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1/2 | 2012

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Markt Projekte Stuttgart

Markt Projekte Stuttgart Abwasser mit UV-Licht kontrolliertreinigen Viele Industrieabwässer enthalten organische Verunreinigungen, die in kommunalen Kläranlagen nicht abgebaut werden können. Forscher am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart haben in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern ein automatisiertes Reinigungssystem entwickelt, das die organischen Schadstoffe mittels UV-Licht abbaut und bereits während der Behandlung den Reinigungserfolg kontrolliert. ImReaktionstank der Anlage strahlt wahlweise eine Mitteldruck- oder eine Vakuum-UV-Lampe energiereiches UV-Licht indas Abwasser. Treffen für das Auge unsichtbare, energiereiche Strahlen von nur 172 Nanometer Wellenlänge auf Wassermoleküle, werden aus diesen hochreaktive Hydroxylradikale abgespalten. In einer Kettenreaktion lösen sie die Bildung weiterer Radikale aus. Sobald sie auf organische Schadstoffe stoßen, werden diese inkleinere, biologisch abbaubare Verbindungen, wie kurzkettige organische Säuren, zerlegt. Umsicherzustellen, dass nur sauberes Wasser die Anlage verlässt, wird während der UV-Behandlung kontinuierlich eine Probe aus dem Reaktionstank gezogen und auf den Gehalt an organischem Kohlenstoff (TOC) analysiert. Ist der zuvor eingestellte Grenzwert erreicht, wird das gereinigte Abwasser automatisch heraus- und weiteres verunreinigtes Wasser inden Reaktionstank hineingepumpt. 100 Liter Abwasser pro Stunde kann der Laborprototyp auf diese Weise behandeln. ImPraxistest Vollautomatisierter Prototyp zur Reinigung von Industrieabwasser mit UV-Licht wurde der Farbstoff Methylenblau innerhalb nur weniger Minuten vollständig entfernt. Und selbst bei hoch belastetem Abwasser aus der Papierherstellung ließ sich, nach Angaben der Forscher, TOC auf den erforderlichen Grenzwert reduzieren. Der Prototyp steht nun Industriebetrieben zur Verfügung, umden Abbau organischer Verunreinigungen in realem Abwasser zuuntersuchen. Das Projekt Light4CleanWater wurde im 7. Forschungsrahmenprogramm von der EUgefördert. www.igb.fraunhofer.de Leipzig Uni setzt auf Kunststoff-Fenster-Recycling Sanierung der ehemaligen Hautklinik der Universität Leipzig Von Grund auf saniert wird derzeit die ehemalige Hautklinik der Universität Leipzig. Mit dem Recycling der 150 alten PVC-Fenster zeigt sich der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilienund Baumanagement (SIB) als Bauherr umweltbewusst und kann hierbei auf ein bereits erprobtes Recyclingsystem zurückgreifen. Seit 2002 organisiert die Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH mittlerweile das werkstoffliche Recycling ausgedienter Kunststofffenster, -türen und Rollladen. Zusammen mit den Recyclingpartnern, der Tönsmeier Kunststoffe GmbH &Co. KG und der VEKA Umwelttechnik GmbH, verwirklicht sie dabei ein bundesweit flächendeckendes Recyclingsystem mit Abholservice. Die Container werden gestellt und direkt an die Baustelle gefahren, anschließend müssen lediglich die Fenster ausbaut und aufgeladen werden. Nach dem Abtransport kommen sie zum Recyclingpartner VEKA Umwelttechnik GmbH nach Hörselberg-Hainich, wo aus den alten Fenstern hochwertiges Regranulat hergestellt wird. Der durch den Recyclingprozess gewonnene Rohstoff wird genau dort wieder eingesetzt, aus dem er ursprünglich stammt: Aus einem alten Fenster wird wieder ein neues. www.rewindo.de 32 UmweltMagazin Januar -Februar2012

