aus Aluminium, Messing und Zink sowie Aluminiumprofile- und Griffe aus alten Holzfenstern. Die Metalle können gewinnbringend verkauft werden und sind somit eine wichtige Komponente, um Anlagen wie diese profitabel zu betreiben. www.wagner-magnete.de Bild: Wagner Magnete UmweltMagazin Juli - August 2019 31

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