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1/2 | 2013

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Branche Bild: DFH

Branche Bild: DFH Fertighäuser sparen Energie Bauherren setzen bei Einfamilienhäusern zunehmend auf nachhaltige Bauten und hohe Energieeffizienz. Fertigbauweisen gewinnen so immer mehr anAttraktivität. Durch die Integration einer verbrauchsreduzierenden Haustechnik erhöht sich die Energieeinsparung zusätzlich. Thomas Sapper Bei Umweltschutz und Energieverbrauch sind Fertighäuser gegenüber Massivbauten im Vorteil. Zur höheren Energieeffizienz trägt bei,dass einGroßteil derWärmedämmung im Fertigbau bereits in den Holztafelwänden integriert ist. Auch die Minimierung vonWärmebrücken,die günstigen bauphysikalischen Eigenschaften von Holz und die maßgenaue Vorfertigung derBauelemente ermöglichen hohe Energieeinsparpotenziale. Klimaneutraler Baustoff Zu Klimaschutz und globaler Nachhaltigkeit tragen Fertighäuser neben ihrer Energieeffizienz auch durch denBaustoff Holz bei. Die Ökobilanz eines Holzfertighauses ist über seine gesamte Lebensdauer hinweg vorbildlich. Berechnungen der Universität Stuttgart haben ergeben, dass das Treibhauspotenzial einer Wand in Holzständerbauweise mit 410 Kilogramm CO 2 -Äquivalent weniger als halb so hoch zuveranschlagen ist, wie das einer vergleichbarenWand in konventioneller Bauweise mit 1080 Kilogramm CO 2 -Äquivalent. Intelligente Hausautomation Bauherren können mit einem Fertighaus weitere Energieeffizienzpotenziale durch die Nutzung Erneuerbarer Energien ausschöpfen. Verbreitet sind etwa die Verwendung vonPhotovoltaik fürdie Stromproduktion, der Einsatz von Solarthermie für Heizung und Warmwasser sowie der Einbau eines fortschrittlichen Heizsystems, das über eine Wärmepumpe der Umgebung des Hauses Energie entzieht. Immer mehrBauherren setzen zudem auf die Integration „intelligenter“ Haustechnik. Laut der repräsentativen Umfrage „DFH Trendbarometer 2012“, die das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftragder DFH DeutscheFertighaus Holding AG durchgeführthat, halten57Prozent derDeutschendie Integration innovativer Hausautomation bei einem Hausbau für wichtig. Mehr als die Hälfte (51Prozent) derBefragten, die in den nächsten Jahren ein Haus bauen möchten, wäre bereit, für mehr Sicherheit, Komfort und eine höhere Energieeffizienz zwischen 4000 und 8000 Euro in intelligente Haustechnik zu investieren. 64 Prozent der Befragten und sogar 84Prozent der zukünftigen Bauherren halten eine Haustechnikfunktion für sinnvoll, die einenpermanen- ten Überblick über den Energieverbrauch liefert. 39 Prozent sehen in einer automatischenund optimal an das Wetter angepassten Regelung der Heizungsanlage eine deutliche Erleichterung ihres Alltags. Neubau statt Sanierung Die Bundesregierung hat ihr Energiekonzept um die Ankündigung ergänzt, den Abriss nicht sanierungsfähiger Gebäude sowie denErsatzneubau energieeffizienter Häuser voraussichtlich fördern zu wollen. Für Immobilieneigentümer wäre der Anreiz somit höher, ein unter wirtschaftlichen Gesichtspunktennicht mehr zu sanierendesHaus schnellstmöglich durch ein neues, nachhaltig gebautes und energieeffizienteszuersetzen. Thomas Sapper, DFH Deutsche Fertighaus Holding AG, Simmern, kontakt@dfhag.de 56 UmweltMagazin Januar 2013

