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09 | 2016

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Gastkommentar Alte und neue Herausforderungen der Wasserversorgung Die dauerhaft sichere Versorgung mit Trinkwasser von einwandfreier Qualität ist in Deutschland der alltägliche Anspruch von Kunden und Versorgern gleichermaßen. Um diese Erwartungshaltung auch zukünftig erfüllen zu können, muss sich die Branche einerseits mit Dauerproblemen im Ressourcenschutz befassen und sich andererseits stets neuen Herausforderungen stellen. Demografische Veränderungen, Klimawandel, Digitalisierung und Mikroschadstoffe sind hier einige Stichworte aus der jüngeren Vergangenheit. Ein Dauerbrenner der letzten Jahrzehnte ist die Nitratbelastung des Grundwassers aufgrund der intensiven Düngung in der Landwirtschaft. Vor kurzem hat die Europäische Kommission Deutschland wegen der anhaltenden Verunreinigung durch Nitrat vor dem Gerichtshof der EU verklagt. Trotz der weiter hohen Belastung hierdurch wurden keine strengeren Gegenmaßnahmen ergriffen, wozu die Bundesrepublik laut geltendem EU-Recht jedoch verpflichtet wäre. Das bisherige landwirtschaftliche Fachrecht reicht nicht aus, um die Problematik flächendeckend in den Griff zu bekommen. Den dazu dringenden Handlungsbedarf hat die Versorgungswirtschaft klar umschrieben und ist in einem kritischen Dialog mit der Landwirtschaft, um gemeinsam nachhaltige Verbesserungen zu erzielen. Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits auf lokaler und regionaler Ebene in Deutschland spürbar. Dies zeigt sich unter anderem in lokalen Starkregen-Ereignissen mit Überflutungen oder auch in längeren Trockenperioden im Sommer. Die Auswirkungen betreffen alle Prozesse der Wasserversorgung von der Ressource bis zum Verteilungsnetz und auch das Krisenmanagement. Eine grundlegende Umorientierung und Schaffung gänzlich neuer Versorgungssysteme ist nicht angezeigt, vielmehr bedarf es einer individuellen Analyse und Bewertung dieser auf mögliche Auswirkungen und Folgen, um geeignete Maßnahmen vornehmen zu können. Damit kann auch zukünftig in Extremsituationen die hohe Qualität der deutschen Wasserversorgung aufrechterhalten werden. Die rasanten Entwicklungen bei der Digitalisierung im Bereich der Wasserwirtschaft sind zugleich Segen, bergen aber auch ein hohes Gefährdungspotenzial in Bezug auf die IT-Sicherheit. So haben die Veränderungen bei der Automatisierung, Datenverarbeitung und Vernetzung Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlagen und Netze. Der Bedarf ist hoch, damit die Unternehmen zukunftsweisend und effizient im Sinne des Umweltschutzes und der technisch-wirtschaftlichen Effizienz aufgestellt sind. Die zunehmende Digitalisierung öffnet auf der anderen Seite Hackern die Möglichkeit, Angriffe auf die Systeme der kritischen Infrastrukturen durchzuführen. Bei Anlagen der Wasserversorgung ist das bereits Realität. Hier gilt es zukünftig, das Bewusstsein in der Branche dafür zu schärfen und entsprechende Hilfestellungen gerade für kleinere und mittlere Wasserversorger zu entwickeln. Wer die internationale Brille aufsetzt, sieht ungleich größere Herausforderungen in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Derzeit sind fast 770 Millionen Menschen weltweit vom direkten Zugang zu sauberem Wasser ausgeschlossen. Es kommt daher darauf an, geeignete und effiziente Verfahren einzusetzen und wo nötig zu entwickeln und den Ländern beim Aufbau eigener Infrastrukturen mit unserem Know-how zu helfen. Zahlreiche bestehende und neue Herausforderungen sind zu meistern, um die hohe Qualität der Trinkwasserversorgung in Deutschland zu gewährleisten und eine gesicherte Abdeckung in den ärmeren Regionen unserer Welt aufzubauen. Dabei spielen natürlich finanzielle Aspekte eine wichtige Rolle. Gefragt sind nachhaltige Lösungen, die einfach und zu vertretbaren Kosten umzusetzen sind. Der intensive Austausch in der Branche leistet einen bedeutenden Beitrag, um Kräfte zu bündeln und die Wasserwirtschaft weiter voranzubringen. Das nächste wichtige Branchentreffen ist die wat, die vom 8. bis zum 10. November 2016 in Essen stattfindet. Dipl.-Geol. Berthold Niehues, Bereichsleiter Wasser, Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW), Bonn. „Es gilt, zahlreiche bestehende und neue Herausforderungen zu meistern, um die hohe Qualität der Trinkwasserversorgung in Deutschland zu gewährleisten und eine gesicherte Versorgung in den ärmeren Regionen unserer Welt aufzubauen.“ UmweltMagazin September 2016 3

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