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1/2 | 2013

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Nachrichten Bild: Uschi

Nachrichten Bild: Uschi Dreiucker/Pixelio Ecoprog BiogasmarktimUmbruch Die installierte Leistung auf dem weltweiten Markt für Biogasanlagen wird zwischen 2012 und 2016 von 4700 auf rund 7400 MW el ansteigen. Dieses Wachstum findet hauptsächlich in europäischen Ländern wie Italien, dem Vereinigten Königreich und Frankreich statt. Der deutsche Biogasmarkt ist dagegen seit Anfang 2012 stark eingebrochen. Das zwingt die deutschen Anlagenbauer dazu, ihre Unternehmensstrategie internationaler auszurichten. Dies sind einige der Ergebnisse der Marktuntersuchung „Biogas to Energy“ von ecoprog und Fraunhofer UMSICHT. Weltweit sind derzeit über 10 000 Biogasanlagen mit einer installierten Leistung von rund 5000 MW el in Betrieb –fast zwei Drittel davon befinden sich in Deutschland. Insgesamt wird die weltweite installierte Leistung in Biogasanlagen zwischen 2012 und 2016 um2700 MW el und die Zahl der Anlagen um 3800 steigen. ImGegensatz zuden vergangenen fünf Jahren wird sich dieses Wachstum aber nicht überwiegend auf Deutschland konzentrieren. Der Anteil beim Bau von neuen Anlagen wird hier auf rund ein Drittel sinken. Dafür entstehen neue starke Märkte im restlichen Europa, Nordamerika und Asien. Die bereits etablierten Biogasmärkte in Italien, dem Vereinigten Königreich, Tschechien und den Niederlanden werden aufgrund der guten Förderbedingungen auch inden nächsten fünf Jahren zu den bedeutendsten Märkten zählen –ebenso wie Frankreich. Dort wurde im Jahre 2011 eine Einspeisevergütung eingeführt und die Genehmigungsverfahren für den Bau von Biogasanlagen vereinfacht. In Osteuropa stehen weitere Märkte kurz vor dem Durchbruch. InPolen wurde beispielsweise angekündigt, Anfang 2013 eine Einspeisevergütung einzuführen. Außerhalb Europas befinden sich die wichtigsten Märkte der nächsten Jahre inNordamerika und in Asien. Die meisten Biogasanlagen werden inden USA, Kanada, China, Indien und Japan entstehen. Besonders in den USA kündigt sich ein schnelleres Wachstum an. Indien und China werden inden nächsten Jahren westliche Standards erreichen und ihren Bestand dank ihres großen Biomassepotenzials stark ausbauen. In Japan wurde Mitte 2012 die weltweit höchste Einspeisevergütung für Biogas eingeführt. ImGegensatz zu diesen Wachstumsmärkten ist der weltweit größte Biogasmarkt in Deutschland seit Anfang des Jahres 2012 regelrecht eingebrochen. Der Hauptgrund dafür ist die Novellierung des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Die Vergütungssätze für Biogas wurden zum Teil deutlich gesenkt und die gesetzlichen Auflagen verschärft. Die Zahl der jährlich neu gebauten Biogasanlagen inDeutschland sinkt aus diesem Grund von rund 1300 im Jahr 2011 auf 300 Anlagen im Jahr 2012, die installierte Leistung von 610 auf 200 MW el .Langfristig wird sich der deutsche Markt auf diesem niedrigeren Niveau stabilisieren. Eine Folge des Rückgangs der Zahl von Neuanlagen inDeutschland ist eine Expansion der deutschen Anlagenbauer ins Ausland. Aufgrund der Marktgröße hat sich hier inden vergangenen Jahren ein eigener Industriezweig entwickelt. Dasich die Förderbedingungen in Deutschland verschlechtert, im Ausland aber verbessert haben, versuchen diese Unternehmen nun auf den internationalen Märkten Fuß zufassen. Im Jahr 2012 erzielen viele große Anlagenbauer bereits mehr als die Hälfte ihres Umsatzes imAusland. www.ecoprog.de 6 UmweltMagazin Januar 2013

