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07-08 | 2019

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Management Reach zum

Management Reach zum Erfolg führen Bild: Covestro Die Chemieindustrie will die Registrierungsdossiers für ihre Substanzen überprüfen. Damit antwortet die Branche auf europäische und deutsche Behörden, die die Qualität der Dossiers und damit die Umsetzung von Reach durch Chemieunternehmen überall in der EU kritisieren. Seit Einführung der europäischen Chemikalienverordnung Reach 2007 arbeitet die chemische Industrie intensiv an ihrer Umsetzung. Die Abkürzung steht dabei für die „Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien“. Seit 2008 mussten Unternehmen in den 28 EU-Mitgliedstaaten schrittweise alle Stoffe, die sie ab einer Tonne pro Jahr in der EU herstellen oder hierhin importieren, bei der Europäischen Chemikalienagentur Echa (European Chemicals Agency) in Helsinki anmelden. Im Mai 2018 lief die letzte von drei Übergangsfristen für die Registrierung vorhandener Stoffe aus. Bis heute sind für rund 22.000 Chemikalien insgesamt über 95.000 Dossiers erarbeitet und eingereicht worden. Die Anforderungen und technischen Instrumente zur Reach-Umsetzung sind sehr komplex und wurden während der Registrierungsarbeit stetig weiterentwickelt. Behörden und Chemieunternehmen haben viel Aufbauarbeit geleistet. Die EU-Kommission stellte im März 2018 in einer Analyse fest, dass die Chemikalienverordnung einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit von Stoffen leistet. Dennoch ist weiterhin viel zu tun: Die Echa, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Umweltbundesamt (UBA) kritisieren die Datenqualität mancher Dossiers. Zusätzlich gibt es den Vorwurf, dass die registrierenden Unternehmen ihre Dokumente nach der Einreichung bei der Echa nicht häufig genug aktualisieren würden. Umweltverbände haben die Berichte dieser drei Behörden mehrmals genutzt, um Verschärfungen zu fordern. Ende Oktober 2018 fand zu dem Thema eine Diskussion im Europäischen Parlament statt. Der Aktionsplan der Chemie Die Chemieindustrie nimmt die Kritik an der Reach-Umsetzung sehr ernst, denn die Verordnung ist das Herzstück der EU-Chemikalienregulierung. Die Branche trägt das Ziel von Reach, ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sicherzustellen, uneingeschränkt mit. Die Chemieunternehmen werden daher in den kommenden Jahren ihre Registrierungsdossiers auf Grundlage eines Branchen-Aktionsplans überprüfen und, soweit notwendig, an die heutigen Anforderungen anpassen. 48 UmweltMagazin Juli - August 2019

Management Ende Juni 2019 hat der Europäische Chemieverband Cefic (Conseil Européen des Fédérations de l‘Industrie Chimique) dafür ein mehrjähriges Programm vorgelegt, an dem sich möglichst viele Unternehmen beteiligen sollen. Der Aktionsplan enthält Leitlinien, mit denen die Betriebe ihre Registrierungsdossiers systematisch überprüfen können und wird in enger Kooperation mit der Echa umgesetzt. Zusätzlich hat die Echa ihrerseits Ende Juni 2019 intensivere Kontrollen der Dossiers angekündigt. Die EU-Kommission arbeitet außerdem an einer Durchführungsverordnung, um die rechtlichen Anforderungen für die Aktualisierung von Dossiers zu präzisieren. Es steht außer Frage: Die Unternehmen müssen die Dossiers aktualisieren, wenn relevante neue Erkenntnisse vorliegen. Bei vielen Kritikpunkten geht es aber um Tierversuche. Hier bestehen nach wie vor Unklarheiten, was die Nutzung von alternativen Informationen betrifft, die die Verordnung grundsätzlich vorschreibt. Der VCI begrüßt daher, dass die EU-Kommission und die Echa Rahmenbedingungen schaffen wollen, die die Planbarkeit und Rechtssicherheit in Bezug auf Dossier-Updates verbessern. Auf dieser Grundlage können notwendige Aktualisierungen vorgenommen werden. Mit dem nun vorgestellten Aktionsplan leistet die Branche ihren Beitrag, die Reach-Verordnung erfolgreich umzusetzen. Die Chemieindustrie will, dass Reach ein Erfolg wird. Das ist einerseits gelebte Produktverantwortung, andererseits eine notwendige Investition in die Zukunft. Cefic hat kürzlich eine Vision auch für ein nachhaltiges Europa 2050 vorgelegt, den „Molecular Managers“-Bericht. Darin kam der Verband zu dem Ergebnis, dass die Branche eine Schlüsselrolle bei der Umwandlung von Abfällen in wertvolle Rohstoffe oder neue Materialien spielen kann. Dies wiederum wird nur gelingen, wenn auf Basis von Reach genügend Informationen über die Sicherheit der Stoffe vorliegen. Dafür muss der riesige Datenschatz, der durch die Registrierungen entstanden ist, schrittweise gesichtet und ausgewertet werden. Die Reach-Umsetzung ist damit noch lange nicht abgeschlossen. Sie wird sowohl die Behörden als auch die Unternehmen noch lange beschäftigen. Wichtig für die weitere Arbeit ist dabei, dass die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Chemieindustrie auch unter den im internationalen Vergleich hohen Sicherheitsanforderungen von Reach erhalten bleibt. Ob dies gelingt, kann frühestens 2022 im nächsten Reach-Bericht der EU-Kommission bewertet werden. Gerd Romanowski, VCI-Geschäftsführer für Wissenschaft Gerd Romanowski, Geschäftsführer für Wissenschaft, Technik und Umwelt im Verband der Chemischen Industrie (VCI), romanowski@vci.de Universell spezialisiert. diversitäre Temperaturmessung für erhöhte Prozesssicherheit Kombination eines Platin-Chip- Temperatursensors mit einem Thermostat oder einem Zeigerthermometer in einer Armatur reduzierter Planungs- und Installationsaufwand, da nur eine Messstelle benötigt wird höchste Flexibilität in der Datennutzung – es stehen verschiedene Ausgangssignale wie Widerstandssignal, Analogsignal oder Digitalsignal zur Verfügung JUMO dicoTEMP 100 Smarte Armatur zur Temperaturmessung 60025 Bild: VCI UmweltMagazin Juli - August 2019 Willkommen bei JUMO. www.jumo.net

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