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09-2019

Management Rund 200

Management Rund 200 Vertreter von meist chinesischen Zulieferern von Chemiefirmen nahmen während der AchemaAsia International im Mai 2019 in Shanghai an einem Training zur Nachhaltigkeit teil. Blick nach vorne Ende 2020 beginnt für TfS eine neue Strategieperiode. In den ersten acht Jahren haben wir gemeinsam für Transparenz in einem großen Teil des Lieferantenpools der chemischen Industrie gesorgt und die Grundlage für einen intensiven Dialog über mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistungen geschaffen. Diese Mission wird in den nächsten Jahren weiter Bestand haben. Daneben wollen wir den Expansionskurs von TfS fortsetzen und weitere Regionen der Welt einbeziehen. Mit der steigenden Anzahl an Mitgliedsunternehmen, insbesondere in Asien und Amerika, wird der Weiterentwicklung der TfS-internen Strukturen und Prozesse eine große Bedeutung zukommen. Sie sind wichtige Schnittstellen, wenn Nachhaltigkeit für die Lieferkette es um die Durchdringung regionaler Lieferketten und die Bewertung lokaler Produktions- und Arbeitsbedingungen geht. Ziel ist, jedes TfS-Mitgliedsunternehmen und die mit ihm verbundenen Mitarbeiter und Lieferanten individuell auf ihrem Weg zur Einbeziehung von Nachhaltigkeit in die Einkaufsstrategien und bei der Implementierung des TfS-Programms zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit wichtigen Interessensgruppen und Initiativen wollen wir weiterhin für TfS geeignete Partner finden, Synergien erkennen und diese nutzen. Auch der aktive Austausch mit Nichtregierungsorganisation (NGOs) und Verbänden wird an Bedeutung gewinnen. Erst 2018 haben sich die TfS-Mitgliedsunternehmen darauf verständigt, der Die zwei Säulen des TfS-Standards beruhen auf Assessments und Audits. Beide Protokolle überprüfen und evaluieren die Nachhaltigkeitsleistungen des jeweiligen Lieferanten basierend auf vier Kernthemen, denen wiederum eine Vielzahl an Unterkriterien zugeordnet sind. Die Kernthemen sind betreffen Aspekte aus den Bereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung. Diese Kriterien für die Bewertung stützen sich auf internationale Corporate Social Responsibility-Standards (CSR) wie die zehn Prinzipien des UN Global Compacts, die Responsible Care-Initiative der chemischen Industrie, die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO), die Standards der Global Reporting Initiative (GRI), die Norm ISO 26000, die CERES-Grundsätze und die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Bild: TfS steten Verbesserung von Nachhaltigkeitsleistungen ihrer Lieferanten einen größeren Stellenwert einzuräumen. Demnach belassen die TfS-Mitglieder es nicht bei einer einmaligen Ist-Stand Erhebung der Nachhaltigkeitsleistung eines Lieferanten, sondern laden sie zu wiederholenden Evaluierungen ein, um so über den Zeitverlauf ein besseres Verständnis und Transparenz über die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsleistungen zu erhalten. In Zukunft werden sich die TfS-Mitgliedsunternehmen zudem noch intensiver mit ihren Lieferanten über Verbesserungsmöglichkeiten austauschen und mit gezielten Informations- und Trainingsangeboten am Wissensaufbau und an Implementierungsmöglichkeiten arbeiten. Seit 2015 bieten wir beispielsweise jährlich Lieferantentrainings in China an, zu denen wir jeweils mehr als 200 Teilnehmer begrüßen durften. Das Feedback, welches wir von den chinesischen Lieferanten erhalten, ist durchweg positiv, was unser Trainingsangebot bestätigt. Der jüngste TfS-Zuwachs, Wanhua Chemical Group war etwa zunächst auf der Seite der Lieferanten bevor es den Mehrwert von TfS erkannte und beschloss, sich der Initiative anzuschließen und ihrerseits mit ihren Lieferanten das TfS- Programm zu durchlaufen. Unsere Lieferantenakademie mit Tutorials und eLearnings, sowie Webinare und die Nutzung einer Wissensplattform ergänzen das Spektrum an Lieferantentrainings. Wir wollen unsere Lieferanten befähigen, Verbesserungen und Korrekturen, die sich aus einem Audit oder einem Assessment ergeben, praktisch umzusetzen. So kann es um die Verringerung von Abwasser oder Emissionen gehen, oder um die Einführung besserer Mitarbeitertrainings zu Sicherheit und Arbeitsschutz. Die Herausforderungen, denen wir uns stellen wollen, sind groß, die Themen vielfältig. Wir sind aber entschlossen, den Weg Richtung nachhaltiger Zukunft zu gehen. Der Anfang ist gemacht! Autor: Bertrand Conquéret, TfS Präsident und Einkaufsleiter der Henkel AG & Co. KGaA sowie Präsident der Henkel Global Supply Chain B.V., on, info@tfs-initiative.com 44 UmweltMagazin September 2019

