Aufrufe
vor 3 Jahren

09 | 2016

Nachrichten IFAT Eurasia

Nachrichten IFAT Eurasia Mit internationalen Branchengrößen in die zweite Runde Mit ihren Technologien und Lösungen richtet sich die IFAT Eurasia an den eurasischen Umweltmarkt. Bild: Messe München Von 1990 bis 2014 sind die Werte umweltschädlicher Treibhausgase in der Türkei stark in die Höhe geschnellt – auf 468 Mio. t Kohlendioxid- Äquivalent. Das entspricht einer Steigerung von 125 %, wie aus den aktuellen Zahlen des türkischen Statistikamts TÜIK sowie der Germany Trade and Invest hervorgeht. Gegen diese Umweltbelastung will die türkische Regierung verstärkt vorgehen und ihren ursprünglich geplanten Emissionswert für 2030 um 21 % reduzieren. Anstelle von 1 175 Mio. sollen nur noch 929 Mio. t CO 2 -Äquivalente im Land ausgestoßen werden. Dieses Ziel soll mit dem Aktionsplan 2021 bis 2030 erreicht werden, wie es im Pariser Klimaabkommen vereinbart worden ist. Geplant sind umfassende Maßnahmen und staatliche Förderungen in Bereichen wie Energie, Industrie oder Abfallwirtschaft. Für Anbieter von Umwelttechnologien birgt das Vorhaben der türkischen Regierung großes Potenzial. Die IFAT Eurasia bringt von 16. bis 18. Februar 2017 sämtliche Marktteilnehmer in Istanbul zusammen. Als internationale Fachmesse für die Segmente Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling zeigt sie aber nicht nur Lösungen für die Türkei, sondern für den gesamten eurasischen Raum. Zu den ausstellenden Unternehmen zählen nicht nur türkische Unternehmen wie beispielsweise Deniz Mühendislik, Güneri Makine, Koluman Otomotiv oder Standart Pompa. Auch internationale Branchengrößen wie Ebro Armaturen, Hach, Netzsch Pumpen & Systeme und Phoenix Contact haben den eurasischen Umweltmarkt für sich entdeckt. Hohe Internationalität spiegelt sich in den zahlreichen Länderpavillons wider: Mit China, Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz, Südtirol und den USA planen sieben Länder und Regionen Gemeinschaftsbeteiligungen. Ausstelleranmeldungen sind noch bis zum 7. Oktober 2016 online möglich: http://ifat-eurasia.com/ exhibitor/apply-to-exhibit. Europa – kurz notiert >>> Ein Bericht der EU-Kommission zeigt die negativen Umweltauswirkungen von steigenden Holzpellet-Importen aus den USA. 2015 hat die EU 5 Mio. t Holzpellets aus dem Südosten der USA importiert. Diese stark wachsende Massenproduktion sei nicht nachhaltig, kritisiert der EU-Kommissionsbericht. Der Holzeinschlag bedrohe die dortige Artenvielfalt und widerspräche den umweltpolitischen Zielen der EU. Wenn der Anteil von Biomasse am europäischen Erneuerbare- Energien-Mix aber gleich bliebe, würde der Biomassebedarf im Zuge der Energieziele für 2030 erheblich wachsen. Daher sei es sehr wahrscheinlich, dass die Importe von Biomasse in die EU weiter vermehrt und der Druck auf die globalen Waldressourcen verstärkt werden. >>>Die EU-Kommission hat im Spätsommer eine Mitteilung mit neuen Leitlinien für die Straffung der Umweltverträglichkeitsprüfung gemäß Artikel 2 Absatz 3 der Richtlinie über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) veröffentlicht (Richtlinie 2011/92/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in der durch die Richtlinie 2014/52/EU geänderten Fassung). Die Mitteilung enthält Leitlinien zur Straffung des UVP-Verfahrens. Sie konzentriert sich auf bestimmte Phasen dieses und zeigt laut Angaben der Kommission Möglichkeiten zur Straffung verschiedener Umweltprüfungen im Rahmen gemeinsamer und/oder koordinierter Verfahren auf. >>>Abfallströme zwischen EU-Mitgliedstaaten, die gefährliche Stoffe enthalten, sollen nach dem Willen der EU- Kommission besser erfasst werden. Dazu hat diese einen Überarbeitungsvorschlag des Anhangs III der Abfallrahmenrichtlinie veröffentlicht. Die Änderungen betreffen insbesondere die Gefahreneigenschaft HP 14 eines Stoffes. Bisher gibt es unter der Abfallrahmenrichtlinie kein standardisiertes Verfahren zur Überprüfung dieser Eigenschaft bei Abfällen. Deshalb schlägt die Kommission vor, die Klassifizierung von Abfällen, die giftig für die Umwelt sein können, an das Verfahren zur Chemikalienklassifizierung der Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen anzupassen. 10 UmweltMagazin September 2016

