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07-08 | 2019

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Luft Obergrenze für

Luft Obergrenze für Quarzstaub ... wird aber ohne Staubabsauger gearbeitet, sind Atemmaske und Schutzbrille vorgeschrieben. nahmen zur Staubminimierung sind, Bearbeitungsgeräte mit wirksamer Stauberfassung, Bau-Entstauber, Luftreiniger, Abschottungen bzw. Staubschutztüren und Befeuchtung. Übergangsfrist abgelaufen Die Einhaltung des A-Staub Grenzwerts von 1,25 mg/m3 stellt in die Praxis für viele eine Herausforderung dar. Daher wurde den Bauunternehmen eine Übergangsregelung bis Ende 2018 eingeräumt. Bis dahin konnten Unternehmen unter Voraussetzungen wie der „Erstellung eines Schutzmaßnahmenkonzeptes“ und der Bereitstellung von Atemschutz noch den früheren Grenzwert von 3 mg/m3 heranziehen. Eine speziell für diesen Zeitraum von 2015 bis 2019 erarbeitete Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 504 „Tätigkeiten mit Exposition gegenüber A- und Grenzwerte für lungengängigen Staub E-Staub“ beschriebt die notwendigen Maßnahmen. Mit Auslaufen der Übergangsfrist wurde konsequenterweise diese TRGS zurückgezogen. Die auch weiterhin geltenden Inhalte und erforderlichen Maßnahmen bei Tätigkeiten mit A-Staub und E-Staub werden in die Neufassung der TRGS 500 „Schutzmaßnahmen“ einfließen, die der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) im Mai beschlossen hat. Um es erneut zu betonen: Ohne wirksame technische Lösungen lassen sich weder die Grenzwerte noch der Beurteilungswert einhalten. Doch es gibt bereits viel technische Lösungen oder Verfahren. Leider werden diese nur von wenigen Betrieben eingesetzt. Der Grundschutz Bei den üblichen auf Baustellen durchzuführenden Tätigkeiten wie Seit 2014 gilt eine neue Obergrenze für so genannten A-Staub am Arbeitsplatz. Dieser „Allgemeine Staubgrenzwert“ ist ein Arbeitsplatzgrenzwert, der seit 2014 in der Technischen Regel für Gefahrstoffe, der TRGS 900, steht. Ende 2018 endeten Ausnahmeregelungen für diesen neuen A-Staub-Grenzwert. Unterschieden wird zwischen Staub, der eingeatmet wird – der „E-Staub“ – und jenem Anteil davon, der bis zu den Lungenbläschen vordringen kann – der „A-Staub“ (A für Alveolen). Die Grenzwerte: E-Staub: 10 mg/m 3 (bleibt unverändert - diskutiert wird über eine Absenkung) A-Staub: 1,25 mg/m 3 (bisher galt ein Wert von 3 mg/m 3 ) Die Grenzwerte beziehen sich auf eine mineralische Staubdichte von 2,5 g/cm³. Mineralische Stäube treten beim Bauen immer dann auf, wenn Baumaterialien wie Beton, Mauersteine oder Gipskartonplatten bearbeitet werden. Daneben entstehen mineralische Stäube auch beim Anmischen pulverförmiger Baustoffe wie Trockenmörtel, Fliesenkleber oder Spachtelmassen. Baustaub sind Mischstäube und bestehen meist aus Anteilen unterschiedlicher mineralischer Ausgangsstoffe. Daneben kann Baustaub Holz- oder Faserstäube enthalten. Seit 2016 ein Beurteilungsmaßstab für Quarzstaub, der in die Lungenbläschen eindringen kann. Der Quarzanteil ist eine Teilmenge A-Staub und wird in diesem bestimmt. Der Wert beträgt 0,05 mg/m³. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziale (BMAS) hat diesen Wert zur Beurteilung der Situation am Arbeitsplatz im Sommer 2016 festgelegt. Der Wert ist einzuhalten und bei der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Tätigkeiten, bei denen lungengängiger Quarzstaub entsteht oder freigesetzt wird, gelten nach dem Verzeichnis krebserzeugender Verfahren und Tätigkeiten, der TRGS 906, als krebserzeugend. Bohren, Schleifen und Stemmen kann durch eine Basisausrüstung die Staubfreisetzung ganz erheblich gesenkt werden. Eine solche Basisausrüstung für staubarmes Arbeiten kann bereits mit Investitionskosten in Höhe von ca. 3.000 € erworben werden. Es gibt grundsätzlich vier Techniken zur Staubminderung: • Geräte mit wirksamer Stauberfassung wie abgesaugte Mauernutfräser, Betonschleifer oder Trennschleifer senken deutlich die Die Staubfreisetzung. Solche Maschinen listet die BG BAU auf Positivlisten auf. • Freigesetzter Staub kann durch Entstauber aufgefangen werden. Hier reicht der Einsatz von L-Saugern wegen des Quarzstaubanteils im Baustaub nicht. Erforderlich sind mindestens Entstauber der Staubklasse M. Die noch besseren H-Sauger sind nicht notwendig, da Staub an der Bearbeitungsmaschine meist ohnehin nicht vollständig aufgefangen wird und sich die Filter der H-Sauger bei Feinstäuben schnell zusetzen. Die Absaugleistung geht dann zurück. • Luftreiniger sind eine Alternative, wenn keine Geräte vorhanden sind, die direkt den Staub absaugen. • Auch Abschottungen wie Staubschutztüren sind möglich. Staubarmes Arbeiten als Chance Nicht wenige Bauherren finden sich in folgender Situation wieder: Die Kinder sind aus dem Haus, ein gewisses finanzielles Polster ist vorhanden und der 46 UmweltMagazin Juli - August 2019

