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09-2019

Nachrichten

Nachrichten Nachwachsende Rohstoffe 3-D-Fassade aus organischen Materialien Die Technische Universität Chemnitz, die Fiber-Tech Construction GmbH und die richter & heß Verpackungs-Service GmbH haben biobasierte Fassadenelemente für Industriebauten entwickelt. Die praxisreife „Bio-Fassade“ besteht zu 35 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen – mit der Möglichkeit, diesen Anteil zu steigern. Das Besondere ist das Design: Hinter den dreidimensional geformten, teilweise lichtdurchlässigen Elementen sind LEDs installiert, um auf der Fassade Texte, Bilder oder Videos zu animieren. Unterstützt wurde das Vorhaben über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). In punkto Brand- und Schallschutz, Tragfähigkeit und Wärmedämmung erfüllt die Bio-Fassade alle geltenden bautechnischen Anforderungen an Produktionsgebäude. Zudem punktet sie mit ihrem geringen Gewicht. Die Deckschichten des Sandwichverbundes bestehen aus Flachsund Glasfasern, eingebettet in ein anteilig biobasiertes Epoxidharz. Den Kern bilden mit Steinwolle gedämmte Wellpappen - gefache, die durch eine Beschichtung mit Erstmals wurde der transluzente Sandwichverbund aus Flachsfasern, biobasiertem Epoxydharz und Wellpappenkern als Medienfassade des Produktionsgebäudes der richter & heß Verpackungs-Service GmbH in Chemnitz eingesetzt. Natriumwasserglas gegen Feuchtigkeit und Feuer geschützt sind – eine im Baubereich innovative Kombination. Dabei ist Wellpappe als biobasiertes Recyclingmaterial, das nach der Nutzung erneut recycling fähig ist, auch ökologisch und wirtschaftlich interessant. www.fnr.de Bild: Silvia Giardino Photography Umweltinnovationsprogramm Korrosive Feinstäube senken Die Schäfer Metallurgie GmbH aus Hennef (Sieg) will ein geschlossenes Vakuumfördersystem für Stäube installieren, um das Entweichen salzhaltiger Stäube in die Umgebung zu vermeiden. Das Bundesumweltministerium (BMU) fördert dies Vorhaben mit rund 15 000 € aus dem Umweltinnovationsprogramm. Das nordrheinwestfälische Familienunternehmen mischt Alkali- und Erdalkali-Salze speziell nach von Gießereien vorgegebenen Rezepturen. Diese Produkte werden etwa der Aluminiumschmelze hinzugegeben, um dem jeweiligen Endprodukt gezielte Eigenschaften zu geben. In Gießereien werden daraus Teile gegossen, die vor allem im Automobilbereich und bei Haushaltswaren eingesetzt werden, sofern diese aus metallischen Komponenten bestehen.Die für die Mischung verwendeten Salze sind sehr trocken, sodass beim Mischen und Kompaktieren sehr feine Stäube anfallen. Diese Stäube werden stetig durch eine Staubsammelanlage abgesaugt, die Filter regelmäßig gereinigt. Der anfallende Staub wird bisher in Behälter unterhalb der Anlage ausgestoßen, händisch in einen Transportbehälter überführt und anschließend mittels eines Transportsystems in den Produktionsprozess zurückgeführt. Dabei kommt es zu einer diffusen Staubbelastung. Gegenüber der herkömmlichen Staubsammelanlage soll die neue Anlage den abgesaugten, mikroskopisch feinen Staub vollständig in den Produktionsprozess zurückführen. So sollen jährlich 22,5 t an diffusen Staubemissionen vermieden werden. Zudem soll der aufgefangene Staub vollständig in den Produktionsablauf zurückgeführt, also erneut verwendet werden. Bisher konnte diese Menge aufgrund des diffusen Austrags nicht genutzt werden und musste als Abfall entsorgt werden. Dies erhöht die Materialeffizienz und reduziert gleichzeitig die Ab fallmenge.Mit dem Umweltinnovationsprogramm fördert das BMU erstmalig eine großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben. www.umweltinnovationsprogramm.de 6 UmweltMagazin September 2019

