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1/2 | 2014

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MARKT Projekte EU

MARKT Projekte EU Ressourceneffiziente Produkte aus Biomasse Mit einem EU-Forschungsprojekt sollen innovative Anwendungsmöglichkeiten für den Abfallstrom „feuchte Biomasse” gefunden werden. Insgesamt werden acht Projektpartner aus vier EU-Ländern für die nächsten 30Monate an dem im November letzten Jahres gestarteten Projekt „NEWAPP“ arbeiten. Der Fokus liegt auf der Anwendung des HTC-Prozesses, mit dem feuchte Biomasse in kohleähnliche Produkte umgewandelt werden kann. Unter den Teilnehmern sind Forschungseinrichtungen und Branchenexperten von Verbänden und Unternehmen. Die European Biomass Industry Association mit Sitz in Brüssel koordiniert das Konsortium, andem auch der Spanische Oberste Rat für wissenschaftliche Forschung, die belgische Association of Cities and Regions for Recycling and Sustainable Resource Management, der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung die Technische Universität Dänemark sowie Ingelia S.L, Terra Preta und das ttz Bremerhaven teilnehmen. Nach Angaben der Projektgruppe fallen pro Jahr in der EU zwischen 120 und 140 Millionen Tonnen Bioabfälle an, beispielsweise feuchte landwirtschaftliche Rückstände und feuchte kommunale Abfälle wie Laub, Gras oder Nahrungsreste. 67 Prozent der Materialien werden verbrannt oder deponiert. Eine geringe Menge wird kompostiert, anaerob vergärt oder als Viehfutter genutzt. Nach Einschätzung von „NEWAPP“ ist Hydrothermale Carbonisierung (HTC) ein kosten- und ressourceneffizientes sowie umweltfreundliches Verfahren, umAbfälle zu vermeiden und gleichzeitig Primärbrennstoffe zu ersetzen. Während des Prozesses wird Biomasse unter Anwesenheit von Wasser moderaten Temperaturen und Drücken ausgesetzt. Dabei entstehen zwei Hauptprodukte: ein kohleähnlicher Stoff und eine nährstoffreiche Wasserlösung. Zu Beginn der nächsten 2,5 Jahre wird das Projekt die HTC-Anlage von Ingelia nutzen, umVersuche mit fünf verschiedenen Biomasseströmen zufahren. Dann liegt der Fokus auf der Ent- wicklung eines neuen technischen Nutzungspfads für die Umwandlung von Bioabfällen inhochwertige Produkte. Die Gruppe wird erforschen, welche verschiedenen Produkte aus den ausgewählten Stoffströmen durch den Prozess gewonnen werden könne. Schließlich soll esumQualitäts- und Sicherheitsstandards sowie Techniken für die Wertschöpfung von HTC-Produkten gehen. Mögliche Anwendungsfelder dieser sind Energiegewinnung, Wasserbehandlung, Bodenaufbereitung und Kohlenstoffbindung. Zu vielversprechenden Anwendungsfeldern sollen auch Business-Pläne erstellt werden. Das Projekt ist Teil des 7. Rahmenprogramms der Europäischen Union. Das Budget beläuft sich auf rund 2,58 Millionen Euro; der Förderanteil beträgt rund 1,76 Millionen Euro. www.bvse.de Bild. Florian Gerlach/Pixelio Projekte –kompakt >>> Die EnviTecBiogas AG aus Lohne hat im Dezember letzten Jahres den Startschuss für ein neues Einspeiseprojekt in der Lausitz gegeben. In der ersten Ausbaustufe soll die EnviThan- Gasaufbereitungsanlage mit einer Leistung von 700 Normkubikmeter Biomethan pro Stunde, die einem Auftragsvolumen von insgesamt 14 Millionen Euro entspricht, im Jahr rund 60 000 Megawattstunden grüne Energie liefern. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Ende 2014 geplant. www.envitec-biogas.de >>> Die Stahlgruber GmbH aus Poing bei München, ein Anbieter von Artikeln und Dienstleistungen für Kfz-Werkstätten und den Einzelteilehandel, möchte zukünftig seinen CO 2 -Fußabdruck verbessern. Daher stellt das Unternehmen abdiesem Jahr die Energieversorgung von 61 Abnahmestellen mit einem Gesamtverbrauch von 12,6 GWh auf CO 2 -freien Strom der meistro Energie GmbH um. Durch den Bezug von Strom aus regenerativen Quellen reduziert das Unternehmen seinen CO 2 -Ausstoß um 6400 Tonnen. www.meistro.de >>> Wie sich bei der Produktion von Molkereiprodukten Energie, Wasser und CO 2 -Emissionen einsparen lassen, zeigt das imvergangenen Jahr gestartete EU-Projekt SUSMILK. Unter der Leitung von Fraunhofer UMSICHT entwickeln die insgesamt 21 Projektpartner Komponenten, die durch ihren Einsatz inbestehende Molkerei-Infrastrukturen zur nachhaltigen Verarbeitung von Milch und einer Neugestaltung der Milchindustrie beitragen. Das EU-Projekt wird die kommenden drei Jahre durch das 7.Forschungsrahmenprogramm (FP7) der Europäischen Kommission gefördert. www.umsicht. fraunhofer.de 32 UmweltMagazin Januar/Februar 2014

