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1/2 | 2015

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Markt Projekte Koblenz

Markt Projekte Koblenz Anlagen zur Klärschlammverwertung Für das Pilotprojekt „SusTreat“ der Stadtentwässerung Koblenz liefert und installiert die Sülzle Gruppe mehrere Anlagen zur Trocknung, Vergasung und energetischen Verwertung von Klärschlamm. Ziel des EU-geförderten Projekts ist die energieautarke Kläranlage. Dabei setzt der Betreiber auf das hohe Potenzial des anfallenden Klärschlamms: Dieser enthält große Mengen von Kohlenstoff, der sich durch Vergasung in Energie umwandeln lässt. Pionier dieser Technologie ist die Sülzle Kopf SynGas GmbH & Co. KG mit Sitz in Tübingen, ein Unternehmen der Sülzle Gruppe. Bevor der Klärschlamm energetisch genutzt werden kann, muss man ihn jedoch trocknen. Auch dafür kommt in Koblenz eine Anlage des Unternehmens zum Einsatz: Die Entwässerungs-und Trocknungs-Spezialisten liefern für das Projekt einen Bandtrockner vom Typ Pro-Dry 4/2. Dieser bringt den Klärschlamm auf einen Bild: SXC Trockenrückstand von 90 bis 96 Prozent. Dabei entsteht ein festes Granulat, das der Klärwerksbetreiber in einem Lagersilo zwischenspeichert. Das Unternehmen installiert auch die Abluftbehandlung sowie die Strom- und Wärmezufuhr der Anlage. Die SynGas-Anlage vergast das Granulat anschließend bei einer Temperatur von rund 850 °C. Organische Gifte wie Medikamentenrückstände, Hormone und Bakterien werden dabei vollständig zerstört. Es entsteht ein brennbares Gas, das dann in mehreren Stufen von weiteren belastenden Stoffen wie Schwermetallen, Teeren und Schwefel gereinigt wird. Anschließend lässt sich das Gas in einem angeschlossenen Blockheizkraftwerk zur Wärmegewinnung oder in einem Gasmotor zur Stromerzeugung nutzen. Die Anlage ist dabei so flexibel ausgelegt, dass sie je nach Bedarf nur Wärme, nur Strom oder beides erzeugen kann. Die bei der Vergasung entstehende Asche ist mineral- und phosphathaltig. Sie lässt sich als Düngemittel in der Landwirtschaft oder zur Rückgewinnung des wertvollen Phosphats weiterverwerten. Das hohe Nutzungspotenzial des Klärschlamms wird damit vollständig ausgeschöpft. www.suelzle-gruppe.de Projekte - kompakt >>> Der kommunale Fuhrpark der Stadt Dortmund wurde um Elektrofahrzeuge mit neuen Ladekonzepten erweitert: 200 Elektrofahrzeuge, 180 Ladepunkte verteilt über das gesamte Stadtgebiet und ein optimiertes Flottenmanagement machen die Stadt Dortmund einzigartig. Das hat die KlimaExpo.NRW überzeugt, und so wurde das Projekt „metropol-E“ in die Liste der qualifizierten Projekte aufgenommen. Durch das Flottenmanagementkonzept reduziert sich die Anzahl konventioneller Fahrzeuge und somit auch der CO 2 -Ausstoß, denn die Ladung der E-Fahrzeuge erfolgt ausschließlich klimafreundlich – mit 100 Prozent Ökostrom aus Photovoltaikanlagen und Mini-Windkraftanlagen. www.metropol-e.de >>>Die Lufthansa Group wird ab diesem Frühjahr ihre Flugzeuge auf dem Flughafen Oslo mit einer Biokerosin-Mischung betanken. Der Konzern unterzeichnete kürzlich als erste Airline- Gruppe einen entsprechenden Vertrag mit dem norwegischen Mineralöl-Unternehmen Statoil Aviation. Damit setzt das Unternehmen den vor mehr als vier Jahren eingeschlagenen Weg der Erforschung, Erprobung und Nutzung alternativer Kraftstoffe konsequent fort. Statoil wird ab März 2015 für den Zeitraum eines Jahres 2,5 Millionen Gallonen nachhaltig produzierten und entsprechend zertifizierten Biotreibstoff in die Tanks des Flughafens Oslo einspeisen. Die in diesem Zeitraum rund 5 000 Flüge der Lufthansa Group, die in der norwegischen Hauptstadt starten fliegen dann mit einer Biokerosin-Beimischung. www.lufthansagroup.com >>>Das Bundesumweltministerium fördert wieder die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit Partikelfiltern. Dazu stellt es rund 30 Millionen Euro zur Verfügung. Fahrzeughalter können für die Nachrüstung ihres Fahrzeuges eine Förderung in Höhe von 260 Euro erhalten. Die Anträge können ab dem 1. Februar 2015 gestellt werden. Die Anzahl der geförderten Nachrüstungen wird durch die im Haushaltsjahr 2015 veranschlagten Haushaltsmittel begrenzt. Eine Aufstockung dieser Mittel ist nach Ministeriumsangaben ausgeschlossen. www.bmub.bund.de 30 UmweltMagazin Januar - Februar 2015

