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09 | 2016

Medienpartnerschaft ISO

Medienpartnerschaft ISO 14001 wird 20 Jahre Die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest. Im September 1996 wurde sie auf ISO- und im Oktober auf DIN-Ebene ins Leben gerufen. Angesichts ihrer Bedeutung für den Umweltschutz soll ihr im Jahr ihres 20-jährigen Bestehens die notwendige Aufmerksamkeit und Wertschätzung zukommen. Kontakt Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) Claudia Nauta August-Schanz-Str. 21A 60433 Frankfurt am Main Tel.: 069/95424-209 Fax: 069/95424-133 nc@dgq.de www.dgq.de Bild: pixabay Erfolgreich etablierte Umweltmanagementsysteme fördern die technische Weiterentwicklung von Anlagen inklusive Ressourcenschonung und reduzieren somit die Betriebskosten. Sie erhöhen aber auch die Rechtssicherheit der Betriebsorganisation und damit den Schutz vor straf-, ordnungs- oder zivilrechtlicher Inanspruchnahme der Leitung. Zusätzlich schaffen sie Transparenz in den betrieblichen Abläufen, indem sie organisatorische Fehler begrenzen. Die Aufgaben eines Umweltmanagementbeauftragten haben sich in den letzten Jahren erheblich ausgeweitet: War das Aufgabenfeld Anfang der 1990er-Jahre durch das Überwachen von Anlagen überwiegend technisch geprägt, so stehen heute verstärkt Managementfunktionen im Fokus. Ziel ist eine verbesserte betriebliche Gesamtsituation hinsichtlich technischer Aspekte wie einem höheren Stand der Anlagentechnik sowie auch der Einhaltung der einschlägigen Rechtsvorschriften mit Hilfe der implementierten Managementsysteme. Daraus gehen eindeutige Zuständigkeiten und rechtssichere Ablaufverfahren hervor. Verfeinern mit High Level Structure Die Zielrichtung und Weiterentwicklung der Umweltmanagementsysteme weisen auch nach 20 Jahren noch konstant in die gleiche Richtung. Jedoch betont die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) im Jahr 2016 zusätzlich die wachsende Zusammenführung mit anderen Managementsystemen sowie die 2015er Verfeinerung mittels High Level Structure. Wie sich die Anregungen der letzten Revision zu mehr Führung, mehr Lebenswegbetrachtung und einer erhöhten Aufmerksamkeit für Kontext, Risiken und Chancen im Rahmen des Umweltmanagementsystems auswirken, werden die nächsten Jahre zeigen. Einladung zu Blog-Beiträgen Obwohl die ISO 14001 mit starker PDCA-Ausrichtung und hoher Prozessorientierung schon 1996 den modernen Weg in der Managementnormung beschritt, fristet die Norm seit Anbeginn ein Schattendasein gegenüber ISO 9001. Mit der letzten veröffentlichten ISO-Survey 2014 wurden in Deutschland 7 708 Zertifikate gezählt. ISO 9001-Zertifikate haben den Faktor 7. Dennoch verzeichnen ISO 14001-Zertifikate in den letzten fünf Jahren einen Zuwachs von 28 %. Da 2014 ein leichter Einbruch erfolgte, wird es spannend, wie sich die Zertifikate 2015 entwickelt haben. Interessenten können die Daten auf www.iso.org/ iso/iso-survey einsehen. „Vielleicht ist es auch für unsere Leser wertvoll, die Entwicklung ihrer Umweltmanagementsysteme und Erreichtes sichtbar zu machen“, sagt Claudia Nauta, die Produktmanagerin der DGQ Weiterbildung und lädt deshalb die Leser ein, sich über http://blog.dgq.de am Erfahrungsaustausch zu beteiligen. 54 UmweltMagazin September 2016

Standards Service VDI 4075 Blatt 3 Produktionsinterner Umweltschutz In der Gießereitechnik ist eine immer stärkere Hinwendung zur Nachhaltigkeit, insbesondere zur Ressourcen- und Energieeffizienz, unabdingbar. VDI 4075 Blatt 3 „Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS) – Gießereitechnik“ unterstützt Gießereien, indem sie technologische Ansatzpunkte für Produktionsintegrierter-Umweltschutz (PIUS)-Maßnahmen aufzeigt und sowohl die Teilschritte als auch den Gesamtprozess detailliert bewertet. Die Richtlinie ermöglicht dem Anwender, einen Bezug zu betrieblichen Managementsystemen für Qualität, Umwelt- und Arbeitsschutz herzustellen. Damit trägt sie dazu bei, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Unternehmen zu schaffen. Praktiker aus Gießereien können beim Modernisieren oder Planen von Anlagen und Produktionsprozessen auf Erfahrungen mit PIUS zurückgreifen, um die Qualität zu optimieren, die Kosten zu senken und die Umwelt zu schützen. DIN 19572:2016–06 Haltevorrichtungen in begehbaren Schächten Die Norm DIN 19572:2016–06 „Haltevorrichtungen zum Einsteigen in begehbare Schächte – Anforderungen, Prüfung“ legt Vorgaben an die mechanische Stabilität und Prüfverfahren von stationären und mobilen Haltevorrichtungen zum sicheren Einstieg in begehbare Schächte fest. Im Sinne dieser Norm sind dies fest mit dem Untergrund verbundene Führungen, die über ausziehbare oder drehbar gelagerte Halteelemente verfügen. Mobile Vorrichtungen sind Führungen, die eingespannt werden und ebenfalls dreh- und ausziehbare Elemente beinhalten. Für diese Norm ist das Gremium NA 119–05–01–04 UA „Steigeisen (CEN/TC 165/WG 4)“ beim DIN zuständig. Bild: J. Wiedemeier / Hermann Bülter VDI 4610 Blatt 1:2016–04 Ökologische Dämmung von Industrieanlagen Die Richtlinie VDI 4610 Blatt 1:2016–04 „Energieeffizienz betriebstechnischer Anlagen – Wärme- und Kälteschutz“ gilt für den Wärme- und Kälteschutz an betriebstechnischen Anlagen in der Industrie und in der technischen Gebäudeausrüstung. Sie stellt ein Werkzeug bereit, mit dem Einsparpotenziale an Wärme- und Kälteverlusten ermittelt sowie Maßnahmen für eine effektive Dämmung unter Beachtung von ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten konzipiert werden können. Dabei orientiert sie sich an der Ökobilanz von Dämmsystemen und unterstützt damit Klimaschutzmaßnahmen. DIN 19645:2016–07 Aufbereitung von Spülabwässern Nach Überarbeitung der Normenreihe DIN 19643 „Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser“ ergab sich die Notwendigkeit für eine entsprechend angepasste DIN 19645:2016–07 „Aufbereitung von Spülabwässern aus Anlagen zur Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser“. Dabei wurde dem Umstand Rechnung getragen, dass salzhaltige Spülabwässer aus Sole- oder Mineralwasserkreisläufen aus technischen, energetischen und ökologischen Gründen immer häufiger ohne Entsalzung durch Umkehrosmose aufbereitet werden. Kontakt Deutsches Institut für Normung e. V. (DIN), Berlin, www.din.de VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU) www.vdi.de/geu Bild: Rainer Sturm / pixelio.de UmweltMagazin September 2016 55

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