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1/2 | 2014

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NACHRICHTEN Fraunhofer

NACHRICHTEN Fraunhofer ISE Länder-Ranking zur Energiewende Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat einen Index entwickelt, der ermittelt, inwieweit die Energiewende in verschiedenen Ländern weltweit bereits fortgeschritten ist. Er soll künftig regelmäßig zusammen mit der International Solar Energy Society ISES veröffentlicht werden. Der Energy Transformation Index“ (ETI) misst sowohl die Etablierung erneuerbarer Formen der Stromerzeugung wie Photovoltaik als auch die wirklich effiziente Nutzung der Energie. Demnach liegt Deutschland beim Voranschreiten der Energiewende hinter den Ländern Schweden, Brasilien und Italien gleichauf mit Japan und Großbritannien auf Platz vier. Bislang gab es keinen methodischen Ansatz, mit Schweden Brasilien Italien Japan Großbritannien Deutschland Frankreich EU-27 Kanada Mexiko USA China Süd-Korea dem der Fortschritt einzelner Länder und Regionen auf dem Weg zur Energiewende quantitativ beschrieben werden konnten. Der nun entwickelte ETI ISE/ISES ETI Ranking ausewählter Länder 10 11 18 18 24 25 27 erlaubt es, die Situation eines Landes diesbezüglich durch eine griffige Zahl zu beschreiben. ImVergleich zu anderen Staaten zeigt sich dabei, dass 30 30 30 34 39 40 Grafik: Fraunhofer ISE die Energiewende hierzulande gar nicht soweit fortgeschritten ist, wie allgemein angenommen. www.ise.fraunhofer.de Europa –kurz notiert >>> Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen den CO 2 -Ausstoß von außereuropäischen Flügen, die den EU-Flugraum passieren, nicht inden europäischen Emissionshandel aufnehmen. Sie wollen lediglich die bisherige „Stop-the- Clock“-Regelung bis zum Jahr 2016 fortführen. Diese sieht vor, nur innereuropäische Flüge in das Europäische Emissionshandelssystem einzubeziehen. Laut Kommissionsvorschlag sollten alle Emissionen, die im europäischen Luftraum ausgestoßen werden, aufgenommen werden. >>> Ab Dezember 2015 gelten strengere Vorschriften für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in zahlreichen Verbrauchsgegenständen. Eine entsprechende Ergänzung des Annex 17der EU- Chemikalienrichtlinie REACH trat Mitte Dezember 2013 in Kraft. In Plastik- und Gummiprodukten, die in Kontakt mit Haut und Mund kommen können, soll ein Grenzwert von 1Milligramm pro Kilogramm gelten; für Spielzeug und Kinderpflegeprodukte ein Wert von 0,5 Milligramm pro Kilogramm. >>> Für Feinstaubpartikel, die bis zu 2,5 Mikrometer groß sind, gilt in der EU ein Grenzwert von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dabei kann schon eine deutlich geringere Feinstaubbelastung erhebliche Gesundheitsschäden hervorrufen. Das zeigt eine Zusammenfassung von 22 europäischen Studien zur Luftverschmutzung. Angesichts der besonderen Gesundheitsgefahren kleiner Feinstaubpartikel empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation einen Grenzwert von 10 Mikrogramm. >>> Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat Mitte Dezember letzten Jahres sieben neue besonders besorgniserregende Stoffe auf die Kandidatenliste der EU-Chemikalienverordnung REACH gesetzt. Unter den neu aufgeführten Substanzen sind vor allem fortpflanzungsgefährdende und krebserregende Stoffe. Darunter der Weichmacher Diethylphtalat, Blei(II)acetat, Trixylyl Phosphat und Imidazolin-2-Thion, das beispielsweise in der Herstellung von Gummireifen Verwendung findet. Außerdem will die ECHA auch Cadmiumsulfid und zwei karzinogene Dinatriumhydrogenphosphate in den REACH-Annex aufnehmen. Sie wird die Stoffe auf der Kandidatenliste weiter prüfen und endgültig über die Aufnahme in den Annex XIV der EU-Chemikalienverordnung entscheiden. Dann wären die Chemikalien zulassungspflichtig, bis dahin gilt für die Stoffe eine Informationspflicht. 10 UmweltMagazin Januar/Februar 2014

