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1/2 | 2013

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Technik &Management

Technik &Management Abfall/Recycling Hardware in der zweiten Lebensphase Nicht zuletzt zum Klima- und Ressourcenschutz lohnt es sich, die Lebensdauer von IT-Geräten möglichst lange auszudehnen. Ein wirkungsvoller Ansatz hierbei ist die professionelle Überholung, Modernisierung und Neuvermarktung – das Refurbishing. Michael Bleicher Zu gut zum Verschrotten: Notebooks bei der Aufbereitung Das Öko-Institut aus Freiburg und das Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration inBerlin haben in einer aktuellen Studie im Auftrag des Umweltbundesamts ermittelt, dass die Herstellungsphase eines Notebooks für mehr als die Hälfte der Gesamttreibhausgasemissionendes Geräts verantwortlich ist. Wenn ein Anwender ein altes Notebook gegen ein neues, 10 Prozent energieeffizienteres austauscht, erweist erdem Klima noch lange keinen Dienst: Der Umweltaufwand bei derProduktiondes neuenGerätsist so hoch,dass derNutzeresbis zu 89 Jahre lang betreiben müsste, damit sich aus Sicht der Umwelt ein Gewinn einstellt. Die Wissenschaftler kommen demnach zu demSchluss,dass es ökologisch höchst sinnvoll ist, Maßnahmen zu ergreifen, um die Lebensdauer von Notebookszuerhöhen. Einedieser Maßnahmen istdas Refurbishing. ImGegensatz zum Recycling, bei dem Materialien als Rohstoffe zur Herstellung neuer Produkte dienen, werden beimRefurbishing dieProdukte selbst überarbeitet und fit gemacht für ihren erneuten Einsatz. Unabhängige Marktbeobachter, wie zum Beispiel der zur Finanzgruppe der Volksbanken Raiffeisenbanken gehörende IT-Finanzierer BFL, registrieren, dass die Akzeptanz und derAbsatz vonwiederaufbereiteter Hardware in den letzten Jahren enormgestiegen ist. Zur deutschen Spitzengruppe imBereich IT-Refurbishing zählt das in Schweinfurt ansässige Unternehmen bb-net media. Derzeit 30 Mitarbeiterbereiten pro Jahr rund 70 000 Einheiten auf –imWesentlichen Notebooks und PC sowie eine untergeordnete Mengean Displays. In jüngster Zeit kommen vermehrt auch Tablets, Workstations und Serversystemehinzu. 2Jahre alt und abgeschrieben Quellen für die gebrauchte Hardware sind zum Beispiel Gewerbebetriebe, Industrieunternehmenund Behörden. Im Gegensatz zu Privatpersonen nutzt diese Zielgruppe ihre Notebooks nicht, bis sie komplett veraltet oder kaputt sind. Schon nach zwei oder drei Jahren sinddie Geräte abgeschrieben oder ihre Leasingphase läuft ab. Dann kommen die Aufbereiter wie bb-net media ins Spiel. Viele Kundentretendirekt an den Refurbisher heran, entweder auf Empfehlung oder über die Firmenhomepage. Außerdem beteiligt sich bb-net media an Ausschreibungenund arbeitet mit Rollout-Unternehmen zusammen. Unter einem Rollout versteht man den großflächigen Austausch der Computerhardware einesUnternehmens bei einem Generationswechsel der Rechner. Die Durchführung wird oft an externe Dienstleistervergeben. Die Leasingrückläufer werden auf Wunsch über Logistikpartner amAnfallort abgeholt und zum Unternehmenssitz in Schweinfurt transportiert. Hier prüft das Fachpersonal die Geräte zunächst auf optische, mechanische und technische Mängel. Dann startet die professionelle Wiederaufbereitung. Sie umfasst eine innerliche und äußerliche Reinigung, eine sauber dokumentierte, unwiederbringliche Datenlöschung sowie die Beseitigung allerbehebbaren Mängel. Anschließend werden die Geräte in Qualitätslevel eingestuft. Offizieller Partner von Microsoft Vor der Rückführung in den Handel bespielen die Experten die Rechner in Absprache mit dem Kunden mit Betriebssystem und Anwendersoftware. Wichtig ist, bei der eingesetzten Programmen lizenzrechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Ihren Kunden und Partnern bietet die bb-net media GmbH Notebooks und PC mit vollständig vorinstalliertem Windows-Betriebssystem an –sei es nun das im Markt etablierte Windows 7, das vergleichsweise neue Windows 8oderein Serversystem.Möglichist dies, da das unterfränkischeUnternehmenseitSommer 2012 offizieller 32 UmweltMagazin Januar 2013

