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07-08 | 2019

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Luft Stoffströme in

Luft Stoffströme in einem Atonox-Brenner: Gelbe Pfeile = gasförmiger Brennstoff blaue Pfeile = Verbrennungsluft; graue Pfeile = interne Rauchgaszirkulation. Die Brenner der Serie DDZGG-LN sorgen für die Wien Energie GmbH für einen wirtschaftlichen und emissionsamen Betrieb in einem Spitzenlastkraftwerk für die Versorgung von 70.000 Haushalten. Die Brenner arbeiten mit einem hohen Regelbereich - 1 zu 6 im Gasbereich -, mit geringen Luftüberschüssen und einer niedrigen Rauchgaszirkulationsmenge. Beim Verpackungspezialisten Kunert Wellpappe in Biebesheim, Hessen, installierte Saacke 2019 einen Teminox GL Ultra-Low-NO x -Erdgasbrenner (6 MW). Die NO x -Emissionen liegen seitdem unter 30 mg/m 3 . Die eingesparten NO x -Emissionen entsprechen in etwa denen von 1.000 Diesel-Pkw. Saacke GmbH kontinuierlich Feuerungstechnologien, um die steigenden Anforderungen infolge sinkender Emissionsgrenzen auch stets befolgen zu können. Viele Saacke-Feuerungssysteme sind weltweit im Einsatz. Ein Beispiel: Am Beijing New International Airport sind Saacke Brenner der Serie Atonox G an fünf Kesseln mit jeweils 62,5 MW Leistung installiert. Hier hat sich die Ultra-Low-NO X -Technologie bereits bewährt wie auch bei anderen Projekten in China. Mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1.200 MW installierter Feuerungskapazität wird der NO x - Grenzwert von kleiner als 30 mg/m3 unterschritten. In Deutschland setzen Unternehmen aus der Lebensmittel- und Chemieindustrie auf diese Brenner, um auch zukünftig BVT-konform produzieren zu können. Bilder, Grafik und Tabelle: Saacke GmbH ... und neue Kniffe Die Ultra-Low-NO x -Brennerserie Atonox G enthält Brenner, mit denen durch gestufte Verbrennung die in der 13. BImSchV geforderten NO x -Emissionen von maximal 100 mg/m3 sicher unterschritten werden kann. Die jetzt verbesserte Performance dieser Serie wird durch intensivierte der Freistrahl-Rücksaugung der Abgase aus dem Feuerraum zurück an die Flammenwurzel erzielt. Ähnlich zu einer externen Abgasrezirkulation sinkt so der Sauerstoffpartialdruck in der Flamme als auch die Verbrennungstemperatur, so dass die NO x - Bildung zusätzlich gehemmt wird. Weil die Abgase intern aus dem Feuerraum angesaugt werden, ist jedoch keine oder fast keine externe Abgasrezirkulation notwendig, um die NO x -Emissionen weit unterhalb der noch gültigen NO x - Grenzwerte der 13. BImSchV zu drücken. Bei sehr anspruchsvollen Randbedingungen, wie sie in China angetroffen werden, lassen sich mit einer zusätzlichen externen Abgasrezirkulation auch die strengsten NO x -Grenzwerte unterschreiten. Sogar Wärmeerzeuger mit einer bis zu 60 Prozent höheren Feuerraumwärmebelastung (verglichen mit marktüblichen Wärmeerzeugern) können so basierend auf ausgeklügelter Rauchgasrückführung unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte von 30 mg/m3 betrieben werden. EU: zu lasche Grenzwerte Die Praxis zeigt, der europäische Gesetzgeber ist mit seinen BVT-Vorgaben zwar auf dem richtigen Weg, hat aber die vorhandenen technologischen Möglichkeiten nicht ausgereizt. Im Sinne eines Wettbewerbs um die wortwörtlich besten verfügbaren Techniken zum Wohle der Umwelt, sollte die Politik mehr Vertrauen in die Innovationskraft der Ingenieure entwickeln. So oder so gilt für Anlagenbetreiber: Obwohl die aktuellen Emissionsvorschriften in Europa für Bestandsanlagen noch weit entfernt von Grenzwerten chinesischer Ausprägung liegen, zeigt das aktuelle BVT-Merkblatt insbesondere für gasbefeuerte Neuanlagen deutlich die Richtung der zukünftigen Zielvorgaben der EU auf. Christopher Rosebrock, Entwicklungs- und Prozessingenieur, Saacke GmbH, Bremen, bvt@saacke.com 44 UmweltMagazin Juli - August 2019

