Aufrufe
vor 4 Jahren

1/2 | 2012

  • Text
  • Unternehmen
  • Januar
  • Umweltmagazin
  • Deutschland
  • Energien
  • Anlagen
  • Strom
  • Energie
  • Deutschen
  • Deutsche

Medienpartnerschaft

Medienpartnerschaft Internationale Normung für Energiemanagement Kontakt Deutsche Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) Rolf Henning August-Schanz-Str. 21 A 60433 Frankfurt am Main Tel.: 069/95424-170 Fax: 069/95424-296 rh@dgq.de www.dgq.de Bild: Berlin-pics/Pixelio Die DIN EN 16001 „Energiemanagementsysteme –Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“ beschreibt die Anforderungen andie Einführung, Verwirklichung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines Energiemanagementsystems. Die imJuni 2011 unter gleichem Titel erschienene Norm ISO 50001 ersetzt diese. Die wichtigsten Änderungen und Unterschiede skizziert der folgende Bericht. Energiemanagementsysteme sollen zur Reduktion von Energieverbräuchen und -verlusten beitragen, den Klimaschutz verbessern und die Energiekosten senken.Vor diesem Hintergrund ist Anfang Dezember vergangenen Jahres im Rahmen der internationalen Harmonisierung die DIN EN ISO 50001 in deutscher Fassung erschienen. Damit steht den Unternehmen eine internationale Norm zur Einführung und Weiterentwicklung von Energiemanagementsystemen mit der konkreten Übersetzung zur Verfügung. Änderungen Obwohl die Zielrichtung gleich bleibt, gibteseinige Feinheiten,die die ISO 50001 mitbringt und die die anwendenden Organisationen beachten müssen. Für Unternehmen, die bereits nach DIN EN16001 zertifiziert sind, gelten die von der Deutschen Akkreditierungsstelle vorgegebenen Übergangsregelungen. Eine Auflistung über die Änderungen der ISO 50001 gegenüber der EN 16001 stellt die DQS Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen interessierten Unternehmenzur Verfügung. Energetische Bewertung Darin fällt insbesondere die Spezifizierung der Energieaspekte ins Auge. ISO50001 forderthierzueine energetische Bewertung. Sie umfasst das Messen und die Datenanalyse von Energiequellen, des Energieeinsatzes sowie -verbrauchs. Nachvollzogen wird der Wegder Energie über Bezug, Umwandlung, Verteilung, Verbrauch und Rückgewinnung. Auf Basis dieser Analyse werden die Bereiche mit wesentlichem Energieeinsatz und Verbesserungspotenzialen in der energiebezogenen Leistung ermittelt. Diese Bewertung muss aktuell gehalten werden, denn die energetische Ausgangsbasis dient dazu, die kontinuierliche Verbesserung der energetischen Leistung entgegenzuhalten. Um eine erste energetische Ausgangsbasis zu erstellen, muss der Anwender Energieleistungskennzahlen oder auch„Energy Performance Indicators“ (EnPIs) ermitteln. Diese können einfache Parameter, Verhältniszahlen wie Energieverbrauch pro Produktionseinheit oder Zeit sein oder multivariable Modelle umfassen. Wie spezifisch EnPIs sind, hängt ent- scheidend von Messumfang und -genauigkeit ab. Waren die Datenerfassung und -aufbereitung in der Vergangenheit sehr aufwendig, sind jetzt mit entsprechender Ausstattung Daten in Echtzeit verfügbar. Dennoch bleibt der Aufwand nicht unerheblich: Das betrifft die Datenbereinigung von Fehlernund Ausreißern, die Verbindung mit den Einflussgrößen, die Auswahl optimaler Stichproben und Auswertezyklen sowie die Visualisierung von Ergebnissen. Softwareeinsatz, Datenzählerverwaltung und Messdokumentation sind gegebenenfalls vorzubereiten. Auch lohnt essich zu prüfen, obfür Querschnittstechniken wie Büroausstattung, Beleuchtung oder Pumpen Schätzungen vorgenommen werden können. Weitere Informationen Tiefere Einblicke in die ISO 50001 gewähren DGQ-Seminare zu Energiemanagement und Energieeffizienz. Ansprechpartnerin bei der DGQ Weiterbildung GmbH ist dafür Claudia Nauta, unter nc@dgq.de oder Tel.: 069/95 424-209. 58 UmweltMagazin Januar -Februar2012

