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1/2 | 2014

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Datenstand: 11/2013 2012

Datenstand: 11/2013 2012 2011 2020 Treibhausgasemissionen Treibhausgasemissionen (gegenüber 1990) Erneuerbare Energien 2030 2040 2050 -25,50% -26,70% -40% -55% -70% -80% bis -95% Anteil am Bruttostromverbrauch 23,50% 20,40% mindestens 35% mindestens 50% mindestens 65% mindestens 80% Anteil am Bruttoendenergieverbrauch 12,70% 11,60% 18% 30% 45% 60% Effizienz Primärenergieverbrauch (gegenüber -4,30% 2008) -5,40% -20% -50% Bruttostromverbrauch (gegenüber 2008) -200% -1,80% -10% -25% Anteil der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung Erhöhung der Endenergieproduktivität Gebäudebestand 16,6% -2011 1,1% pro Jahr (2008-2012) 16,60% 25% - 1,70% 2,1% pro Jahr (2008-2050) Primärenergiebedarf - - - in der Größenordnung von - 80% Wärmebedarf - - -20% - Sanierungsrate rund 1% pro Jahr 1,00% Verdopplung auf 2% pro Jahr Verkehrsbereich Endenergieverbrauch (gegenüber 2005) -0,60% -0,70% -10% -40% Anzahl Elektrofahrzeuge ca. 11 000 Ca. 6.600 1 Million 6 Millionen - 2050 Tabelle: Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt Effizientere Energienutzung Neben den Emissionsminderungszielen hat die Bundesregierung im Energiekonzept weitere energiepolitische Ziele formuliert: den Atomausstieg bis 2022, dazu Ziele im Bereich der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz. Das Energiekonzept soll Deutschland mit wettbewerbsfähigen Energiepreisen und hohem Wohlstandsniveau zueiner der energieeffizientesten und umweltschonendsten Volkswirtschaftender Welt entwickeln. DieTabelle zeigt anhand der Datenaus demMonitoringbericht „Energie der Zukunft“ der Bundesregierung den Zielerreichungsgrad für verschiedene Ziele aus dem Energiekonzept. Eine besondere Herausforderung stellen die Energieeffizienzziele dar. Die effizientere Energienutzung ist für dieEnergiewende vonbesondererBedeutung.Sokönnen steigende Energiepreise ausgeglichen und der Ausbaubedarf für Erneuerbare Energien und Stromnetze verringert werden. Regulierungsansätze wären etwa eine verpflichtende Einführung von Energiemanagementsystemen füralle im Energiebereich subventionierten Unternehmen, verbunden mit einer Pflicht, alle rentablen Energieeffizienzmaßnahmen durchzuführen oder die Entwicklung eines wirksamen Sanierungsfahrplans für Gebäude, der bestehende Instrumente sinnvoll zusammenführt und ergänzt (Ordnungsrecht, Förderprogramme, Mietrecht). Beider Weiterentwicklung desErneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sollten die Kosten der Energiewende durch den Abbau derAusnahmeregelungen fürdie Industriegerechterverteilt und dieStromerzeugung aus Erneuerbaren Energien durch verpflichtende, gleitende Marktprämien stärkeramMarkt orientiertwerden. Die Biomasseförderung sollte auf Rest- und Abfallstoffe beschränkt sein, und dieWindenergie aufSee nur langsam und bedarfsgerecht ausgebaut werden. ErneuerbareEnergien tragenwegen ihrer niedrigen variablen Kosten zu einem Rückgangder Börsenpreise fürStrom bei; zugleich wird langfristig die Auslastung fossilerKraftwerkesinken.Diese Situation erfordertveränderte Marktregeln für den Strommarkt. Das schließt Änderungen beider Vergütung Erneuerbarer Energien mitein. Ausbau des Stromnetzes nötig Ein wachsender Anteil Erneuerbarer Energien an der Energieversorgungerfordert auch Anpassungen derEnergieinfrastruktur. So muss das Stromnetz ausgebautwerden. Ausbaubedarfund Prioritäten beim Netzausbau sind im Netzentwicklungsplan für Deutschland festgeschrieben. Erneuerbare Energien müssen zukünftig zu den Systemdienstleistungen für dieAbsicherungder Stromversorgungbeitragen. Mit derSystemdienstleistungsverordnung Wind gibt es dafür nun eine erstegesetzliche Grundlage. Potenziale fürregelbareLastenmüssen stärkererschlossenwerden.Einebundesweite Verordnung wird dafür in Kürze den rechtlichenRahmenschaffen.Auchdie Stromeinspeisung aus fossil betriebenen Kraftwerken muss besser regelbar werden. Diese Flexibilisierung bei Stromerzeugung und -verbrauch trägt dazu bei, den Bedarf ankostenintensiven Energiespeichern zu minimieren und negativen Strompreisen an den Strombörsen entgegenzuwirken. Dr. Jürgen Landgrebe, Dr. Klaus Müschen, Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt, Berlin, emissionshandel@dehst.de; Dr. Klaus Müschen, Umweltbundesamt, Dessau; I2@uba.de UmweltMagazin Januar/Februar 2014 45

