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1/2 | 2014

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NACHRICHTEN Bei seiner

NACHRICHTEN Bei seiner Rede auf der UN-Klimakonferenz in Warschau stellte Peter Altmaier drei Ziele für ein Klimaabkommen 2015 heraus: Rechtsverbindlichkeit, Langfristigkeit, Überprüfbarkeit. UN Klimakonferenz in Warschau Die Teilnehmer eigneten sich auf einen Fahrplan für ein neues Klimaabkommen. Die UN-Klimakonferenz in Warschau wurde imDezember des letzten Jahres mit einer Reihe wichtiger Entscheidungen abgeschlossen. Trotz schwieriger Verhandlungen konnten sich die Teilnehmer auf einen Fahrplan für ein neues Klimaabkommen und auf wesentliche Eckpunkte zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen einigen. Eine zentrale Forderung betroffener Entwicklungsländer wurde mit der Errichtung eines Mechanismus zum Umgang mit Verlusten und Schäden erfüllt. Auch beim Waldschutz konnte ein Durchbruch erzielt werden. Mit den Beschlüssen von Warschau hat die internationale Gemeinschaft einige Schritte hin zueinem weltweiten Klimaabkommen getan, das imJahr 2015 auf der UN-Klimakonferenz inParis verabschiedet werden soll. Beschlossen wurde etwa ein Fahrplan für ein neues Klimaabkommen, das spätestens im Jahr 2020 wirksam werden soll. Dieser wird Regelungen zu Minderung, Anpassung, Finanzierung, Technologie, Transparenz und Kapazitätsaufbau enthalten, die in den kommenden zwei Jahren inhaltlich konkretisiert werden sollen. Was die Finanzierung betrifft, brauchen Entwicklungsländer zur Umsetzung ihrer Strategien für Bild: BMU/Nicole Scharfschwerdt die Minderung der Emissionen und die Anpassung an den Klimawandel finanzielle Unterstützung. Die Industrieländer haben in Warschau zugesagt, Transparenz und Klarheit über den beabsichtigten Anstieg der Klimafinanzierung bis auf rund 74 Milliarden Euro jährlich im Jahr 2020 zu schaffen. Rahmenbedingungen für Klimaschutzinvestitionen und Strategien zur Mobilisierung privater Mittel sollen imständigen Finanzausschuss erörtert werden. Im nächsten Jahr sollen inhaltliche Fragen geklärt werden, sodass baldmöglichst erste signifikante Mittel für den Fonds zur Verfügung stehen. Deutschland hat mit einem freiwilligen Beitrag in Höhe von rund 30 Millionen Euro für den Anpassungsfonds ein Signal gesetzt. Geschaffen wurde auch eine Institution für das Thema „Klimawandelbedingte Verluste und Schäden –der „Warschau-Mechanismus“. Angeleitet durch einen Exekutivausschuss soll er das Wissen und Verständnis zu dem Thema verbessern. Auf der nächsten Klimakonferenz in Lima sollen die Zusammensetzung und Verfahrensregeln des Exekutivausschusses beschlossen werden. Bis Sommer 2015 wird eine Arbeitsgruppe ein Programm zur Umsetzung des Warschau-Mechanismus erarbeiten. Positive Ergebnisse gab es auch beim Waldschutzprogramm REDD+. Erreichte Emissionsminderungen in Entwicklungsländern sollen unabhängig überprüft werden. Zudem wurde festgelegt, auf welcher Basis die Berechnung dieser erfolgen soll. Damit kann das Programm national umgesetzt werden. Künftig sollen Finanzinstitutionen innerhalb und außerhalb der Konvention die methodischen Grundlagen für das Programm übernehmen. Der damalige Bundesumweltminister Peter Altmaier hat zugesagt, das Programm um über 12 Millionen Euro aufzustocken. www.bmu.de Messe E-world energy &water 2014 Trends der Energiebranche stehen wieder im Mittelpunkt der 14. E-world energy & water, die vom 11. bis zum 13. Februar 2014 inEssen stattfindet. Wie auch im vergangenen Jahr beteiligen sich mehr als 600 Aussteller aus rund 25 Nationen an der europäischen Leitmesse. Auch bei den Fachbesuchern stößt der europäische Branchentreff auf großes Interesse: Erwartet werden mehr als 20 000 Experten. Auf dem dreitägigen „Kongress zur Zukunft des europäischen Energiemarktes“ können sich im Rahmen von 30 Konferenzen Interessierte über aktuelle Fragestellungen der Branche informieren. Bedingt durch das Zusammenrücken der Märkte steht dabei vermehrt die europäische Strom- und Gasversorgung imFokus. Zum ersten Mal widmet der Kongress der Wohnungswirtschaft eine eigene Konferenz: Hauptthemen sind die energetische Gebäudesanierung sowie die Energiebeschaffung. Auch der Ausstellungsbereich „Smart Energy“ wächst weiter: Insgesamt stehen hier 3800 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung, und rund 70 Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre Lösungen für intelligent steuerbare Netze, Zähler und vernetzte Haustechnik vorzustellen. Neu in den Fokus rückt der Zukunftstrend „Big Data Management“: die Gewinnung, Speicherung und analytische Auswertung von Datenmengen imTera- bis Exabytebereich. Imdritten „Forum Energiewende“ präsentieren rund 35 Aussteller ihre Lösungen zur Energieeffizienz, -speicherung sowie die Einsatzmöglichkeiten Erneuerbarer Energien. www.e-world-essen.com 6 UmweltMagazin Januar/Februar 2014