Aus demUmweltbundesamt Neue Grenzwerte für PAK Die Europäische Kommission will Verbraucherprodukte sicherer machen. Dafür schlägt sie einheitliche Grenzwerte für Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) vor. Diese sind in vielen Produkten enthalten, zum Beispiel in Reifen und in Spielzeug. Wegen ihrer besorgniserregenden Eigenschaften gefährden sie die Gesundheit und die Umwelt. Das Umweltbundesamt begrüßt ausdrücklich, dass die EU-Kommission zwei Jahre nach dem deutschen Vorschlag eine angemessene Regulierung für Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe initiiert. Umauch die Öffentlichkeit über diese Stoffgruppe aufzuklären, legt esdaher ein neues Hintergrundpapier über Quellen, Wirkungen und Risiken der PAKvor. ObinMousepads, Spielzeugen oder Badeschuhen –unabhängige Labore weisen in Verbraucherprodukten immer wieder Chemikalien nach, die zur Stoffgruppe der PAKgehören. Oft in Konzentrationen, die zum Beispiel für Autoreifen nicht zulässig sind. Viele der nachgewiesenen PAK sind krebserregend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend. Sie werden in der Umwelt kaum abgebaut und können sich in Organismen anreichern. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher, die Umwelteinträge von Stoffen mit einer derartigen Kombination von Eigenschaften –Persistenz, Bioakkumulationspotenzial und Toxizität –durch gesetzliche Regelungen soweit wie möglich zu minimieren. Angestoßen durch eine deutsche Initiative hat die EU-Kommission nun einen Vorschlag zur Verringerung von PAK vorgelegt –auf Grundlage der Chemikalienverordnung REACH. Dieser sieht für Verbraucherprodukte einheitliche Grenzwerte vor. Danach wären Produkte, die krebserregende PAK in einer Konzentration von mehr als 1mg/kg enthalten, künftig verboten. Das beträfe nun auch diejenigen Produkte, die bisher nicht oder nicht ausreichend reguliert sind. Während die EU für Autoreifen bereits seit Jahren PAK-Grenzwerte vorschreibt, gelten für Produkte wie Kleidung, Griffe, Spielzeuge oder Kinderartikel bisher keine. Deshalb begrüßt das Umweltbundesamt den EU-Vorschlag für mehr Umwelt- und Verbrauchersicherheit. Indiesem Zusammenhang erläutert das UBA in einem neuen Hintergrundpapier Quellen, Wirkungen und Risiken der PAK. Leser erfahren darin, wie sie diese Stoffe vermeiden können. Das Fazit des Papiers: Die bisherigen Einzelregelungen reichen nicht aus, umdie PAK-Emissionen in die Umwelt und Rückstände in Verbrauchsprodukten wirksam zu begrenzen. Deshalb ist eine europaweite rechtliche Regulierung dieser Stoffe nötig. Das neue Hintergrundpapier „Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe – Umweltschädlich! Giftig! Unvermeidbar?“ ist unter www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4372.html abrufbar. Destatis Ausgaben für den Umweltschutz ImJahr 2010 gaben die Unternehmen des Produzierenden Gewerbes, ohne das Baugewerbe, insgesamt rund 24 Milliarden Euro für den Umweltschutz aus. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, entfielen davon 6Milliarden Euro auf Investitionskosten in Sachanlagen für den Umweltschutz und 17,8 Milliarden Euro auf laufende Umweltschutzausgaben. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Umweltschutzinvestitionen der Unternehmen um 7,6 Prozent an. Der Anteil der Investitionsausgaben für den Umweltschutz an den gesamten Investitionen der Unternehmen in Sachanlagen belief sich im Jahr 2010 auf 9Prozent. Zu den Umweltschutzinvestitionen zählen diejenigen, die eine Verringerung oder Vermeidung von schädlichen Emissionen in Rainer Sturm/Pixelio die Umwelt bewirken beziehungsweise den Einsatz von Ressourcen reduzieren. Nach Wirtschaftszweigen betrachtet entfielen imJahr 2010 mehr als 50 Prozent der Umweltschutzinvestitionen auf Unternehmen zur Abwasserentsorgung und Energieversorgung. 17,8 Milliarden Euro tätigten die Unternehmen anlaufenden Aufwendungen für den Umweltschutz. Dabei wendeten sie 13 Milliarden Euro für den Betrieb und die Wartung von Umweltschutzanlagen, wie zum Beispiel Entsorgungs-, Klär- und Luftfilteranlagen, auf. 4,7 Milliarden Euro entfielen auf weitere Umweltschutzmaßnahmen. Diese umfassen beispielsweise Beiträge für die Entsorgungsleistungen durch private Drittgeselllschaften, Aufwendungen für Analysen, Forschungen und Beschäftigung von Umweltschutzbeauftragten in Unternehmen aber auch kommunale Abfall- und Abwassergebühren. Nach einzelnen Wirtschaftsbereichen betrachtet fielen die höchsten laufenden Kosten für den Umweltschutz bei Unternehmen zur Abwasserentsorgung und zur Abfallentsorgung und -behandlung an. Dem folgten die Bereiche Energieversorgung, Chemische Industrie und Metallerzeugung und -bearbeitung. Auf diese fünf Wirtschaftsbereiche entfielen damit imJahr 2010 über zwei Drittel der gesamten laufenden Aufwendungen für den Umweltschutz im Produzierenden Gewerbe. www.destatis.de UmweltMagazin Januar 2013 7

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