TECHNIK UND MANAGEMENT Management Bild: SXC Managementsysteme: solide Basis für nachhaltigeEntwicklung Unternehmen sind heute durch Stakeholder und zunehmend auch Shareholder aufgefordert, sich nachhaltiger zu entwickeln –nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. Sie müssen sich neu positionieren, engagieren und ihr Engagement auch in die Öffentlichkeit tragen. Managementsysteme helfen dabei, langfristig angelegte Aufgaben in komplexen Organisationen effizient zustrukturieren und eignen sich daher gut als Fundament für eine nachhaltige Entwicklung. Sie sind jedoch keine Basis für eine „Zertifizierung“ nachhaltiger Leistung. Prof. Uwe Lieback, Susanne Moosmann und Yulia Felker Jeder gezielte Fortschritt basiert auf einergründlichen Analysedes Status Quo. Nur solassen sich Optionen und Handlungsausrichtungen erkennen und erfassen, besonders bei einem so vielschichtigen Thema wie der nachhaltigenEntwicklung. Aus der internationalen Diskussion zurKonferenz vonRio bildetensichvor etwa 25 Jahren Indikatoren heraus. Sie geben die Erwartungen von Stakeholdern wieder undwerdenseither füreine nachhaltigeEntwicklung als wesentlich erachtet. Viele dieser sind seit 2010 in der ISO 26000 zusammengefasst. Sie entstammen unter anderem Forderungen bekannter internationaler Standards, wie etwa dem UNGlobal Compact, den Standards des WBCSD, gemeinnütziger Organisationen wie AccountAbility (AA1000), Social AccountAbility International (SAI mit demSA8800) denGRI-Guidelinesoder denOECD-Leitsätzen. Der beste Standard Kein zurzeit vorhandener Standard beinhaltet alle international gehandeltenIndikatoren.Soweist die ISO 26000 zum Beispiel nur einen Teil des Spektrums wirtschaftlicher Prosperität, umweltgerechten Verhaltens und sozialer Sicherung der Mitarbeiter und des Produktionsumfeldes auf. Bearbeitungstiefe beziehungsweise -reifewirdbislang überhauptnicht bewertet. Bündelt man sämtliche Forderungen aller anerkannten Standards, erhält man einen umfassenden Katalog der „Indikatoren einer nachhaltigen Entwicklung“. So entstand in mehrjähriger Forschungsarbeit der GUTcert-NachhaltigkeitsCheck. Erumfasst 81Indikatoren für nachhaltige Entwicklung mit dendreiSchwerpunkten „Management und Kommunikation“, „Produkte & Produktion“ und „Personalmanagement“. Aus dem Vergleich eines IST (Stand derOrganisation) mit dem SOLL (Forderungskatalog der Stakeholder) können konkrete Zahlen für ein Benchmarking abgeleitet werden. Ermittelt man paralleldazuanhand desaus vielenManagementsystemen bekannten PDCA-Zyklus die Intensität, mit der die relevanten Indikatoren der Stakeholderforderungen bearbeitetwerden, kann derbereits erreichte Stand der nachhaltigen 46 UmweltMagazin Januar/Februar 2014

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