Bild: Nordex Mitten zwischen die fossilen Energieträger: Die Gondel einer Nordex-Windkraftanlage schwebt in das Tanklager der niederländischen Mineralölraffinerie Nerefco ein. Windkraftwerke im Auftragder Industrie Die Nachfrage der Industrie nach selbstproduziertem, regenerativem Strom wächst. Denn eigener Windstrom kann um einige Cent billiger sein als der Strom vom Energieversorger. Flexible Maschinenbauunternehmen, wie der Hamburger Windturbinenhersteller Nordex, können von diesem vergleichsweise neuen Geschäftsfeld profitieren. Der schwedische Möbelgigant Ikea investiert Milliarden in Anlagen zur Stromproduktion aus Solar-und Windenergie. Ziel ist es, imJahr 2020 so viel Erneuerbare Energie zu produzieren, wie alle Ikea-Geschäfte und -Gebäude verbrauchen. Auch der US-amerikanische Suchmaschinenbetreiber Google plant Milliarden-Investition in grüne Energieprojekte. Zum Beispiel hat das UnternehmenimNovember letzten Jahres 75 Millionen US-Dollar in einen 50 Megawatt (MW)-Windpark im US-Bundesstaat Iowa investiert, in dem sich 20 Großturbinen des Hamburger Herstellers Nordex drehen. Aus Kosten- und Imagegründen Gute Beispiele für das Kraftwerk-Engagement großer Konzerne liefert seit einiger Zeit darüber hinaus die Automobilbranche. Von Awie Audi bis Vwie VW sind so gut wie alle Herstellerdabei,die ErneuerbarenEnergien für sich zu nutzen. Hauptziel der Konzerne ist es, die Kosten für die energetische Versorgung der eigenen Werke zu senken und so Wettbewerbsvorteile zu generieren. Den Unternehmen ist es wichtiger, mit grüner Energie Geld zu sparen als ihr Image aufzubessern.Zudiesem Ergebnis kommt beispielsweise eine Umfrage des Analysedienstes Bloomberg. Trotzdem ist der Imageeffekt nicht von der Hand zu weisen: Die Industrie will nichtnur Autos mit reduziertem CO 2 -Ausstoß produzieren, sondern selbst eine nachhaltige Umweltbilanz vorweisen. BMW-Werk mit eigenen Windkraftanlagen Der Bayerische Automobilhersteller BMW etwa will zukünftig seinen Grünstromanteil von heute 27 auf 100 Prozent erhöhen. Im Leipziger BMW-Werk entsteht derzeit ein Referenzprojekt: Nordex baut im Auftrag des Kraftwerkbetreibers wpd AG vier 2,5 MW-Anlagen der Baureihe N100/2500 direkt auf das Werksgelände, inunmittelbarer Nachbarschaft zur Produktion. Ab dem Frühjahr 2013 soll der Windstromdirekt ins werkeigene Versorgungsnetz eingespeist werden, um die Produktion von 50 000 Autos mit CO 2 -freier Energie zu versorgen. Der eigene Windstrom ist um einige Cent billiger als der Strom vom Energieversorger. Technische und logistische Herausforderungen Für ein solches Projekt ist es unerlässlich, dass die Errichtung der Windenergieanlagen den laufenden Betrieb des Werks zu keiner Zeit behindert oder verzögert. Außerdem muss jegliches Sicherheitsrisikoausgeschlossen sein. Hersteller von Öko-Kraftwerken stehen damit vor großen technischen und logistischen Herausforderungen. Nordex verfügt hier über eine umfangreiche Expertise und ist in der Lage, individuelle Konzepte anzubieten. Ein Beispielfür dieErrichtung eines Windparks unter strengen Sicherheitsauflagen ist ein Projekt in den Niederlanden. Im Auftrag von BP und Chevron Texaco hatNordex neun N80/2500-Anlagen mitten im Tanklager der Mineralölraffinerie „Nerefco“imRotterdamer Hafen errichtet. Aufgrund dessensiblen Geländes gab es für das Nordex- Team vorab Sicherheitstrainings und die Baustellenorganisation musste zertifiziert werden. Zudem wurde jedes Maschinenhaus mit einem speziellen Brandschutzsystem ausgestattet. Weiterhin hat Nordex eine Blitz- und Gewittererkennung in die Betriebsführung integriert. Nordex SE,Hamburg, www.nordex-online.com UmweltMagazin Januar 2013 57

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