Bietigheim-Bissingen/Japan Trockenabscheidung von Lacknebel Mit dem EcoDryScrubber bietet die Dürr Systems GmbH aus Bietigheim- Bissingen eine umweltschonende und zuverlässige Lösung, wenn es um die Trockenabscheidung von Lacknebel geht. Seit seiner Einführung hat der Lackieranlagenhersteller 80 Prozent seiner Anlagen mit dieser Technik ausgestattet. Und auch auf dem japanischen Markt überzeugt diese: Bei der Lackierung von Aluminiumbauteilen für den Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen setzt der japanische Bahnbetreiber JR Tokai zukünftig auf das Produkt. Im Sommer 2015 wird die Anlage in Hamamatsu ihren Betrieb aufnehmen. Die Trockenabscheidung des überschüssigen Lacknebels in der Lackierkabine erfolgt hierbei mit dem EcoDryScrubber. Kalksteinmehl fungiert dabei als natürliches Bindemittel und macht den Einsatz von Wasser und Koagulierungschemikalien sowie die Entsorgung von Lackschlamm überflüssig. Die trockene Abscheidung von Farbnebel verringert nicht nur die Abluft- Bei der Lackierung der Aluminiumverkleidungen für den Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen wird der Lacknebel mit dem EcoDryScrubber von Dürr abgeschieden. belastung, das System ist – nach Unternehmensangaben – zudem wartungsarm, einfach bedienbar, nahezu klimaunabhängig und lässt sich für alle Lackarten einsetzen. Das mit Lack gesättigte Kalksteinmehl kann in anderen Bereichen wie beispielsweise der Zementindustrie weiterverwertet werden. www.durr.com Rehau Verwertung von Biomüll Das Bundesumweltministerium fördert mit rund 2 Millionen Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm ein neues Verfahren zur Bioabfallvergärung. Die RSB Bioverwertung Hochfranken GmbH mit Sitz im bayerischen Rehau wird mit dieser Förderung eine innovative Biogasvergärungsanlage errichten. Die geplante Anlage „WastERGY Bioabfallvergärung“ ist für einen Durchsatz von etwa 30 000 Tonnen kommunaler und gewerblicher Bioabfälle ausgerichtet. Beabsichtigt ist die Umsetzung einer mehrstufigen Nassvergärung, bei der durch eine neuartige Hydrolysestufe (Helixhydrolyse) 25 bis 30 Prozent höhere Gaserträge erzielt werden können. Durch die vorgeschaltete Abfallaufbereitung und die Störstoffabtrennung in den Gärbehältern soll eine bis zu 99,5 Prozent hohe Reinheit des Gärrestes erzielt werden. Der saubere Gärrest mit RAL-Gütezertifizierung soll direkt der Kompostierung und der Erzeugung von Brenn- stoff- und/oder Kompost-Pellets dienen. Das erzeugte Biogas wird in ein Mikrogasnetz eingespeist und so an Gasverbraucher in der näheren Umgebung weitergeleitet. Mit der Anlage soll eine Energiemenge von 23,8 Gigawattstunden pro Jahr erzeugt werden. Die Menge liegt etwa 25 Prozent über dem Ertrag einer herkömmlichen Ver- Bild: Wilhelmine Wulff/Pixelio gärungsanlage. Zudem sollen 11 500 Tonnen sauberer Gärrest im Jahr kompostiert und 1 500 Tonnen Kunststoffe und Metalle pro Jahr in die stoffliche Verwertung überführt werden. Weitere Informationen zum Förderprogramm und zum Vorhaben finden Sie unter: www.umweltinnovationsprogramm.de UmweltMagazin Januar - Februar 2015 31

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