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1/2 | 2013

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Markt Projekte

Markt Projekte Franz-Josef-Strauß-Flughafen/München Recycling von Flugzeugenteisungsmitteln Seit über zwanzig Jahren wird am Flughafen München versprühtes Flugzeugenteisungsmittel zurückgewonnen und für einen erneuten Einsatz aufbereitet. Das mit Enteisungsmittel belastete Niederschlagswasser wird mit speziellen Vorrichtungen aufgefangen und einer Aufbereitungsanlage zugeführt. Diese besteht aus mehreren Behandlungsstufen: Vorfiltration, Entsalzung, Eindampfung und abschließenden Konfektionierung zum gebrauchsfertigen Flugzeugenteisungsmittel. Umdie Kapazität der Aufbereitungsanlage zu erhöhen, war es notwendig, die Anlagentechnik zu modifizieren und zu erweitern. Anfang 2012 erteilte die Flughafen München GmbH der EnviroChemie GmbH den Zuschlag für die Lieferung einer Envopur UFI Ultrafiltrationsanlage zur Erweiterung der bereits bestehenden Vorfiltrationseinheit. Die Membrananlage filtriert stündlich imMittel mindestens 4000 Liter mit Enteisungsmittel belastetes Niederschlagswasser. Dabei weist sie, nach Unternehmensangaben, einen hohen Automatisierungsgrad auf. Die Anlage ist mit insgesamt sechs keramischen Envopur Ultrafiltrationsmodulen ausgestattet, die in drei Loops in der Anlage untergebracht sind. Diese lassen sich einzeln absperren, um die Anlagenleistung den sich schnell ändernden Bedingungen im Betrieb anzupassen. Vorteilhaft für die Bediener der Anlage ist die gute Zugänglichkeit zu Behältern, Modulen und Aggregaten. www.envirochemie.com Envopur UFI Ultrafiltrationsanlage recycelt Flugzeug-Enteisungsmittel am Flughafen München Projekte –kompakt >>> EnviTecEnergy, Lohne, plant für Mitte 2013 in Leipzig die Inbetriebnahme ihrer ersten dezentralen Biomethan-BHKW-Anlage, die konsequent die Vorteile der Regelenergiemärkte nutzt und auf ihre Integration ausgerichtet ist. Sie soll eine elektrische Leistung von etwa 1500 kW aufweisen. www.envitec-biogas.de >>> Die EHA Energie- Handels-Gesellschaft hat gemeinsam mit den Projektpartnern REWE und BE-SA Energie für das REWE Logistikzentrum in Eitting ein innovatives Energieversorgungskonzept entwickelt. Ein neu installiertes Blockheizkraftwerk liefert dezentral und bedarfsgerecht umweltfreundliche Energie. Betrieben wird es mit dem Biogas aus einem benachbarten landwirtschaftlichen Unternehmen. www.eha.net >>> In der niedersächsischen Universitätsstadt Göttingen versorgen Blockheizkraftwerke über Fernwärmenetze Haushalte mit Bioenergie aus der Region. In Zukunft sollen die Netze Stück für Stück ausgeweitet werden. Für ihr Engagement ist die Stadt kürzlich als „Energie- Kommune“ ausgezeichnet worden. www. kommunal-erneuerbar.de >>> Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Siemens AG wollen gemeinsam ein übergreifendes Konzept für eine durchgängige Fertigungssteuerung und -überwachung des gesamten Maschinenparks einer Batteriefabrik entwickeln. Die Allianz soll Qualitätssteigerung und Kostensenkung in der Produktion von Lithium-Ionen-Batterien für Sonnen- und Windstrom sowie für Elektroautos ermöglichen. www.siemens.com 28 UmweltMagazin Januar 2013