Dormagen-Rheinfeld Von der Sonderabfalldeponie zum intakten Lebensraum In den Kabinen der GPS-gesteuerten Bagger sind Computereinheiten installiert, Vermessungsdaten werden direkt auf die Steuereinheit der Baufahrzeuge übertragen. Seit dem Jahr 1976 werden Produktionsrückstände aus dem Chempark Dormagen in einer Sonderabfalldeponie bei Dormagen-Rheinfeld eingelagert. Für diesen 41 500 Quadratmeter große Erweiterung erstellte die Köster GmbH aus Osnabrück im Auftrag der Currenta GmbH &Co. OHG bereits imSommer letzten Jahres eine Basisabdichtung. Diese Kombinationsabdichtung dient dazu, die potenziellen Schadstoffe der künftig eingelagerten Deponate zurückzuhalten und somit die natürliche Umgebung zu schützen. Verwendet werden zwei Dichtungskomponenten: eine 75 cm dicke mineralische Abdichtung aus Ton, die nahezu wasserundurchlässig sein soll sowie eine zusätzliche Abdichtungskomponente in Form einer 2,5 Millimeter dicken Kunststoffabdichtungsbahn, die aus Polyethylen besteht, und resistent gegen Chemikalien, Mikroorganismen, Pflanzen und Nagetiere sein soll. Als zusätzlicher Schutz für die Kunststoffdichtungsbahn wird ein etwa 1,5 Zentimeter dickes Schutzvlies verlegt. Essoll die Funktion der Dichtungslagen gewährleisten und als Schutz vor mechanischer Beanspruchung während der Bauausführungsphase und des späteren Einlagerungsbetriebs dienen. Als letztes Element dient oberhalb des Schutzvlieses ein Flächenfilter aus einem 40 Zentimeter starken Paket aus Schmelzkammergranulat, der eine kontrollierte Ableitung des anfallenden Deponiesickerwassers zur Aufbereitungsanlage der Deponie gewährleistet und eine zusätzliche Schutzfunktion der Abdichtungskomponenten einnimmt. Nach Beendigung des regulären Einlagerungsbetriebes wird auch in diesem Deponieabschnitt eine Oberflächenabdichtung und Rekultivierung erfolgen, die mit ihrer Topographie so modelliert werden soll, dass sich das Gelände nahtlos in die umgebende Natur einfügt. Die Köster GmbH hat bei ihren Arbeiten auf Präzisionstechnik gesetzt: In den Kabi- nen der GPS-gesteuerten Bagger sind Computereinheiten installiert –gefüttert mit Vermessungsdaten, die direkt auf die Steuereinheit der Baufahrzeuge übertragen wurden. Der Bagger ist mit zwei Antennen ausgestattet, die jeweils die Position und die Verdrehung angeben, alle beweglichen Teile verfügen über Sensoren. Damit wird die exakte Position von Bagger, Grabgefäß und Gelände auf einem zusätzlichen Display wiedergegeben. www.koester-bau.de Massachusetts/USA Flow-Batterie als billiger Stromspeicher Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine wiederaufladbare Flow-Batterie entwickelt, die großskaliges Energiespeichern günstiger machen soll. Das Design kommt ohne die bei diesen elektrochemischen Akkus normalerweise nötige Membran aus, nutzt günstige Materialien und bietet eine vergleichsweise hohe Energiedichte. Von der Entwicklung profitieren sollen insbesondere Öko-Energiequellen wie Wind und Sonne. Flow-Batterien können Strom speichern und bereitstellen, dazwei getrennte Elektrolyt-Flüssigkeiten Ladungsträger austauschen. Normalerweise befindet sich zwischen den Flüssigkeiten eine Membran, doch das ist bisweilen problematisch. Das MIT-Team arbeitet mit einer Brom-Lösung, da es sich dabei um ein relativ günstiges und leicht erhältliches Element handelt, sowie auch Wasserstoff. Dabei entsteht Bromwasserstoffsäure, die eine Membran angreifen und dadurch Funktion und Lebensdauer des Akkus reduzieren würde. Dazu nutzen die Forscher das Prinzip der laminaren Strömung, bei dem sich verschiedene Flüssigkeitsschichten nicht verwirbeln und vermischen. Im handtellergroßen Prototypen werden die beiden Elektrolyt-Flüssigkeiten so durch einen Kanal gepumpt, dass sie parallel strömen und somit auch ohne Membran effektiv getrennt bleiben. Ein elektrochemischer Ladungsaustausch zwischen den Flüssigkeiten, dank dem der Akku geoder entladen wird, findet aber statt. Der Ein Forscherteam des MIT hat eine wiederaufladbare Flow-Batterie für Solar- und Windkraftanlagen entwickelt. Prototyp hat soinTests Leistungsdichten von bis zu0,795 Watt pro Quadratzentimeter erreicht. Die Energiedichte sei laut MIT eine Größenordnung höher als beispielsweise bei gängigen Lithium-Ionen- Akkus. www.mit.edu UmweltMagazin Januar/Februar 2014 33

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