Nachrichten Evonik Kapazität für pyrogene Kieselsäure erweitert Evonik erweitert den Anlagenkomplex zur Herstellung pyrogener Kieselsäure in Antwerpen und reagiert damit auf die weltweit wachsende Nachfrage. Fristgerecht hat Evonik den neuen Anlagenkomplex zur Herstellung pyrogener Kieselsäure in Antwerpen, Belgien, in Betrieb genommen. Damit kann das Spezialchemieunternehmen die hohe Nachfrage nach diesen Kieselsäuren (Silica), die unter dem Namen „Aerosil“ vermarktet werden, bedienen. Typische Anwendungen sind Farben und Lacke, moderne Klebstoffsysteme, transparente Silikone sowie nicht brennbare Hochleistungsisolationsmaterialien. Evonik hat in den neuen Anlagenkomplex einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag investiert. Silica gehört zu den Smart Materials und damit zu einem der vier strategischen Wachstumskerne von Evonik mit überdurchschnittlichem Marktwachstum. Es wird erwartet, dass der globale Markt für pyrogene Kieselsäuren mit mehr als vier Prozent jährlich wächst und damit stärker als die Weltwirtschaft. Neben dem wachsenden Markt für pyrogene hydrophile Kieselsäure steigt auch die Nachfrage nach speziellen hydrophoben Kieselsäuren. Entsprechend wurde die bestehende Anlage in Antwerpen so erweitert, dass pyrogene hydrophile Kieselsäure durch eine spezielle Nachbehandlung hydrophobe Eigenschaften annimmt. Evonik produziert somit jetzt an einem zweiten Standort in Europa, neben Rheinfelden, hydrophobes Aerosil und bedient auch damit eine weitere hohe Nachfrage. Mit der zeitgleichen Modernisierung der Silan-Produktionsanlagen als Teil der Investitionen wird die Rohstoffversorgung für die Aerosil-Produktion sowie für Reifensilane sichergestellt. Aerosil wird als pyrogene Kieselsäure durch Hochtemperaturhydrolyse von Silanen in der Wasserstoffflamme erzeugt. www.evonik.de Bild: Evonik Auszeichnung Osnabrück erhält Deutschen Nachhaltigkeitspreis Die Friedensstadt Osnabrück erhält den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 in der Kategorie Großstadt. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis (DNP) ist die nationale Auszeichnung für Nachhaltigkeitsmanagement und wird bereits zum zwölften Mal vergeben. Träger ist die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. in Zusammen - arbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Ausgezeichnet werden neben Wirtschaftsunternehmen auch Kommunen, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten die lokale Entwicklung vorbildlich nachhaltig gestalten und damit in besonderer Weise den Gedanken einer zukunftsfähigen Gesellschaft fördern. Claas Beckord, Abteilungsleiter für Strategische Stadtentwicklung und Statistik, erläutert, warum Osnabrück den Preis erhalten hat: „Nachhaltigkeit ist in Osnabrück eine Querschnittsaufgabe, an der alle Fachbereiche und vor allem die Bürgerschaft mitwirken. Wir haben daher nicht mit einem, sondern einer Vielzahl von konkreten Projekten, aber auch der strukturellen Verankerung des Themas Nachhaltigkeit gepunktet.“ Dies gilt sowohl für die Beteiligung der Bürgerschaft in Planungsprozessen, wie zum Beispiel beim Masterplan Innenstadt, bei dem die Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen zur nachhaltigen Stadtentwicklung einbringen konnten, als auch für viele weitere konkrete Projekte und Maßnahmen zum Klimaschutz. Hier sind die Aktivitäten zur Förderung des Umstiegs vom motorisierten Individualverkehr oder die Sicherung und den Ausbau von mehr Grün- und Freiflächen zu nennen. Ergänzend fördern Maßnahmen wie beispielsweise die Definition ökologischer Standards in der Bauleitplanung sowie der Ausbau von Radschnellwegen und der E-Busflotte den Klimaschutz. „Auch unsere vielfältigen Umweltprojekte und unsere Einrichtungen der Bildung für nachhaltige Entwicklung wie das Umweltbildungszentrum Museum am Schölerberg tragen zur nachhaltigen Entwicklung bei. Nicht zuletzt sind es auch die vielen engagierten Bürgerinnen und Bürger, die sich für ein nachhaltiges Osnabrück einsetzen“, so Beckord. www.osnabrueck.de UmweltMagazin September 2019 7

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