Luft Bilder: BG Bau Solche Staubwolken sind eigentlich unnötig. Wer sich über Arbeitsschutzprämien zum staubfreien Arbeiten informieren will, wird hier fündig. Postkartenmotiv der BG Bau. Hilfe für staubarmes Arbeiten Seit mehreren Jahren fördert die BG BAU die Beschaffung staubarmer Techniken im Rahmen von Arbeitsschutzprämien. Der Katalog der geförderten staub-mindernden Technologien wird ständig erweitert, siehe: -> www.bgbau.de/praev/arbeitsschutzpraemien/foerderkatalog#atemwege. Bauherren können staubfreies Arbeiten auch vertraglich festlegen: Um sie hierbei zu unterstützen, hat die BG BAU mit dem Arbeitskreis des VDI zur Arbeiten ATV DIN 18448 zu schadstoffbelasteten baulichen und technischen Anlagen so genannte „Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen“ (ZTV) für staubarmes Bauen“ als Mindestanforderungen für ein staubarmes Arbeiten auf Baustellen formuliert. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. In Zweifelsfällen hat der Unternehmer die vom Auftraggeber eingesetzte Fachbauleitung oder den zuständigen Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator zur Beratung in Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes hinzuzuziehen. Die ZTV für staubarmes Bauen als Download finden sich unter: -> http://www.bgbau.de/praev/schwerpunktthemen/staubarm-bauen/produkte-mit-risiko/ technik/technik Wunsch nach zum Beispiel einem größeren modernen Bad, anderen Fenstern oder ähnlichem wächst stetig. Gerne würde man sofort loslegen und einen Handwerker beauftragen, wäre da nicht die Furcht vor Schmutz und Staub. Das Auslagern oder Abdecken des Inventars und die anschließenden aufwendigen Reinigungsarbeiten schrecken schlichtweg viele Bauherren und potenzielle Auftraggeber ab. Unternehmen, die sich auf „staubarmes Arbeiten“ spezialisiert haben und damit in die Offensive gehen, erreichen Anfragen aus ganz Deutschland. Gerne investieren Kunden in den Mehraufwand zum Staubschutz, denn der kann auch Geld sparen, weil zum Beispiel das Freiräumen und Abklebearbeiten entfallen. Noch sind Unternehmen, die sich mit staubarmem Arbeiten einen Namen machen rar. Diese Situation sollte als Chance genutzt werden. Werben Sie mit dem Slogan: Echte Profis arbeiten staubarm! Darüber hinaus verbessert staubarmes Arbeiten das Image der Anbieter von Bau- und Baudienstleistungen und schafft, wenn geschickt beworben wird neue Geschäftsfelder. Und es verhindert staubbedingte Erkrankungen der am Bau Beschäftigten: Allein 2017 verzeichnete die BG BAU 459 Tote unter ihren Versicherten, die in Folge einer Berufskrankheit durch die Erkrankung der Atemwege verstarben. Über alle Industriebranchen hinweg waren es sogar 2.264 Tote. Damit sind 87,8 Prozent aller tödlichen Berufskrankheiten Folgen der Erkrankung der Atemwege. Gemeinsam gegen den Staub Alle Anstrengungen einzelner Unternehmen werden aber zunichte gemacht, arbeitet das Gewerk nebenan weiter wie bisher und die gesamte Baustelle verstaubt. Daher müssen alle Akteure am Bau zusammenwirken. Vor diesem Hintergrund ist das Aktionsprogramm “Staubminimierung beim Bauen“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zu sehen. Es hat die generelle Staubminimierung zum Ziel, vor allem die des Quarzstaubes. Bereits im Oktober 2016 haben sich zahlreiche Verbände der Bau- und Ausbaugewerke gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie weiteren Institutionen und Organisationen auf gemeinsame Aktivitäten zur Staubminimierung beim Bauen verständigt. Ziel ist, Betrieben viele Informationen und Handlungshilfen zu geben, so dass diese auch bei staubigen Tätigkeiten sicher arbeiten, staubarme Techniken kennen und fachkundig einsetzen können. Das Bündnis „Staubminimierung beim Bauen“ ist richtungsweisend. Es zeigt die Bereitschaft aller Partner, sich für mehr Prävention einzusetzen und die Lage auf den Baustellen konkret und nachhaltig zu verbessern. Das Aktionsprogramm baut auf bewährte Aktivitäten der beteiligten Institutionen auf. Die systematische Kooperation und Koordinierung in den vier Handlungsfeldern Kommunikation, Technik, Ermittlung der Staubexposition sowie Qualifikation soll die Wirksamkeit aller Einzelmaßnahmen steigern. Positvlisten für Geräte mit Stauberfassung: -> https://www.bgbau.de/themen/sicherheit-und-ge sundheit/staub/staubarme-bearbeitungssysteme/ Norbert Kluger, BG BAU, norbert.kluger@bgbau.de UmweltMagazin Juli - August 2019 47

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