Luft Staubarmes Arbeiten auf Baustellen Seit Januar 2019 gilt für alle Unternehmen ein abgesenkter Grenzwert für lungengängigen Staub. Professionell arbeitende Unternehmen, die bereits wirksame staubarme Technologien einsetzen, halten diese Vorgabe ein. Es gibt viel zu tun am Bau. Selten war die Auftragslage in der Bauwirtschaft so gut. Die Mitgliedsunternehmen des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes haben zum März 2019 über eine nahezu unverändert gute Geschäftslage berichtet. Um die Aufträge auch in Zukunft zeitnah abarbeiten zu können, planen viele Unternehmen zusätzliches Personal einzustellen und ihre Investitionen zu erhöhen. Der anhaltende Bauboom lässt auch den Bedarf an Fachkräften anschwellen. Bereits heute herrscht in der Branche ein Mangel an Facharbeitern. Und vielen Betrieben fällt es immer schwerer, junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern. Ein Grund: Staub: Fragt man Auszubildenden, was sie in ihrem Job stört, kommt oft die Antwort: erstens der häufige Lärm, zweitens der Staub beim Bauen. Klar – beim Bauen entsteht Staub oder wird Staub aufgewirbelt. In der Branche besteht leider oft die Auffassung, dass dies dazu gehöre. Daher werden vermeidbare Belastungen für die Gesundheit der Beschäftigten gar nicht als solche wahrgenommen und Maßnahmen zur Staubminimierung nicht ergriffen. Wird Staub beim Bearbeiten einer Betonplatte mit einem Trennschleifer direkt abgesagt, genügt eine Schutzbrille. Dies zeigte die BG Bau auf der Veranstaltung „Aktionsprogramm gegen Staub in der Bauwirtschaft“ im Juni 2019 in der Arbeitswelt Ausstellung der DASA in Dortmund. Staub mach krank Doch Staub ist nicht nur lästig, sondern auch gesundheitsschädlich. Daher wurden die Regelungen zum Allgemeinen Staubgrenzwert wie auch für Quarzstaub in den letzten Jahren mehrfach deutlich verschärft (siehe Kästen). Dabei wird generell von einem quarzhaltigen Material ausgegangen. Denn Baustaub ist in der Regel ein Mischstaub, der immer auch Anteile von Quarzstaub enthält. Die Einhaltung dieser Grenzwerte ohne wirksame technische und organisatorische Schutzmaßnahmen ist nach aktuellem Wissenstand nicht möglich. Schlechte Praxis sind Arbeitsweisen mit hoher Staubentwicklung ohne jegliche staubmindernde Schutzmaßnahme wie trockenes Kehren und Abblasen von Staub sowie Stemmen, Meißeln, trockenes Schneiden, trockenes Schleifen, trockenes Fräsen und Bohren über Kopf ohne Absaugung sowie Abschlagen von Putz und Fliesen ohne Luftreiniger. Wird so gearbeitet, liegt die Belastung der Bauarbeiter oft deutlich oberhalb des Allgemeinen Staubgrenzwertes beziehungsweise des Beurteilungsmaßstabes für Quarzstaub. Beispiele aus Expositionsmessungen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) der letzten Jahre (jeweils bezogen auf ein Kubikmeter Luft): Wurde Putz abgeschlagen, wurde gut 9 mg A-Staub gemessen und 0,4 mg Quarzstaub. Wurde trocken in Beton gebohrt, lagen die Werte bei 7 mg für A-Staub und bei 2,2 mg für Quarzstaub, wurden Pflastersteine trocken geschnitten, stiegen sie auf 19,2 und auf 5,5 mg. Und bei Schleifenarbeiten an Decken über Kopf oder an Gipskarton wurden fast 30 mg A-Staub gemessen sowie 0,2 mg Quarzstaub. Doch es geht anders: Die Exposition kann unterhalb der Arbeitsplatzgrenzwerte sowie des Beurteilungsmaßstabes liegen. In der Praxis setzt dies den Einsatz staubarmer Verfahren wie staubbindender Mitteln und Nassverfahren voraus. Gute Praxis verlangt meist, technische und organisatorische Maßnahmen zu kombinieren. „Basis“-Maß- UmweltMagazin Juli - August 2019 45

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