Energie Starthilfe für nachhaltige Chemie Bild: Andes Bioenergy Biokohle, hergestellt aus Biomasseabfällen des Purgierstrauches von „Andes Bioenergy“ aus Ecuador. Das Internationale Kompetenzzentrum für nachhaltige Chemie (ISC 3 ) in Bonn fördert weltweit Gründer in der Frühphase der Unternehmensentwicklung wie etablierte Start-Ups. Ansprechpartner hiefür ist die ISC 3 -Außenstelle bei der Dechema in Frankfurt. Die Chemie liefert eine Vielzahl von Substanzen und Materialien, welche die Grundlage fast aller Produkte des Alltags bilden. Ihr kommt damit eine zentrale Rolle auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft zu. Hierzu muss jedoch die Chemie selbst in ihrer Rohstoffbasis, ihren Produktionsprozessen aber auch in den für die zahllosen Anwendungen hergestellten Produkten eine Transformation in Richtung Nachhaltigkeit vollziehen. Der jüngst veröffentlichte zweite Global Chemicals Outlook (GCO 2) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) benennt Innovationen in grüner und nachhaltiger Chemie als wichtigen Lösungsansatz (siehe auch UmweltMagazin .) Das Kompetenzzentrum ISC 3 (International Sustainable Chemistry Collaborative Centre) will hier helfen. Das Bundesumweltministerium hat es 2018 gegründet, um die Transformation der Chemie weltweit in Richtung Nachhaltigkeit voranzutreiben. Durch koordinierte Aktivitäten in den fünf Feldern Innovation, Dialog und Kooperation (Collaboration), Bildung, Information sowie Forschung will das Kompetenzzentrum dazu beitragen, die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN, United Nations) – die SDGs (Sustainable Development Goals) – zu erreichen. Es will so einen Beitrag zu einer nachhaltigen internationalen Chemikalienpolitik leisten. Das neue Zentrum ist in der Nähe des UN-Campus in Bonn angesiedelt und verfügt über zwei Außenstellen in Deutschland: den „Research & Education Hub“ an der Leuphana Universität in Lüneburg und den „Innovation Hub“ bei der Deutschen Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (Dechema) in Frankfurt. Zudem hat das ISC3 für Nordamerika eine regionale Außenstelle an der Universität Massachusetts Lowell in den USA. Weitere solcher „Hubs“ sind derzeit im Aufbau. Das Zentrum kooperiert intensiv mit internationalen Organisationen wie dem Umweltprogramm der UN (UNEP) und dem Weltwirtschaftsforum WEF (World Economic Forum). Es half auch UNEP, den zweiten Global Chemicals Outlook (GCO 2) zu erstellen. Dieser weltweite Zustandsbericht der Chemikalienherstellung, -verwendung und -belastung beleuchtet die Möglichkeiten der Transformation hin zu einer nachhaltigen Chemie Das erste ISC3 Stakeholder Forum im Juni 2019 hat internationale Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammengebracht, um gemeinsam daran zu arbeiten, das Thema Nachhaltigkeit in der Chemie zu verankern. UmweltMagazin September 2019 45

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