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1/2 | 2015

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Special

Special Kreislaufwirtschaft/Recycling Technikum von Erdwich Entwicklung neuer Zerkleinerungslösungen Jeder Recycling- oder Entsorgungsprozess ist anders: andere Materialeigenschaften, verschiedene Vorgaben für Ausgangs- und Endgrößen der Stoffe, unterschiedliche Ansprüche an die Sortenreinheit. Mit Standardtechnik lässt sich diese Bandbreite an Anforderungen kaum abdecken. Einer der weltweit führenden Recyclingexperten, die Erdwich Zerkleinerungssysteme GmbH, passt daher jede ihrer Anlagen individuell an – und entwickelt wenn nötig auch ganz neue Komponenten. Um Leistung und Robustheit der maßgeschneiderten Schredder sicherzustellen, betreibt das Unternehmen eine eigene Versuchsanlage. Das hauseigene Technikum ermöglicht es den Experten, Konfigurations- und Materialvarianten an 13 unterschiedlichen Geräten zu testen. Julia Rummel Seit mehr als 33 Jahren befasst sich Erdwich mit Zerkleinerungs-, Granulations- und Recyclingaufgaben, über 6 500 Anlagen wurden im Laufe der Jahre an Kunden in 87 Ländern ausgeliefert. Das Familienunternehmen aus dem bayerischen Kaufering zählt damit zu den erfahrensten Betrieben der Branche. Hauptsächlich werden die Geräte zur Volumenreduzierung, zur Produktvernichtung, Materialtrennung sowie zur Wiederverwertung von Rohstoffen eingesetzt. Allerdings ist jeder Auftrag einzigartig, was Bedingungen und Anforderungen betrifft, sei es beispielsweise, dass die Anlage auf engstem Raum arbeiten oder exakt reproduzierbare Ergebnisse liefern muss. „Jede neue Anwendung ist eine Herausforderung“, berichtet Projektmanager Andreas Ostermeier. „Deshalb haben wir uns darauf spezialisiert, zu 100 Prozent auf den Kunden zugeschnittene Systeme zu konzipieren. Ständige Innovationen gehören daher bei uns gewissermaßen zum Standardprogramm.“ Umfangreiche Maschinenpalette Um eine solch große Bandbreite an individuellen Lösungen verwirklichen zu können, nutzt Erdwich eine umfangreiche Maschinenpalette und arbeitet mit einem Team erfahrener Ingenieure, Konstrukteure und Mechaniker. Dadurch war es unter anderem möglich, für einen Chemiebetrieb eine Anlage zu entwickeln, die nicht nur Glasküvetten von Kunststoffdeckel und Styroporverpackung trennt, sondern auch den darin enthaltenen Säuren widersteht und diese sicher abführt. Eine andere Konstruktion der Recyclingexperten sind Grobzerkleinerer, die Elektronikschrott von der Waschmaschine bis zur Leiterplatte schonend aufschließen und die einzelnen Fraktionen zerlegen können. Auch wurden bereits mehr als 40 Millionen Kühlgeräte mit Erdwich Technologie aufbereitet. Die entsprechenden Systeme wurden als geschlossene Anlagen ausgeführt um sicherzustellen, dass kein FCKW austreten kann. Stattdessen werden die gefährlichen Treibhausgase entweder in flüssige Form umgewandelt und in spezielle Entsorgungsbehälter abgefüllt oder direkt thermisch vor Ort vernichtet. Generell gibt es kaum eine Anwendung, in der die Maschinen von Erdwich nicht zum Einsatz kommen, egal ob Metallspäne, Reifen, Sperrmüll, Banknoten, pharmazeutische und chemische Produkte, Altpapier, Rejekt oder Sondermüll. Versuchsabteilung für individuelle Konfigurationen Basis all dieser Entwicklungen sind umfangreiche Versuche mit unterschiedlichen Stoffen und Maschinen. 2010 baute Erdwich dazu einen eigenen Erprobungsbereich, der es erlaubt, Material von Kunden unter realen Betriebsbedingungen zu testen und die vorhandenen Anlagentypen anhand dessen ständig anzupassen und zu optimieren. „Wir können in diesem Technikum alle Messerformen, Gegenschnittsysteme, Programme und Ähnliches testen“, so Ostermeier. „Dabei können wir alle Parameter der Maschinen und 18 UmweltMagazin Januar - Februar 2015

Fördern mit NETZSCH Für jede Anwendung das richtige Produkt Kühlgeräte-Recyclinganlage des Zerkleinerungsvorgangs auslesen und diese auf Wunsch auch an den Kunden weitergeben.“ Insgesamt 13 Anlagen stehen den Technikern dafür momentan zur Verfügung, darunter diverse Einwellen-, Zweiwellen- und Dreiwellen-Zerkleinerer verschiedener Bauformen sowie zwei Kartonagen-Reißer, ein Grobreißer und eine Hammermühle. Die Konfigurationsoptionen – die auch bei der kundenspezifischen Anpassung Anwendung finden – reichen von Rotor- Stator-Schneidsystemen mit verschiedenen Lochsiebgeometrien zur definierten Stückgrößenbestimmung über Schneidwerke mit Auswurfmöglichkeiten für Störstoffe bis hin zu unterschiedlichen Antriebsvarianten. Ebenso breit ist das Leistungsspektrum: Je nach Größe und Typ liegt der Durchsatz der Zerkleinerungsanlagen zwischen 5 kg und 30 t pro Stunde. Zerkleinerer mit intelligentem Störstoffauswurf Derzeit wird im Technikum vor allem am Feintuning des neuen Einwellen- Zerkleinerers M800/1 gearbeitet, der mit einem automatischen Störstoffauswurf ausgestattet ist. „Bei den aktuell erhältlichen Modellen muss der Störstoff nach der Erkennung von Hand entnommen werden“, erklärt der Projektmanager. „Die neue Technik detektiert solche Fremdkörper dagegen und schleust sie selbsttätig aus. Das spart Zeit und schützt das Bedienpersonal.“ Die intelligente Maschine wird am Versuchsstand mit unterschiedlichen Materialien und Steuerungsprogrammen gefahren, um die ideale Konfiguration für den Einsatz zu ermitteln. Neben der individuellen Abstimmung je nach Anwendung hat die Flexibilität der Produkte und die langjährige Erfahrung der Ingenieure bei Erdwich aber noch einen weiteren Vorteil: Das Unternehmen konnte dadurch die neuen europäischen Normen sehr schnell adaptieren und baut zum Beispiel Kühlgeräterecyclinganlagen nach CENELEC-Standard. Erdwich ist damit ein Vorreiter in diesem Bereich. Bilder: Erdwich Seit Jahrzehnten werden rotierende Verdrängerpumpen als Fördersysteme für alle Medien in der Abwasserbehandlung eingesetzt. Aufgrund ihrer Regelcharakteristik gewährleisten diese Pumpen einen sicheren und zuverlässigen sowie effizienten Prozessablauf. Gut, wenn man auswählen kann! NEMO® Exzenterschneckenpumpen M-Ovas® Zerkleinerer TORNADO® Drehkolbenpumpen NEMO® Exzenterschneckenpumpe und TORNADO® T2 Drehkolbenpumpe Julia Rummel, freie Journalistin, München, pressebuero@gebhardt-seele.de UmweltMagazin Januar - Februar 2015 NETZSCH Pumpen & Systeme GmbH Geschäftsfeld Umwelt & Energie Tel.: +49 8638 63-1010 Fax: +49 8638 63-2333 info.nps@netzsch.com www.netzsch.com

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