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07-08 | 2019

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Organschaften

Organschaften Anforderungen an den betrieblichen Umweltschutz Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Anforderungen an den betrieblichen Umweltschutz besuchten 20 Teilnehmer der Regionalgruppe Berlin/Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern auf Einladung der Berliner Wasserbetriebe die Kläranlage und Klärschlammverwertungsanlage in Berlin-Ruhleben. Kontakt Verband der Betriebsbeauftragten (VBU) e.V. Jörg ten Eicken Alfredstraße 77-79 45130 Essen Tel.: 0201/95971-15 Fax: 0201/95971-29 info@vbu-ev.de www.vbu-ev.de Zuerst stellte Rechtsanwalt Ludolf Ernst von der Kanzlei Köhler & Klett, Berlin, aktuelle Regelungen aus dem Umweltrecht vor. Das europäische Kreislaufwirtschaftspaket soll unter anderem helfen, Begriffe in der Abfallwirtschaft neu zu definieren und ambitionierte Ziele bei der Vorbereitung zur Wiederverwendung und beim Recycling zu setzen. Zudem soll die Ablagerung von Siedlungsabfällen europaweit deutlich eingeschränkt werden. Mit der europäischen Kunststoffstrategie sollen die „Vermüllung der Meere“ und der nicht legale Export von Kunststoffabfällen eingeschränkt werden. Wichtiges Instrument ist hier das Verbot beziehungsweise die Kennzeichnung bestimmter Kunststoffprodukte wie Luftballonstäbe, Watte- und Rührstäbchen, Einweggeschirr und Bestandteile von Hygieneartikeln aus Kunststoff. Mit dem Bundesdeutschen Klimaschutzgesetz sollen die Klimaschutzziele der Bundesrepublik entscheidend vorangebracht werden. Seitens des Umweltministeriums wurde ein Gesetzesentwurf erarbeitet, bei dem viele Ressorts in der Bundesverwaltung eingebunden werden sollen, die Klimaschutzziele für den Verkehrsbereich, den Gebäudesektor, die Wirtschaft und andere voranzutreiben. Die Teilnehmer bei der Besichtigung einer Klärschlammverbrennungsanlage. Umsetzung der Gewerbeabfall-Verordnung Anschließend ging Peter Herger, GUT Unternehmens- und Umweltberatung GmbH, auf die Umsetzung der Gewerbeabfall-Verordnung ein. Diskussionen kamen hier insbesondere zu den Bagatell- Regelungen (10 m 3 Baumischabfall je Bauvorhaben oder 50 kg gemischte Abfälle bei Gewerbeabfällen je Woche) und zur Ausnahmeregelung mit der Begründung der technischen Unmöglichkeit und der wirtschaftlichen Unzumutbarkeit auf. Da das Thema viele Fachkollegen betrifft, soll im Rahmen der nächsten Veranstaltung des VBU in der Region hierzu ein Schwerpunkt gesetzt werden. Besichtigung der Kläranlage und Klärschlammverbrennungsanlage Arne Kuczmera aus dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit der Berliner Wasserbetriebe erläuterte die Aufgaben der Berliner Wasserbetriebe in Bezug auf die Trinkwassergewinnung, die Qualität des Berliner Trinkwassers und die Funktionsweise der Berliner Kläranlage Ruhleben, in der das Abwasser bis auf Badegewässerqualität gereinigt wird. Die anschließende Führung über die Kläranlage begeisterte alle Teilnehmer, weil hier eine technische Anlage mit vielen Teilaggregaten vorgestellt wurde. Besonders die großen Abwasserpumpen im Pumpengebäude fanden das Interesse der Teilnehmer. Im Anschluss konnte dann noch die Klärschlammverbrennungsanlage besichtigt werden; neben der Größe der Schlammbehälter beeindruckte vor allem die Feuerungstechnik. Aufgaben der Berliner Regenwasseragentur Danach stellte sich die Berliner Regenwasseragentur vor, die als Gemeinschaftsprojekt der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und den Berliner Wasserbetrieben eingerichtet wurde und Behörden, Bauträger und Bürger beim Umgang mit Regenwasser unterstützen soll. Bild: VBU Die Regenwasserbewirtschaftung ist nicht nur in Berlin eine wichtige Aufgabe, denn die Starkregenereignisse nehmen in den letzten Jahren zu und im Stadtgebiet muss dafür gesorgt werden, dass möglichst viel Regenwasser gespeichert oder versickert wird, um auch den Grundwasserspiegel auf einem gleichbleibenden Niveau zu halten. Grit Diesing und Hanna Krüger stellten die Anforderungen vor, die gerade im Stadtgebiet aufgrund der zunehmenden Versiegelung zu beachten sind. Die hydraulische und stoffliche Belastung der Kläranlagen und der Gewässer, die Überflutungsgefahren bei Starkregenereignissen und die Hitzebelastung und der dabei entstehende Wassermangel können mithilfe der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung eingegrenzt werden, wenn sich Bauherren überzeugen lassen. Die Ziele der Berliner Regenwasseragentur sind deshalb die Vermittlung des Regenwassermanagements bei neuen Wohnquartieren, die Abkopplung von an die Mischwasserkanalisation, in der Abwasser und Regenwasser gemeinsam abgeführt werden, angeschlossenen Gebieten und die Begrünung von Dächern bis hin zu „Grün-Blau-Dächern“, die über eine gewisse Speicherkapazität verfügen. Regelmäßige Veranstaltungen in B-BB-MV Nach der beschriebenen Tagesveranstaltung ist die nächste Veranstaltung für den 26. September 2019 eingeplant; hier ist der VBU Gast im Müllheizkraftwerk in Berlin-Ruhleben. Die Veranstaltungen stehen gegen eine Teilnahmegebühr auch Nicht-Mitgliedern offen; zudem sind auch VBU-Mitglieder anderer Regionen dazu eingeladen. Dipl.-lng. Peter Herger, VBU Berlin-Brandenburg Mecklenburg-Vorpommern, p.herger@gut.de 56 UmweltMagazin Juli - August 2019

