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Technik&Management Neues

Technik&Management Neues Abwassersystem im Emschertal Noch geradlinig: die noch nicht renaturierte Emscher in Dortmund-Mengede Der Fluss Emscher durchfließt auf einer Gesamtlänge von gut 85kmdie Kernzone des Ruhrgebiets –mit rund 2,3 Millionen Einwohnern einer der amdichtesten besiedelten Wirtschaftsräume Europas. Vor dem Hintergrund der rasant wachsenden Bevölkerungszahl in der einstigen Montanregion und der damit verbundenen Herausforderungen bei der Abwasserentsorgung wurde die Emscher im vergangenen Jahrhundert begradigt. Nun, nach dem Ende des Kohlebergbaus, steht angesichts des Strukturwandels in der Region ein Umbau des Wasserwirtschaftssystems an. Die Emscher wird aufwändig renaturiert und ein neues Kanalnetz aufgesetzt. Reinhard Ketteler ImStrukturwandel der vergangenen Jahrzehnte haben sich die Randbedingungen im Ruhrgebiet verändert: Die Kohlevorkommen sind imWesentlichen erschöpft und der Bergbau ist nach Norden abgewandert. Erwird im Jahre 2018 voraussichtlich vollständig eingestellt. Entsprechend sind die Bergsenkungen inder Kernzone des Ruhrgebietes abgeklungen. Einerder wesentlichen Gründe für das bisherige Entwässerungs-und Abwasserbehandlungssystemder Emscherregion istsomit entfallen. Als Konsequenz daraus hat die Emschergenossenschaft bereits Ende der 1980er Jahre mit der Planung für den Umbau des Wasserwirtschaftssystems begonnen. Das auf diesen Plänenbasierende Programm zum Umbau des Emschersystems startete Anfang der1990er Jahre. DieKernpunkte des Projekts sind: 7 derBau vondezentralenKläranlagen, in denen das Abwasser gemäß den verschärften gesetzlichen Anforderungen nach heutigem technischem Standard gereinigt wird, 7 der Bau von rund 400 kmunterirdischer Abwasserkanäle und der dazugehörigen Regenwasserbehandlungsanlagen, um das Schmutzwasseraus den offenenAbwasserläufen in Rohrleitungen unter der Erde zu verlagern und den Kläranlagen in geschlossenenSystemen zuzuführen und 7 die anschließende Umgestaltung und ökologische Verbesserung der dann vomAbwasser befreitenGewässer unter Berücksichtigung derörtlichenVerhältnisseund derspezifischenBedingungen desBallungsraumesRuhrgebiet. Technisch zeichnet sich dieses Umbauprogramm also dadurch aus, dass zunächst imGesamteinzugsgebiet der Emscher die erforderliche Reinigungsleistung in Kläranlagen geschaffen 34 UmweltMagazin Januar -Februar2012

www.ifat.de Erleben Sie die Zukunft der Umwelttechnologie INNOVATION. VISION. INTERAKTION WELTLEITMESSE FÜR WASSER-, ABWASSER-, Mittels Vortriebsmaschinen werden die Kanalrohre unterirdisch vorgepresst. ABFALL-UND ROHSTOFFWIRTSCHAFT 7.–11. MAI 2012 IN MÜNCHEN wird. In einem nächsten Schritt werden dann parallel zu allen abwasserführenden Gewässern unterirdische Rohrleitungen verlegt, die das Abwasser aus den Gewässern übernehmen und den Kläranlagen zuführen. Diese Kanäle übernehmen das Abwasser, das die städtischen Kanäle in den Siedlungsgebieten und Straßenzügen sammeln und bisher den Gewässern zuführen. ImWesentlichen wird daherden AbwasserkanälenMischwasser zugeführt, denn bei den städtischen Kanalnetzen handelt es sichüberwiegendumMischwassernetze. Um die erforderlichen neuen Kanaldurchmesser klein zu halten, die Kläranlagenkapazität zu begrenzen unddie ökologischen Entwicklungschancen der umgestalteten Gewässerzuoptimierenist es erforderlich, eine möglichst weitreichende Trennung von Regen- und Abwasser zuerreichen. Daher ist es erforderlich, eine große Anzahl von Regenwasserbehandlungsanlagen in Form von Regenüberlaufbecken oder etwa Stauraumkanälenzubauen. Begleitetwirddiesvon einemweitreichendenProgramm zur Entflechtung derSiedlungsgebiete,indem versucht wird, Niederschlagsabflüsse nicht mehr den Kanalnetzen, sondern möglichst ortsnah wieder dem Grundwasser zuzuführen. Der erste Schritt dieses Umbauprogrammes ist mit der Inbetriebnahme der neuen Kläranlagen in Dortmund- Deusen im Jahr 1994, inBottrop 1997 sowie dem erheblichen Umbaudes Klärwerkes Emschermündung in Dinslaken erledigt. Damit werden die Anforderungen an eine moderne, den Regeln der Technik entsprechende Abwasserreinigung erfüllt. Der nächste Realisierungsschritt ist der Bau der rund 400 kmAbwasserkanäle, die die Abwasserfrachtaus den Gewässern übernehmen. Die Planungsund Bauarbeiten für diese Kanäle sind nahezu flächen- Ihr Termin für wertvolle Kontakte, neue Impulse und vielfältige Markteinblicke Topaktuelle Trends und Technologien der Branche Umfangreiches Themenspektrum: alle Anwendungen, Produkte und Dienstleistungen Treffpunkt renommierter Marktführer und interessanter Newcomer Internationale Plattform zur Kontaktpflege und Geschäftsanbahnung Hochkarätiges Rahmenprogramm inklusive GeoBioEnergie Kongress Online-Registrierung für Besucher: www.ifat.de/tickets Nehmen Sie auch an der IE expo (vormals IFAT CHINA) teil. Mehr unter: www.ie-expo.com Messe München GmbH 81823 München Tel. +49 89 949-11358 Fax +49 89 949-11359 info@ifat.de ENTSORGA AWORLD OF ENVIRONMENTAL SOLUTIONS UmweltMagazin Januar -Februar2012 35

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