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1/2 | 2014

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3000 Tonnen organischen

3000 Tonnen organischen Bestandteilen und 80 Tonnen Phosphor verarbeitet, wird sie nun für rund 62 Millionen Euro modernisiert. Auftraggeber ist die unter anderem die für die Wasserver-und AbwasserentsorgunginUmea zuständige Gesellschaft. Zunächst entsteht ein Neubau mit neuen Anlagen zur Klärschlammtrocknung und -pelletierung. Die alten Anlagen müssen modernen Gasmotoren weichen, die mittels anfallender Faulgase Strom erzeugen –und das bei einem vorgesehenen Wirkungsgrad von mindestens 90 Prozent. Auf diese Weise soll sich das Klärwerk mit elektrischer und auch Heizwärmekomplett selbst versorgen. Nach dem Umbau wird die Anlage, die bis dato nur eine Stufe zur Vorklärung besitzt, auch Schlämme nachklären können. Die Inbetriebnahme ist fürdas Jahr 2015 vorgesehen. Auch die Stadt Enköping im Mälartal will ihre Abwasserbehandlung modernisieren. Alternativ zu einer Sanierung des existierenden Klärwerks wird auchder Bau einerneuen Anlage diskutiert. Fachleute schätzen dieKosten für Upgrade-Maßnahmen an der bestehenden Kläranlage auf etwa 28bis 29 Millionen Euro, während ein Neubau mit rund 46 bis 47 Millionen Euro zu Buche schlagen dürfte. Ähnlich wie in den anderen skandinavischen Ländern, dominieren – insgesamt gesehen – auch in Schweden Instandhaltungs- und Erneuerungsmaßnahmen bei den Investitionen in die kommunale Abwasserbehandlung. Neu- und Ausbauten sowie Nachrüstungen sind dagegendie Ausnahme und werden inder Regel nur aufgrund rechtlicher Zwänge angegangen, wie etwa wegen der Vorgaben durch die EU-Richtlinie 91/271/EWG über die Behandlung von kommunalem Abwasser. Konkurrenz aus dem Inland Der Markteintrittgestaltet sich für ausländische Unternehmen nicht einfach, da schwedische Unternehmen im Bereich der Wasser- und Abwasserwirtschaft selbst über umfangreiches Know-how verfügen. Zuden bedeutendsten Technikanbietern vor Ort gehören ABB, ABS Group, Alfa Laval, AnoxKaldnes, Flygt, AquaTec, HVR Water Puri- Germany Trade&Invest Germany Trade &Invest (GTAI) ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft vermarktet den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland im Ausland und informiert deutsche Unternehmen über Auslandsmärkte. fication, Josab, Läckeby Water und Malmbergs Water. Die beiden letztgenannten zählen neben Skandinavisk Ecotech und Skanska in Schweden zu den wichtigsten Auftragnehmern beim Bau von Kläranlagen. Beratendstehen oftdas Schwedische Umweltinstitut IVL, AF Process SWECO Viak oder VA-ingenjörerna zur Seite. Wissen- und Wirtschaft im Zusammenspiel Auch in der Forschung und Entwicklung rund um das Thema Abwasser ist das nordischeLand sehr aktiv. So hateine neue schwedische Technologie für die Kultivierung von Mikroalgen inkommunalen und Industrieabwässern aus Rauchgas sowohl bei Wissenschaftlern als auch Industrieunternehmen Interesse geweckt. Zwar befindet sich diese Technologie noch im Entwicklungsstadium, doch arbeiten Forscher an der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften in Umea gemeinsam mitdem regionalenEnergieversorger Umea Energi daran, Bild: Dieter Schütz/Pixelio Biomasse zu entwickeln, die zur Produktion von Biokraftstoffen, Düngemitteln und Tierfutter dienen soll. Daneben engagiert sich die Königlich-Technische Hochschule Stockholm stark für die Forschung zur Abwasserbehandlung. Gemeinsam mit dem Abwasserzweckverband SYVAB arbeiten die Wissenschaftler an einer kostengünstigen Methode zur Stickstoffelimination inkommunalen Abwässern. Im neu entwickelten Stockholmer Stadtteil Hammarby Sjöstad wurde eine Pilotabwasseranlage mit sechs Behandlungslinien errichtet, darunter eine zur Klärschlammbehandlung. Dort werden unter anderem Nitrifikations-/Denitrifikations-, Membran-, Umkehrosmose-, Wirbelschicht- und Upflow-Reaktor- Technologien getestet. HeikoSteinacher,GTAIBerlin, www.gtai.de UmweltMagazin Januar/Februar 2014 61