TU Darmstadt Auf dem Weg zum CO 2 -freien Kraftwerk In ihrer Versuchsanlage zur Abscheidung von Kohlendioxid haben Wissenschaftler der TU Darmstadt das Carbonate-Looping-Verfahren erfolgreich erforscht. Ein neues Verfahren zur Kohlendioxid (CO 2 )-Abscheidung könnte die CO 2 -Emissionen von Kraftwerken umüber 90 Prozent senken und dabei sowohl deutlich weniger Energie verbrauchen, als auch weniger Kosten verursachen als bisherige Ansätze. Die TU Darmstadt, die eine der weltweit größten Versuchsanlagen zur Abscheidung von CO 2 betreibt, hat das „Carbonate-Looping“ in den vergangenen vier Jahren erfolgreich erforscht. Dabei wird natürlich vorkommender Kalkstein genutzt, umdas CO 2 zunächst in einem ersten Reaktor aus dem Abgasstrom des Kraftwerks zu binden. Ineinem zweiten wird das reine Kohlendioxid wieder freigesetzt und kann anschließend weiterverarbeitet oder gespeichert werden. Inder Versuchsanlage der TU Darmstadt konnte das Carbonate-Looping-Verfahren über 90 Prozent des Kohlendioxids abscheiden. Gleichzeitig wurden die bisher zur CO 2 -Abscheidung nötige Energie sowie die Kosten auf weniger als die Hälfte reduziert. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich mit dem Verfahren auch bestehende Kraftwerke nachrüsten lassen. Daverschiedene begleitende Untersuchungen und Simulationen eine großtechnische Eignung versprechen, werden die bisher gewonnenen Erkenntnisse derzeit auf einenetwa 20-fach größeren Maßstab hochskaliert. Zieldieses Projekts ist die Planung einer entsprechend größeren Anlage ineinem bestehenden deutschen Kraftwerk. An welchem Standort diese installiert wird, steht derzeit noch nicht fest. Die Erforschung des Carbonate-Looping-Verfahrens wurde bisher vom Bundeswirtschaftsministerium und verschiedenen Industriepartnern mit mehr als 5MillionenEuro gefördert. Ein weiteres Projekt, dasvon der Europäischen Union und der Industrie mit 1,5 Millionen Euro Unterstützung erfährt, soll die Energieeffizienz des Verfahrens weiter verbessern. www.tu-darmstadt.de Bild: Thomas Ott Europa Erschließung solarenergetischer Potenziale Solarkatastar Lissabon ImRahmen des von der Europäischen Kommission geförderten Forschungsprojektes POLIS haben sechs europäische Städte ihre solarenergetischen Potenziale durch Maßnahmen der Stadtentwicklung und -planung sowie durch andere kommunale Aktivitäten mobilisiert. Seit 2009 haben sie dazu solare Aktionspläne entwickelt und Pilotprojekte umgesetzt. Die in der Praxis gewonnenen Erkenntnisse wurden jetzt inklare Empfehlungen und Handlungsanleitungen für Stadtplaner in Europa übersetzt. Gesamtkoordinator des Projektes war das Beratungsunternehmen Ecofys. Ein wesentliches Ziel war, Netzwerke zuschaffen, die auf lokaler und europäischer Ebene kommunale Entscheidungsträger, Stadtplaner, Vertreter lokaler Wirtschaft, Energieexperten und andere Interessengruppen zusammenbringen. Das POLIS-Team entwickelte zehn thematische Leitfäden, die die Vorgehensweise und den Umsetzungsprozess von Maßnahmen zur Erschließung solarer Potenziale beschreiben. Zudiesen Maßnahmen zählen unter anderem solare Potenzialstudien, Möglichkeiten der Festsetzung von Anforderungen an neue Baugebiete sowie Instrumente als Hilfestellung zur Bewertung von Gebäuden. Ergänzend zu den Leitfäden erstellte das Team Übersichten zu den Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern. Zu den an POLIS beteiligten Städten zählten München, Lissabon, Vitoria-Gasteiz, Paris, Malmö und Lyon. Jede Stadt erarbeitete gemeinsam mit ihrem technischen Partner einen Aktionsplan. Im Rahmen dieses wurden Pilotprojekte in den vier Kategorien „Identifizierung des solaren Potenzials“, „Mobilisierung des solaren Potenzials“, „Solare Planung“ sowie „Politische und rechtliche Instrumente“ entwickelt. Die lokalen Maßnahmen der insgesamt 19 Pilotprojekte setzten die Städte mit Unterstützung ihrer technischen Partner innerhalb der Projektlaufzeit von 2009 bis August 2012 um. Im Rahmen von POLIS wurde somit die Basis für solare Stadtplanung in den beteiligten Städten gelegt. www.ecofys.com UmweltMagazin Januar 2013 29

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