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1/2 | 2012

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SPECIAL Erneuerbare

SPECIAL Erneuerbare Energien Um das Energieziel 2050 zu erreichen, wonach bis 2050 der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung 80 Prozent betragen soll, müssen vor allem im Bereich der industriellen Energieversorgung neue Wege beschritten und innovative Lösungen erarbeitet werden. Die Infranova Bioerdgas GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von Infraserv Höchst und der Mainova AG, erzeugt umweltfreundliches Bioerdgas, mit dem die Kunden in der Region versorgt werden. Michael Müller Bioerdgas aus dem Industriepark Höchst Wie sich die Energieversorgung der Zukunft umweltgerecht und nachhaltig, aber auch zuverlässig und möglichstkostengünstig gestaltenlässt, damit beschäftigen sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft intensiv. Insbesonderebei derindustriellenEnergieversorgung müssenneue Lösungen entwickelt und umgesetzt werden, um die energiepolitischen Vorgaben der Bundesregierung zu erreichen. Dabei steht der Wettbewerbs- und Kostendruck, deminternational agierende Unternehmen und Industriestandorte gleichermaßen ausgesetzt sind, umweltgerechten Konzepten aber nicht zwangsläufig im Wege.ImGegenteil: Gerade in energieintensiven Branchen ist der hocheffiziente Umgang mit Energie seit jeher ein Erfolgsfaktor, und bewährte Lösungen bieten durchaus weitere Anwendungsmöglichkeiten. Umweltgerecht erzeugtes Biogas für das Versorgungsnetz Dasssichumweltfreundliche Energieerzeugungskonzepte aus der Industrie auch für die Versorgung von privaten Verbrauchern nutzen lassen, zeigt ein Beispiel aus dem Industriepark Höchst in Frankfurt amMain. Hier wird umweltgerecht erzeugtesBiogas auf Erdgasqualität aufbereitet und in das Versorgungsnetzeingespeist. Zu diesem Zweck haben Infraserv Höchst, die Betreibergesellschaft des Industrieparks Höchst, und der regionale Energiedienstleister Mainova AG ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet: die Infranova Bioerdgas GmbH. Seit dem Jahr 2007wirdimIndustriepark Höchst, einem der größten europäischen Forschungs- und Produktionsstandorte für Chemie und Pharma, Biogas produziert. Die für die Energieversorgung der rund 90 Standortgesellschaften verantwortliche Betreibergesellschaft Infraserv Höchst errichtete hierzu für rund 15 Millionen Euro eine der größten Biogas-Anlagen Deutsch- Bioerdgasaufbereitung im Industriepark Höchst Zur effizienteren und ökologisch sinnvolleren Veredelung von Biogas baute die Mainova AG gemeinsam mit dem Industrieparkbetreiber Infraserv GmbH &Co. Höchst KG eine neu konzipierte Anlage. Beide Unternehmen haben im Jahr 2009 die Infranova Bioerdgas GmbH gegründet. Infranova hat insgesamt 5Millionen Euro in das Vorhaben investiert und ist offizieller Betreiber der neuen Bioerdgas-Aufbereitungsanlage. 16 UmweltMagazin Januar -Februar2012