Zaisertshofen CO 2 -neutrales Unternehmen Die Verantwortlichen der RUF GmbH haben sich im Jahr 2009 dazu entschieden, selbst Ökostrom zuerzeugen, um dadurch zu einem CO 2 -neutralen Unternehmen zuwerden. Dass das Ziel nun erreicht ist, beweisen jüngste Energiebilanzen. Trotz der 9300 Quadratmeter Produktions- und der rund 700 Quadratmeter Bürofläche gelingt es dem Unternehmen aus Zaisertshofen, mithilfe einer Photovoltaikanlage und einem mit Pflanzenöl betriebenem Blockheizkraftwerk (BHKW) mehr grünen Strom zu erzeugen als es verbraucht. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 937 879 kWh genutzt und im Vergleich dazu 1165 080 kWh ökologischer Strom produziert. Die rund 6300 Quadratmeter große Solarfläche liefert mit etwa 850 000 kWh den größten Anteil der Stromerzeugung. Dabei hat Ruf keine wertvollen Ackerflächen verbaut, sondern ausschließlich die eigenen Dächer der Betriebsgebäude genutzt und vollflächig bestückt. Selbst bei einem strengen Winter erzeugt das mit biogenem Brennstoff betriebene BHKW genug Wärme für alle Betriebsgebäude und produziert gleichzeitig umweltfreundlichen Strom. Die 6300 Quadratmeter große Solarfläche liefert mit 850 000 kWh den größten Anteil der Stromerzeugung bei RUF. Auch in den Sommermonaten steht es nicht still. Dann nutzt das Unternehmen die Abwärme zum Trocknen von feuchten Spänen. Die getrockneten Späne mit einem Wassergehalt von unter 12 Prozent werden für den Testlauf der produzierten Brikettpressen verwendet und stehen als umweltfreundlicher Brennstoff den Verbrauchern inder Region zur Verfügung. www.brikettieren.de Thüringen Energiegewinnung aus Kunststoff Die DEUSA International GmbH erhält knapp 2Millionen Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums für ihr Pilotvorhaben, mit dem durch Vergasung hochkalorischer Kunststoffabfälle Erdgas eingespart werden soll. Das Unternehmen aus Bleicherode gewinnt und stellt salinare Grundstoffe her, die als Düngemittel, Auftausalze und Winterstreugut verwendet werden. Der hohe Energiebedarf für den Produktionsprozess wird bislang durch ein unternehmenseigenes Gasmotoren-Heizkraftwerk abgedeckt, das hauptsächlich mit Erdgas betrieben wird. Im Rahmen des Projektes beabsichtigt das Unternehmen, eine Anlage mit nachgeschalteter Brenngasaufbereitung zur Verarbeitung von hochkalorischen Kunststoffabfällen zu errichten. Das resultierende Generatorgas liefert die Prozesswärme für die Produktionsanlagen und ersetzt das bisher benötigte Erdgas. Durch dieses Verfahren ließen sich rund 4100 Tonnen Erdgas pro Jahr einsparen. Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer umweltfreundlichen Technologie gefördert. Weitere Informationen zum Förderprogramm und zum Vorhaben unter www.bmu.de. Der Prototyp einer mobilen Wasseraufbereitungsanlage sorgt für sauberes Wasser bei der medizinische Versorgung im Dürregebiet Ostafrikas. Ostafrika Wasseraufbereitungsanlage für kenianisches Krankenhaus Die Süd-Chemie AG, München, hat eine mobile Wasseraufbereitungsanlage für das Distriktkrankenhaus von Wajir/Kenia gespendet. Bei diesem Projekt arbeitet das Münchener Unternehmen eng mit der Moosburger Hilfsorganisation NAVIS e.V. zusammen. Der Hydromax RO wird solange imEinsatz bleiben, bis die Versorgung mit sauberem Wasser auf anderem Wege sichergestellt ist. Die Anlage mit integrierter Entsalzung wandelt pro Stunde bis zu 1000 Liter verschmutztes und versalzenes Wasser insauberes Wasser mit Trinkqualität um. Sie arbeitet nach dem Prinzip der Umkehrosmose: Dabei wird Wasser unter hohem Druck durch eine Membran gepresst und das Salz herausgefiltert. Der am Standort Johannesburg konzipierte Prototyp ist mit aus Deutschland eingeflogenen Hochleistungspumpen ausgestattet. www.sud-chemie.com UmweltMagazin Januar -Februar2012 33

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