SERVICE Standards VDI-BG Öffentlichkeitsbeteiligung bei Großprojekten Die Planung und Genehmigung öffentlich relevanter Industrieoder Infrastrukturprojekte steht inDeutschland immer wieder vor großen Akzeptanzproblemen.Die wirtschaftlichen Schäden von Verzögerungen oder Baustopps zwingen die Vorhabenträger dazu, nach neuen Strategien zu suchen. Die Richtlinie VDI 7000sollprivateund öffentlicheVorhabenträgerdabei unterstützen, dasnötigeVertrauenaufzubauenund spätererechtliche Konflikte zu vermeiden. Sie bietet ein ganzheitliches Konzept sowie Umsetzungsvorschläge. Beispielsweise empfiehlt die Richtlinie, imVorfeld der gesetzlichen Genehmigungsverfahren gemeinsam mit Bürgern und zivilgesellschaftlichen Gruppen nach einertragfähigenAntragsvariantezusuchen.Ein strukturierter Dialogprozess soll Transparenz und Vertrauen schaffen, ohne die rechtliche Verantwortung der Genehmigungsbehörden zu verwischen. VDI 7000 ist als Management- Leitfaden mit vielen Tipps und Tools aufgebaut, umdie praktische Umsetzung möglichst effektiv und effizient zu machen. VDI 7000 (Entwurf): 2013–12, Einsprüche bis 31.3.2014 Bei Großprojekten schafft ein strukturierter Dialogprozess Transparenz und Vertrauen, ohne die rechtliche Verantwortung der Genehmigungsbehörden zu verwischen. VDI-TGA Solarmodule und Sonnenkollektoren befestigen Bei Solaranlagen auf Gebäuden sind sowohl die Photovoltaik- Module und solarthermischen Kollektoren wie auch die Montagesysteme äußeren Einwirkungen ausgesetzt –zum Beispiel Kräften von Wind und Schnee oder Temperaturschwankungen. Zudem können einzelne Befestigungsmittel in die bestehende Baukonstruktion eingreifen,die vielfach bautechnisch optimiert ist und deren Schutzfunktionen, beispielsweise vor Niederschlägen oder Brand, dadurch beeinträchtigt werden können. Die Richtlinie VDI 6012Blatt1.4 gibtHilfestellung fürdie fachund sachgerechte Konstruktion und Auswahl der verfügbaren Montagesysteme und Befestigungsmittel. VDI 6012 Blatt 1.4 (Entwurf): 2014–01 Einsprüche bis 30.6.2014 Bild: Uwe Schlick/Pixelio VDI-GEU Abfallbehandlungsverfahren bewerten Die thermische Verwertung zählt zu den Standardabfallbehandlungsverfahren in Deutschland. Jährlich werden inDeutschland mehr als 14 Millionen Tonnen Hausmüll erzeugt. Recycling, Deponierung, mechanisch-biologische Behandlung oder Müllverbrennung –die Auswahl des geeigneten Abfallbehandlungsverfahrens ist komplex und hängt von vielen Faktoren ab.Die Richtlinie VDI 3925Blatt1gibteinen Überblick über die wissenschaftlich-technischen Bewertungsmethoden für Abfallbehandlungsverfahren. Sie ermöglicht dem Anwender, die verschiedenen Methoden miteinander zu vergleichen sowie ihre Systemgrenzen und Sachbilanzen zu erkennen. VDI 3925 Blatt 1(Entwurf): 2013–12 Einsprüche bis 31.5.2014 VDI-GEU Konstruktiver Explosionsschutz an Elevatoren An Elevatoren können auch bei bestimmungsgemäßer Verwendung brennbare Staub-Luft-Gemischevorhanden sein oder entstehen.Die neue Richtlinie VDI 2263Blatt8.2 beschreibt konstruktive Maßnahmen, umExplosionen indiesem Bereich vorbeugend zu unterdrücken. Sie ergänzt Blatt 8der RichtlinienreiheVDI 2263, das prinzipielle Schutzmaßnahmenzum Explosionsschutz anElevatoren beschreibt und Blatt 8.1, das praktische Beispiele dazu behandelt. VDI 2263 Blatt 8.2 (Entwurf): 2013–12 Einsprüche bis 31.5.2014 Kontakt 7 VDI-BG: VDI-Bereich Beruf und Gesellschaft, Düsseldorf, www.vdi.de 7 VDI-GEU: VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt, Düsseldorf, www.vdi.de/geu 7 VDI-TGA: VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik, Düsseldorf, www.vdi.de/tga Bild: Stadtreinigung Hamburg 62 UmweltMagazin Januar/Februar 2014

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