Nachrichten BMBF Kunststoffproduktion weltweit Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Berlin, werden weltweit jährlich 311 Mio. t Kunststoffe hergestellt – Tendenz steigend. Diese werden zum überwiegenden Teil aus Erdöl hergestellt. Die Suche nach alternativen nachhaltigen Rohstoffen zur Herstellung von Kunststoffen wird immer wichtiger, um den Verbrauch von Erdöl zu verringern, und um umweltfreundlichere Produktionsverfahren zu finden. Kohlendioxid (CO 2 ) ist ein solcher Rohstoff, der den benötigten Kohlenstoff bietet. In BMBF geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekten ist es Partnern aus Industrie und Wissenschaft gelungen, mit neu entwickelten Katalysatoren CO 2 in Polyurethanschäume einzubauen. Damit wird ein rund 20 % verminderter Treib- Bild: R_K_by_lichtkunst.73 / pixelio.de Die Kunststoffproduktion steigt weltweit. News – Online Weitere Nachrichten finden Sie tagesaktuell auch im Internet unter www.umweltmagazin.de (Rubrik: Branchen-News). hausgasausstoß gegenüber der herkömmlichen Herstellungsmethode erreicht. Zudem wird durch die Nutzung regenerativer Energie durch geschlossene Kohlenstoffkreisläufe das Klima weniger belastet. Diese CO 2 -basierten Schaumstoffe sind umweltfreundlicher und qualitativ ebenso hochwertig wie die nach herkömmlichen, rein Erdöl-basierten Verfahren hergestellten Schaumstoffe. www.bmbf.de Wasser Berlin International Trends und Technologien im praktischen Anlagen- und Rohrleitungsbau Die Wasser Berlin International ist die spezialisierte und internationale Marketingplattform zum Thema Wasser in Deutschland. Fachbesucher finden hier Produkte, Dienstleistungen und Lösungen aus allen Bereichen der Wasserwirtschaft. Der Kongress Wasser Berlin International ist in Form eines geschlossenen Hallenforums in die Fachmesse integriert. Die Messe belegte im Jahr 2015 rund 36 000 m 2 Ausstellungsfläche. 557 Aussteller aus 26 Ländern präsentierten sich, davon 118 Aussteller aus dem Ausland und 22 686 Fachbesucher aus 104 Ländern nahmen an der Veranstaltung teil. Gerade in einer dicht besiedelten Stadt wie Berlin birgt die Planung und Organisation von Großbaustellen besondere Herausforderungen. Auch im nächsten Jahr haben die Fachbesucher vom Partner der Wasser Berlin International sind die Berliner Wasserbetriebe. 28. bis zum 31. März 2017 im Berlin ExpoCenter City die Gelegenheit, bei der Schaustelle Wasser neben der Theorie auch die Praxis kennenzulernen. Partner sind hierbei die Berliner Wasserbetriebe. Am 30. März 2017 gibt es Touren zu zwei verschiedenen Themenbereichen. Die erste Rundfahrt steht im Zeichen des Anlagenbaus und zeigt moderne, komplexe Verfahren und Anlagen für die Berliner Infrastruktur wie beispielsweise ein Leitsystem für die Abwasserentsorgung sowie Innovationen für eine sichere Trinkwasserversorgung und Abwasserreinigung. Die zweite Tour hat als Schwerpunkt den Rohrleitungsbau, dem mit der 3. No Dig Berlin im Rahmen der Wasser Berlin International ein eigenes Messesegment gewidmet ist. Diese Rundfahrt deckt die gesamte Palette dieses Bereiches ab und zeigt umweltschonende Rohrleitungsbauverfahren wie zum Beispiel die Erneuerung von Abwasserdruckrohrleitungen DN 1000 AZ, die Renovierung von Abwasserdruckrohrleitungen DN 1000 St, die Sanierung des Schmutz-, Regen- und Mischwassernetzes mit diversen Verfahren, die Erneuerung von Trinkwasserleitungen, die Renovierung von Trinkwasserleitungen sowie den Neubau eines Wehrbauwerks zur Regulierung von Stauvolumen im Kanalnetz. www.wasser-berlin.de Bild: Messe Berlin UmweltMagazin September 2016 11

Ausgabenübersicht