Aus demUmweltbundesamt Bild: Linnart Unger Neuer Grenzwert für Blei im Trinkwasser Am 1. Dezember vergangenen Jahres wurde das „Aus“ für Bleirohre als Trinkwasserleitungen besiegelt. Pro Liter Wasser dürfen dann nicht mehr als 0,010 mgBlei enthalten sein. Dadie Werte inBleileitungen in der Regel höher sind, müssen diese gegen Rohre aus besser geeigneten Werkstoffen ausgetauscht werden. Wird der Blei-Grenzwert in einer Leitung überschritten, kann das Gesundheitsamt den Wasserversorger oder den Vermieter verpflichten, die Ursache der Überschreitung zubeseitigen. Faktisch werde dazu meist ein kompletter Austausch der Bleirohre nötig sein, so Jochen Flasbarth, bis zum Dezember 2012 Präsident des Umweltbundesamts (UBA). Das UBA führt in der Empfehlung „Trinkwasserhygienisch geeignete metallene Werkstoffe“ diejenigen Stoffe auf, für die nachgewiesen wurde, dass sie nicht zu einer Überschreitung des neuen Blei- Grenzwertes führen. Bei der Erstellung neuer Installationen und bei Instandhaltungsmaßnahmen sollte darauf geachtet werden, dass nur die in der Empfehlung aufgeführten metallenen Werkstoffe verwendet werden. Grundsätzlich sollte berücksichtigt werden, dass das Wasser zum Trinken oder zur Zubereitung von Speisen nicht zulange, das heißt über vier Stunden, inden Leitungen gestanden hat. www.uba.de Geschäftsjahr 2012/2013 MVV Energie mit Rekordumsatz Das Energieunternehmen MVV Energie hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 (1. Oktober 2012 bis 30. September 2013) zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte beim Jahresumsatz die Marke von 4Milliarden Euro übertroffen und damit den Vorjahreswert noch einmal um 4Prozent gesteigert. Auch der bereinigte Jahresüberschuss nach Fremdanteilen und damit der Gewinn nach Zinsen, Steuern und Anteilen anderer Aktionäre stieg im letzten Geschäftsjahr um 6Prozent von 80auf 85 Millionen Euro. Hingegen belastet die inden zurückliegenden Jahren kontinuierlich gesunkene Marge in der Stromerzeugung die gesamte Energiebranche und damit auch das Mannheimer Unternehmen. So ist das bereinigte operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2012/13 gegenüber dem Vorjahr, wie bereits erwartet, um knapp 6Prozent auf 210 Millionen Euro zurückgegangen. Diese Ergebnisdelle wird MVV Energie auch imaktuellen Geschäftsjahr noch begleiten. Hierfür erwartet das Unternehmen daher bei einem weiter leicht steigenden Umsatz ein Adjusted EBIT zwischen 170 und 185 Millionen Euro. Gleichzeitig rechnet der Vorstand für das Folgejahr wieder mit einem ansteigenden operativen Ergebnis. www.mvv-energie.de DIW Berlin Braunkohle nicht systemrelevant für die Energiewende Anlässlich der aktuellen Diskussion fasst das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) seine Arbeiten zur Braunkohlewirtschaft zusammen: Nimmt man die Ziele der Bundesregierung in Bezug auf die Energiewende ernst, sohat die Braunkohle weder aus umweltpolitischer noch aus wirtschaftlicher Perspektive eine Zukunft imdeutschen Stromsystem. Angesichts des Scheiterns der „CO2-armen“ Braunkohleverstromung durch CO2-Abscheidung und -Speicherung ist Braunkohle auf lange Zeit der mit Abstand CO2-intensivste Energieträger und trägt ursächlich dazu bei, dass die CO2-Vermeidungsziele für das Jahr 2020 nicht erreicht werden. Laut einer DIW- Studie zur „Zukunft der Braunkohle inDeutschland im Rahmen der Energiewende“ aus dem Jahr 2012 ist die Nutzung der Braunkohle aufgrund fehlender Flexibilität inkompatibel mit einem auf Erneuerbaren Energien basierenden Stromsystem. Auch die Diskussion um das Strommarktdesign könne daran nichts ändern. Angesichts der aktuellen Überkapazitäten sei selbst nach dem endgültigen Atomausstieg die Versorgungssicherheit nicht gefährdet. Eine aktuelle DIW-Studie zum Strommarktdesign kommt daher zu dem Schluss, dass die Einführung von Kapazitätsmärkten nicht notwendig, sondern eher kontraproduktiv ist. Dies bedeutet auch, dass die Braunkohlewirtschaft sich nicht auf zusätzliche Einnahmen berufen kann. Für die laufenden Verfahren inden drei Braunkohleregionen bedeutet dies, dass ein Kompromiss zwischen den Interessen der Energiewirtschaft und der Bevölkerung gefunden werden muss, die durch den Aufschluss neuer Tagebauflächen bedroht sind. Dies gilt sowohl für das Rheinland, wo derzeit nach einer Lösung des Konflikts umden Tagebau Garzweiler IIgerungen wird, als auch für die Diskussion umeinen neuen Tagebau inBrandenburg, Welzow Süd. www.diw.de Bild: Marius Förster/Pixelio UmweltMagazin Januar/Februar 2014 7

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