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1/2 | 2013

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Special

Special Ressourceneffizienz 100 Prozent recyclingfähig Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich mehr als sechs Milliarden Einwegbecher benutzt und weggeworfen. So entsteht eine erhebliche Menge anRestmüll, denn die meisten werden nicht getrennt gesammelt oder können im Falle der Pappbecher aufgrund der Beschichtung inder Regel nicht im Altpapier recycelt werden. Sita Niederlande hat zusammen mit Partnern eine nachhaltige Lösung entwickelt: cup2paper ist ein in sich geschlossenes Life-Cycle-Konzept, das auf einem zu 100 Prozent recyclingfähigen Pappbecher basiert. Sammelbehälter aus Pappe, der zusammen mit den leeren gebrauchten Bechern im Altpapier entsorgt werden kann Daniela Beckmann Esreicht nicht, Abfälle optimal zu verwerten. Das Ziel muss sein, schon währendder Entwicklungsphase eines Produkts die Umweltaspekte und den gesamten Lebenszyklus zur bestmöglichen Ressourceneffizienz zu berücksichtigen“, sagt Sorreen Schroll, Projektverantwortliche bei Sita Deutschland. Aufgrund des hohen Abfallaufkommens an nicht recycelbaren Einwegbechern hat Sita zusammen mit dem niederländischen Unternehmen Biological Solutions eine innovative und nachhaltige Lösung entwickelt. Das Ergebnis hat Sita 2011 inden Niederlandenund 2012 in Deutschlandauf den Markt gebracht:cup2paper. Entwicklung einer umweltfreundlichen Beschichtung Plastikbecher können nicht recycelt werden und Pappbecher landen meist im Restmüll. Das bedeutet konkret: Wertvolle Rohstoffewerdeninder Müllverbrennungsanlage verbrannt und können nicht mehr als Sekundärrohstoffe in die Kreislaufwirtschaft zurückgeführt werden. Um zu gewährleisten,dass die Becher auch tatsächlich imAltpapier landen, hat Sita spezielle Sammelbehälter entwickelt, die komplett aus Pappe bestehen und zusammen mit den gebrauchten Bechern im Altpapier entsorgt werden können. Eine separate Sammlung istauchdeswegensowichtig, weil keine anderen Stoffe, wie etwa Plastiklöffel, mit den Bechern zusammen entsorgt werden dürfen. Nur sokann die vollständige Recyclingfähigkeit der Becher sicher gestellt werden. Darüber hinaus haben Sita und Biological Solutions eine Substanz zur Beschichtung der Becher entwickelt, die organisch sowie umweltfreundlich ist. Diese geschmacksneutrale Substanz besteht aus Polylactiden (PLA) – Roh-Biokunststoffe,die biologisch abbaubar sindund keine negativen Auswirkungen auf den Altpapier- Recyclingprozess haben. Insgesamt neun Monate hat der Entwicklungsprozess gedauert. In dieser Zeit wurde cup2paper im Rahmen eines Pilotprojekts ineinem großen Versicherungsunternehmengetestet. cup2paper imUnternehmen verankern cup2paper-Becher können also problemlos im Altpapier entsorgt werden. 22 UmweltMagazin Januar 2013

Hinter dem Konzeptvon steckt aber nochmehr: „Uns waresauchwichtig, ein Produkt zuentwickeln, das nicht nach einmaliger Nutzung direkt im Altpapier landet –cup2paper-Becher können mehrfach benutztwerden. So wirddie anfallende Müllmenge reduziert“, erläutert Schroll. Um die Mehrfachnutzung der neuen Trinkbehälter inder Unternehmenskultur zu verankern, hat Sita die Becher mit einem Markierungsfeld versehen: Jeder Mitarbeiterkann auf seinemBecherankreuzen, welches Getränk er getrunken hatund seinenNamendarauf schreiben. So nutzt er beispielsweise vormittags seinen Kaffeebecher für mehrere Kaffees und nachmittags einen zweiten Becher für den Tee. Damit alle Vorteile des Gesamtkonzepts von cup2paper optimal ausgenutzt werden, unterstütztSitadie Unternehmenbei der Einführung desProdukts. Dies trägt zurordnungsgemäßenVerwertung der Becher bei. Seit derEinführung desProdukts hat Sita alleine auf dem niederländischen Markt 25große Unternehmen von cup2paper überzeugen können. Bilder (2): Sita CO 2 -neutrale Produktion Ein weiterer Anspruch, den Sita an cup2paper gestellt hat, ist die CO 2 -neutrale Produktion der Becher. Sowerden die Becher rein aus Papiermit FSC-oder PEFC-zertifizierter Herkunfthergestellt. Durch die Zertifizierung des Papiers wirdzudem sichergestellt, dassdas Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt. „Eine völlig CO 2 -neutrale Produktion ist trotz aller Bemühungen natürlich nicht möglich“ erklärt Schroll. „Daher kompensieren wir sämtliche CO 2 -Emissionen über Umweltschutzprojekte.“Eineunabhängige Umweltverträglichkeitsprüfung, der LCA Quick Scan, hat ergeben, dass cup2paper-Becher 72 Prozent nachhaltiger sind als herkömmliche Pappbecher, die über den Restmüll entsorgt werden. „Es geht nicht immer umVeränderungen im Großen –durch das Zusammenspiel vieler individueller Beiträgekann eine enorme Wirkung in der Ressourceneffizienz erzielt werden“ so Schroll. Fazit Das Umweltbewusstsein der Konsumenten steigt täglich. Seien esÖkostrom oder die Biosupermärkte –Kunden sind bereit, für den Erhalt der Ressourcen ein paar Cent mehr zubezahlen. „UnsereVision istesdaher, dass die klassischen Pappbecher aus den Händen der Verbraucher verschwinden. Ein wichtiger Punkt zur Zielerreichung ist hierbeiaber auchdie Sicherstellung der entsprechenden getrennten Sammelmöglichkeiten im öffentlichen Raum durch Städte, Kommunen und Unternehmen“,soSchroll. Daniela Beckmann, Sita Deutschland GmbH, Köln, Kommunikation@sita-deutschland.de UmweltMagazin Januar 2013 23

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