Impressum Bilder (2): Infranova Bioerdgas GmbH lands,inder organische Abfälle wie Fermentationsrückstände aus der biochemischen Produktion, aber auch überlagerte Lebensmittel und andere Co- Substrate mit einem Teil der am Standort anfallenden Klärschlämme in Biogas umgewandelt werden. Hierfür entwickelten die Infraserv-Experten ein neues Verfahren –denn bislang galten industrielle Klärschlämme für die Biogas-Produktion als ungeeignet. Bis zu 30 000 Kubikmeter Rohbiogas produziert die Anlage pro Tag. Ökologisch wichtig istdabei,dass hierkeine landwirtschaftlichen Produkte zum Einsatz kommen, währendviele andere Biogas-Anlagen in direkter Konkurrenz zur Nahrungsmittelindustrie stehen. Dennoftmals werden Anbauflächenbenötigt, die in Deutschland jedoch nur begrenztvorhanden sind. Auch die langen Transportwege, die mitunter die Öko-Bilanz beeinträchtigen, gibt esim Industriepark nicht: Die Klärschlämme stammenvon der benachbartenAbwasserreinigungsanlage des 4,6 Quadratkilometer großen Standortes, an dem auch vergärbare Produktionsrückstände anfallen. Nurein Teil derCo-Substrate wird angeliefert. Soist das im Industriepark Höchst erzeugte Biogas nahezu klimaneutral.Bislang wurdedieses in zwei Blockheizkraftwerkenverstromt und direkt in die Versorgungsnetze des Industrieparks eingespeist. Wesentlich effizienter und auch ökologisch sinnvoller ist jedoch eine Veredelung auf Erdgasqualität. Moderne Verfahrenstechnik für die Biogas-Produktion In derAnlage werden demBiogas zunächst alle unerwünschten Begleitstoffe entzogen. Im Anschluss daran wird das entstandene Rohbiogas auf Netzdruck verdichtet, der Brennwert mittels LPG-Beigabe erreicht, odoriert und in dasöffentliche Erdgasnetz eingespeist. Die Anlage zeichnet sich vor allem durch zwei Komponenten aus:Zum In der modernen Aufbereitungsanlage wird das umweltfreundlich erzeugte Biogas veredelt und als Bioerdgas in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist. einenkommt die Aminwäschezum Einsatz,umdas Rohbiogas auf Erdgasqualität zu bringen. Bei der zweiten Komponente handelt es sichumden besonders geringen Methanschlupf. Dieses unkontrollierte Entweichen von Methan wurde durch die hohe Trennfähigkeit des Aminwäscheverfahrens auf das technisch mögliche Minimum reduziert. Alle anderen Verfahren, wie die Druckwasserwäsche oder die Adsorption an Molekularsieben haben einen deutlich höheren Methanschlupf. Der bei diesem Verfahren immanente Methanschlupf von 2bis 5Prozent zehrt den Klimavorteil der Biogasnutzung weitgehend auf oderführtsogar zu einer negativen Klimawirkung. Zudem benötigen diese Verfahren eine Abluftverbrennung, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Seit September 2011 versorgt die MainovaAGihreKunden aus der neuen Anlage mitbis zu 80 MillionenKilowattstunden Bioerdgas pro Jahr. Durch den Ersatz von konventionellem Erdgas durch klimafreundlich gewonnenes Bioerdgas aus dem Industriepark Höchst wird die nur begrenzt verfügbare Ressource geschont und damit die Kohlendioxid-Emissionen jährlich um rund 16 000 Tonnenreduziert. Michael Müller, Infraserv Höchst, Frankfurt amMain, michael.mueller3@infraserv.com Das Entscheider-Magazin für Technik und Management ISSN 0173-363 X 42. Jahrgang (2012) Herausgeber Verein Deutscher Ingenieure Redaktion Dipl.-Biol. Akram El-Bahay (Chefredakteur), Tel.: (02 11) 61 03-3 26 Daniela Brière (Redaktions-Assistenz), Tel.: (02 11) 61 03-2 15 E-Mail: UmweltMagazin@springer-vdi-verlag.de Freier Mitarbeiter der Redaktion Dipl.-Geogr. Helmuth Ziegler, Würzburg Organschaften VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU)/Umwelttechnik Verband der Betriebsbeauftragten für Umweltschutz e.V. (VBU), Essen Verband für nachhaltiges Umweltmanagement e.V. (VNU), Frankfurt am Main. Für Mitglieder des VBU und VNU ist der Bezug im Mitgliedsbeitrag enthalten. Medienpartnerschaft Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ), Frankfurt am Main Redaktionsbeirat Bernhard Schwager, Vorsitzender des VBU, Essen Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner, Vorsitzender der VDI-GEU, Bochum Matthias Friebel, Vorsitzender des VNU, Frankfurt am Main Dr. Henning Friege, Sprecher der Geschäftsführung der Awista GmbH, Düsseldorf Dr.-Ing. Hans-Friedrich Hinrichs, KTB GmbH, Gladbeck Prof. Dr.-Ing. Klaus Gerhard Schmidt, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Energie- und Umwelttechnik e.V. (IUTA), Duisburg Claudia Nauta, DGQ, Frankfurt am Main Martin Ittershagen, Pressesprecher des Umweltbundesamtes, Dessau Hinweise für Autoren/Manuskripte www.umweltmagazin.de Verlag Springer-VDI-Verlag GmbH & Co. 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