Organschaften Interview mit dem VNU- Vorstandsvorsitzenden Bild: VNU e.V. Lennart Schleicher, 1. VNU-Vorsitzender. Kontakt Verband für Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement (VNU) e.V. Geschäftsstelle c/o Christina Geiger Am Hangelstein 8 65812 Bad Soden Tel.: 0700/86811-223 Fax: 0700/86811-224 vnu@vnu-ev.de www.vnu-ev.de Ende nächsten Jahres feiert der VNU sein 20jähriges Bestehen. Ein guter Moment für eine Rückschau und den Vorausblick auf neue Aktivitäten des Verbands. Herr Schleicher, Vereinigungen, die sich mit unternehmerischer Nachhaltigkeit und Umweltschutzbeschäftigen, gibt es inzwischen einige. Was zeichnet das Profil des VNU Ihres Erachtens aus? Der VNU unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von anderen Initiativen. Keine andere deutsche Gruppierung vertritt so deutlich die Interessen von Umweltund Nachhaltigkeitsmanagern, Umweltgutachtern und EMAS-Organisationen. Und keine andere Vereinigung tut dies zudem in Gremienarbeit im Umweltgutachterausschuss (UGA) und auf europäischer Ebene im EMAS Experts Committee und dem Forum of Accreditation and Licensing Bodies (FALB). Die vom VNU angebotenen EMAS Club Treffen sind einmalig und auch in anderen europäischen Ländern gibt es nur wenig Vergleichbares. Wenn Sie ein Zwischenfazit Ihrer bisherigen „Amtszeit“ als Vorstandsvorsitzender seit 2018 ziehen, wie fällt dieses aus? Wir haben in den vergangenen Monaten eine gründliche Statusanalyse durchgeführt, unter anderem unsere Angebote nach Mitgliedernutzen und Aufwand ausgewertet und darauf aufbauend, mit Unterstützung unserer Ressortleiter und unseres Beirates eine Strategie für die nächsten fünf Jahre erarbeitet. Man kann es in wenigen Worten mit „Bewährtes erhalten und neue, attraktive Angebote entwickeln“ beschreiben. Erste Ideen wurden bereits umgesetzt und von den Mitgliedern sehr gut angenommen. Wir freuen uns darauf, diese Angebote weiter auszubauen. Insgesamt bietet der VNU schon jetzt, dank seiner vielen ehrenamtlichen Akteure, eine breite Palette verschiedener Veranstaltungsformate und Unterstützungsangebote. Sind Sie zufrieden mit den Veranstaltungen des Verbands in den letzten Monaten? Ja, definitiv. Die Teilnehmerzahlen bei den Webinaren und die Rückmeldungen dazu haben uns sehr gefreut. Die Mitgliederversammlung und der Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagertag waren gut besucht und der Key-Note- Speaker, Prof. Paech, hat von den Teilnehmern Bestnoten erhalten. Auch die EMAS Club-Treffen und die Veranstaltungen unserer verschiedenen Ressorts sind eine schöne Konstante. Sie leben vom Engagement unserer Mitglieder und dem vertrauensvollen, persönlichen Austausch. Mit Blick in die Zukunft – Wo sehen Sie den VNU in fünf Jahren? Unsere Strategie haben wir für den Zeitraum von 5 Jahren erstellt. Ich plane sie – mit der Unterstützung der Vorstände, Ressortleiter und unserer Mitglieder – idealerweise vollständig umzusetzen. Wie erwähnt, sind die ersten Schritte mit dem Anbieten der Jahrestagung und der Webinare bereits getan. Um auch die anderen Maßnahmen realisieren zu können, werden wir die Ressourcen in unserer Geschäftsstelle schrittweise erhöhen. Die Grundidee vieler Vereine „von Mitgliedern für Mitglieder“ sehe ich schon heute in unserem Verband sehr deutlich realisiert. Darüber hinaus gilt es, neue Mitglieder für den VNU zu gewinnen und sowohl die aktuellen als auch die zukünftigen Mitglieder zur Beteiligung an den verschiedenen VNU-Angeboten einzuladen. Einladung Umweltgutachtertag Fortbildung und Austausch stehen erneut im Mittelpunkt des Umweltgutachtertags, der am 24. September 2019 im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn stattfinden wird. Das BIBB eröffnet die Agenda des Tages mit einem Praxisbericht zur Anwendung von EMAS. Es folgen Vorträge zur Umsetzung der EMAS Anhänge, zu den Sektor-Referenz-Dokumenten und zum Status der Umweltgutachter/-organisationen aus Sicht der DAU GmbH. In kleinen Gruppen wird diskutiert, wie EMAS als Nachhaltigkeitsmanagementsystem die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (5000 Betriebe) erfüllen kann, welche Bedeutung EMAS für den Klimaschutz haben und wie sich das Berufsbild der Umweltgutachter entwickeln wird. Weitere fachliche Themen betreffen Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). die Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung, die Umstellung auf die ISO 50001:2018 sowie neue Anforderungen an Biogasanlagen. Zusätzliche Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der Homepage des VNU. Bild: BIBB UmweltMagazin Juli - August 2019 57

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