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09-2019

Radarsensor 463,– €

Radarsensor 463,– € * Preiswerte Füllstandmessung. Sensor für die Wasserwirtschaft. Zuverlässige Füllstandmessung in der Wasseraufbereitung, in Pumpstationen und Regenüberlaufbecken. Durchfluss messung in offenen Gerinnen und Pegel überwachung. VEGAPULS WL S 61 ▪▪Messbereich bis 8 m ▪▪Ohne Einschränkung im Freifeld einsetzbar ▪▪Überflutungssicheres IP 68-Gehäuse ▪▪Bedienung per Bluetooth mit Smartphone, Tablet oder PC * Es gelten Staffelpreise: 1 bis 3 Stück 463,– € | 4 bis 9 Stück 10 % Rabatt | ab 10 Stück Preis auf Anfrage Weitere Informationen: www.vega.com/wls61 Bestellen unter Telefon +49 7836 50-0

Gastkommentar Klimaschutz: CO 2 -Steuer ist erst der Anfang Die VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (GEU) hält die Bepreisung von CO 2 -Emissionen aus klimapolitischer Sicht für ein wichtiges Werkzeug, um Treibhausgase wirksam zu senken. Mit dieser Einschätzung schließt sich die VDI-GEU dem Vorschlag des Sachverständigenrats der Bundesregierung vom Juli 2019 an. Klar ist: Deutschland muss seine CO 2 -Emissionen drastisch reduzieren. Die Kosten für die derzeitige Lebensweise dürfen zukünftigen Generationen nicht angelastet werden. Um die im Klimaschutzplan formulierten Ziele, wie das Senken der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent bis 2030, zu erreichen, ist eine Bepreisung von CO 2 -Emissionen ein wichtiger Anreiz. Sie sollte in allen Sektoren eingeführt werden. Von der Preisspanne der Steuer hängt ihre Lenkungswirkung ab. Bei gleichzeitigem Schutz der heimischen Industrie und der Verbraucher ist es wichtig, dass der Preis für CO 2 -Emissionen ausreichend hoch ist, um emissionsfreien und -armen Alternativen eine schnelle Amortisation im Vergleich zu fossil basierten Technologien zu ermöglichen. Alleine mit der einer CO 2 -Steuer können die Ziele aber nicht realisiert werden. Es braucht mehr, um den Klimawandel effektiv zu bekämpfen. In der Praxis gibt es vielfältige Hindernisse, die nur mit marktwirtschaftlichen Instrumenten nicht effizient zu überwinden sind. Darunter fällt der unzureichende Netzausbau sowie die geringfügige Datenerfassung und Auswertung des Ist-Zustands der Energienetze. Außerdem fehlt die Speicherkapazität zum Ausgleich fluktuierender erneuerbarer Erzeugung durch Wind und Fotovoltaik. Daher sind weitere Maßnahmen notwendig, wie Mindeststandards für Speichersysteme und andere Querschnittstechniken. Es braucht auch Energieeffizienznetzwerke zur Motivation und Senkung der Transaktionskosten. Solche Netzwerke bringen Akteure aus großen Unternehmen und mittelständischen Betrieben zusammen. Der Austausch soll am Ende zu mehr Investitionen in energieeffiziente Anlagen und damit zu geringeren Emissionen von Treibhausgasen führen. Mit solchen Maßnahmen können die Ziele des Klimaschutzplans schnell und kosteneffizient erreicht werden. Auch ein guter Mechaniker hat mehr als nur ein Werkzeug, wenn er eine komplexe Maschine reparieren muss. Dies gilt in der Klimapolitik erst recht. Um die erforderlichen CO 2 -Emissionsreduktionen zu erreichen, müssen zudem neue Technologien entwickelt und existierende weiterentwickelt und konsequent in den Markt eingeführt werden. Das braucht neben Zeit eine konsequente politische Unterstützung bei der Markteinführung und beim Aufbau der erforderlichen Infrastrukturen. Auch müssen Technologien zur Unterstützung der Sektorenkopplung gefördert werden, um jenseits des Stromsektors Treibhausgasemissionen zu senken. Das neue Richtlinienprojekt VDI 4635 „Power-to-X“ nimmt sich genau dieses Problems an. Power-to-X umfasst Technologien zur Speicherung und sektorübergreifenden Nutzung erneuerbarer Energie mittels Umwandlung zu Kraftstoffen oder Chemikalien. Die aktuellen regulatorischen Randbedingungen benachteiligen diese jedoch mit zusätzlichen Kosten. Die Einstufung dieser Umwandlungsanlagen als Letztverbraucher und die daher zu leistenden Netzentgelte und EEG-Umlagen machen die ohnehin langwierige Refinanzierung dieser Anlagen nahezu unmöglich. Ebenso wie die selten genutzte Power-to- X-Technologie führt auch die Wasserstoff-Infrastruktur, die etwa Gas aus Power-To-Gas-Prozessen nutzen könnte, noch ein Nischendasein, während die Politik den Aufbau elektrischer Ladeinfrastruktur bereits intensiv fördert. Kosten vieler Anlagen sinken aber erst, werden sie in großer Stückzahl weitgehend automatisiert produziert. Das zeigen die Erfahrungen bei der Fotovoltaik und der Windkraft. Eine angemessene CO 2 -Bepreisung kann mehr Treibhausgasemissionen einsparen, als die Einhaltung inzwischen überholter EEG-Regelungen. Die Entwicklung von Technologien für den Klimaschutz ist eine große Chance für den Technikstandort Deutschland. Doch die Senkung von Treibhausgasen muss nicht über einzelne Projekte in Deutschland, sondern global gedacht werden. Nationale Lösungen sollten zwar vor Ort wirken, aber auch im internationalen Kontext Sinn ergeben. Sonst führen sie nur zur geografischen Verschiebung der Treibhausgasemissionen. Bild: VDI Dr. Jochen Theloke ist seit Februar 2017 Geschäftsführer der VDI-Fachgesellschaft Energie und Umwelt (GEU). Er hat an der Universität Stuttgart Chemie studiert und über Minderungsstrategien für Luftschadstoffe an der dortigen Fakultät Maschinenbau promoviert. Die Entwicklung von Technologien für den Klimaschutz ist eine große Chance für den Technikstandort Deutschland. UmweltMagazin September 2019 3

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