Bilder (3): bb-net media Nach dem Refurbishing sind die Rechner befreit von Staub und alten Daten. Die Kunden erhalten die wiederaufbereiteten IT-Artikel ineigens gestalteten, stabilen Verpackungskartons. Microsoft Authorized Refurbisher für Business-Computer ist. Diese Art von Partnerschaft mit dem Softwaregiganten haben weltweitnur 75 Refurbishing- Unternehmen. Seit 16 Jahren auf demMarkt, beliefert bb-net media aktuell Geschäftskunden im In-und Ausland.Zuden Abnehmern zählenEinzel-, Fach-und Internethändler sowie Distributoren. Direktkäufer der Hardware im zweiten Lebenszyklus sindkleine und mittelständischeUnternehmen, Systemhäuser, Bildungseinrichtungen und Behörden. Über große E- und Re-TailerimKundenportfolio des Spezialanbieters werden auch Endverbrauchererreicht. Gewährleistung garantiert Ein weitererwichtiger Punkt im Refurbishing-Geschäft ist die Gewährleistungsfrage. Da die Geräte in den meisten Fällenälter als zwei Jahresind, sind sie nicht mehr durch die Herstellergarantie abgedeckt. Das stellt für viele Händler beimEndkundengeschäfteine große Hürde dar: Nicht jeder Händler kann das Risiko der Gewähr selbst tragen und gleichzeitig die Kapazitäten für eine kundenorientierteRücknahme bereitstellen. Vordiesem Hintergrund bietet bb-net media unter dem Namen care4edvzujedem Gerät aus demErste- Wahl-Refurbishment eine kostenfreie Gewährleistung vonzwölfMonaten an, die die Händler an ihre Kunden weitergeben. Ökologische Vorteile Durch die Wiederverwertung vongebrauchter ITund deren Vermarktung werden wichtige Rohstoffe eingespart, die ansonsten zur Herstellung eines neuen Produkts eingesetzt würden. In ihrer Ökobilanz für das Jahr 2011 dokumentiert die bb-net media GmbH, dass für rund 48 000 wiederaufbereitete PC-Systeme, Notebooks und Bildschirmeein Verbrauchvon etwa 25 Millionen Liter Wasser vermieden wurde. Außerdem blieben der Atmosphäre etwa 5500 Tonnen Kohlendioxid im Vergleichzur Neuproduktionerspart. Umweltschutz und Ressourcenverantwortung sind für das Unternehmen zentrale Prinzipien im Tagesgeschäft. Beispielsweise ist der Refurbisher im Jahr 2011 dem Umweltpakt Bayern beigetreten.Die mit demBayerischenUmweltministerium geschlossene Vereinbarung umfasst die Selbstverpflichtung zurEinsparung vonRessourcenund zur Anwendung umweltschonender Technologien mit dem Ziel ein umweltverträgliches Wirtschaftswachstum zu erreichen. Für Geräte und Teile, die nicht mehr in den Hardware-Handel eingespeist werden können, nutzt bb-net media fachgerechte Verwertungswege. So ist das Unternehmen unter anderem Sammelpartner des Gemeinsamen Rücknahmesystems Batterien (GRS Batterien). Damit ist sichergestellt, dass alle ausgesonderten Akkus inein hochwertiges Recycling wandern. Fazit Die Verbindung von ökologischem Nutzen, wie der gesteigerten Ressourceneffizienz, mit ökonomischenVorteilen, wie Einsparungen bei der IT-Anschaffung für die Nutzer und interessante Gewinnmargen für die Händler, machendas professionelleRefurbishing zu einemzukunftsfähigenGeschäftmit nochvielunerschlossenem Potenzial. Michael Bleicher, bb-net media GmbH, Schweinfurt, mb@bb-net.de UmweltMagazin Januar 2013 33

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