Stadtwerke Neumünster Energieeffizienz-Zertifikat für MBA Die Mechanisch-Biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA) im SWN-Wertstoffzentrum in Wittorferfeld gehört zuden effizientesten ihrer Art in Deutschland. Im Rahmen der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung in Timmendorfer Strand überreichte der Vorstandsvorsitzende Thomas Grundmann das Energieeffizienz-Zertifikat an MBA-Geschäftsführer Dr. Norbert Bruhn-Lobin. Das unabhängige Ingenieurbüro für Abfallwirtschaft aus Hannover bescheinigte der Anlage und ihrem Kooperationspartner Thermische Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlage der Stadtwerke Neumünster für das Jahr 2012 einen Netto-Primärwirkungsgrad von 52,4 Prozent. Das ist der Spitzenplatz unter den deutschen MBA. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die MBA Neumünster der aufwändigen Bilanzierung gemäß der Norm 3460/2 des Verbandes Deutscher Ingenieure unterzogen hat. Zuletzt waren die Zahlen des Jahres 2010 zugrunde gelegt worden. Damals wurde den Neumünsteranern eine Energieeffizienz von 50,2 Prozent bescheinigt. Neben der Energieeffizienz zeigt das aktuelle Zertifikat der MBA auch, dass sie im Jahr 2012 durch die Herstellung von Brennstoff aus Restabfall insgesamt 105155 Tonnen klimaschädliche Kohlendioxid-Emissionen vermieden hat. Diese wären entstanden, wenn anstelle des produzierten Ersatzbrennstoffs Kohle und Erdgas zur Energiegewinnung in der TEV eingesetzt worden wären. www.stadtwerke-neumuenster.de Eisenmann Deutscher Innovationspreis für Klima und Umwelt erhalten Anfang Dezember vergangenen Jahres wurde Eisenmann der vierte Deutsche Innovationspreis für Klima und Umwelt verliehen. Der Böblinger Anlagenbauer überzeugte die Jury mit seiner mobilen Biogasaufbereitungsanlage mit Membrantechnologie und gewann den ersten Preis inder Kategorie umweltfreundliche Technologien. Die Anlage ermöglicht es, den vollen Energiegehalt des Dr. Urban Rid (1.v.l.), BMU, und Holger Lösch, BDI, überreichten den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt anDr. Johann Halbartschlager (3.v.l.) und Anke Schäffer (2.v.l.), von Eisenmann. Biogases zunutzen. Der aufbereitete Energieträger Biomethan ist flexibel, speicherbar und CO 2 -neutral. Die auf das Biogas bezogenen Methanausbeute liegt –nahezu verlustfrei –bei über 99 Prozent. Das Bundesumweltministerium und der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. prämierten aus knapp 100 eingereichten Bewerbungen die Preisträger in fünf Kategorien. Die wissenschaftliche Bewertung der Bewerbungen erfolgte durch das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe. www.eisenmann.com Blauer Engel Neue Vergabegrundlagen beschlossen Umweltfreundliche Mobilitätsangebote und Gewebe aus Recycling-Kunststoffen sollen künftig mit dem Umweltzeichen Blauer Engel ausgezeichnet werden und Verbrauchern sodie Orientierung bei der Entscheidung ökologischer Produkte erleichtern. Die Jury Umweltzeichen beschloss auf ihrer jüngsten Sitzung entsprechende Vergabegrundlagen. Zudem wurden einige bestehende Umweltzeichen überarbeitet. Sosoll bei Druckerzeugnissen mit dem Blauen Engel perspektivisch auf mineralölhaltige Druckfarben verzichtet werden. Mit rund 20 Prozent hat der Verkehrssektor einen wesentlichen Anteil an den CO 2 -Emissionen inDeutschland (2011: 156 Millionen Tonnen). Zum Schutz von Umwelt und Gesundheit, aber auch aus stadtplanerischen Erwägungen ist es daher erstrebenswert, Angebote zuschaffen, die einen Pkw-Besitz überflüssig machen. Multimodale Mobilitätsangebote wie beispielsweise Mobilitätskarten verknüpfen verschiedene Verkehrsdienstleistungen und können eine umweltgerechte Alternative darstellen, individuellen Mobilitätsbedürfnissen gerecht zuwerden. Das neue Umweltzeichen soll durch verschiedene Mobilitätsbausteine und flexible Angebote eine nachhaltige Mobilität ohne eigenen Fahrzeugbesitz ermöglichen. Auch Gewebe aus Recycling- Kunststoffen sollen künftig mit dem Blauen Engel ausgezeichnet werden. Eine stoffliche Verwertung von Post-Consumer-Abfällen, die den weitaus größten Teil des Kunststoff-Gesamtabfallaufkommens ausmachen, ist aus ökologischer Sicht anderen Verwertungsvarianten überlegen. Die neue Vergabegrundlage für textile Flächengebilde wie Fassadenabdeckungen oder Werbematerialien gilt für Produkte, die einen hohen Anteil an Recyclingkunststoff haben, gute Umweltstandards inder Produktion erfüllen und auf gesundheits- und umweltgefährdende Chemikalien verzichten. Weiterhin beschloss die Jury Umweltzeichen einen Prüfauftrag für Malfarben und Schreibutensilien für Kinder. www.blauer-engel.de UmweltMagazin Januar/Februar 2014 11

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