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1/2 | 2012

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Branche KritischeRohstoffe im Überblick Gallium wird überwiegend für die Herstellung von Halbleitermaterialien in der Photovoltaikindustrie benötigt. Primärquelle von Gallium ist das importierte Aluminiumerz Bauxit. Während kurzfristig mit erhöhter Preisvolatilität zu rechnen ist, müssen mittel- und langfristig Maßnahmen entwickelt werden, um die mögliche Angebotslücke zuschließen. Ebenfalls kritisch für die Herstellung von PV-Anlagen ist Indium, das etwa inMehrfachsolarzellen zum Einsatz kommt. Zwar bietet der Markt für Halbleiterschichten inder Photovoltaik genügend Alternativen zum Einsatz von Indium. Anders ist der Fall indes bei der Verwendung als Indiumzinnoxid (ITO). Es wird als transparente, leitfähige Elektrode inder Photovoltaik verwendet. Umdie Versorgung mit Indium zu sichern, bedarf es einer Verbesserung des Produktionsabfallrecyclings. Vom Altproduktrecycling sind –unter anderem wegen der langen Nutzungsdauern –mittelfristig keine nennenswerten Beiträge zur Entlastung der Indium-Primärproduktion zu erwarten. Bilder: v.o.n.u. Kurt Bouda/Pixelio; BMU/Brigitte Hiss (2); Thorben Wengert/Pixelio Rhenium wird vorwiegend in der Luftfahrt, in Gasturbinen sowie in der Herstellung synthetischer Kraftstoffe aus festen Energieträgern wie Kohle und Biomasse oder gasförmigen Energieträgern wie Erdgas (XtL-Synthese) eingesetzt. Die Versorgung mit primärem Rhenium als Nebenprodukt von gerösteten Molybdänerzen unterliegt starken Restriktionen. Deutschland verfügt aber mit dem Recycling von Superlegierungen und Katalysatoren über nennenswerte eigene Rhenium-Quellen. Die wenigen großen Rhenium-Abnehmer aus der Luftfahrtindustrie und der Herstellung von Kraftwerksturbinen haben eigene Versorgungsstrukturen aufgebaut. Dennoch dürfte der künftige Rheniumbedarf mittel- bis langfristig nicht mehr über die etablierten Versorgungswege gedeckt werden können. Ein Erfolg versprechender Ansatz für die künftige Versorgung mit Rhenium ist die Ausrüstung von Molybdän-Röstanlagen mit Anlagen zur Wiedergewinnung von Rhenium. SelteneErden werden besonders für die Herstellung von Magneten und Batterien verwendet. Zur Festigung und Stärkung der Position Deutschlands bei Zukunftstechnologien ist eine sichere und wirtschaftliche Versorgung mit Seltenen Erden als Rohstoff oder in Komponenten unerlässlich. Die Angebotssituation ist kurzfristig prekär, sie wird sich aber zumindest bei der Cer-Gruppe (den leichten Seltenen Erden) in den nächsten Jahren voraussichtlich deutlich entspannen, wohingegen bei der Versorgung mit der Yttrium-Gruppe (den schweren Seltenen Erden) noch erhebliche Anstrengungen nötig erscheinen. Seltene Erden sind essenziell für den Ausbau der Elektromobilität und der Windenergie. Dazu müssen Verfahren für das Recycling von Seltenen Erden aus Batterien und Magneten entwickelt werden. Die Risiken für die Importe und die globale Produktion sind durch die Abhängigkeit insbesondere von China erhöht; die Unternehmenskonzentration der globalen Produktion ist ebenfalls bedenklich. und gegebenenfalls zu forcieren. Gerade angesichts der technologisch führenden Position deutscher Recycling-Unternehmen seidiesein erfolgversprechender Ansatz. Eine Verbesserung des Aufkommens von Sekundärrohstoffen könnten nach Ansichtder Autoren der Studie gezielte Außenhandelsmaßnahmen bringen. Ein Weg sei die Unterbindung des illegalen Exports und dieUnterstützung fürden Import von Altprodukten und Schrott. Ein anderer Weg zumindest die Informationsbasis für die deutsche Wirtschaft bezüglich bestimmter Rohstoffe zu verbessern ist der Aufbau von Datenbanken. Einen großen Bedarf gibt es etwa für ein hoch aufgelöstes Monitoring der globalen Schrotthandelswege. Eine weitere Maßnahme ist die Bündelung geologischer Daten mit politisch-sozialen Governance-Faktoren zur Erstellung einesumfassenden Risikoradars für bestimmte Rohstoffe. Akram El-Bahay,UmweltMagazin,umweltmagazin@springer-vdi-verlag.de; KfW Bankengruppe, www.kfw.de; Autoren der Studie: Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), adelphi 60 UmweltMagazin Januar -Februar2012

Umweltmärkte Service Bild: Andi-H./Pixelio Grüne Technologien in Deutschland Die Lösung der Probleme im Umwelt- und Klimaschutz, eine Erhöhung der Energie- und Materialeffizienz sowie die Anpassung andie Klimafolgen und Extremwetterereignisse sind ohne innovative Technologien, Konzepte und Dienstleistungen kaum denkbar. In vielen dieser Bereiche nehmen deutsche Unternehmen eine Spitzenposition ein. Die deutsche Wirtschaft sieht einer aktuellen Befragung der Umweltexperten imInstitut der deutschen Wirtschaft Köln zufolge ihre größten Stärken in der Energieeffizienz, der Abfallwirtschaft, dem Recycling sowie den Erneuerbaren Energien. Eine Besonderheit des Wirtschaftssektors mit dem Schwerpunkt grüne Technologienund Dienstleistungen (Umweltindustrie) besteht darin, dass dieser Wirtschaftszweig im Vergleich zu anderen Branchen, wie beispielsweise dem Fahrzeugbau, nicht eindeutig abgrenzbar und damit auch statistischnicht genau erfassbar ist. Daher lässt sich auch kaum oder nur sehr schwer festlegen, welche Unternehmen und Produkte konkret darunter fallen. Eine Marktabgrenzung wirddadurch erschwert, dass viele Anbieter indiesem Sektor zu unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen wie etwa Maschinenbau, Elektro- oder Feinmechanik gehören. Daher wird die Umweltindustrie auch als „Querschnittsbranche“ bezeichnet [1]. Eine weiteres Charakteristikum liegt darin, dass eine genaue Zuordnung der Anbieter angesichts der Produktbesonderheiten mit Schwierigkeiten verbunden ist. Von daher können unter diesen Sektor auch Anbieter von konventionellen Anlagen und Maschinen fallen, welche hauptsächlich anderen Zweckendienen, aber bei ihrer Anwendung den Umwelt- und Klimaschutz begünstigen oder auch imUmweltschutz eingesetzt werden [2]. UnterUmweltindustrie lassen sichjedoch überwiegend Anbieter subsumieren, die technische Anlagen und Dienstleistungen zur Vermeidung, Verminderung oder Beseitigung von exis- UmweltMagazin Januar -Februar2012 61

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