Branche Bild: Thomas Trutschel/photothek.net Gefährlicher Rohstoffmangel Die von der KfW Bankengruppe in Auftrag gegebene Studie „Kritische Rohstoffe für Deutschland“ hat erstmalig die Risiken der Versorgung der deutschen Wirtschaft mit mineralischen Rohstoffen (Metalle, Industriemineralien, Steine und Erden) umfassend untersucht. Ergebnis: Die Versorgungslage von 13 der betrachteten Rohstoffe ist „kritisch“ oder „sehr kritisch“. Zu den vom drohenden Rohstoffmangel betroffenen Branchen zählen viele Zukunftstechnologien wie die Elektromobilität sowie die Energiewirtschaft. Ein Ausweg aus der möglichen Versorgungskrise besteht in der Entwicklung von Strategien für nachhaltige Rohstoffsicherung und Ressourceneffizienz. Besonders heikel wird die Versorgung mitGermanium, Rhenium und Antimon sowiedie mit Indium, Wolfram, Seltenen Erden, Gallium, Palladium, Silber, Zinn, Niob, Chrom und Bismut eingestuft. Für die Energiewirtschaft und ihre Anstrengungen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien wird das zum Problem. Denn Rhenium wird etwa für hocheffizienteGasturbinenin Kraftwerken eingesetzt und Seltene Erden für Magnete der Windkrafttechnologie sowie für Batterien der Elektromobilität. Dünnschicht-Photovoltaik benötigt Gallium und Indium (siehe auch Infokasten „Kritische Rohstoffe im Überblick“). Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft Bei der Lösung der anstehenden Versorgungsprobleme steht die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von ihren Exportmärkten im Fokus. „Eine sichere und bezahlbare Versorgung mit mineralischen Rohstoffen ist für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der deutschen Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Insbesondere bei den Metallrohstoffen und bei vielen Industriemineralien ist Deutschland stark von Importen abhängig,“ stellt Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, klar. Einige als kritisch eingestufte Rohstoffe werden nur in wenigen Ländern gefördert. Alternativmärkte sind teils nicht vorhanden. Ein Beispiel ist China, das unter anderem Germanium, Antimon, Seltene Erden und Wolfram nach Deutschland exportiert. Bricht der Rohstoffnachschub aus einem wichtigen Exportland etwa aufgrund innenpolitischer Unruhen ab, können im schlimmsten Fall ganze Produktionswege lahmgelegt werden. Neben dem ohnehin knappen Angebot bedeutet dies eine zusätzliche Verschärfung der Versorgungslage. Effizientere Verfahren Bei einzelnen Rohstoffen ergeben sich darüber hinaus Marktrisiken durch eine allgemein stetige Verknappung der Bestände. Ein bedenkliches Verhältnis der globalen Reserven zur Produktion weisen schon jetzt Antimon, Chrom, Germanium, Silber und Zinn auf. Dadas Recycling einiger kritischer Rohstoffe wie Gallium und Seltene Erden äußerst schwierig ist, müssen die deutschen Unternehmen neue Strategien entwickeln, umihrer Abhängigkeit von Rohstoffimporten entgegenzuwirken. „Um den primären Rohstoffbedarf insgesamt zu senken und damit die Importabhängigkeit zu verringern, sollten von den Unternehmen verstärkt Maßnahmen zum effizienteren Einsatz von Ressourcen und zur Nutzung von Sekundärrohstoffen umgesetzt werden“, so KfW-Experte Irsch. Flächendeckende Sammelsysteme Indes sind die Vorkommen an solchen Sekundärrohstoffen, die durch das Abfallrecycling gewonnen werden, inDeutschland oftmals weit verteilt und im Vergleich zuPrimärrohstoffvorkommen weniger ergiebig. Zudem sind die Rückflüsse in den Sekundärrohstoffkreislauf –imGegensatz zum kontinuierlichen Primärrohstoffabbau –oft unregelmäßig (zum Beispiel Abriss ganzer Siedlungen, Bündelung kleiner Abfallströme). Defizite beim Recycling einzelner Rohstoffe sind vielfältig. Eine Verbesserung könnteunter anderem die Einführung der Wertstofftonne bringen. Sie dürfte insbesondere den Nachschub anelektrischen und elektronischen Geräte, Metallschrott sowie Konsumgütern verbessern. Denn noch immer gehen elektrische und elektronische Geräte, aber auch Fahrzeuge in hohem Maße durch Exporte verloren. Daher sind flächendeckende globale Rücknahme- und Sammlungsstrukturen erforderlich, die eine Rückführung der sekundären Rohstoffe nach Deutschland ermöglichen,sodie Autoren der Studie. Sie empfehlen zudem mit Blick auf diekritischen Rohstoffe Exportinitiativen für innovative Recyclingtechnik zu überprüfen UmweltMagazin Januar -Februar2012 59

Ausgabenübersicht